Woche 2

Keynessches System

Grundprinzipien

  • Im Mittelpunkt steht die Nachfrageseite der Volkswirtschaft.

  • Ausgangspunkt der Analyse: Einkommen-Ausgaben-Modell.

Komponenten der volkswirtschaftlichen Gesamtnachfrage

  • Formel für das Gesamteinkommen in einer geschlossenen Volkswirtschaft: YN=C+IY_N = C + I

    • $Y_N$: volkswirtschaftliches Gesamteinkommen

    • $C$: Konsum

    • $I$: Investitionen

Konsum- und Sparfunktionen

  • Konsumfunktion:
    C(Y)=Ca+cimesYC(Y) = C_a + c imes Y

    • $C_a$: autonomer Konsum

    • $c$: marginale Konsumquote (Grenzneigung zum Konsum)

  • Sparfunktion:
    S=YCS = Y - C

    • Umformulierung der Sparfunktion:
      S=Sa+simesYS = S_a + s imes Y

    • $s = 1 - c$: marginale Sparquote

Investitionsfunktion

  • Investitionsfunktion: I=Ia+himesiI = I_a + h imes i

    • $h$: negative Ableitung von Investitionen in Bezug auf den Zinssatz:
      h = \frac{\partial I(i)}{\partial i} < 0

Effektive Nachfrage

  • Formel für die effektive Nachfrage: Y<em>N=C</em>Y+IiY<em>N = C</em>Y + I_i

    • Mit Festzinsmodell ergibt sich:
      Y<em>N=C</em>a+cimesY+IˉY<em>N = C</em>a + c imes Y + \bar{I}

Gleichgewicht

  • Gleichgewichtszustand:
    Y<em>N=C</em>a+cimesY+IˉYAY<em>N = C</em>a + c imes Y + \bar{I} ≝ Y_A

  • Einkommen im Gleichgewicht:
    Y=11c(Ca+Iˉ)Y^* = \frac{1}{1 - c} (C_a + \bar{I})

  • Bedeutung: Es gibt nur ein Einkommen, das Produktion sichert, die Absatzbedingungen erfüllt.

Multiplikatoreffekt

Annahmen und Ergebnis

  • Keynes geht davon aus, dass
    Y^* < Y_{VB}

  • Der Staat muss die Nachfrage auf das Niveau anheben, das Vollbeschäftigung garantiert.

  • Veränderung des Einkommens:
    ΔY=11c(ΔC<em>a+ΔI</em>a+ΔASt)ΔY^* = \frac{1}{1 - c} (ΔC<em>a + ΔI</em>a + ΔA_{St})

Wege zur Einkommenssteigerung

  1. Erhöhung des autonomen Konsums ($C_A$)

  2. Erhöhung der autonomen Investitionen ($I_A$)

  3. Erhöhung der staatlichen Ausgaben ($A_{St}$)

Einkommensmultiplikator

  • Einkommensmultiplikator:
    11c\frac{1}{1 - c}

Fiskalpolitik bei Keynes

  • Ausgangspunkt: Unterbeschäftigungsgleichgewicht.

  • Der Staat erhöht Ausgaben von null aus.

  • Resultat: Einkommen wird um ΔASt(1c)ΔA_{St} (1 - c) erhöht.

Geldpolitik bei Keynes

Grafische Darstellung

  • Zinsentwicklung:

    • Zinsen: $i_0$ reduziert sich bei einer Erhöhung der Geldmenge

    • IS-LM Modell wird verwendet zur Analyse

IS-LM Modell

IS-Kurve

  • Beschreibung: Investment-Saving

  • Gleichung der IS-Kurve: Y=11cC<em>a+I</em>ahimesiY = \frac{1}{1 - c} C<em>a + I</em>a - h imes i

    • Bei steigender marginaler Konsumquote ($c$):

      • Kurve wird flacher

    • Bei $c = 1$: waagerechte Kurve

    • Bei steigender Sensitivität auf Zinssatz ($h$): Kurve wird ebenfalls flacher

    • Bei $h = 0$: senkrechte Kurve

LM-Kurve

  • Beschreibung: Liquidity-Money

  • Gleichung der LM-Kurve:
    L<em>T=kimesY,extL</em>S=L0jimesiL<em>T = k imes Y, ext{ } L</em>S = L_0 - j imes i

