Schaufler VOs

Was ist und wozu dient eine STEOP?

  • STEOP = „Studieneingangs- und -orientierungsphase“ (Phase des Studienstarts und -Orientierung)

  • Studienorientierungsphase:

    • Ziel: Herausfinden, ob der gewählte Studiengang passend ist.

    • Fragen:

    • Bin ich hier richtig?

    • Was heißt studieren?

  • Studieneingangsphase:

    • Ziel: Verstehen, was im Studium erwartet wird.

    • Fragen:

    • Wenn ich hier richtig bin, was erwartet mich?

    • In welcher Reihenfolge gehe ich die Inhalte an?

Was ist ein Studienplan?

  • Bologna-Architektur:

    • Struktur von Hochschulabschlüssen: BA (Bachelor), MA (Master), PhD (Doktor).

  • ECTS-Punkte (European Credit Transfer System):

    • Dient der Anerkennung von Studienleistungen im internationalen Kontext.

    • Ermöglicht Studierenden „Punkte mitzunehmen“ (z.B. bei Auslandssemester).

  • BA-Studium Bildungswissenschaft an der Universität Wien:

    • Umfasst 180 ECTS in 6 Semestern.

    • 1 ECTS entspricht 25 Stunden „Workload“.

Wie komme ich zu einer positiven Note?

  • Prüfungsimmanente Lehrveranstaltungen (LVs):

    • Notengebung erfolgt kontinuierlich während des Semesters.

  • Nicht-prüfungsimmanente LVs:

    • Notenvergaben erfolgen nicht im Verlauf des Semesters, sondern auf dich eine Abschlussprüfung.

  • Modulprüfungen:

    • Teilprüfungen, die zu einem Modul gehören.

Zum Wissenschaftscharakter von Pädagogik I

  • Vorverständnis, Vorbegriff, Vorurteil: Unterscheidung zwischen lebensweltlich und wissenschaftlich

    • = Vorformen des Wissens und Denkens, die unser Verständnis prägen, bevor wissenschaftliche Reflexion einsetzt.

    • Lebensweltlich vs. wissenschaftliche Herangehensweise

      • Lebensweltlich bedeutet: die alltägliche, persönliche und subjektive Sichtweise auf die Welt.

        • → basiert auf Erfahrungen, Gewohnheiten, kulturellen Einflüssen.

      • Wissenschaftlich bedeutet: eine systematische, methodische und reflektierte Auseinandersetzung mit einem Thema.

        • → Ziel: Verstehen, Erklären und Begründungen mit Argumenten liefern.

    • Vorurteil – Bedeutung und Wandel

      • Alltäglich (lebensweltlich):

        • „Du hast ja bloß Vorurteile!“ → negativ konnotiert.

        • Etwas, das man vermeiden sollte.

        • Wird mit falschen Annahmen oder mangelnder Offenheit verbunden.

      • Wissenschaftlich:

        • Vorurteile sind notwendige Ausgangspunkte jedes Denkens.

        • Sie leiten das Denken und helfen, Fragestellungen zu entwickeln.

        • Ziel ist nicht, Vorurteile „abzulegen“, sondern sie bewusst zu machen, zu hinterfragen und zu reflektieren.

        • Vorurteile verengen den Blick – wenn man sie erkennt, kann man tiefer in die Sache eindringen.

        • Der Prozess des Hinterfragens ist nie abgeschlossen.

        • Das „Auflösen aller Vorurteile“ wäre unwissenschaftlich, da immer neue entstehen.

        • → Wissenschaftliches Denken = ständiger Prozess der Reflexion von Vorurteilen.

  • Enstehung der Pädagogik als Wissenschaft:

    • 18. Jahrhundert – Zeitalter der Aufklärung

      • Beginn der Pädagogik als eigenständige Wissenschaft („Erziehungskunde“).

      • Ziel: Pädagogik von der Philosophie lösen und zu einer eigenen Disziplin entwickeln.

      • Klassiker der Pädagogik: werden bis heute zitiert und mit modernen Methoden kombiniert.

    • Erster Lehrstuhl in Wien:

      • Vinzenz Eduard Milde– einer der ersten Professoren für Erziehungskunde.

    • In Deutschland:

      • Bedeutende Begründer: Jean-Jacques Rousseau, Johann Friedrich Herbart, Friedrich Schleiermacher.

      • Sie hielten zu Beginn des Faches die ersten pädagogischen Vorlesungen.

    • Schleiermacher (Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher):

      • Erster Professor, der Pädagogik als eigenständige Vorlesung hielt.

      • Eröffnungszitat: „Was man im Allgemeinen unter Erziehung versteht, ist als bekannt vorauszusetzen.“

        • Missverständnis: Wenn man das Wort „Allgemein“ betont, erkennt man: Er wollte nicht das Alltägliche besprechen, sondern einen differenzierten wissenschaftlichen Erziehungsbegriff entwickeln.

  • Lebensweltlich vorgefundene Phänomene:

    • Fragen, die zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung führen: Warum studiere ich Pädagogik und nicht etwa Mechanik?

    • Themenfelder:

      • Erziehung, Bildung, Lehren, Lernen

      • Didaktik, Curriculum

      • Verhältnis von Individuum und Gesellschaft

      • Beratung, Therapie, verwandte Bereiche

Zum Wissenschaftscharakter von Pädagogik II

  • Reflexion des Vorgegebenen vs. Expert*innentum:

  • Perspektivität: Wissenschaftliche Perspektiven

    • Man hat nie den ganzen Gegenstand, nur einen Ausschnitt

    • Wissenschaftbedeutet: Bewusstsein über die eigene Perspektive und Reflexion der eigenen Sichtweise

      • bsp. Ein Baum:

        • Als Künstler: sieht Farben, Formen, Schatten

        • Als Holzfäller: sieht Holzart, Menge, Nutzwert

        • → der selbe Baum, unterschiedliche Wahrnehmung

        • Wissenschaft erkennt Beschränktheit der eigenen Perspektive

    • Intetio recta → intentio obliqua: Abstand nehmen, um etwas neues sehen zu können

      • Gerade Blickrichtung (intentio recta): unreflektiertes Sehen

        • einer Sache mit bestimmer Absicht begegnen

        • man versucht, zu definieren, objektivieren

      • Reflektierte differenzierte Blickweise (intentio obliqua) entsteht durch den „schiefen Blick“: bewusster Reflexionswechsel

        • „einen Schritt zurseite machen“, um neues zu erkennen

        • wenn ich von etwas absehe, kann ich auf etwas neues hinsehen

        • schiefen Blick und schrtt zur Seite machen= Perspektivenwechsel

        • Bsp. Slogan des Kultursenders Arte - „So habe ich das noch nie gesehen“

  • Fragwürdige Selbstverständlichkeit:

    • Alltag: „Das ist doch selbstverständlich“ → keine weitere Begründung nötig

    • Wissenschaft: hinterfragt das selbstverständliche

      • Ist es wirklich selbstverständlich? Warum denke ich so?

      • „So hab ich das noch nie gesehen.“ → wissenschaftliches Denken beginnt

      • Fragt nicht nur „was?“ sondern auch „wie?“ (wie gehe ich an etwas heran? Welche Perspektive habe ich dabei?)

