Lernzusammenfassung: Elektrische Felder und Kondensatoren
1. Elektrisches Feld
Definition: Ein elektrisches Feld ist der Raum um einen elektrisch geladenen Körper oder zwischen zwei unterschiedlich geladenen Körpern, in dem elektrische Kräfte wirken.
Entstehung: Ein elektrisches Feld entsteht durch elektrische Ladungen oder durch eine elektrische Spannung zwischen zwei Punkten.
1.1 Feldstärke (E)
Definition: Die elektrische Feldstärke beschreibt, wie stark ein elektrisches Feld ist.
Formel:E=dU
$E$ = Feldstärke (Volt pro Meter, V/m)
$U$ = Spannung (Volt)
$d$ = Abstand zwischen den Platten (Meter)
Verhalten der Feldstärke:
Wenn der Abstand kleiner wird, wird die Feldstärke größer, da E=dU.
1.2 Feldlinien
Richtung: Elektrische Feldlinien verlaufen immer von positiv (+) nach negativ (-).
Dichte der Feldlinien: Je dichter die Feldlinien sind, desto stärker ist das elektrische Feld.
Homogenes Feld: Im Fall von zwei parallelen Platten handelt es sich um ein homogenes Feld, wobei die Feldlinien parallel und gleichmäßig verteilt verlaufen.
2. Elektrische Ladung
Definition: Elektrische Ladung ist eine physikalische Eigenschaft von Teilchen.
Positive und negative Ladungen sind vorhanden.
Einheit: Coulomb (C)
Verhalten von Ladungen:
Gleiche Ladungen stoßen sich ab.
Unterschiedliche Ladungen ziehen sich an.
3. Kondensator
Definition: Ein Kondensator ist ein elektrisches Bauteil, das elektrische Ladung und Energie in einem elektrischen Feld speichern kann.
Aufbau: Ein Kondensator besteht aus:
Zwei leitenden Platten (Elektroden)
Einem Isolator dazwischen (Dielektrikum)
Dielektrikum: Ein Dielektrikum ist ein nicht leitendes Material zwischen den Kondensatorplatten, z. B. Luft, Kunststoff, Keramik, Papier. Es erhöht die Kapazität des Kondensators.
4. Kapazität
Definition: Kapazität beschreibt, wie viel elektrische Ladung ein Kondensator speichern kann.
Formel:C=UQ
$C$ = Kapazität (Farad, F)
$Q$ = Ladung (Coulomb, C)
$U$ = Spannung (Volt, V)
Einheit: Farad (F)
Häufige Untereinheiten der Kapazität:
1mF=10−3F
1µF=10−6F
1nF=10−9F
1pF=10−12F
5. Laden eines Kondensators
Prozess beim Laden:
Elektronen sammeln sich auf einer Platte (negativ).
Auf der anderen Platte entsteht ein Elektronenmangel (positiv).
Zwischen den Platten entsteht ein elektrisches Feld.
Stromverlauf beim Laden:
Am Anfang: Strom hoch
Mit der Zeit: Strom sinkt
Am Ende: Strom = 0
6. Entladen eines Kondensators
Prozess beim Entladen: Die gespeicherte elektrische Energie fließt zurück in den Stromkreis.
7. Energie im Kondensator
Definition: Der Kondensator speichert elektrische Energie im elektrischen Feld.
Formel der gespeicherten Energie:W=21CU2
$W$ = Energie (Joule, J)
$C$ = Kapazität (F)
$U$ = Spannung (V)
8. Einfluss auf die Kapazität
Abhängigkeiten:
Fläche der Platten (A)
Abstand der Platten (d)
Dielektrikum zwischen den Platten
Veränderung der Kapazität:
Wenn die Plattenfläche größer wird, wird die Kapazität größer.
Wenn der Plattenabstand kleiner wird, wird die Kapazität größer.
9. Anwendungen von Kondensatoren
Verwendungszwecke:
Energiespeicherung
Glätten von Spannungen (Netzteile)
Filter in Elektronik
Motoranlaufkondensatoren
Blitzgeräte
10. Wichtige Prüfungsmerksätze
Zusammenhänge im elektrischen Feld:
E=dU
Wichtigste Formel beim Kondensator:
C=UQ
Energie im Kondensator:
W=21CU2
11. Schaltungen von Kondensatoren
11.1 Parallelschaltung
Formel zur Berechnung:
C<em>z=C</em>1+C<em>2+C</em>3+…
Merke: Die Gesamtkapazität ist gleich der Summe der Einzelkapazitäten.
11.2 Serieschaltung
Formel zur Berechnung:
C<em>z1=C</em>11+C<em>21+C</em>31+…
Merke: Der Kehrwert der Gesamtkapazität ist gleich der Summe der Kehrwerte der Einzelkapazitäten.
11.3 Spezialfälle der Serieschaltung
Die Kapazitäten der Kondensatoren sind gleich groß (C₁ = C₂ = C₃).
Zwei Kondensatoren C₁ und C₂.
12. Beispiele von Schaltungen und Berechnungen
Gegeben: Zwei Kondensatoren mit Kapazitäten $C{1} = 680 nF$ und $C{2} = 0,33 µF$ unter einer Spannung von $100 V$.
Berechne:
a) Gesamtkapazität $C$ für Serie- und Parallelschaltung
b) Gesamtladung $Q$ für Serie- und Parallelschaltung
c) Spannung $U_z$ über dem Kondensator bei der Serieschaltung.
Gemischte Schaltungen: Kombinationen von Serie- und Parallelschaltung. Berechne: