Abiturvorbereitung Themenübersicht

Wiederholung und Abiturvorbereitung

  • Arbeitsauftrag:
    • Thema auswählen und Übersicht erstellen (Mind Map, Factsheet o.ä.).
    • Präsentation (max. 10 Minuten) mit anschließender Fragerunde.
    • Ausarbeitung und Präsentation werden benotet.

Themenübersicht

  • Wahrnehmung (Prozess, Beeinflussung)
  • Schlaf (Rhythmus, Schlafphasen, Melatoninausschüttung)
  • Schmerz (Definition, Entstehung, Weiterleitung, Verarbeitung)
  • Aufbau und Funktion des Gehirns (verschiedene Felder des Cortex und deren Funktion)
  • Mehrspeichermodell (Erklärung, Beispiele vom Sinnesorgan bis zum Zielspeicher)
  • Lernen und Gedächtnisbildung
  • Ruhe- und Aktionspotential, Weiterleitung (saltatorisch, kontinuierlich)
  • Weiterleitung an der Synapse (Beeinflussung durch Drogen, Gifte, Medikamente - 2 Beispiele)
  • Plastizität des Gehirns (Veränderungen, Phasen)
  • Alzheimer (Erklärung Krankheitsbild, Veränderung des Gehirns, Datenerhebung)
  • Multiple Sklerose (Erklärung Krankheitsbild, Datenerhebung)
  • Depression (Erklärung Krankheitsbild, Datenerhebung, Prävention)
  • Apoplex (Erklärung Krankheitsbild, Veränderung des Gehirns, Datenerhebung)
  • Hormone (Definition, Bildungsorte, Wirkungsmechanismus, Regelkreis)
  • Stress (aktive Hormone, Auswirkungen, Prävention)
  • Schilddrüsenhormone und deren Regelkreis
  • Bekleidung (Toxikologie, Fast Fashion)
  • Arzneimittelmarkt (Zulassung, (L)ADME-Modell, Missbrauch, Abhängigkeit, Sucht)
  • Sozialversicherung (Kranken-, Pflegeversicherung)
  • Sozialversicherung (Unfall-, Arbeitslosen-, Rentenversicherung)
  • Gesundheitssysteme (Unterscheidung, deutsches System erklären)
  • Probleme des deutschen Gesundheitswesens
  • Kennziffern der Epidemiologie (Prävalenz, Inzidenz, Odds Ratio, Konfidenzintervall mit Beispielen)
  • Studientypen (Erklärung, Vor- und Nachteile: Ein-Gruppen-prä/post-Design, RCT, nicht randomisierte Kontroll-Studie, prospektive/retrospektive Kohortenstudie)
  • Aufbau Studiendesign (RCT, Fall-Kontroll-Studie)
  • Prävention und Gesundheitsförderung (Arten, Unterscheidung)
  • Präventionsmodelle (Vulnerabilitätsmodell, Salutogenese, sozial-ökologisches Modell)

Regelkreise

  • Regler:

    • Zentrales Steuerungselement.
    • Vergleicht Istwert (aktuelle Temperatur) mit Sollwert (gewünschte Temperatur).
    • Veranlasst Reaktion bei Abweichung.
  • Sollwert:

    • Eingestellte Temperatur (Beispiel: 20°C).
  • Istwert:

    • Aktuell gemessene Temperatur (Beispiel: 16°C).
  • Messfühler:

    • Erfasst kontinuierlich die Temperatur.
    • Sendet Information an den Regler bei Abweichung vom Sollwert.
  • Reiz:

    • Äußere Störung (Beispiel: Abkühlung auf 10°C).
  • Reaktion:

    • Regler aktiviert System zur Wärmezufuhr.
    • Temperatur steigt (Beispiel: auf 30°C) zur Korrektur.
  • Systemtemperatur (Regelgröße):

    • Wird durch Maßnahmen an den Sollwert angepasst.
  • Prinzip der negativen Rückkopplung:

    • System wirkt automatisch gegen Abweichungen vom Sollwert, um Stabilität zu gewährleisten.

Multiple Sklerose (MS)

  • Definition: Autoimmunerkrankung
    • Fehlsteuerung des Immunsystems greift Myelinscheiden der Nervenzellen im ZNS an.
    • Folge: Entzündungen, Demyelinisierung, Sklerose.
    • Gestörte Signalweiterleitung und neurologische Symptome.
  • Ursachen: Multifaktoriell
    • Genetische Disposition.
    • Umweltfaktoren (Vitamin-D-Mangel).
    • Rauchen.
    • Infektionen (Pfeiffersches Drüsenfieber).
  • Krankheitsverlauf: Variabel
    • Typischerweise schubweise (plötzliche Symptome, teilweise/vollständige Rückbildung).
    • Auch fortschreitend ohne Schübe möglich.
    • Symptome abhängig von betroffenen Bereichen im ZNS.
  • Häufige Symptome:
    • Sensorische Symptome:
      • Empfindungsstörungen (Kribbeln, Taubheit, Schmerzen, gestörtes Temperaturempfinden).
      • Geschädigte Nervenfasern für Sinnesinformationen.
    • Motorische Symptome:
      • Bewegungsstörungen (Koordinationsprobleme, Muskelschwäche, Lähmungen, Muskelkrämpfe, Spastik, Feinmotorik-Probleme).
      • Geschädigte Nervenfasern für Muskel-Signale.
    • Visuelle Symptome:
      • Sehbeeinträchtigungen (verschwommenes Sehen, Doppelbilder, Augenschmerzen, Sehverlust).
      • Entzündungen.
    • Fatigue:
      • Chronische Erschöpfung, nicht durch Ruhe linderbar.
      • Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten.
      • Depressive Verstimmungen und Depressionen.
    • Kognitive Symptome:
      • Gedächtnis-, Konzentrations-, Aufmerksamkeitsstörungen, verlangsamte Informationsverarbeitung.
    • Blasen- und Darmprobleme:
      • Häufiger Harndrang, Harninkontinenz, Verstopfung.
    • Weitere Symptome:
      • Unsicherheit beim Gehen/Greifen, verwaschene Sprache (Dysarthrie), Schwindel, sexuelle Funktionsstörungen.
  • Behandlungsziele:
    • Symptomlinderung, Verlangsamung des Fortschreitens, Reduktion von Schüben.
    • Multidisziplinäre, individuelle Therapie.
  • Therapieformen:
    • Immunmodulierende Therapien:
      • Interferone, Glatirameracetat, orale Medikamente.
      • Reduktion von Schüben und Verlangsamung des Fortschreitens.
    • Immunsuppressive Therapien (bei aggressiven Verläufen):
      • Stärkere Unterdrückung des Immunsystems: Mitoxantron, Natalizumab, Ocrelizumab.
    • Symptomatische Therapien:
      • Medikamente gegen Muskelkrämpfe, Schmerzen, Blasen- und Darmfunktionsstörungen, Fatigue.
      • Physiotherapie, Ergotherapie, Rehabilitation.
    • Unterstützende Therapien:
      • Psychologische Unterstützung, Beratung, physikalische Therapie, Ernährungsberatung, Selbsthilfegruppen.
  • Studiendesign: populationsbasierte epidemiologische Studie auf Basis von Abrechnungsdaten
  • Methodik der Prävalenzschätzung:
    • MS-betroffen, wenn mindestens eine gesicherte MS-Diagnose in einem Quartal des Berichtsjahres und eine weitere gesicherte Diagnose innerhalb der folgenden drei Quartale.
    • Prävalenz als prozentualer Anteil der Betroffenen an der Gesamtbevölkerung der GKV-Versicherten (KM6-Statistik).
  • Haupterkenntnisse:
    • Zunahme der Prävalenz in allen Altersgruppen zwischen 2009 und 2015.
    • Geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen häufiger betroffen (Verhältnis ca. 2,5:1).
    • Altersabhängigkeit: Höchste Prävalenz in der Altersgruppe 45–54 Jahre, geringe Prävalenz bei Kindern/Jugendlichen und ab 60 Jahren.
    • Vergleich 2009 und 2015: 2015 gleichbleibend hohe Prävalenz in den Gruppen 45–49 und 50–54 Jahre (Frauen: 0,81 %, Männer: 0,33 %).