      • Ziel: kritische Durchgringung von Selbstverständlichkeiten

      • Ergebnis: höhere Erkenntnisstufe, auch wenn etwas „selbstverständlich“ bleibt

    • Wittgenstein:

      • Zitat: „Ein philosophisches Problem hat die Form: Ich kenne mich nicht aus.“

      • → das „Nicht-Verstehen“ ist kein Fehler, sondern der Anfang von Erkenntnis (ausgangspunkt wissenschaftlicher Arbeit)

      • Erkenntnis bleibt offen, unvollsändig, weiterführend (Prozess ist immer unabschließbar)

  • Expert*innentum

    • In Medien: Moderator*innen oder Prominente gelten schnell als „Expert*innen“

    • In Sozial- und Humanwissenschaften gilt:

      • Autorität alleine zählt nicht

      • Aussagen müssen begründet, überprüft und reflektiert werden

      • Ziel: eigene Perspektiven erkennen und kritisch prüfen

Zum Wissenschaftscharakter von Pädagogik III

  • Was ist Etymologie?

    • Wissenschaft von der Herkunft und Bedeutungsveränderung von Wörtern → Untersucht:

      • Ursprung, historische Entwicklung und Bedeutungswandel

      • → Wörter können ihre Bewertung ändern (positiv - negativ), bsp:

        • 19. Jh: Hilfsschulen= positiv (Schule zur Unterstützung)

        • Später: negativ (Abwertung, „zweite Klasse“)

        • Umbenennung zu Sonderschule → wieder positiv gemeint, später erneut kritisch (Soll es überhaupt separate Schulen geben?)

  • Begriffsherleitung Kritik

    • Alltag: „du bist aber kritisch“ → oft negativ, als nörgelnd, ablehnend verstanden

    • Wissenschaftlich: Fähigkeit, Unterschiede zu erkennen und zu begründen/ das Eine vom Anderen zu unterscheiden → Vorraussetzung für eine eigene, reflektierte Meinung und wesentliches Merkmal wissenschaftlichen Denkens

      • griechisch: krisis, krinein =unterschieden, trennen

      • lateinisch: differenziare = einen Unterschied machen

      • Kriterium: das Maß an dem man unterscheiden kann.

      • Ziel: immer mehr Kritik herausarbeiten, um differenziert urteilen zu können

  • Begriffsherleitung Hermeneutik:

    • Herkunft

      • aus griechischen Mythologie

      • Hemes= Göttebote, der Botschaften des Zeus überbrachte

      • Neutike (von noein)= erkennen, verstehen

      • Hermaneutik= das Verstehen von Botschaften

      • Ursprünglich Auslegung heiliger Texte

    • Hermeneutisch an etwas herangehen =das eine Bedeutung hat z.B. ein sinnvoller Text/Buch = ein Zufall ist hermeneutisch unrelevant

      • erster Gegenstand der Hermaneutik war Bibel

      • Verstehe ich das, was eigentlich klar ist, richtig?

      • versuchen eien Sinn zu verstehen der schon feststeht

      • ist noch nicht wissenschaftlich

      • wird wissenschaftlich ein Problem, denn es gibt unterschiedliche Bücher und Perspektiven von ein und demselben Gegenstand

    • Wissenschaftlich:

      • Lehre vom Verstehen von Sinn

      • nicht nur Texte, sondern auch Gesten, Handlungen, Zeichen

      • bsp.: Augenzwinker der Mutter bei Kindergartenverabschiedung kann Bedeutung tragen

      • fragt nach dem Sinn hinter dem Offensichtlichen

      • Ziel: Unterscheiden, was wir alltäglich mitdenken und was wissenschaftlich hinzugefügt wird (z.B. Reflexion, Begründung, Perspektive)

Zusammenfassung Begriffserklärung:

  • Vorverständnis / Vorbegriff / Vorurteil

    • Vorformen des Wissens und Denkens, die unser Verständnis prägen, bevor wissenschaftliche Reflexion einsetzt.

  • Lebensweltlich vs. wissenschaftlich

    • Lebensweltlich = alltägliches, subjektives Verständnis.

    • Wissenschaftlich = methodisch, begründet, reflektiert.

  • Intentio recta / Intentio obliqua

    • Philosophische Begriffe: „gerader Blick“ (unreflektiert) vs. „schiefer Blick“ (reflektierter, distanzierter Blick auf den Gegenstand).

  • Fragwürdige Selbstverständlichkeit

    • Etwas, das man nie hinterfragt hat, wird plötzlich fraglich – Beginn wissenschaftlicher Erkenntnis.

  • Hermeneutik

    • Wissenschaft vom Verstehen und Deuten von Sinn (Texte, Zeichen, Handlungen).

  • Skepsis

    • Zweifeln/Das Bestehende anzweifeln/etwas aus einer anderen Perspektive sehen= zurückhaltende Art des wissenschaftlichen Herangehens

  • Reflexion

    • Etwas nicht so stehen lassen, wie man es herausgefunden hat=neue Perspektive

Wann entstand die Pädagogik?

  • Wissenschaftliche Herangehensweise in der Pädagogik

    • wissenschaftlich arbeiten bedeutet, eine kritische Haltung einzunehmen → Dinge hinterfragen

  • Dieter Lenzen (deutscher Erziehungswissenschaftler)

    • „Pädagogik entstand entweder vor Vor 4 Millionen Jahren oder im Jahr 1778“

      • vor 4 Millionen Jahren: menschenähliche Wesen beginnen einander zu schützen, zu pflegen, aufzuziehen, zu füttern, unmittelbare Bedürfnisse zu erfüllen

        • → gilt als weitestmögliche Definition pädagogischer Phänomene

      • 1778 „Institualisierung der Pädagogik“

        • Gründung des ersten Lehrstuhls für Pädagogik (in Deutschland)

        • In Österreich folgte 1806 erster Lehrstuhl unter der Bezeichnung „Erziehungskunde“, besetzt von Vinzenz Eduard Milde

Mögliche Anfänge der Pädagogik

  1. Paideia und das sokratische Denken

  • „Bildung“ stammt aus dem griechischen Wort Paideia und geht auf antikes Griechenland zurück, insb. auf Sokrates und seinen Schüler Platon

  • Platon hielt Gedanken von Lehrer Sokrates schriftlich fest - etwa im „Höhengleichnis“ → beschreibt Weg von der Unwissenheit zur Erkenntnis:

    • Menschen leben zunächst in Höhlen (Unwissenheit), werden ans Licht geführt (Erkenntnis) und kehren zurück, u andere zu befreien

  • In vorsokratischen Zeit spielt Pädagogik noch keine Rolle

  • Ideal der Arete (Fähigkeiten, Fertigkeiten Tugende - also etwas „gutes“ tun) war adeliges Privileg und wurde als angeboren betrachtet

    • → Pädagogische Intentionen in modernen Sinne gab es noch nicht

  • Die Sophisten und Sokrates

    • Sophisten lehrten, dass Tugend erlernbar sei - aber gegen Bezahlung (zogen von Marktplatz zu Marktplatz und unterrichteten vor allem Rhetorik und Sprache)

    • Ihr Einfluss wuchs, bis Sokrates begann ihre Aussagen kritisch zu hinterfragen

    • Sokrates Methode: Zuhören, Fragen stellen, Zweifel äußern - ein dialogisches Denken; seine Haltung: „Ich weiß, dass ich nichs weiß“

      • Er erkannte Grenzen des Wissens an und machte kritisches Denken selbst zum Ausgangspunkt von Bildung

      • → Dieses sokratische Prinzip des „Fragens und Prüfens“ gilt als möglicher Ursprung der Pädagogik

  1. Erster universitärer Bildungskanon: Die Anfänge institutionalisierter Bildung

  • ersten Universitäten entstanden im Mittelalter

    • zunächst nur Rechtswissenschaften, Medizin, Theologie

  • Vorraussetzung war Abschluss der Artistenfakultät, die auf den Septem Arte Liberals (7 freie Künstler)basierte:

    • Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geomerie, Musik, Astronomie

    • → „Septem Arte Liberals“ galten als unversichbares Grundlagenwissen = erste feste Curriculum

    • daraus entwickelte sich dass Konzept des Studiums generale (allgemeine Bildung), die für alle Studierenden verpflichtend war

  1. Aufklärungsdenken (Kant):

  • weiterer Ausgangspunkt pädagogischen Denkens liegt in der Aufklärung (Ende 18. Jh.)

  • Beginn in Frankreich, indem man Legetimitation der Monarchie hinterfragt → Schritt in Richtung rudimentäre Demokratie

  • In Deutschland: Immanuel Kant prägte Epoche mit seiner Schrift „Was ist Aufklärung?“ (1784)

    • Leitsatz: „Sapere aude - Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

    • Kant forderte, sich von der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien, die durch Faulheit und Feigheit entsteht, und sich nicht länger Autoritäten zu unterwerfen → Disziplin entwickeln, seiner Vernunft selbst zu bemächtigen und selbst zu entscheiden

    • Pädagogisch daraus entstehende Leitfrage:

      • „Wie lässt sich Freiheit innerhalb von Zwangsverhältnissen kultivieren?“

Die philosophischen Wurzeln der Pädagogik

Pädagogik als eigenständige Wissenschaft und Kants Betrag

  • Entstehung der Phädagogik als akademische Disziplin

    • 1778 & 1806: Entstehung erster Professuren für Pädagogik in DE

      • zuvor Pädagogik als Teilgebiet der Philosophie (bevor sie sich zu eigenständiger Wissenschaftentwickelt haben wurden pädagogische Fragen philosophisch betrachtet)

  • Immanuel Kant und die Pädagogik

    • war als Professor verpfllichtet, mindestens eine VO zur Pädagogik zu halten

    • betrachtete erzieherische Fragen aus philosophischer und erziehungswissenschaftlicher Perspektive mit dem Ansatz: „sich nicht hinter einer wissenschaft zu verstecken, sondern kritisch und reflektiet zu denken“

  • Die vier Grundfragen der Philosophie nach Kant:

    1. Was kann ich wissen? (Wissen → Erkenntnistheorie)

    2. Was soll ich tun? (Handeln → Ethik)

    3. Was darf ich wissen/hoffen? (Hoffen → Metaphysik/ Transzendenz)

    4. Was ist der Mensch? („Zusammenfassung“ der ersten 3 Fragen)

  • Die 4. Frage steht über allen anderen, weil sie anthropologische Dimension betont

    • Verweis auf Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen) ist für Pädagogik zentral

      • → jedes erzieherische Handeln basiert auf einem bestimmten Menschenbild/ unterschiedliche Menschenbilder führen zu unterschiedlichen pädagogischen Ansätzen, bspw:

        • „Ich muss möglichst viel Informationen in die Köpfe bringen“ → Mensch wird als passiver Empfänger von Wissen verstanden

        • „Ich bereite den Lehrstoff vor, wir diskutieren gemeinsam und fördern selbstständiges Denken“ → Mensch wird als aktives, selbstdenkendes Wesen gesehen

      • anthropologischen Grundannahmen bestimmen, wie Lernen und Bildung gestaltet werden und wie Lehrpersonen ihre pädagogische Rolle verstehen

Anthropologische Grundannahmen

  • Bedeutung des Menschenbildes

    • zentrale Bedeutung für Pädagogik und Lehre

    • bestimmt, wie Lehrende über den Menschen denken → was Lernen, Entwicklung, Erziehung bedeutet

    • pädagogischen Handeln hängt stets davon ab, welches Veständnis vom Menschen einer Lehrperson zugrunde liegt

  • Subjekt – Objekt:

    • Subjekt= Mensch, der erkennt, denkt, handelt

    • Objekt= das, womit sich Subjekt auseinandersetzt (Gegenstand der Erkenntnis/Forschung)

    • Naturwissenschaften: klare Trennung zwischen Subjekt (Beobachtender) und Objekt (Beobachtetes)

      • Spezialfall Humanwissenschaften:

        • Subjekt mach sich selbst zum Objekt seiner Untersuchung (Selbstverhältnis entsteht → Subjekt erforscht sich selbst)

        • führt zur Begrenztheit wissenschaftlicher Erkenntnis, weil mensch nie vollständig über sich selbst verfügen kann → menschliche Seel ist unauslosbar (Grenzen bleben unerreichbar)

  • Personbegriff:

    • Ursprung: griechisches Theater → Schauspieler trugen eine Maske, die ihre Rolle symbolisiert

    • personara (lateinisch) bedeutet: „Maske, durch die hindurch der Klang (die Stimme) geht“

      • → Person folglich nicht eindeutig mit einem best. Menschen verknüpft, sondern beschreibt eine Rolle, die man in best. Kontext einnimt

    • Menschen übernehmen und wechseln im Laufe ihres Lebens versch. Rollen (z.B. Lehrperson, Elternteil, Freund)

      • „Ich bin nicht die Summe meiner Masken, sondern die Differenz zwsch. ihnen“ → das eigentliche Selbst zeigt sich zwsch. den sozialen Rollen, nicht in einer einzelnen davon

      • diese Differenz zeigt Spannung zwsch. sozialer Rolle und individueller Identität

  • Dasein - Existenz

    • Mensch nicht nur ein Seiendes, sondern ein bewusst existierendes Wesen

    • Philosophisch untescheidet man 3 Fragebenen

      • „was ist etwas?“= Wesensfrage

      • „ob etwas überhaupt ist?“= Seinsfrage

      • „wie etwas ist, wenn es ist?“= Existenz- bzw. Daseinsfrage

    • Dasein= bloßes Sein/ Tatsache, dass etwas existiert

    • Existenz= Art und Weise, wie etwas ist/ bewusste, erlebte Sein

    • Bedeutung in der Pädagogik: Bildung und Erziehung betreffen nicht nur das, was der Mensch ist, sondern auch, wie er sein kann und möchte (also seine Möglichkeit, sich selbst zu entfalten)

Erkenntnistheoretische Grundannahmen (Epistemologie)

  • Zentrale Frage: „Was kann ich Wissen?“

    • Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten von Wissen, indem es untersucht:

      • wie entsteht Wissen?

