Notizen zur Vorlesung über Stressadaptation und Extremophilie

Allgemeine & Spezielle Mikrobiologie
  • Vorlesung XVII: Stressadaptation zur Extremophilie
  • Relevante Vorlesungen für Umweltwissenschaftler und Humanbiologen bis zur Weihnachtspause sind nur Teil 1.
Stress vs. Extremophilie
  • Definition Stress:
    • Für Menschen: Zustand der Sorge oder psychischen Anspannung durch schwierige Situationen, der uns hilft, Herausforderungen zu begegnen.
    • Für Mikroben: Reize, die Mikroben in nicht optimale Wachstumsbedingungen versetzen. Erfordert physiologische Anpassungen zur Überlebensfähigkeit.
  • Definition Extremophilie:
    • Fähigkeit von Mikroben, unter extremen Bedingungen zu wachsen (hohe/niedrige Temperaturen, extreme pH-Werte, hoher Salzgehalt).
Fragen zur Stressadaptation und Extremophilie
  • Sind alle Archaeen extremophil?
  • Sind alle Extremophilen Archaeen?
  • Wie passen sich Mikroben an sehr hohe/niedrige Temperaturen an?
Beispiel Mikroben
  • Thermophile:
    • Optimales Wachstum bei hohen Temperaturen (z.B. > 80 °C).
    • Archaeen wie Pyrolobus fumarii leben und wachsen bei extremen Temperaturen (u.a. 121 °C).
  • Psychrophile:
    • Wachsen bei niedrigen Temperaturen (z.B. < 15 °C) und können bis -45 °C überleben.
Umweltparameter und Stress
  • Temperaturalterung:
    • Hyperthermophile, extremophile, thermophile, psychrophile Organismen mit spezifischen Temperaturinteressen (z.B. Pyrolobus fumarii, Streptococcus thermophilus).
  • Strahlung:
    • Radio-resistente Organismen wie Deinococcus radiodurans.
  • Druck:
    • Piezophile, die unter hohem Druck leben (z.B. Morixella profunda).
  • Salzgehalt:
    • Halophile leben bei hohen NaCl-Werten (z.B. Halobacteriaceae).
  • pH-Werte:
    • Alkaliphile (z.B. Natronobacterium) und Acidophile (z.B. Ferroplasma).
  • Sauerstoffverhältnisse:
    • Anaerobe und mikroaerophile Organismen.
Stressadaption durch spezifische Mechanismen
  • Proteine:
    • Anpassungen durch spezifische Aminosäurezusammensetzungen und Chaperone, die die Stabilität erhöhen.
  • DNA:
    • Hoher G-C-Gehalt, Verwendung von extremolyten für Stabilität.
  • Membranstruktur:
    • Verwendung von gesättigten Lipiden zur Erhöhung der Schmelztemperatur und von spezifischen Lipidstrukturen (z.B. Monolayer in Thermophilen).
Extremozyme
  • Enzyme, die hitzestabil sind und in der Biokatalyse verwendet werden, z. B. Taq-Polymerase für PCR-Techniken.
Strategien der Kälteanpassung
  • Psychrophile Mikroben zeigen spezifische Anpassungen wie
    • Erhöhung der Membranfluidität durch ungesättigte Lipide,
    • Synthese von Kryoprotektantien, um Eiskristallbildung zu verhindern.
Abschließende Gedanken
  • Stressadaptation und Extremophilie sind eng miteinander verwoben, jedoch nicht identisch. Mikroben beschäftigen verschiedene Strategien zur Anpassung an ihre Umgebung und Stress.
  • Notizen zur nächsten Vorlesung:
    • Weiterführende Fragen zur Anpassung von Mikroben an extreme Bedingungen.