Evolution
Evolution = Allmähliche, fortschreitende Veränderung
→ An Generationenwechsel gebunden → keine Krone der Schöpfung
Abstammungslehre: Erstellung von Stammbäumen
Evolutionstheorie: Ursachen der Stammesgeschichtlichen Entwicklungen
Vögel
Skelett & Muskeln
Vögel sehr leicht gebaut
Hohle Knochen
Röhrenknochen mit inneren Verstrebungen stabilisiert
Flügel = Tragflächen → erfordert stabiler Rumpf
Beckenknochen mit Brurstbein & Rippen fest verwachsen
Gabelbeine & Rabenschnabelbeine versteifen den Rumpf mehr
Flugmuskeln am Brustbeinkamm
Grosser Brustmuskel bewirkt Abschlag der Flügel
Kleiner Brustmuskel hebt Flügel beim Aufschlag
Organe
Geschlossener Blutkreislauf
2 vollständig getrennte Herzhälften
Lungen- & Körperkreislauf
Sauerstoffarmes & -reiches Blut vermischt sich nicht
Lunge sehr leistungsfähig
Blutkreislauf hat hohe Sauerstofftransportleistung
Vögel haben genug Energie für das Fliegen
Fortpflanzung & Entwicklung
Weibchen bilden Eier mit schützender Kalkschale
Aufwendige Brutpflege
Bau eines Nestes vorhin / Bruthöhle
Übertragen Wärme auf die Eier
Manchmal werden Jungvögel weiterhin gewärmt & gefüttert (Nesthocker)
Andere verlassen das Nest, aber sind betreut (Nestflüchter)
Vogelevolution
Longisquama insignis → etwa mausgross
Reptil → jagte Insekten
Kam immer wieder dem See zu nahe und stürzte hinein
→ Fossilien gefunden
Potenzielle Feder auf dem Rücken
Auch als verlängerte Rückenschuppen interpretiert
Haben aber zentrale Schaft mit Rippen
Übergang zwischen Schuppen & Federn
75 Millionen Jahre älter als Archaeopteryx
Noch kein Vogel, aber es könnte dem Urahn aller Vögel nahe gestanden haben
Extrem lange Vorderbeine
Lange Schuppen
Gleitschirmen
Vierflügeliger Dinosaurier in China
Microraptor gui
Federkleid an Gliedmassen & Schwanz
Glitt von Baum zu Baum
Gemeinsame Vorfahren von Microraptor & Vögeln vierflügelig
Fliegen entwickelte sich aus dem Gleiten
Die hinteren Flügel haben sich zurückgebildet
Andere Experten sagen, dass Vögel das Fliegen durch kräftiges Hinterbeinspringen gelernt haben
Archaeopteryx
150 Mia. Jahre alt
In Solnhofen gefunden
“Urvogel”
11 weitere Fossilien
Merkmale der Saurier & Vögel
Brustbein sehr klein
Schwanzwirbelsäule & Armskelett schwer
Hinweise auf hohle Knochen
Schneller Laufvogel (Theorie), der kurze Strecken fliegen konnte
Modell für Dinosaurier→Vögel-Übergang
Brückentier → zwischen zwei verschiedenen Gruppen
a) Reptilienartige Merkmale:
Zähne im Kiefer (keine Schnäbel wie moderne Vögel)
Langer knöcherner Schwanz (kein kurzer Schwanz wie bei Vögeln)
Krallen an den Flügeln (zum Klettern/Greifen)
Bau der Wirbelsäule eher reptilienartig
Kein vollständig ausgebildetes Brustbein (→ schwache Flugmuskulatur)
b) Vogelartige Merkmale:
Federn (inkl. Schwungfedern für Flug)
Flügel statt Vorderbeine
Leichter Knochenbau (teilweise hohle Knochen)
Gabelbein (wichtig für Flugmuskulatur)
Vogelähnlicher Schädelbau (teilweise angepasst)
Entstehung der Evolutionstheorie
Geschichte der klassischen Evolutionstheorie
Linné
Arten von Gott geschaffen & unveränderlich
Fossilien = zufällige Naturprodukte
Ordnung in Ähnlichkeitsgruppen
Cuvier
Artkonstanz
Katastrophentheorie: sie vernichten Lebewesen, Gott erschafft sie dann neu
Begründer der Paläontologie
Lamarck
Organismen haben Vervollkommnungstrieb
Organe durch (Nicht-)Gebrauch verändert
Erworbene Eigenschaften vererbt
Alle Arten verwandt
Goethe
Plan in der Natur → Urform der Pflanze, Idealtier
Arten sind Abweichungen dieser Grundidee
St. Hilaire
Homologienforschung
Gleicher Bauplan bei verschiedenen Tieren → gemeinsame Abstammung
Darwin
Arten veränderlich
Natürliche Selektion