      • welche Grenzen hat & wie sicher ist Wissen?

      • wann gilt etwas als wahr/Wissen?

    • In Pädagogik wichtig, weil Erziehung & Bildung immer auf best. Vorstellungen von Wissen und Wahrheit beruht

  • Pädagogische Relevanz von Wissen

    • Pädagogik beschäftigt sich nicht nur mit Wissensvermittlung, sondern auch mit der Frage, wie Wissen entsteht, hervorgebracht und angewendet wrd

      • Lehrende/Lernende müssen sich bewusst sein, dass Wissen nicht einfach übernommen, sondern kritisch geprüft und reflektiert werden muss

        • → entscheidend: Haltung zum Wissen (wie man damit umgeht, es bewertet und in Handlung umsetzt)

  • Wahrheit: Es stimmt“ – Wahrheit als Übereinstimmung und Richtigkeit

    • Eine Aussage „stimmt“, wenn es Übereinstimmung gibt → nach aktuellen wissenschaftlichen Kriterien begründet und nachvollziehbar

    • Wahrheit als Richtigkeit, nicht „absolute Wahrheit“

    • Anspruch auf Wahrheit

  • Aristoteles: Adäquanztheorie der Wahrheit.

    • Wahrheit= Übereinstimmung zwsch. Denken und Wirklichkeit (es entsteht, wenn Verstand und Vernunft mit dem, was betrachtet wird, übereinstimmen)

    • Übereinstimmung bezieht sich nicht auf die Meinung einer Grupe, sondern auf die innere Übereinstimmung von Wahrnehmung und Verstand

  • Geltung, Letztgültigkeitsanspruch und Falsifizierbarkeit

    • Aussagen/Sätze beanspruchen Geltung, d.h. wer etwas sagt, beansprucht, dass es gilt

    • Immanuel Kant: „Geltung kann nicht geleugnet werden“

      • → selbst wen ein Satz nicht tatsächlich wahr ist, hat er immer Anspruch auf mögliche Geltung

    • letztgültiger Satz= Aussage, die unter allen Umständen wahr ist

      • → in Wissenschaft ist dies nicht erreichbar

    • Karl popper wandet sich gegen Idee absoluter Wahrheiten

      • wissenschaftliche Sätze können nicht endgültig verifiziert, sondern nur falsifiziert werden

      • eine Aussage gilt so lange, bis sie widerlegt (falsifiziert) ist

      • diese Offenheit des Wissens nennt man Geltungshorizont (also den Bereich, innerhalb dessen eine Aussage vorläufig gültig ist)

Bedeutung für Pädagogik

  • Pädagogisches Wissen ist nie absolut, sondern vorläufig und überprüfbar, daher sollten Lehrende/Lernende:

    • Wissen kritisch hinterfragen

    • neue Erkenntnisse zulassen

    • Kontext berücksichtigen, in dem Wissen entsteht

  • Lernen bedeutet folglich nicht, festes wissen anzusammeln, sondern Wissen ständig neu zu prüfen und zu verstehen

    • Diese Haltung ist zentral für Bildung, Wissenschaftlichkeit und reflektiertes pädagogisches Handeln

Ethische Grundannahmen

  • Zentrale Frage: „Was soll ich tun?“

    • In Pädagogik: wie soll ich handeln, erziehen, entscheiden? Was ist gut, richtig, verantwortlich im Umgang mit Menschen? → Handeln immer ethisch begründet und abhängig von meiner eigenen Haltung dazu

  • Verweisungszusammenhang Wissen und Haltung:

    • Alfred Petzelt.

    • Wissen ist nie neutral:

      • wenn ich etwas weiß, habe ich imer eine Haltug dazu

      • Wissen beeinflusst mein Handeln

      • Handeln setzt ethische Haltung vorraus

  • Erster Satz der Grundlegung der Metaphysik der Sitten nach Kant:

    • „Kritik der praktischen Vernunft“ → umfangreiches Werk, jedoch reicht erster Satz für Verständnis: „es gibt überhaupt nichts auf der Welt, was an sich „gut“ genannt werden kann, wenn nicht alleine der gute Wille, der Wille, mit dem Menschen ihre Handlungen intendieren“

    • = Die Absicht, mit der ich handle, macht eine Handlung moralisch gut

  • Freiheit des Willens als Bedingung (Voraussetzung) für verantwortliches Handeln (= nur freie Menschen können verantwortlich handeln)

    • Erziehung setzt lern- und entscheidungsfähige Menschen voraus (nur wer versteht und selbst entschieden kann, kann erzogen werden)

    • Entscheidungsfähigkeit =freier Wille =Vorraussetzung für verantwortliches Handeln

  • Gesinnungsethik vs. Nutzenethik:

    • Unterschiedliche ethische Ansätze/Haltungen, die man einnehmen kann in der Pädagogik

    • Gesinnungsethik: ob eine Handlung gut war oder nicht, hängt davon ab, wie sie gemeint war/was meine Intention war → ob Handlung schief gegangen ist, ist nicht der entscheidende Punkt

    • Nutzenethik: ob eine Handlung gut war, bemisst sich an Ergebnis → Erfolgt entscheidet ob etwas als „gut“ gilt, nicht die Intention

Metaphysische Grundannahmen:

  • zentrale Frage: „Was darf ich hoffen?“

    • laut Kant: Bereich der Transzendenz (alle Erfahrungen, die über sinnliche, erfahrbare Welt hinausgehen → nicht zu messen, zu sehen oder direkt zu beweisen, oft verbunden mit Glauben & Hoffnung)

      • Transzendenz ist Teilbereich der Metaphysik

  • Definition: Metaphysik ist all das, was über die Physik/ physisch messbare Welt hinausreicht (kann nicht empirisch beweisen)

  • Verhältnis von Wissen (Welt der Wissenschaft; Beobachtung, Logik) und Glauben (Welt der Religion; Überzeugung, Hoffnung)

    • Metaphysik behandelt spannungsvolles Zusammenspiel davon

    • Bsp. zu Pädagogik:

      • Konfessioneller Religionsunterricht (Bereich des Glaubens; Schüler*innen werden in ihrem Glauben unterstützt) vs.

