Entwicklungs-Neurobiologie – Zusammenfassung
Entwicklungs-Neurobiologie
Induktion und Neurogenese
- Themen:
- Induktion und Neurogenese.
- Axogenese und Pathfinding.
- Diversität wird während der Entwicklung festgelegt.
- Schnitt durch das Rückenmark (RM): Sehr dicht gepackt, viele verschiedene Arten von Zellkörpern.
Induktion des Nervensystems
- Keimblätter:
- Ektoderm: zukünftige Epidermis + Nervensystem (Ekto=außen).
- Mesoderm: "organizer" und Muskel (Meso=Mitte).
- Endoderm: (Endo=innen).
- Neuronales Gewebeentstehung:
- Blastula-Stadium.
- Blastoporenlippe.
- Frühes Entwicklungsstadium.
- Haut: Sehr wichtig für die Bildung des NS.
- Gastrulation:
- Einstülpungsprozess.
- Am Ende der Gastrulation sieht man beim Embryo nur noch das Ektoderm.
Rolle des Gewebes bei der Induktion des Nervensystems
- **Transplantationsexperiment (Mangold und Spemann):
** * Organizer-Region: Region im Embryo direkt über der Blastoporenlippe.
- Transplantation von Donorembryo in Empfängerembryo (ventrale Seite).
- Transplantation des Organizers bewirkt die Entstehung einer zweiten embryonalen Achse (Neural Plate).
- Insertion ist nur möglich, wenn die Organizer-Region insertiert wird.
Induktion durch Transplantation
- Die Transplantation eines sehr kleinen Teils eines Embryos ist in der Lage, ein fast perfektes Nervensystem zu induzieren (INDUKTION).
- Zweite embryonale Achse entsteht aus Empfängergewebe (pigmentiert), außer Notochord: besteht aus Donorzellen.
- Der implantierte Teil gibt ein Signal zur Entwicklung des Nervensystems.
Moleküle verantwortlich für die Induktion neuronalen Gewebes
- Chick "organizer" = Hensen's node = Signalzentrum
- Kriterien für in vivo Induktion:
- Genügend, um als einzelnes Molekül neuronales Gewebe induzieren zu können.
- In vivo Expression in der Region von Hensen's node.
Rezeptoren und Liganden
- Rezeptoren: TGF beta Rezeptoren - zytoplasmatischer Thr/Ser Kinase Aktivität.
- Aktivierende Liganden: TGFbeta (Transforming Growth Factor Family): z.B. Aktivin, BMPs (Bone Morphogenetic Proteins) etc.
- Inhibitoren für TGFbeta Liganden: Noggin, Follistatin, Chordin.
- TGFbeta Proteine, BMPs
- TGFbeta Inhibitoren: Noggin, Follistatin, Chordin neutralisieren vorhandene TGFbeta Proteine, BMPs.
- Epidermis/Haut: Rezeptor wird NICHT aktiviert.
- Neuronales Gewebe: Rezeptor wird aktiviert
- Sekretierte INHIBITOREN für TGFbeta Liganden: Noggin, Follistatin, Chordin Expression in Signalzentrum Chordin mRNA.
Neurulation
- Einstülpung, sodass das NS getrennt wird.
- Spina bifida: Wenn dieser Prozess gestört ist und das RM offen ist.
- Prozess:
- Neural folds.
- Neural tube.
- MHP (floor plate).
- Epidermis.
- Neural crest.
- Notochord.
Anterior-Posteriore Musterbildung im Nervensystem
- Patterning "Fate Map" während des Stadiums der Neuralplatte.
- Methode: Zellmarkierung mittels Farbstoff -> wo sind diese Zellen später zu finden?
- Amphibien
- Hühnchen
- Rückenmark
- M: Mesencephalon (Mittelhirn)
- r1- r8: Rhombomere; Hindbrain
- SC: Spinal Cord (Rückenmark)
- N: Notochord (mesodermalen Ursprungs)
- Prosencephalon
- D: Diencephalon
- T: Telencephalon
- Anterior
- P Posterior
- Frontalbereich, Cortex
Signalquellen
- Sonic hedgehog (shh): Notochord und Floorplate
- Wnt1
- Fibroblast growth factor 8 (FGF8): mid-hindbrain junction
- Patterning durch Signalquellen, sekretierte Signale.
- Alle Signale zusammen geben dem Embryo die Identität = GPS für das NS
Rhombomere und Hox-Gene
- Rhombomere (1-7) im Hindbrain weisen scharfe anterior-posterior Grenzen in Genexpression auf.
- Patterning durch Hox-Transkriptionsfaktoren.
- Anhand des Musters der Genexpression ist es möglich, das Rhombomer vorherzusagen.
- Regionalisierung durch "Segmentation".