Survival of the fittest
Pasteur
Lebewesen entstehen aus Lebewesen
Widerlegung der Urzeugungshypothese
Lyell
Umwelt in dauernder Umwandlung, kein Produkt der Sintflut
Es wirken heute noch die gleichen geologischen physikalischen Kräfte wie früher (Aktualismus)
Haeckel
Verbreitung der Evolutionstheorie
Stammbäume für Mikroorganismen, Pflanzen & Tiere
Urzeugung am Anfang, Biogenetisches Grundgesetz
Veränderlichkeit der Arten (Lamarck)
Zweifel an Konstanz der Arten wegen Züchtung und Naturbeobachtungen
Jean-Baptiste de Lamarck verglich Muscheln & Schneckengehäusen
Abgestufte Ähnlichkeiten / Übergänge
Stellte die Abstammung von Arten in Ahnenreihen in Form eines Stammbaums dar
Bro invented the Stammbaum
Erste Erklärung für Ablauf einer evolutiven Entwicklung
Beschrieb seine Vorstellung für die Entstehung der Hälse der Giraffen
5 Thesen
Grosse Tier- & Pflanzengruppen sind unabhängig voneinander entstanden
Innerhalb Gruppen gibt es eine Höherentwicklung vom Einfachen zum Komplexen
Veränderungen der Umweltbedingungen verändern den Gebrauch der Organe
Der Gebrauch & Nichtgebrauch + innerer Drang zur Vervollkommnung → individuelle Verbesserung / Verkümmerung von Organen
Erworbene Eigenschaften werden vererbt
Selektion (Darwin)
Charles Darwin & Alfred R. Wallace konnten 50 Jahre später die Artenentstehung schlüssig erklären.
“On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life” → Buch von Darwin → why the fuck is it so long
Vergleich von Haustierrassen, ausgedehnte Forschungsreise
Selektionstheorie
Individuen einer Art stehen in Konkurrenz zueinander
Erfolgreichere Fortpflanzung der besser angepassten Individuen → Veränderung von Arten → Neue Arten
Theorien von Wallace ähnlich
Er dachte, dass alle Tiere erschaffen wurden und sich niemals veränderten
Zweifel: 13 Finkenarten, aber grundsätzlich gleich
Zufall unwahrscheinlich
→ Alle von einer Art abgestammt
Grund: Seltenes Vorkommen anderer Vögel
Finken nur mit ihresgleichen im Existenzkampf
Auf Insekten + Samen angewiesen > Nur auf Insekten angewiesen → Anpassung
Isolation auf verschiedenen Inseln
→ keine Kreuzung mehr → verschiedene Arten entwickelt
Kernpunkte der Selektionstheorie
Überproduktion: Lebewesen einer Art produzieren mehr Nachkommen, als auf Dauer überleben können. Anzahl bleibt aber generell über Generationen konstant
Varietäten: Unterschiede erblich bedingt.
Populationsgrössen: bleiben etwa konstant
Selektion: Varianten konkurrieren um knappe Ressourcen (“struggle for life”)
Die besser angepassten (“Adaptierten”) haben mehr Nachkommen
Darwin: = “Natural selection”
Adaptation: Arten können sich über viele Generationen durch erfolgreichere Fortpflanzung der am besten angepassten Individuen verändern → “Survival of the fittest”
Die besser adaptierten sind zufällig bestimmt und überleben
Lamarcks Theorie, dass durch (Nicht-)Gebrauch der Organe, Veränderungen vererbt werden, konnte nicht nachgewiesen werden
Darwin und Wallaces Theorie bestätigt
Dass heutige Arten von ausgestorbenen abstammen auch belegt
Giraffen
Lamarck
Urgiraffen hatten kurze, gleich lange Hälse
Durch ständiges Strecken → Hals wird länger
Heutige Giraffen
Darwin
Urgiraffen hatten relativ kurze, unterschiedlich lange Hälse
Giraffen mit längeren Hälsen haben Vorteile
Langhälsige Giraffen setzen sich im Laufe der Zeit durch
Herz
Herz sehr gross damit genug Blutdruck
Hals
Männchen kämpfen
Weibchen haben auch lange Hälse weil sie viele Gene mit den Männchen gemeinsam haben
Zusammenarbeit
Ameisen beschützen Flötenakazienbaum vor Schädlingen
Baum gibt Ameisen Schutz & Nahrung (Nektar)
Wenn Giraffen nicht mehr vorhanden sind:
