Umfassende Studiennotizen zur Geschichte und Biografie von General Choi Hong-Hi

Die historische Rolle und der Einfluss von General Choi Hong-Hi

Gemäß der Encyclopædia Britannica wird Botschafter Choi Hong-Hi offiziell als der Hauptbegründer des Taekwon-Do anerkannt. Seine Reise als Pionier begann im Jahr 19461946, als er als Gründungsmitglied der südkoreanischen Armee damit betraut wurde, die ihm unterstellten Soldaten in den Kampfkünsten zu unterweisen. Choi war maßgeblich dafür verantwortlich, der Kampfkunst den Namen Taekwon-Do zu geben und widmete sein gesamtes Leben der weltweiten Etablierung dieses Systems als koreanische Kunst der Selbstverteidigung. Er bekleidete im Jahr 19571957 die Position des Vizepräsidenten in einem kurzlebigen koreanischen Verband und gründete schließlich am 3.3. September 19591959 die Korean Taekwon-Do Association (KTA), deren erster Präsident er wurde.

Ebenfalls im Jahr 19591959 veröffentlichte er das erste Buch über Taekwon-Do und leitete eine militärische Vorführgruppe bei den ersten internationalen Demonstrationen in Vietnam und Taiwan. General Choi gilt als Schöpfer der ersten 2626 koreanischen Formen, die als Patterns oder Tuls bezeichnet werden. Sein diplomatisches Wirken führte ihn 19621962 als ersten koreanischen Botschafter nach Malaysia, wo er Taekwon-Do persönlich einführte. Im Jahr 19651965 leitete er die von der Regierung unterstützte Kukki Taekwon-Do-Tournee, die zur Gründung der International Taekwon-Do Federation (ITF) im Jahr 19661966 führte. Unter seiner Führung wuchs die ITF auf Millionen von Mitgliedern in über 100100 Ländern an, wobei er zu Lebzeiten insgesamt 1717 Weltmeisterschaften leitete.

Herkunft, Jugend und frühe Ausbildung

General Choi Hong-Hi wurde am 9.9. November 19181918 in Hwa Dae Ri, in der Provinz Hamgyeong-buk-do im Nordosten des heutigen Nordkoreas, geboren. Da Korea zum Zeitpunkt seiner Geburt unter der Besatzung des Kaiserreichs Japan stand, fiel sein Geburtsdatum nach dem damals üblichen Mondkalender auf den 9.9. November, was im westlichen Kalender dem 22.22. Dezember 19181918 entspricht. Choi entschied sich jedoch bewusst dafür, seinen Geburtstag nach westlicher Zeitrechnung am 9.9. November zu feiern. Er wuchs als kränklicher Jugendlicher auf, was ihn dazu veranlasste, sich während seines Studiums der Kalligrafie und der chinesischen Klassiker mit Taek Kyon zu beschäftigen, um seine Gesundheit und sein Selbstvertrauen zu stärken.

Seine rebellische Natur und sein Sinn für Gerechtigkeit zeigten sich bereits früh, als er aufgrund seiner Beteiligung an Protesten gegen die japanische Besatzung von seiner örtlichen Schule verwiesen wurde. Sein Vater, der seine japanfeindliche Haltung teilte, unterstützte seinen weiteren Bildungsweg. Später zog Choi nach Japan, um seine akademische Ausbildung fortzusetzen. In dieser Zeit erwarb er den 2.2. Dan (Schwarzgurt) im Shotokan-Karate und unterrichtete diese Kampfkunst an einem YMCA, bevor er nach Korea zurückkehrte. Diese Zeit legte den Grundstein für seine spätere militärische und kampfsportliche Karriere.

Widerstandskampf und Inhaftierung

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Choi Hong-Hi zwangsweise in das japanische Militär eingezogen. Während dieses unfreiwilligen Dienstes beteiligte er sich an einer Verschwörung zum Sturz der japanischen Kolonialregierung. Die Gruppe der Verschwörer beabsichtigte, sich der Vereinigten Nordost-Armee gegen Japan und den Truppen des Guerillakämpfers Kim Il-Sung anzuschließen. Aufgrund von Verrat durch koreanische Kollaborateure wurden die Pläne jedoch aufgedeckt, was zur Verhaftung von Choi und seinen Mitstreitern führte.

Während seiner Haftzeit in Pjöngjang verlor Choi nicht den Mut und trainierte weiterhin Karate. Er begann sogar damit, seine Mitgefangenen und zeitweise die Gefängniswärter in der Kampfkunst zu unterrichten. Dieses Durchhaltevermögen sicherte ihm das Überleben in der Gefangenschaft bis zum Ende des Krieges, als er schließlich nach der Niederlage Japans befreit wurde. Nach seiner Entlassung begab er sich nach Seoul, um am Aufbau der neuen südkoreanischen Regierung mitzuwirken, wobei er eine klare demokratische und antikommunistische Position vertrat.