      • Religionsunterricht (Bereich des Wissens; vermittlung von Information/Wissen über versch. Religionen, unabhängig von persönlichen Überzeugung der Lehrenden)

Theorie – Praxis – Verhältnis I

  • dieses Verhältnis gilt als ein Grundthema der Pädagogik

  • 2 Möglichkeiten dieses Thema anzugehen:

    • Vorgängige Theorie leitet Praxis:

      • theoretisch vertiefen/ vorbereiten, bevor man mit Praxis beginnt

    • Theorie aus Praxis generiert:

      • man tut/ lehrt/ erzieht (praxis) zuerst, bis irgendwann die Frage auftaucht, ob man es überhaupt richtig macht → Theorie entsteht nachträglich

  • Theorie als Schau, Distanzerfahrung

    • Idee: Theorie bedeutet, Realität zu betrachten, ohne vollständig involviert zu sein

      • bedeutet nicht, eine feste Meinung/ bestimmte Sichtweise zu haben, sondern schlichtes, unvoreingenommenes Schauen

    • Distanzierungserfahrung: Erfahrungen durch Beobachtungen distanziert gewinnen (ohne Teil des Geschehens zu sein)

    • Skepsis als Form der Theorie

      • Art und Weise, wie Skeptiker schauen: beobachten fernab des Geschehens distanziert auf das Alltäglliche

      • Fähigkeit, kritisch zu reflektieren entsteht, weil sie nicht vollständig in Geschehen aufgegangen sind

    • Distanzierungspotenzial von Theorie

      • wenn man sich komplett in eine Tätigkeit vertieft („ich gehe voll in etwas auf“), verliert man die Fähigkeit zur distanzierten Beobachtung → kritische Reflexion kann kaum stattfinden

  • Praxis: Handeln vs. Verhalten

    • Praxis= übergeordneter Begriff für das, was Menschen in ihrem Alltag tun

      • beinhaltet sowohl bewusste Handlungen, als auch sichtbare Verhaltensweisen

    • Handeln

      • Fokus: menschliches Handeln (sinnvolle, intentional motivierte Seite → Motive, Absichten, Bedeutungen,etc.), nicht beobachtbares Verhalten

      • Fragen: was steckt hinter dem Tun? was ist der moralische/ethische Kontext? → interpretieren und reflektieren

      • geeignet für ethische/kritische Analysen, da es Absichten und Bedeutung berücksichtig

    • Verhalten

      • objektivierbarer faktischer Begriff: beobachtbares Handeln wird betrachtet, aber ohne subjektive Interpretation/ Bewertung

      • Ziel: messbare, überprüfbare Beschreibung von sichtbaren Tun

      • erlaubt das herleiten von Prognosen, ABER man verliert alles, was hinter diesem Verhalten steht (oft selbes Verhalten, aber unterschiedliche verborgene Motive/Ursachen, wieso etwas passiert)

      • unbewusste, physische Phänomene können übersehen werden

      • geeigneter für bloßes beschreiben, nicht tiefere Interpretation

Theorie – Praxis – Verhältnis II

  • Primat der Praxis: Die Not zu handeln

    • Idee: Menschen stehen immer vor der Not zu handeln, sie können nicht nicht handeln

    • auch im Nichthandeln hat man eine entscheidung getroffen (bewusst oder unbewusst)→ moralisch immernoch bewertbar

    • Praxis ist folglich unvermeidlich und zentral für menschliches Leben

  • Primat der Theorie: Geltung kann nicht geleugnet werden.

    • Geltungsanspruch: Geltung (Richtigkeit, Begründbarkeit,etc.) kann nicht geleugnet werden

      • → alles gesagte und nicht-gesagte beansprucht, das es gilt: es gibt immer einen Grund etwas zu sagen, oder nicht zu sagen

  • → Spannungsverhältnis: Menschen müssen immer handeln/ist unvermeidbar (Primat der Praxis) und gleichzeitig muss jedes Handeln/Nicht-Handeln gerechtfertigt werden können/ is begründungsbedürftig (Primat der Theorie)

  • Verweisungszusammenhang von Theorie und Praxis:

    • Theorie und Praxis sind ständig miteinander verbunden und existieren/entstehen nicht getrennt:

    • jede Theorie ist in einem praktischen Vollzug (Umsetzung, Handlung, Ausführung) eingebettet/ auf Praxis bezogen

      • Aber: Theorie ist nicht gleich wissenschaftliche Theorie: man kann denken/theoretisieren, ohne dass es wissenschaftlich, systematisch oder empirisch überprüfbar ist (bleibt trotzdem eine Theorie, aber keine wissenschaftliche)

      • → Theorie und Praxis sind jedoch unabhängig davon, ob Theorie wissenschaftlich ist oder nicht, miteinander verbunden

    • Theorie kann ohne Bezug zur Praxis blind machen: Die thrakische Magd (Warnbeispiel zur Veranschaulichung des Verhältnisses)

      • Hintergrund: Philosophen vor vielen Jahren waren jene Personen, die in der Nacht die Sterne gesucht und beobachtet haben (Theorie), um praktische Nutzen (Informationen für Seeefahrer, Landwirte) zu gewinnen

      • Thales von milet: bei nächtlicher Beobachtung fällt er in Brunnen. Reaktion der Magd: „So seht ihr, ihr philosophen. Über das, was weit weg ist, kennt ihr euch aus, aber was unmittelbar vor euch ist, überseht ihr“

        • Bedeutung: philosophen leben in theoreischer Abstrakionen (analyse von Dingen) und übersehen konkretes, unmmittelbares Handeln/alltägliche Realität → auch wenn Theorie spannend ist, bleibt Mensch in Paxis verankert

      • kritischer Ansatz: gleiche ursprünglichkeit von Theorie und Praxis, keines darf vernachlässigt werden

Text 1: „Brumlik"

  • paradigmatisch, also ein Musterbeispiel für:

    • einen wissenschaftlichen Text

    • wissenschaftliches Denken in der Bildungswissenschaft

  • Um Charakteristik zu verstehen, ist das Vergleichen mit anderen Textsorten hilfreich/wichtig.

    • Man versteht die Charakteristik eines wissenschaftlichen Textes besser, wenn man ihn vergleicht/ abgrenzt von anderen Textsorten wie bspw.

      • Möbelaufbauanleitungen (praktisch, keine Begründung)

      • Erzählungen (subjektiv, fiktional)

      • → vgl. wissenschaftliche Texte: argumentativ, begründet, überprüfbar

  • Daraus ergibt sich zentrale Frage: Was sind Kriterien wissenschaftlicher Texte?

Der Autor

  • Micha Brumlik (1947-…):

    • Studium der Pädagogik, Philosophie und Soziologie in Frankfurt.

    • Abschlüsse in Sozialpädagogik und Philosophie.

    • Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Göttingen, Mainz und Hamburg.

    • Professuren in Heidelberg (1981-2000) und Frankfurt (2000-2013).

  • Auseinandersetzung (aufgrund seiner Herkunft) mit Fragen des Judentums und Staats Israel

  • Theorie der Erziehung und Bildung:

    • Bildung - Macht - Gesellschaft

    • Sozialpädagogik: Advocatorische Ethik, die Ethik des Engagements.

Die Quelle

  • Vielzahl an möglichen Quellen (Buch, Online, etc.)

    • Wichtig: kann ich dem Text vertrauen? Ist er wissenschaftlich legitim?

  • Ist der Text sauber wissenschaftlich gerarbeitet?

    • Urheberschaft (Erfinder eines Gedanken/ Theorie/ Text= Besitzer dieses geistigen Eigentums)

    • Zitate

    • Paraphrasen (=Gedanken inhaltlich, aber nicht wörtlich wiedergeben→ muss genauso zitiert werden)

    • Plagiate (=unerlaubtes Übernehmen ohne korrekte Kennzeichnung)

      • umgangssprachlich: Textdiebstahl

  • Zeitschrift für Pädagogik:

    • Erscheint zweimonatlich seit 1955 im Verlag Beltz in Weinheim

    • führende wissenschaftlich anerkannte Zeitschrift im deutschsprachigen Raum → renommiert, peer-reviewed

    • Prominente (wissenschaftliche) Herausgeber: Tenorth, Benner, aktuell: Bellmann.

