Syntax Summary
Syntaktische Kategorien
Wortarten
- Wortarten: Werden auch lexikalische Kategorien genannt, da sie im Lexikon einer Sprache verzeichnet sind.
- Einteilung: Deklinierbare, konjugierbare, unflektierbare Wortarten.
- Distributionelles Kriterium: Die Positionen im Satz, in denen ein Element auftreten kann, helfen bei der Identifizierung.
- Morphologisches Kriterium: Flexionsendungen helfen bei der Zuordnung zu einer Wortart.
- Kriterien zur Zuordnung: Syntaktisch-distributionelle und morphologische Kriterien. Semantische Kriterien spielen eine untergeordnete Rolle.
Klassifikation nach morphologischen Kriterien:
- Flektierbar (veränderbar):
- Deklinierbar: Substantive, Adjektive, Artikel, Pronomen (Kasus-, Genus- und Numerusmarkierungen)
- Konjugierbar: Verben (Person-, Numerus-, Tempus-, Modus- und Genus verbi-Kennzeichnungen)
- Nicht flektierbar (unveränderbar): Konjunktionen, Präpositionen, Adverbien, Partikeln, Interjektionen
Deklinierbare Wortarten
- Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ
- Numerus: Singular, Plural
- Genus: Maskulinum, Femininum, Neutrum
Konjugierbare Wortarten
- Person: 1., 2., 3.
- Tempus: Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und II
- Modus: Indikativ, Konjunktiv, Imperativ
- Genus verbi: Aktiv, Passiv
- Finite Verbformen: Tragen Person- und Numerusmarkierungen.
- Infinite Verbformen: Partizipien und Infinitivformen, denen diese Merkmale fehlen.
Substantive
- Genus ist unveränderlich.
- Treten in der Regel zusammen mit einem Artikel oder Pronomen auf.
- Arten: Appellativa, Stoffsubstantive, Abstrakta, Eigennamen.
- Stoffsubstantive, Abstrakta und Eigennamen können oft ohne Artikel stehen.
- Genusschwankungen bei einigen Substantiven (der/das Teller).
- Nicht alle Substantive können Pluralformen bilden (z.B. Reis, Mehl, Sand). Einige nur im Plural (z.B. Geschwister, Alpen).
Adjektive
- Größtenteils komparierbar (Komparativ und Superlativ).
- Deklinierbare Wörter, die zwischen Artikel und Substantiv stehen (attributiv) oder als Teil des Prädikats auftreten (prädikativ).
- Bei prädikativer Verwendung bleibt das Adjektiv unflektiert.
- Bestimmte Adjektive sind auf attributive (der gestrige Tag) oder prädikative Verwendung (die Freunde sind quitt) festgelegt.
- Adverbiale Verwendungsweise: Adjektive bleiben stets unflektiert (der Wein schmeckt gut).
Artikel
- Treten stets zusammen mit einem Substantiv auf.
- Funktion: Festlegung der Referenz des Substantivs.
- Bestimmter (der, die, das) und unbestimmter Artikel (ein, eine).
- Der bestimmte Artikel kennzeichnet eindeutig identifizierbare Größen.
- Der unbestimmte Artikel kennzeichnet (noch) nicht eindeutig identifizierte Größen.
- Häufig lässt sich der Kasus nicht am Nomen, sondern nur am Artikel erkennen.
Pronomen
- Treten entweder anstelle eines Artikels auf (Demonstrativpronomen) oder anstelle von Artikel + Substantiv (Personalpronomen).
- Grammatiken fassen Artikel und Pronomen teilweise in einer Klasse zusammen.
- Artikel und artikelartige Pronomen können zu Determinatoren zusammengefasst werden.
- Arten: Personalpronomen, Possessivpronomen, Demonstrativpronomen, Indefinitpronomen, Negationspronomen, Reflexivpronomen, Fragepronomen, Relativpronomen.
Konjugierbare Wortarten
- Alle Verben.
- Einteilung: Vollverben, Hilfsverben, Modalverben, Kopulaverben.
Vollverben
- Verben, die ohne Hilfe eines anderen Verbs das Prädikat bilden können.
- Besitzen eine eigene vollständige Semantik.
Hilfsverben
- Werden zur Bildung von bestimmten Tempus- und Modusformen und zur Bildung der Passivformen eingesetzt.
