Biologie
Cytologie
Einleitung
Zellen sind die grundlegenden Bausteine des Lebens, meist 1-100 μm groß.
Lichtmikroskop vergrößert bis ca. 1.000x, neuere Verfahren verbessern Kontrast und Färbung.
Elektronenmikroskop (EM) für subzelluläre Strukturen: Raster-EM (Oberflächen), Transmissions-EM (innere Struktur).
Größenvergleich: , eukaryotische Zellen (10-100 μm), prokaryotische Zellen (1-5 μm).
Alle Zellen haben: Zellmembran (Barriere), Cytoplasma (Inhalt), Cytosol (gelartige Flüssigkeit), Chromosomen (DNA-Träger), Ribosomen (Proteinbiosynthese).
Prokaryotische und Eukaryotische Zellen
Zellen werden aufgrund ihrer Struktur in Eukaryoten und Prokaryoten unterteilt.
Eukaryoten: DNA im Zellkern, von Membranen umschlossen. Prokaryoten: DNA in einem Nukleoid, nicht membranbegrenzt.
Drei Domänen des Lebens: Bakterien, Archaeen (beide Prokaryoten) und Eukaryoten (Protisten, Pilze, Pflanzen, Tiere).
Prokaryoten haben keinen Zellkern, ihr DNA-Bereich heißt Nukleoid. Genom besteht meist aus einem ringförmigen DNA-Stück = Bakterienchromosom.
Plasmide sind zusätzliche ringförmige DNA-Moleküle, die Antibiotika- oder Giftresistenzen tragen können und durch Konjugation übertragen werden.
Cytoplasmamembran umgibt die Zelle. Zellwand außerhalb der Membran schützt vor Konzentrationsausgleich und Platzen.
Zellwand besteht aus einer Peptidoglykanschicht und schützt die Zelle vor dem Eindringen von Viren (Bakteriophagen) und verhindert ein Platzen, bedingt durch den erhöhten osmotischen Druck, der Zelle.
Schleimschicht (Kapsel) schützt vor Austrocknung.
Fimbrien und Pili ermöglichen Anheftung und Gentransfer. Flagellum dient der Fortbewegung.
Kompartimente eukaryotischer Zellen
Eukaryoten haben interne Membranen, die Kompartimente (Organellen) bilden.
Membranbegrenzte Organellen:
Zellkern (Nukleolus, Nukleus)
Endomembransystem (äußere Kernmembran, ER, Golgi-Apparat, Lysosomen, Transportvesikel, Vakuole)
Mitochondrien
Chloroplasten (in Pflanzen)
Peroxisomen
Nicht-membranbegrenzte Komponenten: Ribosomen, Cytoskelett.
Zellkern
Umgeben von zwei Membranen mit Kernporen für die Kommunikation.
Kernporenkomplex reguliert den RNA- und Proteintransport.
Kernlamina (Intermediärfilamente) verleihen Form und Festigkeit.
Chromosomen bestehen aus DNA und Proteinen (Chromatin).
Genom auch in Mitochondrien und Chloroplasten.
Nukleolus: rRNA-Produktion und Zusammenbau von Ribosomen.
Endomembransystem
Organellen durch Membrankontakte oder Transportvesikel verbunden.
Umfasst äußere Kernmembran, ER, Golgi-Apparat, Lysosomen, Vakuolen, Transportvesikel.
Ort der Protein- und Membransynthese.
Endoplasmatisches Reticulum (ER)
Verzweigtes Membrannetzwerk, das mit der äußeren Kernmembran verbunden ist.
Glattes ER: Lipidsynthese, Steroidhormonsynthese, Entgiftung, Ca2+-Speicher.
Raues ER: Proteinsynthese durch Ribosomen, Transport durch Membranproteine.
Golgi-Apparat
Fabrik für Produktveränderung, Sortieranlage und Frachtzentrum.
Besteht aus Zisternen, die nicht wie das ER über Membranbrücken verbunden sind und Polarität auf-weisen.
Cis-Seite empfängt Vesikel aus dem ER, Trans-Seite schnürt Vesikel ab.