Depression

  • Definition: Psychische Störung
    • Gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit, fehlender Willensantrieb, Hoffnungslosigkeit.
    • Affektstörung mit episodischem Krankheitsverlauf.
  • Biologische Faktoren:
    • Genetische Veranlagung: Häufung in Familien.
    • Hirnchemie: Ungleichgewicht von Botenstoffen (Serotonin, Dopamin).
    • Hormonelle Veränderungen: Nach Geburt, Wechseljahre.
  • Psychologische Faktoren:
    • Traumatische Erlebnisse: Missbrauch, Trennung, Verlust.
    • Chronischer Stress: Hohe Arbeitsbelastung, Konflikte, finanzielle Sorgen.
    • Soziale Isolation: Einsamkeit.
    • Negative Denkmuster: Perfektionismus, Grübeln.
    • Mangelnde Stressbewältigungsstrategien.
  • Soziale Faktoren:
    • Soziales Netz aufbauen.
    • Stressbewältigung.
    • Aktivität und Engagement -> Begeisterung -> Glücksgefühl.
    • Sport.
    • Präventionsprogramme für Jugendliche -> soziale Kompetenz stärken, Problemlösung, destruktive Verhaltensweisen und Denkschemata abbauen
    • Rückfälle verhindern -> Medikamentöse Therapie oder Psychotherapie

Apoplex (Schlaganfall)

  • Definition: Plötzliche Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn
    • Schädigung des Gehirngewebes.
  • Pathogenese:
    • Ischämischer Schlaganfall (Hirninfarkt):
      • Blutversorgung unterbrochen -> Nervenzellen sterben ab (Nekrose).
      • Betroffene Hirnregion verliert Funktion.
      • Entzündungsreaktionen verschlimmern Schaden.
    • Hämorrhagischer Schlaganfall (Hirnblutung):
      • Blut tritt ins Gehirngewebe -> Druck auf Nervenzellen.
      • Gewebeschädigung durch Blutbestandteile.
      • Risiko für sekundäre Schwellungen & Hirndruck.
  • Ursachen / Risikofaktoren:
    • Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, familiäre Veranlagung, Geschlecht, höheres Lebensalter, Alkohol, Übergewicht, Stress.
  • Symptome:
    • Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Gangunsicherheiten, Schwindel, Desorientierung, Bewusstseinsstörung.
  • Datenerhebung:
    • Klinische Untersuchungen: FAST-Test, neurologische Tests.
    • Bildgebung: CT, MRT zur Darstellung von Hirnschäden.
    • Laborwerte: Bluttests zur Untersuchung von Gerinnungsstörungen, Blutzucker.
    • Statistische Daten: Erfassung von Risikofaktoren, Häufigkeit von Schlaganfällen.
  • Therapie:
    • Medikamentös: Thrombolytika (zur Auflösung von Gefäßverschlüssen durch Aktivierung der Fibrinolyse).
    • Chirurgisch: Thrombektomie (mechanische Entfernung von Blutgerinnseln per Katheter) bei ischämischem Schlaganfall.
  • Prävention:
    • Kontrolle von Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Vermeidung von Rauchen und Alkohol, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

Hormone

  • Definition: Signal-/Botenstoffe

    • Werden in Organen oder Geweben gebildet.
    • Regulieren Vorgänge im Körper (Stoffwechsel, Wachstum, Fortpflanzung).
  • Arten von Hormonen:

    1. Peptidhormone (z. B. Insulin, Glukagon):
      • Bestehen aus Aminosäuren, wirken meist schnell.
    2. Steroid-Hormone (z. B. Testosteron, Östrogen):
      • Leiten sich von Cholesterin ab, wirken oft langfristig.
    3. Aminosäureabkömmlinge (z. B. Adrenalin, Thyroxin):
      • Basieren auf einzelnen Aminosäuren.
  • Hormonbildungsstätten und zugehörige Hormone/Funktionen:

    • Epiphyse:
      • Melatonin (Schlaf/Wach-Rhythmus).
    • Hypothalamus:
      • TRH (Thyrotropin-Releasing-Hormon), CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon).
      • Reguliert die Freisetzung von Hormonen.
    • Hypophyse (Hirnhangdrüse):
      • TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon), ACTH (Andrenocorticotropes Hormon).
      • Stimuliert die Schilddrüse bzw. die Nebennierenrinde.
      • GH = Wachstumshormon.
    • Schilddrüse:
      • T3 (Trijodthyronin), T4 (Thyroxin).
      • Reguliert den Stoffwechsel/das Wachstum/die Entwicklung des Körpers.
    • Nebenniere:
      • Adrenalin + Cortisol.
      • Erhöht die Herzfrequenz + den Blutdruck, mobilisiert Energiereserven als Reaktion auf Stress, reguliert den Glukosestoffwechsel und reduziert Entzündungen.
    • Langerhansinseln der Bauchspeicheldrüse:
      • Insulin, Glukagon.
      • Reguliert den Blutzuckerspiegel (Insulin senkt, Glukagon erhöht).
    • Eierstock/Hoden:
      • Östrogene (Eierstock), Testosteron (Hoden).
      • Reguliert die Entwicklung und Funktion der Geschlechtsorgane sowie sekundäre Geschlechtsmerkmale.
    • Nebenschilddrüse:
      • Parathormon (PTH).
      • Reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel, erhöht den Calciumspiegel im Blut durch die Freisetzung aus den Knochen + erhöhte die Calciumresorption in den Nieren und Darm.
  • Regelkreislauf mit negativer Rückkopplung:

    *   Regelkreis mit negativer Rückkopplung sorgt dafür, dass Abweichungen vom gewünschten Zustand automatisch korrigiert
    *   Falls die gemessene Temperatur (Istwert) vom vorgegebenen Wert (Sollwert) abweicht, werden Maßnahmen ergriffen, um das System wieder in den gewünschten Zustand zu bringen.
    *   Hormone wirken über das endokrine System, das durch Rückkopplungsmechanismen reguliert wird, um ein Gleichgewicht (Homöostase) im Körper zu erhalten.
    
  • Wirkungsmechanismen:

    • Lipophile Hormone:
      • Hormon wird mit Transportprotein ins Blut transportiert.
      • Hormon gelangt in Zelle.
      • Andocken an spezifischen Rezeptor
      • Gelangt in Zellkern zur DNA.
      • Hormon-Rezeptor-Komplex setzt an Promotersequenz (Startbereich).
      • Transkription (Umschreiben der DNA in m-RNA).
      • Herstellung m-RNA.
      • Translation (Herstellung Protein: 3 Basen = Aminosäure).
      • Physiologischer Effekt
      • Proteinbiosynthese.
    • Hydrophile Hormone:
      • Hormon bindet an Rezeptoren der Zellmembran.
      • Rezeptoren verbunden mit G-Protein ($\alpha, \beta, \gamma$ - Untereinheit) und GDP.
      • Aktivierung durch Phosphorylierung zu GTP.
      • Spaltung von $\alpha$-Untereinheit + GTP + Aktiv.
      • Bindung an Effektorprotein.
      • Aktivierung + Entstehung von cAMP (cyclisches Adenosinmonophosphat, Second Messenger).
      • Bindung an Proteinkinasen + Aktivierung durch Abspaltung
      • Phosporylierung an Protein des Proteinteils der Kinase.
      • Transkriptionsfaktor ( ((REB))
      • Löst aus Transkription
      • Proteinbiosynthese; Promotersequenz.