- Mit Hilfe von Hilfsverben gebildete Tempora (= analytische Tempora):
- Perfekt: Gebildet aus der Präsensform von haben oder sein + Partizip II (er hat geschlafen, sie ist gekommen)
- Plusquamperfekt: Gebildet aus der Präteritumform von sein oder haben + Partizip II (er hatte geschlafen, sie war gekommen)
- Futur I: Gebildet aus der Präsensform von werden + Infinitiv Präsens (sie wird kommen)
- Futur II: Gebildet aus der Präsensform von werden + Infinitiv Perfekt (sie wird gekommen sein)
- Der Konjunktiv wird häufig mit Hilfe von würde gebildet (Ich würde es verstehen, wenn es besser erklärt wäre).
- Passivformen werden im Deutschen generell mit Hilfsverben und dem Partizip II gebildet:
- Vorgangspassiv: Gebildet mit werden + Partizip II (Anna wird von Otto bewundert).
- Zustandspassiv: Gebildet mit sein + Partizip II (Das Fenster ist geöffnet).
- Rezipientenpassiv: Gebildet mit kriegen/bekommen + Partizip II (Sie bekommt das Buch geschenkt).
Modalverben
- Verben, die eine Möglichkeit, Notwendigkeit, Erlaubnis, Fähigkeit u.ä. bezeichnen (können, dürfen, müssen, sollen, wollen, mögen).
- Treten in Verbindung mit infiniten Vollverben oder Kopulaverben auf (Er kann warten, Sie musste arbeiten).
- Besonderheit bei der Perfektbildung: Bilden ihr Perfekt nicht mit dem Partizip II, sondern mit dem Infinitiv (Ersatzinfinitiv) (Er hat kommen müssen).
- Semantische Hinsicht: Subjektbezogene (deontische) Modalität und sprecherbezogene (epistemische oder inferentielle) Modalität.
- Subjektbezogen: Eva muss/kann/darf arbeiten.
- Sprecherbezogen: Hans muss/kann/könnte in der Bibliothek sitzen.
- Halbmodalverben sind eng verwandt (Petra scheint zu schlafen).
- Unterschied: Verbinden sich mit dem zu-Infinitiv.
Kopulaverben
- Bezeichnen einen Zustand (sein) oder das Eintreten bzw. die Fortdauer eines Zustands (werden, bleiben).
- Bilden das Prädikat zusammen mit anderen Elementen (Hans ist/wird/bleibt gesund/ein guter Fußballer).
- Haben vor allem eine verbindende Funktion.
Unflektierbare Wortarten
Überblick
- Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen, Partikeln und Interjektionen.
- Adverbien können alleine eine Phrase darstellen.
- Konjunktionen verbinden Phrasen oder Sätze.
- Präpositionen verbinden sich in der Regel mit einer Nominalphrase, deren Kasus sie regieren.
- Partikeln können weiter differenziert werden in Modal-, Fokus-, Steigerungs- und Antwortpartikeln.
- In älteren Grammatiken werden unflektierbare Wortarten unter dem Begriff Partikeln zusammengefasst.
- Subklassifizierung nach distributionellen und semantischen Kriterien.
- Partikeln im engeren Sinn: Nicht vorfeldfähig, regieren keinen Kasus und haben keine verknüpfende Funktion.
Adverbien
- Heterogene Menge.
- Kennzeichnen Ort, Zeit und Art und Weise eines Geschehens.
- Temporale Adverbien: heute, gestern, morgen, oft, manchmal usw.
- Lokale Adverbien: dort, hier, unten, dorthin usw.
- Modale Adverbien: eilends, flugs, gerne usw.
- Kausale Adverbien: deswegen, daher, umständehalber usw.
- Können allein vor dem finiten Verben in Aussagesätzen auftreten.
- Satzadverbien (Modalwörter) kommentieren den ganzen Satz (leider, hoffentlich).
- Konjunktionaladverbien stellen Beziehungen zum Vortext her (trotzdem/deshalb/infolgedessen).
- Pronominaladverbien stehen stellvertretend für andere Elemente (darauf, hierauf, worunter).
Präpositionen
- Treten zusammen mit einer Nominalphrase auf, deren Kasus sie festlegen (regieren).
- Nach ihrer Position kann man unterscheiden zwischen:
- Präpositionen: auf, über, unter, neben, …
- Postpositionen: halber, hinaus, hinauf, zuliebe, …
- Zirkumpositionen: um… willen, um … herum,
- Ambipositionen (entweder vor- oder nachgestellt): wegen, nach (wegen der Kinder, der Kinder wegen)
- Werden gelegentlich unter dem Begriff der „Adposition