Mittelalterliche Musik und Instrumente

Zeugnisse des Mittelalters in deiner Umgebung (Undenheim & Raum Mainz)

  • Mainzer Dom (St. Martin)

    • Gewaltige romanisch-gotische Kathedrale
    • Bau ab dem 10. Jahrhundert
    • Zentrum kirchlichen Lebens im Mittelalter
  • St. Stephan, Mainz

    • Mittelalterliche Kirche mit romanischem Ursprung
    • Bekannt für die Chagall-Fenster
  • Holzturm & Eisenturm, Mainz

    • Mittelalterliche Stadttore/Wachtürme
    • Teil der alten Stadtbefestigung
  • Altstadt & Reste der Stadtmauer, Mainz

    • Mittelalterlicher Stadtgrundriss
    • Gassen und Mauern
  • Katharinenkirche, Oppenheim (ca. 15 km von Undenheim)

    • Große gotische Hallenkirche
    • Weithin sichtbar
  • Ruine Landskron, Oppenheim

    • Burgruine aus dem Mittelalter, die über der Stadt liegt
  • Eltville am Rhein

    • Kurfürstliche Burg/Wehrturm
    • Enthält mittelalterliche Teile
  • Dorfstrukturen in Undenheim

    • Vor allem alte Höfe
    • Für klar mittelalterliche Monumente lohnt ein Blick nach Mainz/Oppenheim

Musizieren im Mittelalter

  • Wo und zu welchen Anlässen wurde im Mittelalter musiziert?
    • Kirchen & Klöster:
    • Liturgie (Messe, Stundengebet)
    • Vor allem einstimmiger Gesang (z. B. Gregorianik)
    • Höfe/Adel:
    • Minnesang
    • Tanzmusik
    • Feste, Turniere, Einzüge
    • Städte & Märkte:
    • Gaukler/„Spielleute“ spielten auf Plätzen
    • Bei Jahrmärkten, Umzügen
    • Wachtürme & Rathäuser:
    • Signale (Turmbläser)
    • Verkündigungen
    • Wirtshäuser & Badestuben:
    • Unterhaltung im Alltag
    • Universitäten/Klöster:
    • Theorie: Musiklehre/Akustik
    • Praktisches Musizieren

Musikinstrumente des Mittelalters

  • Historische Instrumente mit heutigen Entsprechungen:
    • Trommel → Teil des Schlagzeugs
    • Flöte → Blockflöte/Querflöte
    • Triangel → Triangel (unverändert)
    • Schalmei → Vorläufer von Oboe/Klarinette (Doppelrohrblatt-Klang wie Oboe)
    • Trompete → Trompete (heute mit Ventilen)
    • Harfe → Harfe (weiterentwickelt)
    • Laute → nah verwandt mit Gitarre
    • Dudelsack → Dudelsack (heute v. a. in Folk-Szenen)
    • Psalter (Saitenbrett) → Zither bzw. Hackbrett
    • Portativ (kleine Tragorgel) → kleine Pfeifenorgel; entfernt verwandt in der Spielweise mit Akkordeon

Weitere mittelalterliche Musikinstrumente

  • Fidel
  • Einhandflöte
  • Harte + Psalter
  • Schalmei (Vorläufer der Oboe)
  • Laute
  • Portativ (tragbare Orgel)
  • Pommer (Vorläufer der Trompete)
  • Dudelsack
  • Fanfare

Entwicklung der Notenschrift

  • 800
    • Früheste Verschriftlichung von Noten-Neumen
    • Neuma (lateinisch für "Winkel")
    • Handbewegung des Scholleiters dargestellt
  • Ca. 1000
    • Guido von Arezzo erfindet ein Notensystem
    • System mit 4 farbigen Notenlinien
    • Quadratnotation eingetragen für frühe Mehrstimmigkeit nötig
  • Organum (= frühes mehrstimmiges Vokal- oder Instrumentalstück)
    • Beginnt mit der Prime (gleicher Ton wie Melodie)
    • Verlauf sollte meistens in Gegenbewegung sein
    • Einige Quart- und Quintparallel; eher keine Terzen und Sexten
    • Endet auf der Quinte

Intervallübersicht

  • Beispiel aufwärts

  • Beispiel abwärts

  • Stammton-Intervall: Stammöne zählen, (1. Ton wird mitgezählt)

  • Genau Intervallangabe in Halbtonschritten

  • Definitionen für Intervalle:

    • Prime: 0
    • Kleine Sekunde: 1
    • Große Sekunde: 2
    • Kleine Terz: 3
    • Große Terz: 4
    • Quarte: 5
    • Quinte: 7
    • Kleine Sexte: 8
    • Große Sexte: 9
    • Kleine Septime: 10
    • Große Septime: 11
    • Oktave: 12
    • Kleine None: 13
    • Große None: 14
  • Reine und unveränderte Intervalle:

    • Prime, Quarte, Quinte und Oktave
  • Übermäßige Intervalle:

    • Ergeben sich, wenn ein reines oder großes Intervall um einen Halbtonschritt größer ist als das ursprüngliche Intervall
  • Verminderte Intervalle:

    • Entstehen, wenn ein reines oder kleines Intervall um einen Halbtonschritt kleiner ist

Notre-Dame-Epoche (12. - 13. Jahrhundert)

  • Zeitalter der Gotik:
  • An der Kathedrale Notre Dame in Paris wirkten die Komponisten Leonin und Perotin mit großem Erfolg
  • Stück: Viderunt omnes / Graduale des 1. Weihnachtstages
    • Perotin hat den cf. (cantus firmus) dieses gregorianischen Chorals als neue Organum-Form in zwei Abschnitten
    • Organum-Stil: Über den cantus firmus, der langgezogene, orgelpunktartige Töne hat, schwingen drei Oberstimmen im dreier Takt
    • Diskantus-Stil: Der cf. in der untersten Stimme passt sich den Oberstimmen an und bewegt sich schneller voran; z. B. Tonwechsel pro Takt.