Pflegetechniken II Infusionstherapie
Der Begriff Infusion
Abgeleitet vom lateinischen Verb infundere und bedeutet «hineingiessen»
Einfliessen lassen von Flüssigkeiten in den Organismus über einen meist venösen Zugang.
Homöostase („Selbstregulierung“)
Menschliches Leben ist an funktionsfähige Zellen und deren koordiniertes Zusammenwirken in Organen gebunden.
Die Konstanz und die Aufrechterhaltung des inneren Milieus des Körpers erfolgt durch verschiedene Regel-systeme:
Regelung des Wasser- und Elektrolythaushalts
Regelung der Kreislauffunktion und Organdurchblutung
Regelung des pH-Wertes
Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten
Wasser
Elektrolyte
Nichtelektrolyte (Proteine)
intravasale Zellen (Erythrozyten, Thrombozyten, Leukozyten)
intrazelluläre Organellen (Mitochondrien)
Fragen Wasserhaushalt
Welche Flüssigkeitsräume kennen Sie?
Wo befindet sich die grösste Menge an Wasser?
Welche Mechanismen führen zu einer Verteilung des Wassers in unserem Körper?
Übersicht Flüssigkeitsräume
Extrazellulär
Interstitiell
Intrazellulär
Plasma
Erythrozyten
Wassergehalt im menschlichen Körper
Der Wassergehalt eines Menschen schwankt zwischen rund 45% und 80%
Säugling: \pm 80 %
Erwachsener Mann*: \pm 60 %
Erwachsene Frau*: \pm 55 %
Alter Mensch**: \pm 50 %
Bei Männern ist der Wasseranteil niedriger als bei Frauen, weil Männer über mehr Muskulatur verfügen und diese zu 2/3 aus Wasser besteht
Mit zunehmendem Alter sinkt der Muskelanteil, steigt der Fettanteil und baut sich das Bindegewebe zum wasserärmerem Typ um
Volumenbedarf gesunder Erwachsener: 35ml/kg/Kögew./d bzw. 3,5%/Kögew./d
Einfluss Fettanteil auf Wassergehalt
Wichtiger Einflussfaktor auf den Wassergehalt ist das Depotfett.
Adipöse Menschen verfügen über weniger Wasser als magere Menschen.
Wasseranteil magerer oder normalgewichtiger Mann: 60-65%
Wasseranteil adipöser oder sehr adipöser Mann: 40-50%
Wasserverteilung im Körper
Gesamt: 60% des Körpergewichts (42l/70 kg) (bei Kindern bis zu 80 %)
Intrazellulär: 40 % (28l/70 kg)
Sonstige Körperzellen (26l/70 kg)
Intravasal: 5% (3,3l/70 kg) (Blutzellen)
Extrazellulär: 20 % (14l/70 kg)
Intravasal: 3,3% (2,3l/70 kg) (Plasmavolumen)
Blutvolumen: 80 ml/kg (5-6l bei 70 kgKG)
Interstitiell: 14 % (9,8l/70 kg)
"Transzellulär": 1% (0,7l/70 kg) ("Dritter Raum")
Transzellularraum (TZR) = «third space»
Flüssigkeitsraum, der sich ausserhalb der Blutgefässe und des Interzellularraumes in den mit Epithelien ausgekleideten Körperhöhlen befindet
Teil des Extrazellularraumes von serösen Häuten geformten Körperhöhlen (Pleura, Peritoneum, Perikard), die Liquorräume sowie die Lumina des GI-Traktes, des Urogenitalsystems und der Drüsen
Der normalerweise geringe Flüssigkeitsanteil des TZR kann in krankhaften Situationen stark zunehmen (z.B. Pleuraerguss, Aszites, Pericarderguss)
Folgestörungen: z.B. Perikardtamponade, Hirndruck, Atemnot
Begrifflichkeiten: Mol
Mengen- und Konzentrationsangabe in Chemie und Medizin
Mol können aus dem Molekulargewicht des Periodensystems errechnet werden
1 mol = 1‘000 mmol
Ein Mol: ungefähr 602.204.500.000.000.000.000.000 Atome
Angaben gebräuchlich: mmol/l oder mmol/kg
Begrifflichkeiten: Osmolarität / Osmolalität
Osmolarität (mosm/l)
Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen pro Liter Flüssigkeit. Unabhängig von Grösse, Gewicht oder Ladung der Teilchen
Plasma: 291 mosm/l (= physiologische Osmolarität)
Osmolalität (mosm/kg)
Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen pro Kilogramm Flüssigkeit (in der Regel Wasser)
Plasma: 288 mosm/kg
[die Einheit Val oder mval ist keine SI*-Einheit, veraltet und nicht mehr zulässig]
*Système International d'Unités
Fragen zu Flüssigkeitsräumen und Membranen
Welche Membranen kennen Sie?