Weniger hohle Dornen
Weniger Nektarproduktion
Nützlichen Bewohner der Dornen weg, weil kein Essen
Die Art, die im Baumstamm lebt, suchte sich immer woanders zu Essen. Sie können jetzt vom Wegzug der anderen Ameisen profitieren
Sie verteidigen den Baum schlechter → weniger aggressiv
Mehr Bockkäfer können kommen → neue Behausungen durchlöchern
Baum geschwächt
Stirbt ab
Giraffen helfen also, den Baum in Stress geraten zu lassen → Mehr Nektarproduktion und hohle Dörner, weil der Baum weiss, dass es den Schutz der Ameisen braucht
Grundschema Evolutionstheorie
Kreislauf:
Ökologische Änderung → Sexualität → Selektionsdruck → Fitnessänderung → benötigt Genetische Änderung (Mutationen, Rekombinationen, Crossingover) → Merkmalsänderung → Anpassung → Ökologische Änderung
Variabilität
Gartenbohnensamen haben verschiedene Grössen
Wenn man welche mit grossen Samen züchten will, kann man immer die grössten Bohnen auswählen, aber das funktioniert nicht immer
Modifikatorische Variabilität
Nachkommen können bei der Auswahl der grössten Bohnen auch kleine und grosse Bohnen sein
Grund: Die Befruchtung findet meist in der geschlossenen Blüte statt → Selbstbefruchtung
→ reine Linien entstehen → Die Bohnen sind genetisch identisch
Vorhandene Unterschiede der Bohnen sind Umweltbedingt
Diese Variation = modifikatorische Variabilität
Genetische Variabilität
Wenn man die Bohnen aus unterschiedlichen Linien unter gleichen Bedingungen stellt, kann die durchschnittliche Grösse unterschiedlich sein
Unterschiede genetisch bedingt → genetische Variabilität
Variabilität in der Natur
Kreuzung Bohnen unterscshiedlicher Linien → Samen unterscheiden sich wegen genetischer & modifikatorischer Variabilität
Beide treten gemeinsam auf → Wie menschliche Körpergrösse
Merkmale, die von mehreren Genen beeinflusst werden verursachen eine Glockenkurve??? bei der Häufigkeitsverteilung
Selektion
Natürliche Selektion: Umwelt liest aus
Sexuelle Selektion: Geschlechtliche Zuchtwahl → Durch Weibchen bestimmt
Galapagos-Inseln → Verschiedene Grundfinkenarten
Grösse, Gefiederfarbe, Schnabelform unterschiedlich
Ernähren sich von unterschiedlich harten Samen
Schnäbel darauf angepasst
Anpassung durch Selektion
Schnabel innerhalb einer Population unterschiedlich
Die Phänotypen konkurrieren um die Nahrungsressourcen
Je besser der Schnabel an die Nahrung angepasst ist, desto erfolgreicher die Individuen
Jungen besser ernährt
Mehr Nachkommen
Mass für Fortpflanzungserfolg: reproduktive Fitness
Über Generationen sind die Lebewesen durch genetisch bedingte Merkmale besser an die Lebensbedingungen angepasst
→ natürliche Selektion
Schnabelgrösse
In nur 22 Jahren verkleinert
1982: Starker El Niño → 2 Weibchen & 3 Männchen vom Grossen Grundfink lassen sich nieder
→ Brüten
Fremdlinge = Konkurrenten zu heimisschen Mittleren Grundfinken
Mittlere Grundfinken haben kleinere & grössere Schnäbel
Grosse → Tribulussamen → Jetzt auch Hauptnahrung der Grossen Grundfinken
Grosse verdrängen Mittlere
2004-2005: Trockenzeit
Wassermangel → Pflanzen bilden keine Samen aus
Finken brüten nicht
→ Bewirkt Selektion
Grosse Grundfinken sterben fast aus, Einheimische machen Schnäbel kleiner
Kleinere Samen als Nahrung → überlebt
Selektionsfaktoren
Verschiedene Faktoren beeinflussen die reproduktive Fitness der Phänotypen
= Selektionsfaktoren
Abiotische Selektionsfaktoren
Einflüsse der unbelebten Natur
Temperatur
Wasserangebot
pH-Wert des Bodens
Stromlinienförmige Körpergestalt der Fische → da sie weniger Energie für die Fortbewegung benötigen
Rudimente
= Im Laufe der Evolution zurückgebildete Organe/Körperglieder/etc., die keine Funktion mehr erfüllen
