Industrielle Revolution und ihre Auswirkungen auf die moderne Gesellschaft
Die moderne Industriegesellschaft zwischen Fortschritt und Krise
Die „Zweite Industrielle Revolution“
- Definition: Entwicklung ab dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, als Deutschland vom Agrar- zum Industriestaat wird.
- Gründe: Es wird auf die Faktoren der ersten industriellen Revolution zurückgegriffen.
Die „Erste Industrielle Revolution“
- Beginnt in Großbritannien, bekannt als „Werkbank der Welt“ (ca. 1750).
- Wichtige Merkmale der ersten industriellen Revolution:
- Technische Neuerungen:
- 1767: Spinning Jenny – mechanisierte Textilproduktion.
- 1776: Dampfmaschine – Ermöglichte Energieunabhängigkeit von naturräumlichen Bedingungen.
- 1784: Puddelverfahren zur verbesserten Stahlerzeugung.
- 1803: Dampfschiff.
- 1825: Eisenbahn – entwickelte Infrastruktur und Transportwege.
- Agrarrevolution:
- Verdrängung von Kleinbauern durch Einhegungen in Großbritannien.
- Angebot an Fabrikarbeiterschaft nahm zu.
- Nachfrage und Handelsbeziehungen:
- Bevölkerungswachstum und steigende Nachfrage nach landwirtschaftlichen und gewerblichen Produkten.
- Kapitalbildung:
- Gründung von Aktiengesellschaften und Konzentration von Geldmenge.
Hemmnisse im deutschen Raum
- Staatliche Zersplitterung, Zölle, schleppende Akzeptanz neuer Verfahren, Kapitalmangel.
- 1834: Gründung des Deutschen Zollvereins zur wirtschaftlichen Einigung.
Wissenschaftlich-technischer Fortschritt
- Industrialisierung in Deutschland setzte ab 1850 verstärkt ein:
- Regionale Schwerpunkte: Ruhrgebiet, Niederrhein, Schlesien, Berlin, Bayern, Baden.
- Bedeutung der Eisenbahn für die Industrialisierung:
- Beschleunigung des Transports, niedrigere Kosten, bessere Verfügbarkeit von Rohstoffen.
- Gründung von Aktiengesellschaften zur Finanzierung.
Wirtschaftliche Entwicklung
- 1840er Jahre:
- Versorgungskrisen & wirtschaftliche Schwierigkeiten.
- Konjunkturaufschwung in den 1850er/1860er Jahren durch Eisenbahnbau.
- 1873: Weltwirtschaftskrise führt zur Gründerkrise. Bankenkrise in Österreich.
- Auswirkungen: Preisverfall, Konkurswellen, Arbeitslosigkeit, soziale Unruhen.
Soziale Fragen und Massengesellschaft
- Bismarcks politische Einmischung (1878/79) zur Regulierung der Wirtschaft.
- Entstehung der modernen Massengesellschaft:
- Urbanisierung.
- Leben in Großstädten. Innerhalb von 50 Jahren wuchs die Stadtbevölkerung:
- 3% 1850 – 20% 1913.
- Soziale Probleme:
- Wohnungsmangel, Hygieneprobleme, unterdrückte Arbeiterschaft, verbreitete Kinderarbeit.
Lösungen zur sozialen Frage
- Staatliche Sozialgesetzgebung:
- Gesetze zur Krankenversicherung, Unfallversicherung, Altersversorgung (1883-1889).
- Versuche der Arbeiterbewegung zur Lösung durch Intellektuelle wie Marx und Engels.
- Reaktion der Kirchen und Unternehmen:
- Inneres Engagement für soziale Reformen, Bürokratisierung und Kontrolle der Arbeiterschaft.
Bismarcks Außenpolitik
- Isolation Frankreichs und Stabilisierung der europäischen Machtverhältnisse.
- Bündnissysteme zur Vermeidung von Konflikten:
- Beispiele: Deutsch-Russische Militärkonvention, Drei-Kaiser-Abkommen, Zweibund.
- Kolonialpolitik: Zögerlich, schließlich Erschaffung eines Kolonialreiches unter wirtschaftlichem Druck.
Kolonialismus und Imperialismus
- Begriffserklärung:**
- Kolonialismus: Eroberung und Ausbeutung. 1884: Beginn kolonialer Erschließung (Togo, Kamerun).
- Imperialismus: Streben nach weltlicher Kontrolle.
- Beispielhafte Konflikte:
- Boxeraufstand in China.
- Herero-Aufstand in Namibia führte zu systematischen Unterdrückungen.
Der Erste Weltkrieg
- Auslösen des Kriegs durch den Attentat auf Franz Ferdinand.
- Mobilisierung der Großmächte und Militarismus.
- Eintritt der USA 1917 in den Krieg, Rückenwind durch die Russische Revolution.
- Politischer Umbruch in Deutschland.
Ende des Ersten Weltkriegs
- Waffenstillstand 1918, Ende des Kaiserreichs. Übergang zur Weimarer Republik durch Nationalversammlung (1919).
- Bürgerkrieg und Aufstände arrangierten die Übergangs- und Verfassungsprozesse in der neuen Republik.
- Die zentrale Frage: Soziale Spannungen und politische Kämpfe zwischen radikalen und gemäßigten Kräften.
- Die Weimarer Verfassung als Ende der Monarchie und Beginn der parlamentarischen Demokratie.