Was ist das besondere daran?
Was sind treibende Kräfte für einen Austausch von Flüssigkeit und Stoffen?
Wo wirken welche Kräfte?
Konzentrationsausgleich durch Diffusion I
Konzentrationsausgleich ohne Membran durch gleichmässige Verteilung der Teilchen (durch «Random-Walk» der Teilchen)
Konzentrationsausgleich durch Diffusion II
Ausgleich durch Wanderung von Teilchen durch eine selektiv permeable Membran. Die blauen Teilchen können die Membran durchdringen, die schwarzen nicht.
Beispiele:
Kalium durch Zellmembran
Sauerstoff und Kohlendioxid durch Kapillar-, Zell- und Alveolarwand
Konzentrationsausgleich durch Osmose
Osmose ist der Vorgang des Ausgleichs der Teilchen auf der Innen- und Aussenseite einer Membran
Osmotischer Druck kolloidosmotischer Druck I
Osmose: Diffusion von Flüssigkeit durch eine selektiv-permeable Membran entlang eines Konzentrationsgefälles des Lösungsmittels im Bezug auf die gelösten Teilchen.
Bei der Osmose kann ein Konzentrationsunterschied zwischen beiden Seiten nur durch den Fluss der Substanzen ausgeglichen werden, die aufgrund ihrer Eigenschaften die Membran passieren können. In vielen Fällen ist dies das Lösungsmittel, z. B. Wasser in biologischen Systemen.
Die Kraft, mit der das Wasser vom Raum niedrigerer Konzentration in den Raum höherer Konzentration strömt heisst osmotischer Druck
Osmotischer Druck kolloidosmotischer Druck II
Kolloidosmotischer (onkotischer) Druck = Osmotischer Druck durch Makromoleküle (Proteine)
Gefässwände nicht permeabel für Proteine
Gehalt an Proteinen im Intravasalraum höher als im Interstitium
Obwohl der kolloidosmotische Druck wegen der geringen molekularen Konzentration der Proteine nur relativ klein ist, spielt er trotzdem für die Flüssigkeitsverteilung im Organismus eine grosse Rolle, da die Proteine nicht durch die Gefässwand diffundieren können.
