Zusammenfassung: Literatur des 18. Jahrhunderts

Zeitalter der Aufklärung

  • Definition: Epoche im 18. Jahrhundert, geprägt von Vernunft, Kritik und Säkularisierung.

  • Historische Grundlagen:

    • Fragmentierung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

    • Wirtschaftliche Unterschiede und Ständegesellschaft kontrastieren mit aufstrebendem Bürgertum in Reichsstädten.

    • Aufgeklärter Absolutismus einzelner Herrscher.

    • Französische Revolution (1789) als Wendepunkt.

Kernideen der Aufklärung

  • Philosophie: Ablösung der Theologie durch Philosophie als "Königin der Wissenschaften".

  • Fokus: Verlagerung auf Naturwissenschaften und vernunftgeleitetes Verständnis der Welt.

  • Weltbild: Naturgesetze bestimmen die Weltordnung.

  • Ziel: Wissenschaftliche Erschließung der Welt und Vervollkommnung des Menschen.

  • Methodik: Kritische Prüfung aller Glaubenssätze.

  • Leitthemen: Vernunft, Kritik, Säkularisierung, Verwissenschaftlichung.

Begriffsbestimmungen

  • Etymologie: Aufklärung als "Aufhellung" oder "Deutlichmachung".

  • Metaphorik: Licht/Sonne als Symbol für Vernunft und Wahrheit.

  • Kernaussage: Menschliche Vernunft kann ohne Autorität zur Wahrheit gelangen.

Phasen der deutschen Aufklärung

  • Frühaufklärung (1680-1740):

    • Forderung nach Nationalsprachlichem Schrifttum. Rationalismus.

  • Hochaufklärung/Empfindsamkeit (1740-1770):

    • Literaturtheoretische Debatten und Wertschätzung der Sinnlichkeit. Empirismus, Sensualismus.

  • Spätaufklärung/Sturm und Drang (1770-1800):

    • Nebeneinander verschiedener Kunststile. Kritizismus

Selbstbestimmungen

  • Kants Definition: Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit durch Mut zum eigenen Denken. (Sapere aude!)

Literarische Öffentlichkeit

  • Entstehung eines gebildeten Lesepublikums und neuer Kommunikationsformen (Zeitungen, Zeitschriften).

  • Buchhandlungen, Lesezirkel, Theater, Kaffeehäuser und Salons als wichtige Treffpunkte.

  • Brief als beliebtes Kommunikationsmittel.

  • Schriftsteller emanzipieren sich von Höfen und Mäzenen.

  • Zuwachs von Belletristik, Reiseliteratur und naturwissenschaftlichen Schriften auf dem Buchmarkt.

  • Leipzig als wichtigstes Buchhandelszentrum.