→ Auf der Inselgruppe der Kerguelen gibt es Insekten mit zurückgebildeten Flügeln
→ Unter bestimmten Bedingungen kann also die Rückbildung sonst positiver Merkmale die reproduktive Fitness erhöhen, wie hier z.B. starke Winde
Biotische Selektionsfaktoren
→ Andere Lebewesen sind die Ursache der Selektion
Fressfeinde
Faktor für Beutetiere
Angepasste Färbung
Unauffälliges Verhalten → erhöht reproduktive Fitness der Tiere
Parasiten
An die Bedingungen im Wirt angepasst
Individuen einer Population konkurrieren miteinander
sexuelle Selektion → Attraktivitätsmerkmale
Selektionstypen
Stabilisierende Selektion
Wenn Bedingungen gleich, ändert sich die Häufigkeit einer Schnabelform in einer Finkenpopulation nicht
Reproduktive Fitness der abweichenden Form geringer
In Randbereichen der Glockenkurve → tiefe reproduktive Fitness
Mutationen einer veränderten Form wirken meist negativ
Durch stabilisierende Selektion eliminiert
→ Selten an Nachkommen weitergegeben
Nachkommen haben aber durch Mutation & Rekombination dieselbe Variabilität als Ausgangspopulation
Transformierende Selektion
Veränderte Umweltbedingungen → hartschalige Samen wichtiger → man braucht kräftige Schnäbel
Verschieden hoher Selektionsdruck steigert reproduktive Fitness → steigert Anteil von kräftigen Schnäbeln
Disruptive Selektion
Manchmal sind tiere mit kleinen/grossen Schnäbeln erfolgreicher als mittlere Varianten → weniger Konkurrenz, weil auf kleine/grosse Samen spezialisiert
Vögel mit mittlerer Schnabelgrösse → tiefere reproduktive Fitness
Die Synthetische Evolutionstheorie
Darwin kannte Genetik nicht wirklich
Ernst Mayr & Theodosius Dobzhansky kombinierten Genetik mit Evolutionstheorie → Erklärten Variabilität durch Mutation & Rekombination
Weiterentwicklung der Darwin’schen Selektionstheorie
Population → Genpool
Population = Individuen einer Art, die sich untereinander fortpflanzen
Individuen besitzen je 2 allele Gene für ein Merkmal
Unterschiedliche Kombination der allelen Gene → verschiedene Phänotypen in Population
Rekombination bei Fortpflanzung → Neue Kombinationen der allelen Gene
Summe aller Allele in einer Population = Genpool
Genfrequenz = Häufigkeit der allelen Gene im Genpool
Rekombination → Neue Genotypen, aber Genfrequenz konstant
Genpool in der Evolution
Genpool verändert sich im Verlauf der Evolution
Zufällige neue Allele durch Migration & Mutationen
Genfrequenzänderung durch Selektion
Wenn ein alleles Gen die reproduktive Fitness des Trägers erhöht, breitet es sich in der Population aus
Das Gegenteil gilt ebenfalls
Selektion kann also die Häufigkeit alleler Gene im Genpool verändern und deren Vielfalt verringern
Evolution einer Art = Dauerhafte Veränderung eines Genpools
Überproduktion von Nachkommen → verminderte Reproduktion bei weniger gut angepassten Individuen führt nicht zu einem Absinken der Populationsgrösse
Änderung der Selektionsbedingungen durch z.B. Klima → Gene, die zuvor selektionsneutral waren, wichtiger
Z.B. Gene, die Tockenresistenz erhöhen
Unter veränderten Bedingungen gibt Selektion der Evolution der Arten eine neue Richtung
→ Angepasstheit der Phänotypen bleibt an die belebte und unbelebte umwelt im Verlauf der Evolution erhalten
Getrennte Genpools, verschiedene Arten
Getrennte Populationen können sich in unterschiedlichen Lebensräumen unabhängig voneinander entwickeln
Zufällige Mutationen & unterschiedliche Selektionsbedingungen → getrennte Genpools
Im Verlauf der Evolution können Unterschiede auftretung, die die Entstehung fruchtbarer Nachkommen der beiden Populationen verhindern
→ Biologischer Artbegriff