Stress

  • Definition:
    • Körperliche und psychische Reaktion auf äußere Reize (Stressoren).
    • Ausgelöst durch Bedrohungen (Gefahrensituationen) oder Herausforderungen (Prüfungen).
    • Ziel: Körper auf schnelle Reaktion vorbereiten.
  • Körperliche Reaktion auf Stress:
    • Kurzfristige Stressreaktion (Sympathikus-Nebennierenmark-System):
      • Hypothalamus erkennt Gefahr und aktiviert sympathisches Nervensystem.
      • Nebennierenmark schüttet Adrenalin und Noradrenalin aus.
    • Langfristige Stressreaktion (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse):
      • Aktivierung durch langanhaltende Stressoren.
      • Freisetzung von Corticotropin-Releasing-Hormon im Hypothalamus.
      • Hypophyse schüttet adrenocorticotrope Hormone aus -> Stimuliert Nebennierenrinde.
      • Nebennierenrinde setzt Cortisol frei.
    • Folgen:
      • Langfristige Energiebereitstellung durch erhöhten Blutzuckerspiegel.
      • Unterdrückung von Entzündungsreaktionen.
      • Bei chronischem Stress: Erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Magengeschwüre, Gedächtnisprobleme.
    • Wirkung der Hormone:
      • Herz schlägt schneller -> Mehr Sauerstoff gelangt in die Muskeln und ins Gehirn.
      • Pupillen erweitern sich -> Du kannst besser sehen.
      • Blutzucker steigt -> Mehr Energie für schnelle Reaktionen.
      • Verdauung wird gehemmt -> Dein Körper spart Energie für wichtigere Dinge.
  • Rolle des Gehirns bei Stress:
    1. Amygdala („Angstzentrale“):
      • Bewertet, ob eine Situation gefährlich ist.
      • Erkennt Bedrohungen und aktiviert die Stressreaktion.
      • Gibt Signale an den Hypothalamus, um Hormone auszuschütten.
    2. Hippocampus („Gedächtniszentrum“):
      • Speichert stressige Erlebnisse, damit du dich in Zukunft davor schützen kannst.
      • Bei chronischem Stress kann er jedoch geschädigt werden, was dein Gedächtnis beeinträchtigt.
    3. Präfrontaler Cortex („Kontrollzentrum“):
      • Reguliert deine Emotionen und hilft, Stress zu bewältigen.
      • Wenn du z. B. bewusst tief durchatmest oder dich beruhigst, ist dieser Bereich aktiv.
      • Bei dauerhaftem Stress kann er geschwächt werden, was es schwerer macht, sich zu konzentrieren oder rational zu reagieren.
  • Stressbewältigung:
    • Körperliche Aktivität: Sport baut Stresshormone ab.
    • Entspannungstechniken: Meditation, Atemübungen, Yoga.
    • Gesunde Ernährung: Unterstützt das Nervensystem.
    • Soziale Unterstützung: Gespräche mit Familie und Freunden helfen.
    • Schlaf: Wichtige Regenerationsphase für Körper und Geist.

Schilddrüsenhormone und deren Regelkreis

  • Die Schilddrüse produziert die Hormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die den Energiestoffwechsel regulieren.

  • Hauptfunktionen T3 & T4:

    • Steigerung des Energieverbrauchs.
    • Förderung des Wachstums & der Gehirnentwicklung.
    • Regulation des Stoffwechsels.
  • Regelkreislauf (mit negativer Rückkopplung):

    1. Reiz: Sinkt der T3/T4-Spiegel im Blut (z. B. durch Jodmangel), erkennt der Hypothalamus diese Abweichung.
    2. Messfühler: Die Hypophyse misst den Istwert der Schilddrüsenhormone.
    3. Regler: Der Hypothalamus setzt vermehrt das TRH (Thyreotropin-Releasing-Hormon) frei.
    4. Reaktion: Die Hypophyse schüttet mehr TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) aus, das die Schilddrüse zur verstärkten Produktion von T3 und T4 anregt.
    5. Korrektur: Sobald der T3/T4-Spiegel wieder dem Sollwert entspricht, wird die TSH-Freisetzung gehemmt (negative Rückkopplung), um eine Überproduktion zu verhindern.
  • Erkrankungen der Schilddrüse:

