Böhmische Masse und Karpatenvorland
Geologische Einordnung und Topographie der Böhmische Masse
- Die Böhmische Masse, auch als Granit- und Gneishochland bekannt, stellt den geologisch ältesten Teil des österreichischen Staatsgebietes dar.
- Topographisch wird die Region als eine Rumpflandschaft klassifiziert, die durch eine weite, wellige Hochfläche geprägt ist.
- Das allgemeine Höhenniveau dieser Hochfläche bewegt sich in einem Bereich von ca. 400m bis 600m.
Geografische Grenzen und Ausdehnung
- Die räumliche Abgrenzung der Böhmischen Masse ist wie folgt definiert:
- Im Osten: Der Manhartsberg stellt die Grenze dar.
- Im Westen und Norden: Die Region wird durch die Staatsgrenzen zu Deutschland und der Tschechischen Republik limitiert.
- Im Süden: Die Donau bildet weitgehend die südliche Begrenzung.
Ausläufer südlich der Donau
- Es existieren exakt fünf Stellen, an denen die geologischen Strukturen der Böhmischen Masse über die Donau nach Süden hinausreichen:
- Der Sauwald.
- Der Kürnberger Wald.
- Die Neustadtler Platte.
- Der Hiesberg (bekannt durch die Schallaburg).
- Der Dunkelsteiner Wald.
Regionale Gliederung nach Bundesländern
- Das Gebiet der Böhmischen Masse teilt sich auf zwei österreichische Bundesländer auf:
- Niederösterreichischer Anteil: Dieser wird als das Waldviertel bezeichnet.
- Oberösterreichischer Anteil: Dieser wird als das Mühlviertel bezeichnet.
Geologie und Gesteinszusammensetzung
- Im Mühlviertel sowie in Teilen des Waldviertels dominieren Granite.
- Granit setzt sich mineralogisch aus drei Hauptbestandteilen zusammen: Feldspat, Quarz und Glimmer.
- Die Granitvorkommen neigen zu einer spezifischen Verwitterungsform, der sogenannten Wollsackverwitterung oder der Bildung von Wackelsteinen (prominentes Beispiel: die Blockheide bei Gmünd).
- Gneise treten vorwiegend östlich einer gedachten Trennlinie auf, die sich über Kautzen, Zwettl und Ysper erstreckt.
Hydrologische Merkmale und Gewässernetz
- Eine wesentliche Eigenschaft von Granit und Gneisen ist ihre Wasserundurchlässigkeit. Dies führt zur Bildung von:
- Mooren (z. B. das Heidenreichsteiner Moor).
- Flachen Seen.
- Zahlreichen Bächen und Flüssen.
- Das Gewässernetz umfasst die folgenden Flüsse:
- Kamp.
- Krems.
- Große Mühl.
- Feldaist.
- Waldaist.
- Thaya.
- Große und Kleine Rodl.
- Gusen.
- Ysper.
- Zwettl.
- Besonderheiten des Flussverlaufs: Der Kamp und die Thaya zeichnen sich durch die Bildung von ausgeprägten Mäandern (Flussschlingen) aus.
Höchste Erhebungen
- Im Waldviertel: Der Ostrong mit einer Höhe von 1061m.
- Im Mühlviertel: Der Plöckenstein mit einer Höhe von 1379m.
Landwirtschaftliche und Wirtschaftliche Flächennutzung
- Waldviertel: Die Nutzung ist vielfältig und umfasst:
- Heiden und ausgedehnte Wälder (intensive Holzwirtschaft).
- Ackerbau mit Fokus auf Mohn, Flachs und Erdäpfel.
- Spezialisierte Branchen wie die Karpfenzucht.
- Grünlandwirtschaft.
- Mühlviertel: Hier konzentriert sich die Nutzung primär auf:
- Tourismus: In der gesamten Region spielt der sogenannte Alternativtourismus eine zunehmend wichtige Rolle.
Karpatenvorland
- Geografische Definition: Das Karpatenvorland bildet das unmittelbare Vorland zum Gebirgszug der Karpaten.
- Regionale Zuordnung: Es umfasst räumlich das westliche Weinviertel.