Man kann z.B. einheimische Vögel durch Merkmale verschiedenen Arten zuordnen
Morphologischer Artbegriff
Individuen einer Art gleichen sich in wesentlichen Merkmalen
Allopatrische Artbildung
Grünspecht & Grauspecht sehr ähnlich und wohnen in den gleichen Gebieten, aber vermischen sich eigentlich nicht
Wir wissen nicht ob ihre Nachkommen fruchtbar sind
Isolation & Artbildung
Gletscher in Nordeuropa & Alpen
Dort lebende Tiere konnten nur im Süden weiter überleben
Ursprungspopulation → neu 2 Teilpopulationen mit getrennten Genpools
Wenn Mutationen auftraten, verbreiteten sie sich nur in einer dieser Populationen
Wenn es bezüglich der Allele kein Austausch gab zwischen den Teilpopulationen → Isolation
Unterschiede nehmen mit der Zeit zu
Wenn eine Fortpflanzungsbarriere entsteht, hat man getrennte Genpools & getrennte Arten
Isolationsmechanismen
Fortpflanzungsbarrieren haben unterschiedliche Ursachen
Spechtpopulationen waren räumlich getrennt → geografische Isolation
Wenn in geografischer Isolation neue Arten gebildet werden → allopatrische Artbildung
Heute überschneiden sich stark Verbreitungsgebiete, aber Hybride gibt es kaum
Ein anderer Mechanismus als die ursprünglich geografische Isolation muss vorliegen
Genpooltrennung aufrechthalten
Reihe von Isolationsmechanismen
Zilpzalp & Fitis sehr ähnlich, unterscheiden sich im Gesang
Keine zwischenartliche Paarung findet statt → ethologische oder Verhaltensisolation
Andere Vogelarten → Balz findet zu unterschiedlichen Jahreszeiten statt → zeitliche Isolation
Bei manchen Insekten passen die Begattungsorgane nicht → morphologische oder Gestaltisolation
Pferde & Esel lassen sich kreuzen → Nachkommen unfruchtbar
Bei anderen Arten → Embryonen lebensunfähig
Oder Hybriden haben eine geringere reproduktive Fitness
→ Postzygotische Isolationsmechanismen
Art & Unterarten
Ringspezies
Ensatina eschscholtzii
Unterarten = Populationen mit gemeinsamen Merkmalen, die sich von anderen einer Art deutlich unterscheiden
Artbildung der Salamander = Prozess, der unterschiedlich weit fortgeschritten sein kann
Ursprungsform im Norden → 2 Linien von Unterarten
Dazwischen ist Central Valley → sehr trocken
Bei den beiden südlichen Unterarten ist eine Fortpflanzungsbarriere entstanden → durch unterschiedliche evolutive Entwicklung
→ Ringspezies oder manchmal Rassenkreis, der an einer Stelle unterbrochen ist
Artdiagnose
Biologischer Artbegriff
Führt beim Rassenkreis der Salamander zu keiner eindeutigen Aussage
Fraglich on die beiden südlichen Arten verschiedene Arten sind
Morphologischer Artbegriff
Annahme von 6 oder 7 Arten (lol)
Vergleich des Genpools: Ensatina oregonensis = Ausgangsform, die einzelnen Populationen = Unterarten
Kein Genfluss zwischen südlichen Formen → Sie verhalten sich wie zwei Arten
Es ist sinnvoll im Einzelfall immer geeignete Kriterien für die Artdiagnose heranzuziehen
Sympatrische Artbildung
Manche Feuersalamanderweibchen legen ihre Larven in Bächen ab, andere in Tümpeln → Forschung → getrennte Genpools
Ursachen dieser Artbildung ohne geografische Barrieren zwischen den Populationen = ?
Artbildung ohne geografische Isolation
Untersuchter Lebensraum seit 6000 Jahren von Feuersalamandern besiedelt
Sympatrische Artbildung
Experimente führten auf die Spur einer Fortpflanzungsbarriere
Partnerwahl-Versuchen: Bach-Weibchen bevorzugen Bach-Männchen & vice-versa
Gekoppelte Vererbung der Gene für die Merkmale “Laichgewässer” & “Partnerbevorzugung” → getrennte Genpools entstanden
Darin breiten sich Mutationen unabhängig voneinander aus
→ Entstehung neuer phänotypischer Unterschiede
Reproduktive Fitness der reinen Tiere höher als Hybride