Osmotische Verhältnisse am Gefässendothel
Elektrolyte und kleine Moleküle
Plasma-Basalmembran
Extravasalraum
Proteine
Erythrozyten
Intravasalraum
Gefäßendothel
Wasserhaushalt im Körper – osmotisch wirksame Teilchen
Kationen (mmol/l) | Anionen (mmol/l) | ||
|---|---|---|---|
Plasma | Inter-stitium | IZR | |
Natrium (Na+) | 137-145 | 145 | 10-12 |
Kalium (K+) | 3,5-5 | 4 | 150-160 |
Kalzium (Ca++) | 2,1-2,6 | 2,5 | 1 |
Magnesium (Mg++) | 0,8-1 | 1 | 10 |
Kation = positiv geladenes Ion; Anion = negativ geladenes Ion
Verteilung der Kationen und Anionen in den Flüssigkeitsräumen
Extrazelluläre Flüssigkeit
Intrazelluläre Flüssigkeit
Austausch von Flüssigkeit und lonen
Blut
Interstitium
Zelle
H_2O
Proteine
Na^+
K^+
Cl^-
Phosphat
Passage durch Membranen I
passive Diffusion
treibende Kraft: Konzentrationsgradient
Voraussetzung: Membrangängigkeit
Fettlöslichkeit
Grad der Ionisierung
Molekülgrösse
erleichterte Diffusion
treibende Kraft: Konzentrationsgradient
vermittelt durch Carrierproteine: rascher als passive Diffusion
z.B. Aufnahme von Zucker und Aminosäuren in Erythrozyten und ins ZNS
Passage durch Membranen II
passiver Transport
erleichterte Diffusion
aktiver Transport
gegen einen Konzentrationsgradienten
energieabhängig: Verbrauch von ATP (Adenosintriphosphat)
verschiedene Transporter für organische Anionen und Kationen
ABC-Transporter (ATP-Binding-Cassette)
Beispiel aktives Membrantransportsystem: die Natrium-Kalium-Pumpe
Da sich die Konzentrationen in den verschiedenen Flüssigkeitsräumen im Laufe der Zeit aneinander angleichen würden (Kalium strömt laufend aus den Zellen heraus und Natrium hinein) gibt es einen aktiven, energieverbrauchenden Mechanismus in den Zellmembranen.
Er heisst "Na+/K+-Pumpe" und befördert K+-Ionen in die Zellen hinein und gleichzeitig Na+-Ionen heraus
Passage durch Membranen III (der Vollständigkeit halber)
passiver Transport
erleichterte Diffusion
aktiver Transport
Phagocytose/Pinocytose
Aufnahme von grossen Partikeln oder Flüssigkeitströpfchen durch Membraneinschluss
Tonizität
Bezugspunkt ist die normale Plasmaosmolalität (ca. 275 – 305 mosmol/kg)
Beschreibt, wie sich Zellvolumen in einer Flüssigkeit verhalten
Hypertone Flüssigkeit = der Zelle wird Flüssigkeit entzogen
Hypotone Flüssigkeit = die Zelle nimmt übermässig Flüssigkeit auf => sie platzt
Störungen des Wasser- und Natriumhaushaltes
Hyperhydratation = Wasserüberschuss
Hypohydratation = Wassermangel
Hypertone Na > 145mmol/l
Isotone Na 135 – 145mmol/l
Hypotone Na < 135mmol/l
Sechs mögliche Hydratationszustände
Dehydration
Isoton
Hypoton
Hyperton
Hyperhydration
Isoton
Hypoton
Hyperton
Isotone Dehydratation I
Definition
Mangel an Wasser und gelösten Stoffen (Natrium) aus dem Extrazellularraum (EZR) bei normaler Plasma-osmolalität
Der Intrazellularraum (IZR) bleibt grösstenteils unbeeinflusst.
Pathophysiologie
EZR verkleinert, IZR unverändert
Isotone Dehydratation II
Ursachen: isotone Flüssigkeitsverluste
Blutungen
Erbrechen, Durchfälle
Fisteln in Magen, Duodenum, Dünndarm
Renale Verluste durch Diuretika oder Polyurie
Verbrennungen
Verluste in den Transzellularraum bei Ileus, Peritonitis, Pankreatitis
Verminderte Flüssigkeits- und Elektrolytaufnahme
Isotone Dehydratation III
Symptomatik
Blutdruckabfall, Tachykardie, Zentralisation, Kreislaufschock
Oligurie bis Anurie (ausser bei Diuretika)
Durst
Gewebeelastizität und Hautturgor vermindert
Muskulatur schlaff
Bulbi weich
Zunge trocken
Müdigkeit, Verlangsamung der Reaktionen, Apathie, Bewusstseinstrübung, Koma