- Kolinearität der Hox-Gene & Konservierung über Spezies.
- In Drosophila nur ein Hox-gen cluster.
- In Maus mehrere.
Zelladhäsion in Rhombomeren
- Grenzenbildung in Rhombomeren durch Zelladhäsionsmoleküle.
- Zellen in verschiedenen Rhombomeren weisen verschiedene Affinität bezüglich Zelladhäsion zueinander auf (in vitro).
Segmentale Innervation der Muskulatur
- Thorakaler Bereich: Innervation der axialen Muskulatur (Körperhaltung!).
- Brachialer/Lumbarer Bereich: Innervation der Extremitäten: braucht mehr und spezialisierte Motoneuronen.
- LMC: Lateral Motor Column; innerviert Muskulatur der Extremitäten.
- MMC: Medial Motor Column; innerviert axiale Muskulatur.
Dorsal-Ventrale Musterbildung im Nervensystem
- Embryonale Strukturen während der Neuralrohrbildung:
- N: Notochord -> ventral, mesodermal, Signalquelle.
- F: Floorplate (Bodenplatte) -> direkt dorsal von Notochord, Signalquelle.
- R: Roofplate (Dachplatte) -> dorsal, Signalquelle.
- S: Somiten -> Mesoderm -> Muskeln.
- Ventrale Quelle: Sonic Hedgehog (shh)
- Dorsale Quelle: Bone morphogenetic proteins (BMPs)
- Musterbildung vor Neurogenese.
- Motoneuronen (MN).
- Interneuronen (V).
Notochord und Motoneuronen
- Notochord + Floorplate (Bodenplatte) sind für die Motoneuronengeneration verantwortlich.
- Normal: 1 Notochord -> Motoneuronen symmetrisch und ventral.
- Zusätzliche Notochord: -> ektopische Motoneuronen dorsal im gleichen Abstand zu N'.
- Keine Notochord: -> keine Motoneuronen.
- Die Notochord exprimiert Shh (Sonic Hedgehog).
Morphogene
- Ein Morphogen ist ein diffundierbares Signal, welches in verschiedenen Abständen von der Signalquelle die Beeinflussung zu verschiedenen Zelltypen (cell fates) bewirken kann (Schwellenwerte der Konzentration).
- Bestimmte Konzentration des Morphogens ergibt bestimmte Zellidentität (Morphogengradient).
- Wirkungsweise eines Morphogens: Morphogen-Quelle.
- Sonic Hedgehog (shh) ist ein Morphogen für Zelltypen des ventralen Rückenmarks.
- Verschiedene Zelltypen werden durch verschiedene Shh Konzentrationen induziert.
- Transkriptionsfaktoren markieren verschiedene Zelltypen im ventralen Rückenmark.
- In vitro Induktions-assay.
- Unterschiedliche Konzentrationen von Shh können in einem naiven Explantat die Induktion von verschiedenen neuronalen Typen bewirken.
- 4nM shh -> V3 Interneuronen
- 3nM shh -> Motoneuronen
- 2nM shh -> V2 Interneuronen
Musterbildung im Gehirn
- Musterbildung im Gehirn verläuft nach ähnlichen Prinzipien wie im Rückenmark.
- Auch das Gehirn wird schon während der frühen Embryonalentwicklung mittels Signalquellen regionalisiert.
- Signalquellen im Embryonalen Gehirn: FGF8, Wnt3a.
- Generelle Topographie zwischen verschiedenen Spezies konserviert, aber verschiedene Größen der kortikalen Bereiche für verschiedene Spezies.
Zellmigration bei der Entwicklung des Nervensystems
- Kortikale Neurogenese – Neuronale Migration
- VZ: Ventrikuläre Zone: Vorläuferzellen von Neuronen/Glia (progenitors) Zellteilungszone
- PP: Preplate: Erste generierte postmitotische Neuronen
- IZ: Intermediate Zone: Axonen von Thalamus und der ersten kort. Neuronen
- CP: Cortical Plate: Layer II-VI Neuronen (Spaltet PP in SP (Subplate; Transiente Neuronen) und MZ (Marginal Zone; später Layer I))
- "inside-out" Migration entlang radialer Gliazellen.
- Generierte Neuronen migrieren entlang radialen Glia-zellen (Radial Glia).
- Migration der Zellen der Neuralleiste (Neural Crest):
- sympathetische Ganglien
- sensorische Ganglien (Hinterwurzelganglien, Dorsal Root Ganglia, DRG)
- Melanozyten
- Migration der Körnerzellen (granule cells) im Cerebellum
- Körnerzellen im Cerebellum migrieren von der äußeren Körnerzellschicht durch die Molekularschicht und Purkinjezellschicht zur inneren Körnerzellschicht.
- Migration entlang von radialen Gliazellen.
- Outside in