Bei Pflanzen werden manchmal bei der Meiose die homologen Chromosomen nicht getrennt
→ Tetraploide Pflanzen können sich mit den Ursprungspflanzen nicht kreuzen
Polyploidisierung → sympatrischen Artbildung ohne geografische Isolation
Adaptive Radiation
Buntbarsche
→ ca. 500 eng verwandte Arten im Viktoriasee
Entstehung der Vielfalt
Vor 14000 Jahren war der See fast völlig ausgetrocknet
Wenige Buntbarsche sind aus benachbarten Seen über Zuflüsse oder als Laich im Gefieder von Vögeln gekommen
In kurzer Zeit sind viele Arten entstanden
Gründerpopulation hatte gute Lebensbedingungen
Genug Nahrung, keine Konkurrenten/Fressfeinde
Anzahl der Tiere stieg rasch an
→ Innerartliche Konkurrenz
Viele Lebensräume: Flachwasser- & Tiefwasserzonen
Sandige Ufer & felsige Bereiche
Im flachen Wasser → viele Algen auf Steinen, Wasserpflanzen
Im tiefen Wasser → Schlamm, Plankton, Muscheln, Krebstiere
Kombination der Umstände ideal für Artenvielfaltbildung
Starke innerartliche Konkurrenz → Selektionsvorteil für Formen, die Spezialisierung aufweisen
Spezialisierung kann zu Isolation einer Population vom übrigen Genpool führen
Unterschiedliche Isolationsmechanismen
→ Nah verwandte Arten in benachbarten Buchten werden räumlich isoliert
→ weil Räuber im Freiwasser zwischen den Buchten einen Genfluss zwischen den Genpools verhinderten
Weitere Möglichkeit = sympatrische Artbildung
Weibchen will sich bei Tageslicht nur mit arteigenen Männchen paaren, bei einfarbigem Kunstlicht war es ihr egal
Unter natürlichen Bedingungen → Reproduktive Isolation durch sexuelle Selektion
Adaptive Radiation
= Entstehung verschiedener spezialisierter Arten aus einer Ursprungsart in einem evolutionsbiologisch sehr kurzen Zeitraum
Voraussetzungen für ihr Auftritt:
Gründerpopulation findet unbeseetzte ökologische Nische → starke Vermehrung der Individuen
Vielgestaltiger Lebensraum erlaubt Ausbildung unterschiedlicher ökologischer Nischen → Weniger Konkurrenzdruck innerhalb Population
Teilpopulationen bilden durch transformierende Selektion Angepasstheiten an die unterschiedlicchen ökologischen Nischen
Fortpflanzungsbarrieren isolieren Teilpopulationen dauerhaft
Vorkommen von adaptiver Radiation
Galapagos-Inseln → Reihe von Finkenarten
Erste Finken zufällig von Südamerika gekommen → Gründerpopulation
Adaptive Radiation → Darwinfinken-Arten
Adaptive Radiation kann auch auftreten, wenn in der Evolution Formen mit neuen Merkmalen entstehen, die einen Selektionsvorteil gegenüber vorhandenen Arten bewirken
Bei Säugetieren zweimal vorgekommen
Erste Radiation → Beuteltiere mit Angepasstheit an ökologische Bedingungen
Plazentatiere = Säugetiere deren Junge sich im Mutterleib weiter entwickeln als bei Beuteltieren
Meistens haben die durch AR entstandenen Plazentatiere die Beuteltiere mit ähnlicher ökologischer Nische verdrängt
In Australien blieb die durch Radiation entstandene Vielfalt der Beuteltiere erhalten → Kängurus/Koalas/etc.
→ Da Planzentatiere sich erst auf der Erde verbreiteten, nachdem sich Australien vom Urkontinent Gondwana getrennt hatte
Gendrift
Manchmal Naturereignis → dramatische Verkleinerung der Population
Für Blattläuse auf Rose = Regenschauer, für Vögel = Seuche
Dezimierung → zufällige Veränderungen des Genpools
Gendrift = Veränderungen in Genfrequenzen, die nicht auf Mutation & Selektion beruhen
Flaschenhalseffekt
In einer Population unterscheiden sich die Individuen
Allele Gene sind die Ursache der Variabilität → Sie bilden den Genpool
Beispiel: 90% einer Ursprungspopulation stirbt (Auswahl zufällig, unabhängig von der Angepasstheit) → Restgenpool könnte aus den allelen Genen A, B & C bestehen.