    • Überfunktion (Hyperthyreose):
      • Symptome: Gewichtsverlust, Schwitzen, Zittern, erhöhter Puls.
      • Ursache: Autoimmunerkrankungen, Schilddrüsenknoten.
      • Therapie: Hemmstoffe (Thyreostatika), OP oder Radiojodtherapie.
    • Unterfunktion (Hypothyreose):
      • Symptome: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit, verlangsamter Stoffwechsel.
      • Ursachen: Jodmangel, Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung).
      • Therapie: Hormonersatztherapie (L-Thyroxin).

Bekleidung (Toxikologie, Fast Fashion)

  • Toxische Substanzen in der Bekleidungsindustrie:
    • Azofarben:
      • Synthetische Farbstoffe, die bei der Zersetzung krebserregende aromatische Amine freisetzen.
      • Besonders in dunklen und leuchtenden Textilfarben verbreitet.
    • Chlorbenzole:
      • Lösungsmittel und Konservierungsmittel in Textilien.
      • Schädigen Leber und Nervensystem, umwelttoxisch.
    • Chlorparaffine:
      • Weichmacher und Flammschutzmittel in Kunststoffen und Beschichtungen.
      • Stark umweltschädlich und potenziell krebserregend.
    • Chlorphenole:
      • Desinfektions- und Konservierungsmittel gegen Schimmel und Bakterien in Textilien.
      • Verursachen Hautreizungen und Organschäden.
    • Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC):
      • Wasser-, fett- und schmutzabweisende Substanzen in Outdoor-Bekleidung.
      • Umweltpersistent und hormonell wirksam, beeinträchtigt die Fortpflanzung.
    • Bromierte Flammschutzmittel:
      • Machen Textilien schwer entflammbar.
      • Toxisch für die Schilddrüse und das Nervensystem, schwer abbaubar.
    • Organozinnverbindungen:
      • Antibakterielle Substanzen zur Vermeidung von Gerüchen und Schimmel.
      • Hormonell wirksam und schädlich für Wasserorganismen.
    • Formaldehyd:
      • Verhindert Knittern und Schimmelbildung in Textilien.
      • Kann Hautreizungen, Allergien und Krebs verursachen.
  • Fast Fashion - Definition und Auswirkungen:
    • Was ist Fast Fashion?
      • Fast Fashion bezeichnet die schnelle, kostengünstige Produktion von Kleidung, die sich an aktuellen Modetrends orientiert und nur für kurze Zeit getragen wird.
    • Merkmale:
      • Massenproduktion in Niedriglohnländern.
      • Einsatz billiger, oft toxischer Materialien.
      • Hoher Ressourcenverbrauch und enorme Abfallmengen.
    • Ökologische und gesundheitliche Folgen:
      • Hoher Wasserverbrauch und Chemikalienbelastung (z. B. durch Azofarben und PFC).
      • Freisetzung von Mikroplastik durch synthetische Fasern wie Polyester.
      • Schlechte Arbeitsbedingungen und gesundheitliche Risiken für die Arbeiter:innen.
    • Beispiele:
      • Zara und H&M: Wöchentliche neue Kollektionen und aggressive Werbestrategien fördern die Wegwerfkultur.
      • Greenpeace-Kampagne "Detox My Fashion" (2011): Aufdeckung giftiger Chemikalien in Textilien großer Modemarken.
  • Lösungsansätze und Alternativen:
    • Nachhaltige Materialien: Bio-Baumwolle, Hanf, recycelte Fasern.
    • Zertifizierungen: GOTS (Global Organic Textile Standard), OEKO-TEX Standard 100.
    • Kreislaufwirtschaft: Second-Hand-Kleidung, Upcycling und Recycling.
    • Transparente Lieferketten: Faire Arbeitsbedingungen und umweltfreundliche Produktion.
    • Beispiel:
      • Das Unternehmen Patagonia setzt auf recycelte Materialien und faire Produktionsbedingungen.

