Struktur und Funktion der Organismen
Hauptthemen der Vorlesung
Motorik
Sarkolemm und Sarkoplasmatisches Reticulum
Sarkolemm:
Definiert als die erregbare Zellmembran, die die Muskelfaser umgibt.
Sarkoplasmatisches Reticulum (SR):
Geschlossener Raum, der als Ca$^{++}$-Speicher dient und die Myofibrillen umgibt.
T-Tubuli:
Netzwerk vom Sarkolemm nach innen (transversal)
Muskelkontraktion
Gleitfilament-Mechanismus:
Während der Kontraktion können bis zu 100 Querbrückenschläge pro Sekunde auftreten.
Die Länge des Muskels ist abhängig von der freien Calciumkonzentration [Ca$^{++}$] im Muskel.
Querbrückenzyklus
ATP-Verbrauch:
Der Verbrauch von ATP in Verbindung mit Ca$^{2+}$ ist entscheidend, um einen sofortigen neuen Zyklus zu ermöglichen.
Ein [Ca$^{++}$]-Wert über 10$^{-5}$ mol/l ist notwendig für die kontraktile Funktion (Clauss/Clauss, 1. Aufl., 2007).
Elektromechanische Kopplung
Zeitverlauf der elektromechanischen Kopplung:
Die Abbildung zeigt, wie das Aktionspotential (+25 mV) auf eine isometrische Kontraktion und das Correlationssignal auf den Ca$^{2+}$-Signalverlauf in einer Zeitspanne von 300 ms reagiert (Schmidt/Lang, 30. Aufl., 2007).
Einfluss der Muskellänge auf die Kraftentwicklung
Kraftentwicklung:
Die Kontraktionskraft ändert sich in Abhängigkeit von der Sarkomerlänge. Der Grad der Filament-Überlappung spielt eine wesentliche Rolle (Wehner/Gehring, 24. Aufl., 2007).
Isotonische und isometrische Kontraktion:
Isometrisch: Krafterhöhung ohne Muskelverkürzung.
Isotonisch: Krafterhöhung mit Muskelverkürzung.
Es erfolgt ein Zusammenspiel von kontraktilen und elastischen Elementen (Wehner/Gehring, 24. Aufl., 2007).
Spinaler Reflex
Definition:
Ein einfacher Reflexmechanismus, der eine schnelle, unwillkürliche Reaktion auf einen Reiz ermöglicht.
Beispiel:
Kniesehnenreflex, bei dem α-Motoneurone aktiv sind.
Ablauf des spinalen Reflexes
Registrierung der Dehnung:
Muskelspindeln als Propriozeptoren messen die Muskeldehnung.
Aktivierung des Reflexbogens:
1a-sensorische Nervenfasern leiten die Information an das Rückenmark weiter.
Stimulation der α-Motoneurone:
Aktivierung der „normalen“ (extrafusale) Muskelfasern, was zur Kontraktion führt (Engel/Baer/Connors, 3. Aufl., 2009).
Zentrale motorische Kontrolle
Willkürmotorik:
Der Motorkortex befindet sich auf dem Gyrus praecentralis und enthält einen „motorischen Homunculus“, welcher die Organisation der Bewegungen abbildet.
Hier startet die Pyramidenbahn, die die Impulse für die Muskelkontraktion sendet (Schmidt/Lang, 30. Aufl., 2007).
Zentrale Kontrolle und Anpassung
Anpassungen erfolgen über die Aktivität der γ-Fasern und der α-Motoneurone, was eine notwendige Variation zur Erreichung des Sollwerts für die Kontraktion ermöglicht (Wehner/Gehring, 24. Aufl., 2007).
Basalganglien
Rolle der Basalganglien:
Initiation von Bewegungen im basalen Vorderhirn durch Neurone in der Substantia nigra, die Dopamin ausschütten.
Das Absterben dieser dopaminergen Neurone führt zur Parkinson'schen Krankheit (Engel/Baer/Connors, 3. Aufl., 2009).
Struktur und Funktion der Basalganglien
Zuflüsse:
Kortex und Thalamus beeinflussen die Aktivität der Basalganglien und das Striatum; dabei sind Eingänge und Ausgänge strukturell von Bedeutung (Schmidt/Lang, 30. Aufl., 2007).
Literatur
Wehner, G. / Gehring, W. (25. Auflage, 2013, Thieme-Verlag)
Clauss, M. / Clauss, C. (1. Auflage 2006, Spektrum Verlag)
Engel, J. / Bear, M. / Connors, B. / Paradiso, M. (3. Aufl. 2009, Spektrum)