  • Autorenschaft und Quellen als wichtige Qualitätsmerkmale wissenschaftlicher Texte

Der Text

  • dient als Beispiel für einen wissenschaftlichen Text

  • Inhalt prüfungsrelevant

  • gibt einen ersten Überblick auf die Szenerie der Bildungswissenschaft

  • Titel: „Kultur“ ist das Thema – Pädagogik als kritische Kulturwissenschaft.

Der Kontext

es gibt 2 mögliche systematische Kontexte (Perspektiven/Blickwinkel), in denen wir uns bewegen können im Rahmen eines pädagogisch wissenschaftlichen Textes:

  • Systematischer Kontext: inhaltlich- theoretisch

    • Verständnis von Pädagogik als Kulturwissenschaft

    • Man denkt über Kultur nach, indem man versucht, ein Gegensatzpaar zu finden → Kultur vs. Natur

      • Naturbegriff: zentrale Vorstellung in klassischen pädagogischen Monografien/Theorien

        • man geht davon aus, dass Mensch bestimmte Anlagen besitzen und von Natur aus gut sind

      • vgl. Kultur: nicht selbstverständlich/natürlich, sondern entsteht durch Auseinandersetzung und Gestaltung

    • Möchte man Pädagogik als Kultur verstehen, muss man sich von dem Gedanken absetzen, dass Pädagogik/ Erziehung/ Bildung durch natürliche Einflüsse entsteht

    • weitere Gegensatzpaar: Kultur vs. Barbarei

      • Gegenüberstellung von kultivierten (gepflegten, reflektierten, gebildeten, sozial eingebetteten) Menschen und barbarischen Menschen (ungepflegt, unreflektiert, roh, wild)

      • entweder kann man Einzelindividiuum zusprechen, dass er/sie sich kultiviert mit etwas auseinandersetzt, oder barbarisch (nicht bewusst, kultiviert)

  • Institutioneller Kontext: Entstehung & Veröffentlichung

    • Kongress in Frankfurt unter dem Titel „Bildung- Macht- Gesellschaft“

    • Zeitschrift der Pädagogik hat das zum Anlass genommen, diese Vorträge abzudrucken, wovon Brumliks Text einer davon war

      • Themenschwerpunkt der ZfPäd: Autorenspiegel.

    • Micha Brumlik kam am Ende des Kongresses mit dem Text

Der Text

  • Hintergrund: Gezeitenwende (historischer Wandel in der Pädagogik)

    • Bis in die 70er/80er Jahre gab es in der Pädagogik als Wissenschaft unterschiedliche Anschauungen, wohin diese Wissenschaft führen soll

      • es herrschte die Überzeugung: Irgendwann wird eine Entscheidung fallen und man wird wissen, welche wissenschaftstheoretische Position die „richtig“ ist

    • später: Zweifel, dass Debatte jemals endgültig entscheidbar sein wird → stattdessen „Pluralität“= mehrere Positionen werden nebeneinander stehengelassen/ akzeptiert ohne dem Glauben, es gäbe die eine perfekte Theorie

  • Wissenschaftstheoretische Grundsatzdebatten in den 1970er Jahren:

    • klare Differenz zwischen Wissenschaft und Wissenschaftstheorie

      • es gibt unterschiedliche Wissenschaften (konkrete Forschungen, empirische Arbeiten, Ergebnisse)

      • Wissenschaftstheorie ordnet diese Ansätze ein, reflektiert und beurteilt sie

    • versch. wissenschaften liefern Forschungsergebnisse, die auf Metaebene der Wissenschaftstheorie analysiert werden

      • Metaebene zeigt, dass es versch. Ansätze und Methoden gibt, deshalb akzeptiert man heute Pluralität

    • 2 Hauptperspektiven der Wissenschaftstheorie:

      • erfahrungswissenschaftlich (objektiv; empirische, überprüfbare Ergebnisse; möglicherweise Prognosen über zukünftiges Verhalten eines Phänomens)

      • geisteswissenschaftlich (interpretativ; sinn-orientiert; Ziel: auf Sinn/Bedeutung draufzukommen; Erkenntnis basiert auf Entdeckung des unterstellten Sinns)

Krüger 1977: Über zehn verschiedene Ansätze

Brumliks Text ist kein Ansatz für sich, sondern eine Reflexion über die Vielfalt pädagogischer Wissenschaften.

Es gibt keine einheitlich geschlossene Erziehungswissenschaft, stattdessen existiert ein Pluralismus von Theorien, Methoden, Perspektiven/Ansichten, wobei jede davon auf anderen erkenntnistheoretischen Grundannahmen beruht.

Brumlik greift dafür Krügers Darstellung unterschiedlicher Ansätze auf:

  • Geisteswissenschaftliche Erziehungswissenschaft

    • objektivation des Geistes= Versuch, den menschlichen Geist (geistige Produkte) in einer analysierbaren/ methodisch interpretierbaren Form zu betrachten

    • Ziel: Untersuchung von bspw. Ideen, Gedanken, Texte, um Bedeutung/ Sinn eines bestimmen Gegenstand herausfindet

      • verstehen von Sinn und Bedeutung, nicht messen

  • Empirische Erziehungswissenschaft (oder erfahrungswissenschaftlich)

    • betrifft alles, was man sehen und angreifen kann d.h. faktisch empirisch erfassbare Phänomene (Gegenbewegung zu Geisteswissenschaft)

    • wissenschaftliche Position, die von Verhalten, nicht subjktiven Handeln spricht (Fokus auf überprüfbare Daten)

      • Erklären, Messen, Vorhersagen, Überprüfen

  • Kritische Erziehungswissenschaft

    • nicht als „nörgelnd“ gesehen, sondern als wissenschaftlich differenzierend

    • etwas unterscheiden/trennen können und sichbar machen → Unterschiedungsfähigkeit, um dann Grundlage zu der einen Perspektive und der anderen zu haben und Unterschiede zu analysieren

    • „Kriterium“= Unterschied bzw. unterscheidendes Merkmal zweier Dinge

  • Praxeologische Pädagogik

    • in 2025 eher Randerscheinung, aber damals (1977) hatte es bestimmte Reichweite gehabt

    • Fokus: praktisches Handeln/konkrete Handlungssitutationen von Lehrenden und Lernenden; praktische Umsetzung von Erziehung (nicht nur Theorie)

  • Transzendentalphilosophische Pädagogik

    • beruft sich auf Kant und (orientierung an) seine 4 Leitfragen

    • er hatte keinen Nachfolger, bis zu den Neokanzianer: versuchen, dieses Gedankengut (4 Grundfragen) wieder aufzugreifen

    • Fokus auf Sinnfindung, nicht auf empirische Daten

  • Historisch-materialistische Pädagogik

    • mittlerweile nicht mehr wirklich Thema, damals bedeutender Ansatz

    • „Spielart“ des Marxismus in seinem Einfluss auf Bildungswissenschaft und Pädagogik (Klassenunterschiede, Machtstrukturen, wirschaftliche Einflüsse)