Die Geburtsstunde der 29. Infanteriedivision und der Begriff Taekwon-Do

Als junger Second Lieutenant begann Choi, seine Soldaten in Karate zu unterrichten, das damals meist als Tang Su Do bekannt war. Ein Meilenstein seiner Karriere war die Aufstellung der 29.29. Infanteriedivision auf der Insel Jeju, die aufgrund ihres Emblems als Faust-Division bekannt wurde. Er rekrutierte Experten wie Lieutenant Nam Tae-Hi und Sergeant Han Cha-Kyo vom Chung Do Kwan, um die Truppen auszubilden. Die Insel Jeju gilt seither als die Wiege des Taekwon-Do. Im Jahr 19541954 führte die Division eine Demonstration für den Präsidenten Dr. Seung-Man Rhee durch, der das Gezeigte fälschlicherweise als Taek Kyon bezeichnete. Dies gab Choi den Anlass, einen neuen, präziseren Namen zu suchen.

Im Herbst und Winter des Jahres 19541954 entwickelte Choi den Begriff Taekwon-Do. Der Name sollte den Fokus auf die Beintechniken (Tae) legen, während die Faust (Kwon) Stärke symbolisierte. Um den Namen im Bewusstsein der Soldaten zu verankern, ordnete er an, dass beim Salutieren der Ruf Tae Kwon zu verwenden sei. Diese Tradition hat sich bis heute in der ITF erhalten. Trotz anfänglicher Widerstände in den zivilen Schulen (Kwans) nutzte Choi seinen Einfluss und die Unterstützung des Präsidenten, um die neue Bezeichnung schrittweise durchzusetzen.

Wissenschaftliche Dokumentation und literarisches Erbe

Taekwon-Do gilt als eine der am besten dokumentierten Kampfkünste der Welt, was primär auf die umfangreiche schriftstellerische Tätigkeit von General Choi zurückzuführen ist. Im Jahr 19591959 verfasste er das erste Buch über die Kunst in Hangeul und Hanja, welches die ersten fünf von ihm entwickelten Formen enthielt: Hwa-Rang, Chung-Mu, Ul-Ji, U-Nam und Sam-Il. Sein Lebenswerk gipfelte in der im Jahr 19831983 veröffentlichten, 1515-bändigen Encyclopedia of Taekwon-Do sowie dem bereits 19721972 erschienenen Lehrbuch, das oft als Bibel des Taekwon-Do bezeichnet wird.

Chois Werke wurden in mindestens acht Sprachen übersetzt, darunter Koreanisch, Chinesisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Russisch, Japanisch und Dari. Neben technischen Anleitungen verfasste er auch seine dreibändigen Memoiren und einen Leitfaden zur moralischen Bildung. Für sein unermüdliches Engagement erhielt er mindestens 33 Ehrendoktortitel sowie zahlreiche staatliche Anerkennungen, wie den koreanischen Sportpreis im Jahr 19681968. Er war bestrebt, durch elektronische Aufzeichnungen und präzise Manuskripte eine einheitliche Lehre weltweit sicherzustellen.

Die Internationalisierung und strategische Standorte der ITF

Nachdem die ITF 19661966 in Seoul als erster internationaler Dachverband mit Sitz in Korea gegründet worden war, verfolgte Choi eine globale Strategie. Im Jahr 19651965 veröffentlichte er mit Taekwon-Do: The Korean Art of Self Defense das erste englischsprachige Buch zum Thema. Um die Organisation neutraler und internationaler aufzustellen, verlegte er den Hauptsitz der ITF später nach Toronto, Kanada. Dieser Standort bot eine ideale Anbindung an Nord- und Südamerika sowie Europa und lag in einem Land, das als künftiger Gastgeber der Olympischen Spiele galt.

Im Jahr 19851985 erfolgte ein weiterer strategischer Umzug des ITF-Hauptsitzes nach Wien, Österreich. Aufgrund der politischen Neutralität Österreichs während des Kalten Krieges ermöglichte dieser Standort den Zugang zu Ländern auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. Dies war entscheidend, um Taekwon-Do unabhängig von politischen Ideologien, Rassen oder Religionen zu verbreiten. General Choi konnte vor seinem Tod am 15.15. Juni 20022002 miterleben, wie seine Vision einer weltumspannenden Kampfkunst durch zahlreiche nationale Verbände Wirklichkeit wurde. Er verstarb in Pjöngjang in seinem Geburtsland.