2. Deutsche Schriftsprache als lautorientierte Alphabetschrift

1.Phoneme und Grapheme

  • Phonem

  • Graphem

  • Phonem-Graphem-Korrespondenz

  • Graphem-Phonem-Korrespondenz

Unterscheidbare Laute:

  • Klangfarbe (a/o)

  • Dauer (Maße/Masse)

  • Betonung/Intensität

  • Tonhöhe

Deutsche Hochlautung laut Duden 57 Laute

Phoneme: Minimalpaare

Graphem: Buchstabe (-nverbindung), die sich auf Phonem bezieht → Kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der geschriebenen Sprache

→ Für alle Laute nur begrenzte Anzahl an Zeichen → Keine 1:1 Zuordnung möglich, einzelne Zeichen werden in unterschiedlichen Kombis mehrfach genutzt (Bsp. v und f, Realiserung von Phonemen durch Buchstabengruppen, selbe Buchstabe verschirftlicht versch. Phoneme, einfache Zeichen für Lautverbindungen (x))

Komplexer Fall: e, s, h

→ erschwert Schriftspracherwerb

Graphem-Phonem-Korrespondenz

Beziehung zwischen Phonem und dem entsprechenden Graphem → Welcher Laut wird durch welchen Buchstaben (oder Kombination) verschriftet?

  • Basisgrapheme (am häufigsten verwendet): langes i: ie

  • Orthographeme (Ausnahmen): langes i: i

Nicht nur 5 Vokale, die zum Schreiben verfügbar sind, sondern 19 Vokalphoneme

→ Schwa-Laut am häufigsten, verschriftet durch <e>, immer im In-/Auslaut

Phonem-Graphem-Korrespondenz

“s”→ /z/ (in Sonne), /s/ (in Haus)

→ Welcher Buchstabe wird durch welchen Laut/ welche Laute dargestellt?

2.Grammatikalisierung der Schrift

Warum einheitliche Rechtschreibung?

  • einheitliche Speicherung im inneren Lexikon

  • Sichtbar werden von Beziehung zwischen Wort und Form → Grammatikalisierung der Schrift

Lange: Lesen nur lautes Lesen

→ Durch leises Lesen Einführung verschiedener Konventionen (=Regel ,die sich im Laufe der Zeit durchgesetzt hat, stillschweigend)

Warum Konventionen wichtig

  • Machen Text verständlich und lesbar

  • Orientierung im Text

  • Ohne wären Texte ein Rätsel

Konventionen in Schriftsprache

  • Worttrennung

  • Zeichensetzung

  • Groß- und Kleinschreibung

  • Absätze und Gliederung

  • Rechtschreibkonventionen

  • Typografische und visuelle Konventionen (z.B. Schriftart)

→ Kinder müssen sich erst herantasten

Redefluss ist kontinuierlich (Orientierung an Umgangslautung) ←> Schrift gegliedert (auf Hochlautung bezogen)

→ Kind sieht in Schrift Abbild der Sprache, aber nicht selbstständigen Regeln der Schrift

→ Wenn Kind Wortgrenzen einhält, erkennbar, dass Kind allmählich Regelhaftigkeiten des System erkennt und Wortbegriff entwickelt

Schrift als Repräsentationssystem von Sprache

  • Sprache nicht 1:1 in Schrift abbildbar → Vorstellung davon durch “Schriftbrille” kompetenter Benutzer beeinflusst

  • Probleme beim SSE evtl. durch unreflektierte Gleichsetzung von Sprache und Schrift

→ Schrift als Abbildung von Grammatik

Orthographie und Nutzen für Lesen

Orthographisch korrekter Text

  • KLeinbuchstaben häufigstes Element

  • Leerzeichen 2. häufigstes

    • besonders wichtig, weil zeigen Wörter, die Grundeinheiten von Sätzen darstellen und Bedeutung übertragen

  • Großbuchstaben 3.

  • Satzzeichen 4.

Groß- und Kleinschreibung

  • Satzinitiale Großschreibung

  • Satzinterne Großschreibung

3.Zentrale Prinzipien der Schreibung im Deutschen

3.1. Phonologische Grundprinzip (/alphabetisch/phonematisch)

  • wichtigste Prinzip, reicht aber nicht aus

  • Lautorientierung → Schreiben, wie es gesprochen wird

3.2. Silbisches Prinzip

  • In offenen Silben Vokal lang und gespannt (sanfter Silbenschnitt)

  • In geschlossenen Vollsilben Vokal kurz und ungespannt (scharfer Silbenschnitt)

  • typischste Struktur: Trochäus z.B. Hunde

→ Jede Silbe braucht vokalischen Kern

  • Sprechsilbe = Einheit, mit der Kinder im Sprachgebrauch vor Buchstaben/Wörtern umgehen können

  • Schreibsilbe knüpft ab → Mehr als ein Buchstabe, Wörter bestehen meist aus mehreren Silben

3.3. Morphematisches Prinzip (/morphologisch)

  • Stammprinzip → Herkunftsverwandte Wörter entsprechen sich in ihrer Schreibweise, auch wenn verschieden artikuliert

  • Morphem = kleinste bedeutungstragenden Einheiten innerhalb Wortformen)

  • alle morphologischen Informationen werden visualisiert

3.4. Syntaktische Prinzip

  • wirken erst im Kontext des Satzes

  • Großschreibung

  • Getrennt-/Zusammenschreiben

3.5. Semantisch/logisches Prinzip

  • Homonymieprinzip

  • gleich lautende Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung werden unterschiedlich geschrieben (Lid, Lied)

3.6. Historische Prinzip

  • Alte Schreibweisen vor Normierung der Rechtschreibung blieben erhalten z.B. Eltern

Weniger wichtigere Prinzipien:

  • Ästhetisches Prinzip (z.B. keine Umlautverdopplung)

  • Herkunftsprinzip (z.B. Fremdwörter wie in Fremdsprache geschrieben)

Frühere Einteilung Lehrplan:

  • Mitsprechwörter (schreiben wie hört)

  • Nachdenkwörter (Regeln)

  • Merkwörter