    • Pädagogik als Teil gesellschaftlicher Produktions- und Machtverhältnisse (Bildung reproduziert Klassenstrukturen)

  • Psychoanalytische Pädagogik

    • für Wien charakteristisch

      • geografisch: Freud hat sehr lange in wien gearbeitet/ gewirkt als „Nervenarzt“

      • hat eigene wissenschaftliche Richtung begründet ← diese war sehr umstritten, vorallem wegen der großen Bededeutung, die er Sexualität zuschrieb

      • Abteilung für psychoanalyse über jahrzehnte gewachsen und mit am besten ausgestattet

    • Zentrales Verdienst Freuds istEntdeckung des unbewussten

      • Mensch wird nicht nur von bewussten Motiven/Intentionen geleitet, sondern auch von unbewussten Trieben/ Motiven/ Neigungen die das Handeln beeinfllussen, ohne für Bewusstsein direkt zugänglich zu sein

      • Folgende 3 Wege hat er entdeckt, um das Unbewusste zu erforschen und begründen:

        • Fehlleistungen: Versprecher oder unbeabsichtige Handlungen zeigen unbewusste Motive. Intentionen/ Motive, die wir nicht bewusst wahrnehmen, haben dennoch die Kraft, sich gegeüber dem, was man bewusst sagen wollte, durchzusetzen

        • Gruppe von psychischen Erkrankungen: „Neurosen“, Menschen entwickeln krankheitssymptome die bewusst nicht erklärbar sind, aber unbewsst auf etwas hinweisen können

        • Königsweg zum Unbewussten: Traum. Jeder Mensch träumt, jeder macht Erfahrugen, das man im Traum dinge erlebt, Gefühle fühlt, die vom realen Leben dietral abweichen. „Traumwelt“ in der andere Regeln gelten als im realen Leben

  • Phänomenologische Pädagogik

    • geht begrifflich weit zurück und wird mit Edmund Husserl begründet → Leitspruch: „zu den Sachen selbst“ (Rückbindung an Lebenswelt)

    • Hintergrund: Husserl übernimmt Professur und stellt fest: Philosophen haben sich weit von Lebenswirklichkeit entfernt → bewegen sich in vielen abstrakten Begriffen, aber haben keine Verbindung mehr zum realen Erleben

    • Lösung: neues Konzept „Phänomenologie“ → bis heute wirksam

    • Aufgaben der Phänomenologen:

      • 1. genau darauf achten: „was zeigt sich?“

      • 2. aus phänomenologischer Perspektive Beobachtbares unterschieden/beurteilen:

        • es ist so, wie es sich zeigt (Authentisches Erscheinen)

        • oder es scheint so zu sein,ist es aber nicht (Schein/Täuschung)

  • Systemtheoretische Erziehungswissenschaft

    • Gründer: Niklas Luhamnn

    • Gesellschaft besteht aus verschiedene gesellschaftliche Strukturen = soziale Systeme

      • Erziehung als Teilsystem

    • untersch. Individuen können mehreren sozialen Systemen gleichzeitig zugehören (z.B. der Familie, einem Verein, etc.)

    • Fokus: er untersucht soziale Systeme in ihrer Anschlussfähigkeiten (interaktion/kommunikation sozialer Systeme; bsp. Schule als Erziehungssystem muss Anschluss an Familie/Gesellschaft haben, um Bildungsziele wirksam zu vermitteln)

  • Strukturalistische Ansätze in der Erziehungswissenschaft

    • breites Feld, weil strukturen in verschiedenen Bereichen verstanden werden können (z.B. wirtschaftlich, philosophisch, etc.)

    • untersucht tiefe Strukturen in sozialen Phänomenen, die unser Denken/Handeln prägen

  • Ökologische Ansätze in der Erziehungswissenschaft

    • hat an Bedeutung zugenommen

    • Fragen bezüglich Umwelt, Klimawandel, Nachhaltigkeit etc. → wechselseitige Beziehung zwsch. Individuum und Umwelt

    • ist von gesell. Gesamtrelevanz unübersehbar

      • Erziehung findet nie losgelöst von Umwelt/ Kontext statt, sondern in Ökosystem

  • Feministische Ansätze in der Erziehungswissenschaft

    • hat an Bedeutung stark zugenommen

    • hinterfragt, wie Geschlecht, Macht, Ungleichheit in Bildung und Erziehung strukturiert ist

    • heute andere/ergänzende Diktion → egal in welcher Art und Form muss und soll Thema in wissenschaftlichen Texten thematisiert werden

    • Themenkreis wird ernstgenomen und behandelt

  • Postmoderne Ansätze in der Erziehungswissenschaft

    • hat an bedeutung zugenommen

    • früher: Glaube, dass man mit einer einzigen Erklärung/Theorie alles erklären kann

    • Entwickelte sich aus einem Phänomen der Architektur:

      • zuerst: auf Reinheit des Stils geachtet, aber dann hat man begonnen, versch. Stilelemente zu kombinieren ud vermischen

    • davon abgeleitet wurde die Idee/ Erkenntnis

      • es gibt keine eine große Erklärung

      • mehrer Erklärungen dürfen nebeneinander stehen und kombiniert werden → „Spiel“, damals wurde schon von „Sprachspiel“ gesprochen

König/Zedler 1998

  • Normative Disziplin

  • Empirische Verhaltenswissenschaft

  • Hermeneutische Disziplin

Zwei Teilfragen

  • Inhaltliche Fragen:

    • Was sind die Inhalte und Themen?

  • Methodologische Fragen:

    • Welche Methoden sind angemessen? Achtung: Differenz beachten!

Paradigma der Sozialwissenschaft

  • Psychoanalyse und Ideologiekritik:

    • Emanzipatorisches Ideal.

  • Systemtheorie nach Luhmann:

    • Selbstreferentielle Thematisierungen und Beobachtungen sozialer Systeme.

Was heißt Kulturwissenschaft?

  • Definition:

    • Jäger/Liebsch 2004: Dienen der Selbstverständigung der kulturellen Lebensformen.

    • Hörning 2004: Errichten kein kollektives Sinnsystem, sondern beziehen den praktischen Vollzug der Sinnsysteme ein.

Differenz SoWi - KuWi

  • Kulturwissenschaft:

    • Weniger an Funktionen sozialen Handelns für Institutionen interessiert.

    • Fokussiert auf die Darstellung und Vollziehung von Sinn.

Die pädagogische Begründung der Kulturwissenschaft I

  • Mollenhauer 1983:

    • „Vergessene Zusammenhänge. Über Kultur und Erziehung“

  • Wittgenstein, Augustinus:

    • Aneignung einer Lebensform, Initiation in eine Kultur.

Die pädagogische Begründung der Kulturwissenschaft II

  • Kritische Kulturwissenschaft:

    • Pierre Bourdieu als Kulturwissenschaftler

  • Begriff des Habitus:

    • Einverleibter sozialer Sinn.

Praxis kulturwissenschaftlicher Pädagogik

  • Performanz:

    • Bedeutung von Ritualen und Initiation in die Kultur.

