Das Leben der Mondscheinkinder und die Sichelzellkrankheit
Das Leben der "Mondscheinkinder"
Krankheit Xeroderma pigmentosum
- genetisch bedingte Hautkrankheit (extremer Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht)
- Ursache: Mutationen in Reparaturenzymen des Exzisionsreparatursystems → beeinträchtigen die Funktion der ReparaturenzymenFunktion der Reparaturenzyme
- Eine zentrale Rolle der Reparaturenzyme in menschlichen Hautzellen ist Reparatur von DNA-Schäden, die durch ultraviolettes Licht verursacht werden
→ Schäden: Thymin-Dimere, die durch das Abknicken der DNA eine Replikation stören/zu Mutationen führenFolgen der UV-Licht-Exposition
- Bei Kontakt mit UV-Licht entstehen:
- erst Entzündungen
- dann warzenähnliche Gebilde und Tumore (können sich zu Hautkrebs entwickeln)
- Durchschnittliche Lebenserwartung der Betroffenen: ca. 30 Jahre.
→ Mehrheit der Betroffenen sind Kinder: um Sonnenlicht zu entgehen Wechsel von Tag-Nacht-Rythmus → werden als "Mondscheinkinder" bezeichnetAnpassungsstrategien der Betroffenen
- Tagsüber:
- Tragen eines besonderen Helms zum Schutz vor UV-Strahlung
- Handschuhe und dicke Kleidung beim Verlassen des Hauses
- Fenster der Zimmer mit spezieller Folie ausgestattet, um schädliches UV-Licht abzuhalten
- Abends:
- Lebensstil ist nicht anders als bei anderen Menschen, viele fühlen sich dann frei
Die Sichelzellkrankheit und die Malaria
Genetische Grundlage der Sichelzellkrankheit:
- Zwei Genvarianten:
- HbA-Gen (normales Hämoglobin A)
- HbS-Gen (fehlerhaftes Hämoglobin S)
- Mutation führt zu veränderter Proteinstruktur des Hämoglobins.Zusammenhang zwischen Sichelzellkrankheit und Blutbildung:
- Personen mit Sichelzellkrankheit, die das HbS-Gen nur von einem Elternteil erben → besitzen etwa gleiche Anteile von HbS und HbA
- HbS bewirkt, dass Erythrozyten (rote Blutkörperchen) bei Sauerstoffabgabe oder -mangel sichelartige Form annehmenMalaria und ihre Übertragung:
- Krankheit wird ausgelöst durch Plasmodien (=einzellige Parasiten)
- Übertragung auf Menschen erfolgt durch Anopheles-Mücken
- Frühere Annahme: Plasmodien können nicht in Sichelzellen eindringen, was zu einer Resistenz gegen Malaria führen würde.Aktuelle Forschungsergebnisse zur Malaria und Sichelzellträgern:
- Aktuelle Studien widerlegen die alte Hypothese.
- anderer Mechanismus, der zum Schutz der Sichelträger vor lebensgefährlichen Malariafolen führt:
- Immunsystem von Sichelzellträger scheint eine Art Malaria-Toleranz zu haben
- Immunsystem bekämpft zwar die Erreger wie bei Gesunden, jedoch gibt es einen zusätzlichen Mechanismus, der Körper vor entzündlichen Prozessen schützt, die bei einer normalen Malaria-Infektion auftreten können
- kann zu gefährlichen Entzündungen des Gehirns führen