Mikroökonomie - Vorbereitung Prüfung WiAss

Grundbegriffe des wirtschaftlichen Handelns

  • Bedürfnisse:
    • Mangelempfinden des Menschen.
    • Ausgangspunkt des Wirtschaftens, da Menschen Bedürfnisse mit Gütern befriedigen wollen.
    • Subjektive Mangelempfindungen.
    • Unbegrenzt.
  • Bedarf:
    • Bedürfnis (Mangelempfinden) + Kaufkraft.
  • Nachfrage:
    • Bedarf wird am Markt geltend gemacht (tatsächlicher Kauf).
  • Beispiel:
    • Wunsch nach einem Auto = Bedürfnis.
    • Genügend Geld für ein Auto = Bedarf.
    • Gang zum Autohändler = Nachfrage.

Das ökonomische Prinzip

  • Wirtschaften: Umgang mit dem Knappheitsproblem.
  • Ökonomisches Prinzip (Vernunftprinzip, Rationalprinzip):
    • Knappe Güter.
    • Maximalprinzip:
      • Mit gegebenen Mitteln das größtmögliche Ziel erreichen.
    • Minimalprinzip:
      • Mit geringsten Mitteln ein bestimmtes Ziel erreichen.

Produktionsfaktoren

  • Sind Hilfsmittel zur Herstellung wirtschaftlicher Güter.
  • Originäre (Boden/Natur/Arbeit):
    • Ursprünglich, muss nicht produziert werden.
  • Derivative (Kapital):
    • Geld, Maschinen.
    • Abgeleitet, wird erst durch Sparen geschaffen.

Nutzentheorie

  • Ist Nutzen messbar? Zwei Denkschulen in der VWL:
    • Kardinales Nutzenkonzept:
      • Nutzen ist zahlenmäßig messbar (z.B. in kg, m, m²).
      • Unrealistisch.
    • Ordinales Nutzenkonzept:
      • Nutzen ist eine rein subjektive Größe, nicht objektiv messbar.
      • Individuelle Nutzenempfindungen weichen voneinander ab.
      • Güter können nur nach ihrem Nutzen geordnet werden (analog zu Schulnoten).

GOSSENSCHE GESETZE

  • Erstes GOSSENSCHES GESETZ: Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen:
    • Das vierte Bier bringt weniger Genuss als das erste, zweite oder dritte.
    • Der Grenznutzen (Nutzen einer zusätzlichen Einheit eines Gutes) nimmt mit zunehmender Konsummenge ab.
    • Instinktiv einleuchtend: Man wird immer gesättigter.
    • Jeden Tag ins Kino gehen, langweilt irgendwann genauso wie der 27. Sportwagen in der Garage.
    • Mathematische Darstellung:
      • Diagramme für Gesamtnutzen und Grenznutzen in Abhängigkeit von der Menge.

Beispiel: Grenznutzen beim Autofahren

  • Ein privater Verbraucher fährt mit seinem PKW.
  • Der Grenznutzen entwickelt sich je 100 km zusätzlicher Autofahrt wie folgt:
    • Tabelle: Autofahrt insgesamt in km (100, 200, 300, 400, 500), Grenznutzen je 100 km in Nutzeneinheiten (80, 55, 40, 15, 0).
  • Erstellung einer Tabelle für den Grenz- und Gesamtnutzen.
  • Zeichnung der Gesamtnutzenkurve und der Grenznutzenkurve in einem Koordinatensystem.

Substitutions- und Komplementärgüter

  • Substitutionsgüter:
    • Produkte, die austauschbar sind (z.B. Butter – Margarine).
    • Preisbildung: Preis Gut 1 steigt → Nachfrage nach Gut 2 steigt.
  • Komplementärgüter:
    • Produkte, die man nur gemeinsam benutzen kann (z.B. Zahnpasta – Zahnbürste).
    • Preisbildung: Preis für Gut 1 steigt → Nachfrage nach Gut 2 sinkt.

Gesetz des Angebots

  • Angenommen, du bist der Eigentümer von Coca-Cola.
  • Wärst du bereit, mehr zu produzieren, wenn du den Preis für ein Getränk von 1 € auf 6 € erhöhen könntest? Natürlich!
  • Teurer zu verkaufen bedeutet für dich mehr Gewinn pro produzierter Einheit.
  • Gesetz des Angebots:
    • Je höher der Preis, desto höher (niedriger) das Angebot.
  • Änderung des Preises p<em>1p<em>1 des Gutes x</em>1x</em>1:
    • = Bewegung auf der Kurve.
    • = Änderung der angebotenen Menge.
  • Änderung anderer Bestimmungsfaktoren (z.B. Kosten):
    • = Verschiebung der Kurve.
    • = Änderung des Angebots.
    • Grafische Darstellung: Angebotskurve A verschiebt sich von A0A^0 zu A1A^1.

Gesetz der Nachfrage

  • Angenommen, der Preis von einem Produkt, wie beispielsweise dem iPhone, beträgt 1.000 €.
  • Es ist ganz deine Entscheidung, ob du genau diesen Preis zahlen möchtest oder nicht, denn die 1.000 € sind so etwas wie ein Standardpreis, den Apple basierend auf dem Markt (also der Nachfrage) festgelegt hat.
  • Wenn du morgen herausfindest, dass Apple den Preis von 1.000 € auf 200 € senkt, wirst du wahrscheinlich die Chance nutzen und gleich mehrere iPhones für die ganze Familie kaufen, richtig?
  • Gesetz der Nachfrage:
    • Je höher der Preis, desto niedriger die Nachfrage.
  • Änderung des Preises p<em>1p<em>1 des Gutes x</em>1x</em>1:
    • = Bewegung auf der Kurve.
    • = Änderung der nachgefragten Menge.
  • Änderung anderer Bestimmungsfaktoren (z.B. Einkommen):
    • = Verschiebung der Kurve.
    • = Änderung der Nachfrage.
    • Grafische Darstellung: Nachfragekurve N verschiebt sich von N0N^0 zu N1N^1 oder N2N^2.

Elastizität

  • Der Preis für Super Benzin steigt um 10%. Aus diesem Grund geht die Nachfrage nach Super Benzin um 5% zurück.
  • Wie hoch ist die Preiselastizität der Nachfrage? Interpretieren Sie Ihr Ergebnis.
  • Formel: EElas=prozentualeA¨nderungderNachfragemengeprozentualePreisa¨nderung=5%10%=0,5E_{Elas} = \frac{prozentuale Änderung der Nachfragemenge}{prozentuale Preisänderung} = \frac{5\%}{10\%} = 0,5
  • Interpretation: Steigt der Preis des Gutes um 10%, sinkt die nachgefragte Menge um 5% = unelastisch.