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Einführung in die Geschichte der deutschen Sprache
- Die Geschichte der deutschen Sprache wird untersucht, wobei insbesondere die Veränderungen und ihre Erklärungen über Zeit hinweg im Fokus stehen.
- Datum: 02.10.2025 - Donnerstag
- Gebiets- und Dialektinformationen:
- Niederschlesisch: z. B. "Kucha" = "Kuchen"
- Oberschlesisch:
Sprachgeschichte
- Sprachgeschichte bezieht sich auf die Darstellung der Sprache und erklärt sprachliche Veränderungen über die Zeit unter Berücksichtigung äußerer Faktoren, einschließlich:
- Politische Geschichte
- Kulturelle Einflüsse
- Sprachkontakte
- Gesellschaftlicher Wandel
- Territoriale Veränderungen
Historische Grammatik
- Beschreibt die einzelnen Sprachstufen (z. B. Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch) und stellt die entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhänge dar.
- Zerfällt in mehrere Bereiche:
- Historische Lautlehre
- Phonetik und Phonologie
- Historische Morphologie
- Formenlehre
- Historische Wortbildungslehre
- Historische Satzlehre
- Syntax
- Historische Lexikologie: untersucht Wortschatzentwicklungen, Semantik (Bedeutung), Etymologie (Herkunft von Wörtern), Stilistik (sprachliche Ausdrucksmittel)
Sprachwandel
- Der Prozess der Veränderung von Sprachelementen im Zeitverlauf geschieht auf allen Sprachebenen (Phonologie, Morphologie, Syntax).
- Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Sprachebenen sind vorhanden (reziproke Beziehungen).
Lautwandel
- Besonders fokusiert auf Veränderungen im Lautsystem einer Sprache aus historischer Sicht.
- Arten des Lautwandels:
- Spontaner Lautwandel: Die Ursache ist unbekannt.
- Kombinatorischer Lautwandel: Durch benachbarte Laute bedingt (z. B.: Assimilation).
- Akzentbedingter Lautwandel: Veränderungen verursacht durch Akzent (z. B.: Ablaut).
- Stellungsbedingter Lautwandel: Okkasionale Veränderungen von an- und auslautenden Konsonanten (z. B.: Auslautverhärtung).
Formen des Lautwandels
- Vokale:
- Quantitative Art (Dehnung, Kürzung)
- Qualitative Art (Assimilation, Dissimilation)
- Im Wort:
- Metathese: Stellungsänderung (beispielsweise "brennen" → "Bernstein")
- Synärese/ Kontraktion/ Zusammenziehung: Zusammenziehen zweier Vokale.
- Aphärese, Synkope, Apokope: verschiedene Ausfälle von Lauten.
- Lautzuwachs, wie Sprossvokal, Gleitkonsonant, Stützkonsonant.
Lautwandel bei Vokalen und Konsonanten
- Assimilation:
- Grad: totale und partielle Assimilation
- Stellung der Laute: Kontakt- vs. Fernassimilation
- Assimilationsrichtung: progressive vs. regressive Assimilation.
- Dissimilation:
- Wenn gleiche Laute unterschiedlich werden, z. B. l - l > n - l (Kliuwel > Knäuel).
- Monophthongierung:
- Verschmelzung zweier Vokale (beispielsweise "guot" → "gut").
- Diphtongierung:
- Spaltung eines Diphtongs (beispielsweise "mīn" [l] → "mein").
Sprachbau
Synthetischer Sprachbau
- Ein Sprachbau, bei dem die grammatische Funktion eines Wortes durch Flexion kenntlich gemacht wird; neue Wörter werden synthetisiert.
Analytischer Sprachbau
- Ein Sprachbau, bei dem die grammatische Funktion durch unabhängige Einzelwörter verdeutlicht wird (z. B. Chinesisch).
Germanische Sprachen
- Kategorisierung:
- Westgermanisch: Deutsch, Englisch, Niederländisch, Afrikaans, Jiddisch, Friesisch.
- Nordgermanisch: Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Isländisch, Färöisch.
- Ostgermanisch: Vandalen, Burgunder, Goten (alle ausgestorben).
Gotisch
- Die älteste schriftlich überlieferte germanische Sprache; wichtige Informationen über den Bau altgermanischer Sprachen.
- Merkmale, die bei späteren germanischen Sprachen nicht vorkommen, wie Reduplikation und Dual.
Indoeuropäisch
Allgemeine Charakteristika
- Die indoeuropäische Sprache ist flektierend mit einem komplexen Bestand an Flexionsformen, insbesondere bei Nomen und Verben:
- Nomen: drei Genera, acht Kasus.
- Verb: 3 Personen, 6 synthetische Tempora, 4 Modi, 3 Numeri.
Akzent
- Der Akzent in indoeuropäischen Sprachen ist frei und jede Silbe kann, unter bestimmten Bedingungen, betont werden.
- Es gibt zwei Arten von Akzent:
- Dynamischer Akzent (verstärkter Atemdruck)
- Musikalischer Akzent (größere Tonhöhe).
Hypothesen zur Herausbildung indoeuropäischer Sprachen
- Wellentheorie: von Johannes Schmidt.
- Stammbaumtheorie: von August Schleicher.
- Entfaltungstheorie: von Otto Höfler.
Geschichte des Deutschen
- Die schriftliche Überlieferung des Deutschen beginnt im 8. Jh.
- Einteilung nach sprachlichen Kriterien:
- Althochdeutsch: 750 - 1050
- Mittelhochdeutsch: 1050 - 1350
- Frühneuhochdeutsch: 1350 - 1650
- Neuhochdeutsch: 1650 bis heute.
Begriff "Deutsch"
- Entstehung des Ausdrucks "teudisca lingua" als Volkssprache.
- Die Entwicklung des Begriffs "diutisk" und seines Ursprunges in der lateinischen Sprache (theodiscus).
Althochdeutsch
- Althochdeutsch ist kein einheitliches Deutsch, sondern stellt verschiedene territorial bedingte Mundarten dar.
- Charakteristische Veränderungen:
- 2. Lautverschiebung
- Umlaut.
Mittelhochdeutsch (von 1050 bis 1170)
- Einführung neuer Sprachformen und Vereinfachungen, wie Abschwächung der Vokale in Endsilben.
- Geographische Gliederung in Hochdeutsch und Niederdeutsch, bedingt durch die zweite Lautverschiebung.
Sprachliche Neuerungen im Mittelhochdeutsch
- Fortsetzung des i-Umlauts usw.
- Entstehung und Entwicklung neuer Phoneme, insbesondere der stimmlosen und stimmhaften Laute.
Neuhochdeutsch
- Der Weg zur einheitlichen Orthographie und die verschiedenen Prinzipien zur Vereinheitlichung.
- Wichtige Ereignisse wie die Orthographischen Konferenzen von 1876 und 1901.
- Entwicklung einer einheitlichen Schriftsprache auf ostmitteldeutscher Grundlage durch die Buchdrucker und die Einflüsse von Martin Luther.
Fazit
- Die deutsche Sprache entwickelt sich stetig und weist eine Vielzahl an historischen, individuellen und regionalen Einflüssen auf, die in der heutigen Sprache sichtbar sind.