Lysosomen
Membranbegrenzte Organellen für intrazelluläre Verdauung von Makromolekülen.
Saures pH-Wert, hydrolytische Enzyme (Hydrolasen).
Abbau von Molekülen und Nahrungsbestandteilen in kleinste Einheiten (Müllbeseitigung innerhalb der Zelle).
Verschmelzen mit Endosomen, Vorstufen der Enzyme durch niedrigen pH-Wert aktiviert.
Phagozytose: Nahrungsvakuole verschmilzt mit Lysosom, Verdauung der Inhaltsstoffe.
Vakuolen
Funktionen abhängig vom Zelltyp.
Protisten: kontraktile Vakuole zum Ausscheiden von überschüssigem Wasser.
Pflanzenzellen: Zellsaftvakuolen für Speicherung von Proteinen, Ionen, Abfallprodukten, Farb-/Duftstoffen.
Größenwachstum durch Wasseraufnahme.
Ribosomen
Komplexe aus RNA (rRNA) und ribosomalen Proteinen.
Proteinsynthesemaschinerie.
Zwei Untereinheiten.
Freie Form im Cytosol, gebundene Form am ER.
mRNA bindet an Ribosomen.
Am ER gebundene Ribosomen synthetisieren Proteine, die direkt ins Lumen des ERs gelangen.
Freie Ribosomen synthetisieren Proteine, die im Cytosol verbleiben.
Mitochondrien und Chloroplasten
Energiegewinnung.
Mitochondrien: Zellatmung, ATP-Produktion (oxidativer Abbau von Kohlenhydraten, Fetten, Proteinen).
Chloroplasten: Photosynthese (Umwandlung von Lichtenergie in chemische Energie).
Nicht zum Endomembransystem gehörig.
Zwei (Mitochondrien) bzw. drei (Chloroplasten) Membransysteme.
Proteine von freien Ribosomen des Cytosols.
Eigenes genetisches Material (ringförmige DNA) und Proteinsynthese an prokaryoten-artigen Ri-bosomen.
Peroxisomen
Kleine, von einer Membran umhüllte Vesikel ohne eigene DNA
Chemische Reaktionen, bei denen Wasserstoffperoxid (H2O2) erzeugt und abgebaut wird.
Abbau von langkettigen Fettsäuren
Cytoskelett
Netzwerk aus Proteinfasern im Cytoplasma.
Funktionen: mechanische Stabilität, Zellbewegung, intrazellulärer Transport.
Komponenten:
Mikrotubuli (⌀=25 nm):
Gebildet aus α- und β-Tubulin.
Stabilisierung oder dynamischer Zustand.
MTOC (Mikrotubuli-organisationszentrum wie Zentrosom).
Funktionen: Zellgestalt, Bewegung, Chromosomenaufteilung, intrazellulärer Transport.
Aktinfilamente (⌀=5-9 nm):
Polymere aus Aktin.
Unterhalb der Plasmamembran.
Ab- und Aufbau der Filamente möglich.
Funktionen: Zellgestalt, Zellbewegung (Pseudopodienbildung), Muskelkontraktion, Cytoplasmaströmung, Zellteilung.
Intermediärfilamente (⌀=10 nm):
Seilähnliche Fasern.
-Stabiler als Aktinfilamente und MikrotubuliBestehen aus Intermediärfilament-Proteinen (z.B. Keratin, Lamin)
Verleihen Zellen mechanische Festigkeit.
Funktionen: Zellgestalt, Verankerung von Zellkern und Organellen, Bildung der Zellkernlamina.
Zell-Zell-Kommunikation
Vielzellige Organismen: Zellen müssen verbunden sein und miteinander kommunizieren.
Pflanzenzellen: Plasmodesmen (Kanäle für Austausch von Wasser und kleinen Molekülen) > gemeinsames Cytoplasma.
Tierische Zellen: Extrazelluläre Matrix (Glykoproteine, Proteoglykane), Zell-Zell-Verbindungen (Tight junctions, Desmosomen, Gap junctions [Austausch von kleinen Molekülen]).