Meteorismus, Übelkeit, Erbrechen
Isotone Dehydratation IV
Therapie
Ursachenbekämpfung
Infusionstherapie mit Vollelektrolytlösungen
Hypertone Dehydratation I (Wassermangel)
Definition
Mangel an freiem Wasser (EZR verliert mehr Wasser als Natrium)
Natrium erhöht
Pathophysiologie
Flüssigkeit strömt aus den Zellen in den EZR => EZR verkleinert, IZR verkleinert
Hypertone Dehydratation II (Wassermangel)
Ursachen
Grosse Wasserverluste (z.B. Fieber, starkes Schwitzen)
Verminderte Wasserrückresorption (z.B. Diabetes insipidus [ADH-Defizit])
Anstieg Glukosekonzentration mit Wasserverlust (Coma Diabeticum hyperosmolare)
Unzureichende Wasserzufuhr (Verlust Durstempfinden, Schluckunfähigkeit)
Iatrogen (ungenügende Wasserzufuhr)
Hypertone Dehydratation III (Wassermangel)
Symptomatik
Durst
Oligurie
Unruhe, Erregung, Verwirrung, Halluzinationen, Krämpfe
Schwäche, Apathie, Somnolenz, Koma
Trockene Haut/Schleimhäute
Temperaturerhöhung (Wärmeregulation)
Kreislauf: erst mit zunehmender Entwässerung (BD-Abfall, Schlagvolumen-Abnahme)
Therapie
Rehydrierung mit Ringerfundin/Ringerlaktat, mit 2/3-Elektrolytlösungen oder Glukose 5%
Hypotone Dehydratation I (Salzmangel)
Definition
Salzverlust überwiegt Wasserverlust: Plasma-Na ist vermindert => Plasmaosmolalität ↓
Pathophysiologie
Natriumkonzentration im EZR fällt => osmotischer Druck gegenüber IZR sinkt => Wasser strömt vom EZR in den IZR
EZR verkleinert, IZR überwässert
Hypotone Dehydratation II (Salzmangel)
Ursachen
ungenügende Natriumzufuhr bei Erbrechen
Gastrointestinale Verluste
Renale Verluste
Diuretika- oder Laxantienabusus
Hypotone Dehydratation III (Salzmangel)
Symptomatik
Zentralisation und Kreislaufstörungen stehen im Vordergrund (Blutdruckabfall, Tachykardie, Schock)
Desorientiertheit, Koma
Kein Durstgefühl
Gewebeelastizität und Hautturgor herabgesetzt, ev. zyanotische Haut
Bulbi weich
Oligurie
Therapie
Vollelektrolytlösungen
ggf. Natriumsubstitution
Isotone Hyperhydratation I
Definition
Anstieg Flüssigkeit des EZR bei unverändertem IZR
Pathophysiologie
keine Änderung des osmotischen Drucks => keine Flüssigkeits-verschiebung vom EZR in den IZR.
Es kommt zu einer „Überfüllung“ des EZR
Ursachen
Herzinsuffizienz
Leberzirrhose
Nierenerkrankungen (nephrotisches Syndrom)
Hypoalbuminämie
Iatrogen: übermässige Zufuhr von isotonen Salzlösungen (postoperativ, Niereninsuffizienz)
Isotone Hyperhydratation II
Symptomatik
Gewichtszunahme
Ödeme
Lungenödem
Aszites
Kreislaufparameter sind stark von der Grunderkrankung abhängig
Ggf. reduziertes Urinvolumen
Therapie
Therapie der Grunderkrankung
Diuretika
Dialyse
Hypertone Hyperhydratation I (selten)
Definition
Zunahme der NaCl-Konzentration im EZR/IVR
Pathophysiologie
Anstieg des osmotischen Drucks im EZR => Wasserausstrom aus dem IZR in den EZR => das Zellvolumen ↓
EZR vergrössert, IZR verkleinert
Ursachen
Überhöhte Natriumzufuhr (iatrogen hypertone NaCl-Lösung, orale Kochsalzaufnahme)
Gestörte Nierenfunktion (Hyperaldosteronismus)
Trinken von Meerwasser
Steroide
Hypertone Hyperhydratation II (selten)
Symptomatik
neurologische Symptome (Unruhe, Erregung bis Koma)
Lungenödem
Anasarka (Ödeme)
Erhöhter Venendruck
Durst
Kreislauf zunächst weniger beteiligt, später Gefahr des Herzversagen
Therapie
Diuretika
Dialyse
Hypotone Hyperhydratation I (Wasservergiftung) (selten)
Definition
Wasserüberschuss im EZR mit Abfall der Plasmaosmolalität
Pathophysiologie
Die Natriumkonzentration im EZR ↓ => osmotischer Druck ↓ => Wasser strömt vom EZR in den IZR. Zellen schwellen an.