Die Individuen pflanzen sich fort → Population kann wieder anwachsen
Allele Gene werden durch Keimzellbildung & Paarung zufällig kombiniert (Rekombination)
Vergleich des ursprünglichen Genpools mit dem Genpool der angenommenen Restpopulation zeigt 2 Unterschiede
Der verbleibende Genpool hat weniger allele Gene/Häufigkeit der allelen Gene verändert
Manche allele Gene kommen in der Restpopulation nicht mehr vor (also Phänotypen)
Das verändert die innerartliche Konkurrenz & Selektionsbedingungen
Reduzierte allele Gene → tiefere Überlebenschancen für die Population
→ Flaschenhalseffekt
Je kleiner die Restpopulation, desto stärker wirkt sich der Zufall aus
Alle heutige Geparden stammen von wenigen Vorfahren ab
Gründereffekt
Wenn Tiere einer Population vom Festland auf eine weit entfernte Insel ziehen, kann eine neue Population daraus entstehen
Kein Genfluss mehr
Kleiner Genpool kann sich stark vom Ursprungspool unterscheiden, weil zufällige allele Gene
Häufiger Inzucht zwischen den wenigen Artgenossen
Geringe Variabilität → negativ für Population
Selektion kann auch dazu führen, dass wenige gut angepasste Individuen sich stark vermehren
Homologie & Analogie
Man könnte denken, dass Haie und Delfine verwandt sind
Aber Delfin näher mit Schwein als mit Hai
Ähnlichkeit ≠ Verwandtschaft
Analogie
Bestimmte Umweltbedingungen → Merkmal hat Selektionsvorteil
Z.B. Bodentier → schaufelartige Vorderbeing → Graben → Maulwurd & Maulwurfsgrille → ähnliche Strukturen → Nicht im inneren Bau
Analoge Organe
Ähnliche Lebensweisen führen bei Hai & Delfin zu stromlinienförmigen Körpern
Konvergenz = analoge Körperform
Beruht auf ähnlichen Selektionsbedingungen
Homologie
Vordere Flossenknochen des Delfins ähnlich mit Landwirbeltierextremitäten (Tetrapode)
Wenn Übereinstimmungen bei Merkmalen/Eigenschaften auf Abstammung von gemeinsamen Vorfahren beruhen → Homologie
Kriterien → Analogie (Funktionsähnlichkeit) oder Homologie (Abstammungsähnlichkeit)?
Homologiekriterien (Beispiele wo sie erfüllt sind)
Homologiekriterium der Lage
Vergleichbare Knochen im Skelett der Tetrapoden-Extremitäten sind gleich angeordnet
Wahrscheinlich von einem gemeinsamen Ursprung
Homologiekriterium der spezifischen Qualität
Oberarmknochen bei Tetrapoden → gleicher innerer Bau, auch wenn unterschiedlich geformt
Homologiekriterium der Kontinuität
Paarige Walflossen homolog mit Vordergliedmassen der Landwirbeltiere → Fossilfunde von landlebenden Vorfahren der Wale könnten darüber Auskunft geben
Solche Fossilien gefunden
Zeigen, dass Vorfahren der Wale Gliedmassen hatten → Paarhufern
Jedes Kriterium = Hinweis auf Verwandtschaft
Mehrere Kriterien bestätigt → Ziemlich sicher verwandt
Homologe Organe bei Lebewesen in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen im Verlauf der Evolution abwandelbar
Divergenz = Zunahme der Unterschiede
Merkmale & Verwandtschaft
Kriterien für Homologie & Analogie bei Vergleich anwenden → mehrere Erkenntnisse
Tiere aus verschiedenen Wirbeltiergruppen haben ähnliche Merkmale als Angepasstheit an die Fortbewegung im Wasser konvergent ausgebildet
→ stromlinienförmige Körper, Flossen
Adaptive Radiation im Verlauf der Evolution bei Säugetieren, Vögeln / Saurier
Lebende Fossilien & Brückentiere
Südafrikanische Küste → 1.5m langer unbekannter Fisch
Erkannt durch Vergleich mit Fossilien
Vorher galten die nur fossil bekannten Gattungen als ausgestorben
Quastenflosser mit Lungenfischen zu Fleischflossern zusammengefasst → kleine Gruppe innerhalb der Knochenfische
Quastenflosser
Tiefseefische
Unterscheiden sich kaum von 70 Mio. Jahre bzw. 400 Mio. Jahre alten Fossilien
→ Lebende Fossilien
2 rezente Quastenflosser-Arten → Zur Gattung Latimeria zusammengefasst
Erste landlebende Wirbeltiere
Fleischflossern → Im Skelett der Brust/Bauchflossen gibt es Knochen, die mit dem Schulter-/Beckengürtel verbunden sind
Homolog zu Oberschenkel-/Oberarmknochen der Tetrapoden
Früher Vertreter der Fleischflosser: Eusthenopteron
Vor 385 Mio. Jahren auftretend
Beginn der Entwiklung hin zu landlebenden Tetrapoden
Brückentiere = Lebewesen mit Merkmalen zweier verwandter Gruppen