  • Cassirer:

    • Bezeichnung „animal symbolicum“ zur Darstellung des menschlichen Wesens.

Wir haben begonnen mit 3 Einheiten:

  • Wesen des wissenschaftlichen Zugangs,

  • Unterschied zwischen alltäglichem Zugang und wissenschaftlicher Zugang,

  • Bei Biwi wollen immer alle mitreden weil viele Menschen denken sie wissen was zu Erziehung - was wird anders wenn man es wissenschaftlich betrachtet

  • 4 Grundfragen von Kant

  • Brumlik Text-Beispiel dafür wie man in biwi einführen kann

  • Begriffliche Autonomie: Kultur auf der einen Seite und Natur auf der anderen

  • Wir haben Krügers Ansätze besprochen: das was wir letztes mal gemacht haben

  • Diffenzeirung zw Pädagogik als Sozialwissenschaft und als Kulturwissenschaft: machen wir heute

  • 70er und 80er Jahre war es klar dass es verschiede Ansätze gibt (Methoden usw.) Es wurde geglaubt dass durch intensive Forschung ein einziger richtiger und korrekter Ansatz herausgefiltert werden kann. Irgendwann wurde erkannt dass nicht eine These/theorie die richtige ist sondern dass diese parallel existieren und diese sogar vermischt werden -> lexikalischer Pluralismus. Koexistenziell lasst man die Ansätze die nicht falsifiziert werden können nebeneinander stehen.

    • -> daher kommen die vielen Ansätze von krüger, einige davon relevant bis heute (im Tutorium wurde gesagt wir müssen die nicht so genau kennen weil Schaufler noch nie so richtig danach gefragt hat)

  • Brumlik zitiert nicht nur krüger sondern auch „König und Zedler“

    • Sie sagen: bei biwi handelt es sich um eine normative Disziplin: es hat die Vertreter der biwi schon immer interessiert wie manmit normen umgeht

    • Normen in der Pädagogik: alles was regelhaften Charakter hat, wenn es um ein soll geht.

    • Unterschied von soll und muss: Muss= keine Wahl, Soll= die freie Wahl das zu tun was erwartet wird- Handlungsfreiheit und Verantwortung für das handeln

Normative Pädagogik als Norm setzende Pädagogik (????)

  • Im Raum der Pädagogik gibt es immer Normen, regeln und Gesetze

    • Diese sollen nicht ungefragt übernommen und hingenommen werden-> sollen geprüft werden, wird die Norm zu recht erhoben? Gibt es Gegenargumente?

    • Wichtig ist ein normkritischer Zugang

  • Also zwei Zugänge: normsetzend und normkritisch

  • Pädagogik als empirische verhaltenswissenschaft:

    • Versucht in ihrem methodischen Zugang das was faktisch vorhanden ist zu beschreiben zu kategorisieren

  • Pädagogik als hermeneutische Disziplin:

    • Hermeneutisch an etwas herangehen: unterstellen dass es einen Sinn, eine Bedeutung hat -> auf den Sinn draufkommen ist das Ziel. (Nicht nur in texten sondern auch zb.: in zwischenmenschlichen Interaktionen)

Zwei teilfragen:

  • Nach Ideen und Themen

  • Nach Methoden

  • Brumlik trennt zwischen sozial und Kulturwissenschaft

    • Paradigma der Sozialwissenschaft:

    • Psychoanalyse und Ideologie Kritik -> emanzipatorisches ideal

  • Ideologie Kritik: es wird davon ausgegangen dass in Pädagogik immer wieder Ideologien auftreten (Man baut Erziehung auf einem ideal auf)

    • Man muss das Ideal entlarven und hinterfragen

  • Psychonalyse: Freud: bewusste ebenen sind uns zugänglich und unbewusste sind nicht zugänglich-> wenn wir diese Zugängen mach haben wir mehr Möglichkeit unser handeln zu setzten und unsere blinden flecken zu entdecken

    • Beide haben also ein emanzipatorisches ideal -> in beiden fällen haben wir die Möglichkeit der Emanzipation. (Sich aus der hand von etwas lösen, mehr Freiheit in unserem handeln)-

  • Systemtheorie von Luhmann

    • versucht unsere sozialen Systeme zu durchleuchten, wir sind als Individuum in mehrere soziale Systeme eingebunden (wir sind Studenten also in dem System Uni und spielen Fußball also System Fussballverein.

    • Wie könne diese zwei Systeme aneinander anknüpfen, wie ist es in mehreren Systemen zu agieren.

Kulturwissenschaft:

  • Jäger und Liebsch werden von Brumlik zitiert

  • Selbstverständigung in einem bestimmten kulturellen Kontext entwickeln wir Methoden um uns zu verständigen

  • Und Hörning

  • Hab ich nicht verstanden

Differenz von sowi und kuwi

  • Schulklasse, einige haben das sagen, andere werden unterdrückt, einige entscheiden was cool und unccool ist

    • KUWI: weniger an Funktion ds sozialen Handelns interessiert sondern am Sinn (

    • Sowi:

  • Mollenhauer: damals Pädagogik sehr sozialwissenschaftlich geprägt, er hat als einer der ersten den kulturwissenschaftlichen Zugang eingeleitet. -> mit dem text: Vergessene zusammenhänge. Über kultur und Erziehung

  • Wittgenstein: Aneignung einer Lebensform: zb. Sprache

    • Das haben wir auch im Tutorium gemacht. Wir lernen und eigenen uns so die Lebensform unserer Eltern usw an. (Abgleichen mit Mitschrift von gestern (Tutorium) dort macht das mehr Sinn)

  • Initiation in eine kultur:

    • In der Entwicklung von einem Individuum gibt es den Zeitpunkt wo er in die kultur hineingelassen wird. Meist um die zeit der Pubertät

    • Übertritt von Kind zu erwachsenen in die Welt von denen die regeln mitbestimmen und normen aufstellen. Man muss sich dann auchn dementsprechend verhalten

  • Kultur ist etwas was präsentiert wird

  • Kulturwissenschaft = kritische Kulturwissenschaft

  • Kulturwissenschaft ist nicht: etwas übernehmen das schon immer so was sondern dem kritisch gegenüberstehen und ändern wenn notwengig

  • Pierre Bourdeu: Habtitus: einverleibter sozialer Sinn

    • Ein bestimmter sozialer Habitus annehmen ist keine bewusste persönliche Entscheidung. Passiert nicht absichtlich sondern (in eigenen Worten) man wird rein sozialisiert.

    • Es schleicht sich ein, subkutan (??) und allmählich

Performanz (??)

  • Initiation - Rituale

  • Cassirer - animal symbolicum = Begriff Symbol kommt aus dem antiken Griechenland. Damals gab es nur ein Wort für „fremder“ und „Gast“ xenos. Es gab Gastrecht und gastpflicht. Wenn Gast wieder ging wurde ein Ring zerschlagen. 1 Hälfte bekam der Gast und die andere Hälfte bekam der Gastgeber-> um zu überprüfen in der Zukunft ob man sich schon mal gesehen hat_> das zusammenführen hieß symbale-> der Ring wurde zum Symbol dass man sich schon kannt