Struktur und Funktion der Insekten
Ernährung und Verdauung
Darmgliederung: detaillierte Aufteilung bei Insekten, am Beispiel der Grille:
Mund: Eingang für Nahrung
Oesophagus: erster Teil der Speiseröhre, Transport der Nahrung
Kropf: Cuticula, dient als Nahrungsspeicher (z. B. Honigblase)
Proventrikulus: muskulös, wichtig für Zerkleinerung und Reuse, enthält einen Schließmuskel zum Mitteldarm
Caecus: zuständig für Sekretion und beherbergt Symbionten
Mitteldarm: Hauptort der Nahrungsaufnahme, Sekretion von Verdauungsenzymen und Adsorption von Nährstoffen
Pylorus: Ventil zum Hinterdarm
Malpighische Gefäße: wichtig für Exkretion und Osmoregulation
Hinterdarm: muskulös, bezieht sich auf Wasserresorption
Rektum: Endabschnitt des Verdauungstraktes
After: Auslegung des Körpers
Fettkörper: auch bekannt als „Leber der Insekten“, besteht aus Trophocyten in einem zellulären Netzwerk, nahe am Darm
Hämolymphsystem
Dettner und Peters (2010): Beschreibung des offenen Kreislaufsystems:
Hauptkomponenten:
Dorsalgefäß: bildet das Herz
Mixocoel: Verschmelzung von Coelom und primärer Leibeshöhle, wodurch Blut und interstitielle Flüssigkeit zur Hämolymphe kombiniert werden.
Inhalt der Hämolymphe:
Plasma + Hämocyten
Transport von Stoffen (Nährstoffen, Metaboliten, Abbauprodukten)
Signalstoffe wie Hormone und Transmitter
Immunabwehr, Wundverschluss
Turgor bei Larven
Thermoregulation
Osmoregulation und Exkretion
Malpighische Gefäße:
blindgeschlossene Darmventrikel
Mündung in die Pylorusregion
Anzahl variiert zwischen 2 und 200
Länge von 2 bis >100 mm; Durchmesser zwischen 30 – 100 µm
Einschichtiges Epithel
Funktionen: Sekretion / Exkretion ins Lumen, Primärharn, Wasserentzug im Darm
Atmung
Insekten sind primär landlebende Tiere
Kein Gasaustausch über die Cuticula
Tracheen:
Weitverzweigtes Röhrensystem; kutikuläre Röhren
Querkommissuren zwischen Hemisphären
Funktionen der Tracheen und Kiemen
Ontogenese: ektodermale hohle Einstülpungen der Epidermis
Seitliche Mündungen = Stigmata; verstärkt durch Taenidien zur Steifigkeit
Große innere Oberfläche für effektiven Gasaustausch
Tracheolen: feinste Endverzweigungen
Fortpflanzung
Fortpflanzung von Insekten:
Paarungsarten:
Im Flug: z. B. Paarungsrad der Odonata
Auf festem Substrat (häufigste Art)
Im Wasser (z. B. Wasserwanzen, Wasserkäfer)
Getrenntgeschlechtlich mit seltener Parthenogenese
Innere Besamung:
Kopulationspfropf bei Honigbienen
Anlocken und Balzverhalten
„Hochzeitsgeschenke“
Weibliche Geschlechtsorgane
Ovarien:
Abdominalsegmente VI und VII, paarig
Besteht aus Eiröhren (Ovariolen): verbreitet 4-8, bei Honigbienen 160, Termiten 2000
Eileiter (Ovidukte) zum Transport der Eier
Unpaare Geschlechtsöffnung mit Ductus receptaculi und Receptaculi seminis
Ovipositor (Legeapparat) mit Drüsen, Sekreten
Männliche Geschlechtsorgane
Hoden:
Paarig, mit Hodenfollikeln
Spermatogenese, meist multifollikulär (>100 Follikel)
Samenleiter (Vasa deferentia) und Samenblase (Vesicula seminalis)
Ductus ejaculatorius (unpaar)
Komplexer Kopulationsapparat
Entwicklung von Insekten
Hemimetabole Entwicklung: Nymphenstadien bis zum adulten Zustand
Holometabole Entwicklung: Metamorphose beschrieben, z. B. bei Schmetterlingen:
Ei (Ovum) -> Raupe (Larve) -> Puppe (Chrysalis) -> adulter Schmetterling (Imago)
Nervensystem der Insekten
Grundbauplan:
Strickleiter-Nervensystem, evolutionär entwickeltes System
Aufbau:
Gehirn (dorsal) und Bauchmark (ventral)
Ganglienkette (Ganglion = Ansammlung von Nervenzellen), segmentaler Aufbau
Verbindungen:
Konnektiv: Verbindung zwischen Ganglien
Kommissuren: Verbindung zwischen den Hemisphären
Gehirnregionen:
Oberschlundganglion unterteilt in Protocerebrum (1. Segment), Deutocerebrum (Antennallobus), Tritocerebrum (Übergang zum USG)
Unterschlundganglion für Mundwerkzeuge
Thorakalganglien (Pro-, Meso-, Metathorakal) und Abdominalganglien (A6+7, A8-10)
Wichtig für Sensorik, Muskeln, Geschlechtsorgane
Auge der Insekten
Komplexaugen:
Zusammensetzung von vielen Einzelaugen (Ommatidien)
Sehen mit vielen Linsen, große Sehfelder und Spezialisierungen für Polarisationsmuster
Empfindlichkeit gegenüber ultraviolettem Licht
Sehen bei Fliegen:
Komplexaugen zeigen ein rasterartiges Bild mit geringerer Auflösung
Hören
Tympanalorgane:
Vordere Tibiae in Grillen und Laubheuschrecken
Extrem dünne Cuticulamembran mit vergrößerten Tracheen als Resonanzkammern
Starrer Tympanumrahmen sorgt für Schwingungsisolation
Fragen
Wodurch wird eine larvalen Häutung ausgelöst?
Welche Hormone sind an den Häutungen von Insekten beteiligt?
Was versteht man unter holometaboler Entwicklung?
Skizzieren Sie die inneren weiblichen Geschlechtsorgane der Insekten.
Erläutern Sie die Unterschiede zwischen Appositions- und Superpositionsaugen.
Welche Bestandteile bilden das zentrale Nervensystem der Insekten?
Was ist ein Ganglion?
Durch welche Strukturen sind die Ganglien der Hemisphären verbunden?
Was sind Konnektive?
Fachbegriffe
Kopulation
Ovariolen
Ovidukt
Ovipositor
Receptaculum seminis
Vasa deferentia und Vesicula seminalis
Ductus ejaculatorius
Hemimetabolie und Holometabolie
Ecdyson und Juvenilhormon
Corpora cardiac und allata
Prothorxdrüse
Metamorphose
Zentraler Mustergenerator
Ganglion
Proto-, Deuto-, und Tritocerebrum
Unterschlundganglion
Konnektiv und Kommissur
Ommatidium, Rhabdom, Cornea
Appositions- und Superpositionsauge
Retina
Tympanalorgan
Sensillum
Holometabole Entwicklung: hormonelle Steuerung
Hormonverteilung:
Kopf, Lobus opticus, Ocellen, etc.
Juvenilhormon und Ecdyson spielen zentrale Rollen in der Entwicklung und Häutung