Arzneimittelmarkt

  • Definition:
    • Markt für die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Medikamenten.
    • Wichtiger Bestandteil des Gesundheitssystems.
    • Umfasst alle Medikamente, die verschrieben oder rezeptfrei erhältlich sind.
  • Zulassung von Arzneimitteln:
    • Medikamente müssen klinische Studien durchlaufen, um sicherzustellen, dass sie sicher und wirksam sind.
  • Phasen der klinischen Studien:
    • Phase 1: Sicherheit und Dosierung.
    • Phase 2: Wirksamkeit und Nebenwirkungen.
    • Phase 3: Langzeitstudien mit größeren Patientengruppen.
    • Phase 4: Post-Marketing-Überwachung.
  • Zulassung von Arzneimitteln:
    • In Europa erfolgt die Zulassung durch die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur).
  • Wirkungsweise von Arzneimitteln ((L)ADME-Modell):
    • L – Liberation: Freisetzung des Medikaments aus der Formulierung (z.B. Tablette).
    • A – Absorption: Aufnahme des Medikaments in den Blutkreislauf.
    • D – Distribution: Verteilung im Körper.
    • M – Metabolismus: Umwandlung des Medikaments in andere Substanzen (Leber).
    • E – Exkretion: Ausscheidung des Medikaments (vorwiegend über Nieren und Urin).
    • Faktoren, die Wirkung und Geschwindigkeit beeinflussen
      • Alter: Ältere Menschen haben oft einen langsameren Stoffwechsel und reagieren daher anders auf Medikamente als junge Erwachsene.
      • Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können die Wirksamkeit und Verarbeitung von Medikamenten verändern.
      • Genetik: Die genetische Veranlagung eines Patienten kann die Art und Weise beeinflussen, wie der Körper Medikamente abbaut und verarbeitet.
  • Gefahr von Missbrauch, Abhängigkeit und Sucht:
    • Missbrauch von Arzneimitteln: Illegale Verwendung von Medikamenten, die zu einer körperlichen oder psychischen Schädigung führen kann. Beispiele: Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, und Aufputschmittel.
    • Sucht: Psychische Sucht: Zwang, das Medikament immer wieder zu konsumieren, um emotionale oder psychische Probleme zu lindern. Körperliche Sucht: Körper reagiert mit Entzugserscheinungen, wenn das Medikament nicht mehr eingenommen wird.
    • Abhängigkeit Einige Medikamente, besonders solche mit beruhigender oder euphorisierender Wirkung, können abhängig machen. Beispiele: Opioide, Benzodiazepine, und andere Psychopharmaka.
    • Toleranzbildung: Immer höhere Dosen erforderlich.