EZR überwässert, IZR überwässert
Ursachen
Iatrogen: Infusionsfehler: Zufuhr hypotoner Infusionen
Ödemkrankheiten (Übergang von isotoner Hyperhydratation in hypotone Hyperhydratation z.B. bei dekompensierter Herzinsuffizienz oder Oligurie/Anurie)
Exzessive Wasserzufuhr
Hypotone Hyperhydratation II (Wasservergiftung)
Symptomatik
Verschlechterung Allgemeinbefinden
Kopfschmerz, Verwirrtheit, Krämpfe, Koma
Steigerung der Reflexe
Kreislaufbeteiligung eher wenig ausgeprägt
Ev. Ödeme
Harnvolumen meist erhöht
Therapie
Diuretika
Dialyse
Ggf. Natriumsubstitution
Übersicht Hydratationszustände
Osmolarität | Na | Hk | Ursachen | |
|---|---|---|---|---|
Isotone Dehydratation | N | N | N/↑ | Akuter Blutverlust, Erbrechen/Durchfälle |
Hypertone Dehydratation | ↑ | ↑ | ↑ | Dursten, Schwitzen, Hyperventilation, osmotische Diurese, Diabetes insipidus (ADH-Mangel) |
Hypotone Dehydratation | ↓ | ↓ | ↑ | Nebennierenrindeninsuffizienz, chronische Niereninsuffizienz, Saluretika-Therapie |
Isotone Hyperhydratation | N | N | ↓ | dekomp. Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, nephrotisches Syndrom, übertriebene Infusionen |
Hypotone Hyperhydratation | ↓ | ↓ | ↓ | exzessives Trinken, Infusion elektrolytarmer Flüssigkeit |
Hypertone Hyperhydratation | ↑ | ↑ | ↓ | Trinken von Meerwasser, Therapie mit Steroiden, Infusion hypertoner Lösungen |
Exogene Hyperosmolarität | ↑ | N | N | Alkoholintoxikation, Vergiftungen, Infusionen mit Mannit-, Sorbit-, Fruktoselösungen |
N = Normbereich
Vertiefung: Regulationsmechanismen
Wasserüberschuss
Vorhofdruck: hoch
Plasmaosmolalität: niedrig
Wassermangel
Vorhofdruck: niedrig
Plasmaosmolalität: hoch
Hypothalamus
Durst
ADH
Niere
Wasserresorption: hoch
Wasserausscheidung: niedrig
Salzüberschuss
Plasmavolumen: hoch
Salzmangel
Plasmavolumen: niedrig
Renin
Angiotensin II+
Aldosteron
Natriumresorption
Salzausscheidung
Natriumkonzentration im Urin niedrig
Nebennierenrinde
Natriumresorption
Salzausscheidung
Natriumkonzentration im Urin hoch
Labordiagnostik: bildet EZR ab
Parameter für Volumenveränderungen
Erythrozytenzahl (Hk)
Hb-Konzentration
Proteingehalt des Serums
Parameter für Osmolaritätsänderungen
Osmolarität des Serums
Natrium-Konzentration im Serum
Urin
Osmolarität im Urin
Natrium-Konzentration im Urin
Veränderungen Laborparameter
Laborwert | Dehydratation | Hyperhydratation | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
hyperton | isoton | hypoton | hyperton | isoton | hypoton | |
Erythrozytenzahl | ↑ | ↑ | ↑ | ↓ | ↓ | ↓ |
Hämoglobin | ↑ | ↑ | ↑ | ↓ | ↓ | ↓ |
Albumin-konzentration | ↑ | ↑ | ↑ | ↓ | ↓ | ↓ |
Hämatokrit | - (↑) | ↑ | ↑ ↑ | ↓ | ↓ | ↓ |
Mittleres Ec-Volumen | ↓ | - | ↑ | ↓ | - | ↑ |
Mittlere Hb-Konzentration | ↑ | - | ↓ | ↑ | - | ↓ |
↑ = Anstieg, ↓ = Abfall, - = keine Veränderung
Elektrolytstörung: Kalium
Nahrung ca. 80mmol/d
Plasma* + Interstitium 1%
Intrazellärraum 99%
Einfuhr
Bilanzstörungen
Verteilungsstörungen
Ausfuhr
Urin 70mmol/d
Stuhl 10mmol/d
Schweiss <1mmol/d
K+ ist nur im Plasma klinisch messbar!
