1.Kommunikation
Seite 1: Heilige Begegnungen
Kommunikationsmodell:
Sender → innerer Gedanke (subjektiv = nicht wahrnehmbar) = Kodierung (Sprache) = Äußerung
Medium → Schallwellen, Schrift, Gesten, Mimik, Schilder, Zeichen… (objektiv = wahrnembar)
Empfänger → gespiegelter, innerer Gedanke (subjektiv) = Dekodierung (Verstehen) = Wahrnehmung
Kernbotschaft: Eine Begegnung mit einer anderen Person ist heilig.
Die Perspektive, wie man den anderen sieht, spiegelt das Selbstbild wider.
Die Art und Weise der Behandlung des anderen reflektiert die Selbstbehandlung.
Die Gedanken über andere beeinflussen die eigenen Gedanken über sich selbst.
Die Bedeutung dieser Interaktionen: In jedem anderen kann man sich selbst finden oder verlieren.
Seite 2: Kommunikationsquadrate von Schulz von Thun
Friedemann Schulz von Thun
Kernidee: Kommunikation umfasst mehr als nur den Informationsaustausch.
Sender und Empfänger entschlüsseln Botschaften in vier Dimensionen:
Sachinhalt: Eindeutige Information. (oben)
Selbstoffenbarung: Was der Sender über sich selbst preisgibt. (links)
Beziehung: Wie stehen Sender und Empfänger zueinander. (unten)
Appell: Einflussnahme des Senders auf den Empfänger. (rechts)
Quadrat-Aufbau: Links vom Quadrat ist der Sender mit 4 Schnäbeln, rechts ist der Empfänger mit 4 Ohren.
Beispiel: Ein Satz der Mutter über ihren Sohn enthält mehr als nur die Feststellung, dass sie sich freut, ihn zu sehen. → „Schön, dass du mal wieder da bist“
Seite 3: Botschaften und Beziehungen
Sachinhalt: Die Tatsache, dass es schön ist, dass er da ist!
Selbstoffenbarung: Die Gefühle der Mutter zeigen, dass sie ihren Sohn vermisst hat.
Beziehung: Der Satz enthält kritische Untertöne über das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn. Diese könnten, aussagen, dass er sich zu wenig um sie kümmert + dass sie eine enge Beziehung zueinander pflegen.
Appell: Die implizierte Aufforderung, häufiger zu besuchen.
Interpretation: Kommunikationsprozesse beinhalten oft Verwirrung, da Sender und Empfänger verschiedene Aspekte gewichten können, obwohl die Aussage klar ist, dennoch eine Seite des Quadrates überwiegend wahrnehmen.
Nonverbale Kommunikation: Nonverbale Elemente wie Mimik und Gestik tragen zur Kommunikation bei, können jedoch die Sach- und Selbstoffenbarung nicht ersetzen.
Seite 4: Missverständnisse in der Kommunikation
Entwicklung von Missverständnissen: Sender und Empfänger gewichten unterschiedliche Botschaften.
Beispiel: Ein begrüßendes Schweigen in einem Zugabteil.
Sachinhalt: Der Gast schweigt
Selbstoffenbarung: Ich will meine Ruhe haben
Beziehung: Sie sind kein attraktiver Gesprächspartner für mich
Appell: Fangen Sie bloß kein Gespräch mit mir an
Grundgesetz der Kommunikation: Jedes Verhalten hat Mitteilungscharakter.
Praktisches Beispiel: Eine Patientin äußert Schmerzen, was mehrere Botschaften über ihre Anliegen und Gefühle transportiert:
Sachinhalt: Starke Schmerzen.
Selbstoffenbarung: Enttäuschung über Behandlung, entmutigt
Beziehung: Vertrauen zur behandelnden Person.
Appell: Bitte um Hilfe.
Grunderkenntnis in der Botschaftsanalyse: Vier zentrale Dinge geschehen in der Kommunikation.
Ich teile einen Sachverhalt mit - Information
Spreche über mich - Selbstoffenbarung
Sage ich meinem Gegeüber, was ich von ihm halte - Beziehungsebene
Versuche ich, einfluss zu nehmen - Appell