  • Gleichgewichtsbedingungen:
    M=L=kimesY+L0jimesiM = L = k imes Y + L_0 - j imes i

  • Bei steigender Sensitivität auf Zinssatz ($j$):

    • Kurve wird flacher

    • Bei $j = 0$: senkrechte Kurve

    • Bei steigender Geldnachfrage ($k$): Kurve wird steiler

    • Bei $k = 0$: waagerechte Kurve

Politische Maßnahmen und deren Auswirkungen

Expansive Fiskalpolitik

  • Wirkung:

    • ΔAStΔA_{St} ↑ führt zu einer Verschiebung von IS0 nach IS1 (kurzfristig)

    • Risiko der "Crowding Out":

    • Bei Anstieg des $Y$ verringert sich die Konsumnachfrage

Expansive Geldpolitik

  • Wirkung:

    • MM ↑ verschiebt LM-Kurve

    • Einkommen steigt, was die Transaktionsnachfrage erhöht

Konjunktur

Akzelerator und Multiplikator

Keynesianisches Grundmodell
  • Investitionsmultiplikator:
    ΔY=1sΔIΔY = \frac{1}{s} ΔI

  • Konsumausgaben:
    C<em>t=C</em>a+cimesYt1C<em>t = C</em>a + c imes Y_{t-1}

  • Akzelerator: K<em>t=f(C</em>t)=βimesCtK<em>t = f(C</em>t) = \beta imes C_t

    • Bezug auf: I<em>indt=β(C</em>tCt1)I<em>{ind}^t = \beta(C</em>t - C_{t-1})

  • Gesamtmodell: Y<em>t=C</em>a+cimesY<em>t1+β(C</em>tC<em>t1)+I</em>aY<em>t = C</em>a + c imes Y<em>{t-1} + \beta(C</em>t - C<em>{t-1}) + I</em>a

    • Vereinfachte Form:
      Y<em>t=1+βimescimesY</em>t1βimescimesY<em>t2+C</em>a+IaY<em>t = 1 + \beta imes c imes Y</em>{t-1} - \beta imes c imes Y<em>{t-2} + C</em>a + I_a

Verschiedene Kombinationen
  • Je nach Kombination von $c$ und $eta$ ergibt sich unterschiedliche wirtschaftliche Dynamik.

Moderne Erklärungen

Monetarismus

  • Grundhypothese: Der private Sektor ist stabil und Störungen kommen von außen durch Politik.

  • Geld ist nur langfristig neutral.

  • Kurzfristig führen Änderungen der Geldmenge zu Anpassungen in Vermögensportfolios, die relative Preise verändern und so das Realeinkommen beeinflussen.

  • Ziel: Vermeidung unerwünschter Schwankungen des Realeinkommens.

Rationale Erwartungen

  • Individuen nutzen alle relevanten Informationen zur Entscheidung.

  • Fehler sind zufallsbedingt und nicht systematisch.

  • Themen:

    • Absolut-Relativ-Konfusionen

    • Permanent-Transitorisch-Konfusionen: Beispiel Ölkrise.

    • Verstärkermechanismen,

    • Implizite Akzeleratoren.

Real Business Cycle

Arbeitsangebote und Technologie
  • Veränderung des Arbeitsangebots infolge unerwarteter Technologien.

  • Entscheidung zwischen Freizeit heute und morgen.

  • Budgetgerade:
    Y<em>0+11+rY</em>1=l<em>0F</em>0+11+rl<em>1F</em>1Y<em>0 + \frac{1}{1+r} Y</em>1 = l<em>0 - F</em>0 + \frac{1}{1+r} l<em>1 - F</em>1

  • Im Optimum:
    dF<em>1dF</em>0=(1+r)l<em>0l</em>1-\frac{dF<em>1}{dF</em>0} = (1 + r) \frac{l<em>0}{l</em>1}

Technologie und Nachfrage
  • Positiver Technologieschock:

    • Erhöhung der Grenzproduktivität der Arbeit.

  • In der Zeit $t=1$: Rückgang von Arbeitsangebot und Output = Abschwung.

Politische Konjunkturzyklen

  • Annahme: Politiker streben nach Wiederwahl.

  • Kurzfristig vor Wahl wird ausgabenfreundliche und beschäftigungssteigernde Politik betrieben.

  • Kosten dieser Politik treten erst nach der Wahl in Form höherer Inflationsraten auf.