Elektrolytstörung: Kaliumbilanzstörung
Kalium Ausscheidung
Kalium Aufnahme
Erhöhte K+ Bilanz:
Ernährung
Iatrogen
Erniedrigte K+ Bilanz:
Iatrogen (parenterale Ernährung)
Hyperkaliämie
Erhöhte K+ Ausscheidung:
Enteral: Emesis, Diarrhoe, Magensonde, Laxantien
Renal: Polyurie, Diuretika, Steroide, Amphotericin B
Erniedrigte K+ Ausscheidung:
Medikamente: ACE, AT-I, NSAR, K+ - sparende Diuretika
Niereninsuffizienz
Nebennierenrindeninsuffizienz
Hypokaliämie
\textless{} 3,5 mmol/l
\textgreater{} 5 mmol/l
Elektrolytstörung: Kaliumverteilungsstörung
Hypokaliämie
\textgreater{} 5 mmol/l
Erhöhter Transport von K+ in die Zellen durch:
Insulin
Metabolische Alkalose pH > 7.44
Aldosteron
Katecholamine, Stress
ẞ-Sympathikomimetika
Hyperkaliämie
\textless{} 3,5 mmol/l
Erhöhter Austritt von K+ aus den Zellen durch:
Gewebezerfall (Rhabdomyolyse, Verbrennungen)
Metabolische Azidose pH < 7.36
Digitalis
Nichtselektive ẞ-Blocker
Glucagon
Kaliumstörungen: Symptome
Hypokaliämie | Hyperkaliämie | |
|---|---|---|
\textgreater 5 mmol/l | \textless 3,5 mmol/l | |
Kardial | EKG-Veränderungen, Arrhythmien | EKG-Veränderungen, Bradykardie, Kammerflimmern, Asystolie, Elektromechanische Entkoppelung |
Neuromuskulär | Muskelschwäche, Krämpfe, Tetanie, Parästhesien, Hyporeflexie | Hypo-/Areflexie, Parästhesien, Muskellähmungen und Schmerzen, Obstipation, Atemlähmung |
Nierenversagen | ||
Azidose / Alkalose | Alkalose | Azidose |
Schwere Rhythmusstörungen ab 8mmol/l | ||
Lähmungserscheinungen \textless 2mmol/l |
Übersicht Kaliumstörungen
Hyperkaliämie | Hypokaliämie | |
|---|---|---|
Ursachen | Zu hohe Zufuhr, Reduzierte Ausscheidung, Erhöhte Freisetzung, Azidose, M. Addison (NN-Insuff.) | K+ -Mangelernährung, Gastrointestinale K-Verluste, Renale Verluste (Diuretika, Hyperaldestor-nismus, Amphotericin B), Alkalose, Volumenersatz ohne K+, Insulintherapie bei Coma diabeticum |
Symptome | Herz: Rhythmusstörungen: Verzögerung der Reizleitung, Kammerflimmern, Herzstillstand, GI – Trakt: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerz, Diarrhoe | Herz: Rhythmusstörungen: Tachykardien, ES bis Kammerflimmern Neuromuskuläre Erregungsübertragung: Ist reduziert, es kann zur Lähmung der Atemmuskulatur kommen GI – |