Sozialversicherung

  • Unfallversicherung:
    • Einführung & Rechtsgrundlage:
      • Eingeführt: 1884 (Teil der Bismarcksche Sozialreform).
      • Rechtsgrundlage: SGB VII.
    • Wer ist versichert?
      • Arbeitnehmer, Azubis, Schüler, Studierende.
      • Kinder in Kitas.
      • Ehrenamtliche unter bestimmten Bedingungen.
      • Bestimmte Selbstständige (z. B. Handwerker, Künstler, Landwirte).
    • Was ist versichert?
      • Arbeitsunfälle & Wegeunfälle.
      • Berufskrankheiten.
    • Träger:
      • Gesetzliche Unfallversicherung.
      • Berufsgenossenschaften (für Unternehmen).
      • Unfallkassen (für öffentlichen Dienst, Schulen, Kitas).
    • Finanzierung & Beiträge:
      • Alle Beiträge zahlt der Arbeitgeber.
      • Beitragshöhe abhängig von der Gefahrenklasse des Betriebs.
    • Leistungen:
      • Medizinische Versorgung (Arzt, Krankenhaus, Reha).
      • Verletztengeld (80 % des letzten Bruttogehalts).
      • Unfallrente bei dauerhaften Schäden.
      • Hinterbliebenenrente.
      • Präventionsmaßnahmen (Unfallverhütung).
  • Arbeitslosenversicherung:
    • Einführung & Rechtsgrundlage:
      • Eingeführt: 1927.
      • Rechtsgrundlage: SGB III.
    • Wer ist versichert?
      • Pflichtversichert: Arbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtigem Job.
      • Freiwillig: bestimmte Selbstständige.
      • Nicht versichert: Beamte, Selbstständige ohne freiwillige Versicherung.
    • Was ist versichert?
      • Einkommensverlust durch Arbeitslosigkeit.
      • Maßnahmen zur Wiedereingliederung (Weiterbildung, Umschulung).
    • Träger:
      • Bundesagentur für Arbeit.
    • Finanzierung & Beiträge:
      • Arbeitnehmer & Arbeitgeber zahlen je 50 %.
      • Beitragssatz: ca. 2,6 % des Bruttogehalts.
    • Leistungen:
      • Arbeitslosengeld I (ALG I): Anspruch nach mind. 12 Monaten Arbeit, Höhe: 60 % des letzten Nettoverdienstes (67 % mit Kind), Bezugsdauer 6–24 Monate (abhängig von Versicherungszeit & Alter).
      • Arbeitslosengeld II (Bürgergeld): Staatliche Grundsicherung für Bedürftige.
      • Zusätzliche Unterstützung: Förderung von Weiterbildungen, Umschulungen und Bewerbungskosten.
  • Rentenversicherung:
    • Einführung & Rechtsgrundlage:
      • Eingeführt: 1889.
      • Rechtsgrundlage: SGB VI.
    • Wer ist versichert?
      • Pflichtversichert: Arbeitnehmer, Azubis, einige Selbstständige (z. B. Handwerker, Künstler).
      • Freiwillig versicherbar: Selbstständige & bestimmte Berufsgruppen.
    • Was ist versichert?
      • Altersrente (Regelaltersrente, vorzeitige Rente, Teilrente).
      • Erwerbsminderungsrente (bei gesundheitlicher Einschränkung).
      • Hinterbliebenenrente (für Witwen, Witwer, Waisen).
    • Träger:
      • Deutsche Rentenversicherung (DRV).
    • Finanzierung & Beiträge:
      • Arbeitnehmer & Arbeitgeber zahlen je 50 % der Beiträge.
      • Beitragssatz: 18,6 % des Bruttogehalts.
      • Umlageverfahren: Die Beiträge der heutigen Arbeitnehmer finanzieren die aktuellen Rentner.
      • Bundeszuschüsse aus Steuermitteln.
    • Leistungen:
      • Monatliche Rentenzahlung ab Erreichen des Rentenalters.
      • Erwerbsminderungsrente bei gesundheitlicher Einschränkung.
      • Hinterbliebenenrente für Ehepartner & Kinder.
      • Reha-Maßnahmen zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.

Gesundheitssysteme im Vergleich

  • Definition: Ein Gesundheitssystem umfasst alle Einrichtungen, Organisationen und Regelungen, die dafür sorgen, dass Menschen medizinisch versorgt werden. Dazu gehören Krankenhäuser, Ärzte, Krankenkassen und der Staat. Es bestimmt, wie die Gesundheitsversorgung finanziert wird und wer Zugang zu welchen Leistungen hat.

    1. Staatliches Gesundheitssystem (Beveridge-Modell):

      • Merkmale:
        • Finanzierung erfolgt durch Steuern -> Alle Bürger zahlen in das System
        • Zugang zur Gesundheitsversorgung ist für alle gleich und in der Regel kostenlos.
        • Ärzte und medizinisches Personal sind häufig direkt beim Staat angestellt
        • Es gibt ein festgelegtes Budget für das Gesundheitswesen,