Fische → Landwirbeltiere
Eusthenoptheron
Flossen, Wirbelsäule & Schädel erinnern an Amphibien
Elle & Speiche erkennbar
Tiktaalik
Vordere Flossen genau wie Arme
Ohr ähnlich
Lunge
Kopf gegenüber Rumpf beweglich
Ichtyostega
Paddelförmige flossen
Sieben Zehen
Ursprünglich galt er als erstes Amphibium, aber ans Wasserleben angepasst
Quastenflosser
Eusthenopteron lebte zu Beginn des Devon
Süsswasser
Kann sich auf Flossenbeinen fortbewegen, von einem Gewässer zum nächsten
Atmet durch Choanen (Nasenöffnungen in Rachenhöhle
Offener Nasen-Rachen: Luft → Fischlunge
Das erste Wirbeltier, das Sauerstoff der Luft direkt entnehmen kann
Kann sich über Trockenperioden retten & in dauerhafte Gewässer flüchten
Kann nicht gut auf dem Land leben, aber es gibt keine Feinde
Erstes echtes Amphibium = Fischschädellurche → Früher als Panzerlurche bezeichnet
Starke Knochenbildungen an Kopf & Brust
Man dachte Quastenflosser wären ausgestorben
Komoren-Quastenflosser Latimeria 1938 gefunden
Lebendes Fossil
Hat Fischlunge in Fettsack verwandelt, da im Tiefsee unnötig
Lungenfische
Devon = Zeitalter der Fische
Längerer Aufenthalt an Land nur mit Atmungsorgane möglich und, wenn sie sich fortbewegen konnten
Muskelflosser
Knochenstrukturen in Flossen
Daraus entwickelten sich Beine
Quastenflosser & Lungenflosser existieren aus dieser Gruppe heute
Es gibt zu beiden fossile Vorfahren aus dem Devon
Ergebnisse von Untersuchungen:
Lungenfische haben 1-2 Lungenflügel
Längere Trockenperioden in Höhlen überlebbar
Lungen = Ursprüngliches Merkmal bei Knochenfischen
Schwimmblase hat sich daraus entwickelt
Mitochondrien-DNA der heutigen Lungenfische: ähnlicher zu Amphibien als Quastenflosser
Flache Kauplatten statt Zähne
Quastenflosser haben Zähne, Amphibien nicht
Hauptprobleme
Sauerstoff
Kann nicht mehr durch Kiemen aufgenommen werden
Muss aus der Luft in den Körper gelangen
Schwerkraft
Auftrieb des Wassers weg
Körpermasse drückt auf die 4 kurzen & seitlich abstehenden Beine
Reibung
Weniger Reibung als im Wasser
Braucht bessere Kontaktsicherung zum Boden
Für Kraftübertragung
Evolution der Tetrapodenextremität
Devon:
Landoberflächeveränderungen
Vulkantätigkeit
Krustenbewegungen
Meeresböden zu Gebirgen gefaltet
Festländer im Meer versunken
Klima trockener
Immer wieder heftiger Regen → schlammige Sümpfe
Die jungen Fische passten sich am besten an → Leben sehr schwierig im Wasser
Karbon:
Mehr Gebirge gebildet → heftig
Meeresboden heben sich im Norden
Grosse Landstriche über Meeresspiegel
Andere Teile sinken → Sümpfe
Wälder an Ufern von Tümpeln & Seen
Sümpfe → viele Amphibien
Klein → wachsen bis zu 5m
Hatten Schwimmfüsse
Körperanpassungen
Verstärkung & Lageveränderung der Brust- & Bauchflossen
Flossenstrahlen → Extremitätenknochen
Zehen für bessere Gewichtsverteilung & Bodenhaftung
Gelenke
Scharnier, um Kopf über Wasser für Luft & Beute zu ragen
Kugel, für Vorwärtsschritte
Hals & Kopfbeweglichkeit
Augen auf Oberseite, um in die Luft sehen zu können
Zähne grösser & am Mundrand für Beute
Schnauze grösser → mehr Luft & Landinsekten fressen
Lunge & massive Rippen
Aussenohr
380-375 Mio. Jahre
Lunge & Schwimmblase
Embryonalstadium: 2 Aussackungen des Vorderarms
Bei manchen Arten Schwimmblase → Verbindung zum Darm bildet sich teilweise zurück
Quastenflosser: Mit Fettzellen gefüllt
Welsen: Schwimmblase → Hilfsorgan des Hörens
Lungenfische: Bleibt als zusätzliches Atemorgan erhalten
Augen
Beute & Gefahren im Wasser weniger sichtbar
Manche Fische haben Spezialisierungen des Sehsinns → Wichtig für späteren Landgang
Vorfahren der Landtiere hatte schnell ihre Augengrösse verdreifacht
Wanderung seitlich → oben
Bevor Flossen → Beine
Fische konnten Wirbellose jagen, die der Wasseroberfläche nah waren (z.B. Insekte)
Geringe Sichtweite → schnelle Reflexe; Ladtiere haben mehr Alternativen
→ planerische Fähigkeiten → Entwicklung komplexer Gehirne
Fragen
haben sich amphibien eher aus vorfahren der lungenfische oder der quastenflosser entwickelt
nehmen sie stellung zur aussage: der besitz von lungen bei heute lebenden lungenfischen ist kein geeigneter beleg für die enge verwandtschaft zu den amphibien