Photosynthese, Proteine, Enzyme, Ökologie, Nervenphysiologie, Genetik, Evolution
Photosynthese
- Findet in Chloroplasten statt.
- Benötigt Farbstoffe (Chlorophyll).
- Kohlendioxid (CO_2) aus der Luft.
- Sonnenenergie.
- Wasser (H_2O) aus dem Boden.
- Reaktionsgleichung: 6 CO2 + 6 H2O \rightarrow C6H{12}O6 + 6 O2
- Produkte: Zucker (C6H{12}O6) und Sauerstoff (O2).
- Erzeugt ca. 32 ATP.
Proteine
- Primärstruktur: Aminosäuren, Polypeptidkette.
- Sekundärstruktur: Polypeptid-Rückgrat, Wasserstoffbrücken.
- Alpha-Helix oder Beta-Faltblatt.
- Tertiärstruktur: Räumliche Anordnung der Sekundärstrukturen.
- Quartärstruktur: Anordnung mehrerer Tertiärstrukturen.
Enzyme
- Untergruppe der Proteine, die als Biokatalysatoren dienen.
- Verringern die Aktivierungsenergie.
- Substratspezifisch: Schlüssel-Schloss-Prinzip (reagieren nur mit einem bestimmten Substrat).
- Reaktionsspezifisch: Katalysieren nur eine bestimmte Umwandlung.
Aktives Zentrum
- Ort der Substratbindung und Katalyse.
Kompetitive Hemmung
- Rückgängig machbare Hemmung.
- Inhibitor ähnelt dem Substrat und blockiert das aktive Zentrum.
- Kann durch hohe Substratkonzentration aufgehoben werden.
Nicht-Kompetitive Hemmung (Allosterische Hemmung)
- Inhibitor bindet nicht am aktiven Zentrum, sondern an anderer Stelle des Enzyms.
- Führt zu struktureller Veränderung des aktiven Zentrums.
Ökologie
Interspezifische Beziehungen
- Symbiose: Vorteilhafte Zusammenarbeit zweier oder mehr Arten.
- Endosymbiose: Aufnahme eines Prokaryoten durch eine eukaryotische Wirtszelle, Entwicklung zu einem Zellorganell (z.B. Chloroplasten und Mitochondrien).
- Ektosymbiose: Symbiont befindet sich außerhalb des Wirtsorganismus.
- Kommensalismus: Interaktion, die für eine Art positiv und für die andere neutral ist.
- Allianz: Eine dritte Art greift in die Wechselbeziehung zwischen zwei Arten ein (z.B. Madenhacker, die Wildtiere von Parasiten befreien).
- Konkurrenz: Wettbewerb um begrenzte Ressourcen, beeinflusst Überlebens- und Fortpflanzungschancen.
- Parasitismus: Ein Organismus hat Vorteil, der andere Nachteil.
- Räuber-Beute-Beziehung: Wechselbeziehung zwischen Populationsdichten von Räubern und Beute.
- Sinkt die Beutepopulation, sinkt verzögert die Räuberpopulation.
Toleranzbereich
- Stenök: Organismen mit engem Toleranzbereich für bestimmte Umweltfaktoren.
- Euryök: Organismen mit großem Toleranzbereich bezüglich eines oder mehrerer Umweltfaktoren.
- Pessimum: Bereich nahe Minimum oder Maximum, in dem die Lebensbedingungen am schlechtesten sind.
- Optimum: Optimaler Bereich für die Lebensprozesse eines Organismus.
Temperaturregulation
- Poikilotherm: Wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur von der Außentemperatur abhängt.
- Homoiotherm: Gleichwarme Tiere (Vögel und Säugetiere) mit konstanter Körpertemperatur unabhängig von der Umgebungstemperatur.
- Bergmannsche Regel: Gleichwarme Tiere der gleichen Art haben unterschiedliche Größen je nach Lebensraum; größere Tiere in kälteren Regionen (weniger relative Oberfläche, weniger Wärmeverlust).
- Allensche Regel: Körperanhänge gleichwarmer Tiere sind in kälteren Regionen kleiner als in wärmeren Regionen.
- Große Ohren in warmen Regionen dienen der Wärmeregulierung (große Oberfläche, Wärmeabgabe).
Population und Ökosystem
- Population: Gesamtheit aller Individuen einer Art in einem bestimmten Gebiet, die sich untereinander fortpflanzen können.
- Ökosystem: Zusammenspiel der Biozönose (belebte Umwelt) und des Biotops (unbelebte Umwelt).
- Ökologische Nische: Gesamtheit der biotischen und abiotischen Umweltfaktoren, die eine Art zum Überleben benötigt, und die Rolle, die sie in ihrem Lebensraum spielt.
Volterra-Gesetze
- 1: Populationsgrößen von Räuber und Beute schwanken periodisch (Phasenverschiebung).
- 2: Mittelwerte der Räuber- und Beutepopulationen sind konstant.
- 3: Proportionale Dezimierung beider Populationen führt kurzfristig zu einer Vergrößerung des Mittelwerts der Beutepopulation und einer Verkleinerung des Mittelwerts der Räuberpopulation.
Fortpflanzungsstrategien
- R-Strategen: Hohe Reproduktionsrate, schnelle Vermehrung und Ausbreitung in wechselhaften Umgebungen, wenig Brutpflege.
- K-Strategen: Wenige Nachkommen, in die viel Energie investiert wird, um die Überlebenschancen zu erhöhen, angepasst an stabile Umweltbedingungen, erreichen die Kapazitätsgrenze ihres Lebensraums.
RGT-Regel (Reaktions-Geschwindigkeits-Temperatur-Regel)
- Verdopplung der Reaktionsgeschwindigkeit bei Temperaturerhöhung um 10 °C, solange keine Denaturierung stattfindet.
- Denaturierung: Strukturelle Veränderung von Proteinen durch Hitze, Säure oder Salze.
Stoffkreisläufe
- Stickstoffkreislauf
- CO2-Kreislauf
Nervenphysiologie
- Bestandteile einer Nervenzelle:
- Zellkern
- Axon
- Myelinscheide
- Endknöpfchen (Synapse)
- Dendrit
- Soma
- Ranvierscher Schnürring
Funktion der Bestandteile
- Axonhügel: Summiert eingehende Signale, löst Aktionspotenzial aus.
- Axon: Leitet elektrische Signale (Aktionspotenziale) weiter.
- Soma (Zellkörper): Enthält Zellkern und Organellen, verarbeitet Signale.
- Ranvierscher Schnürring: Lücken in der Myelinscheide, ermöglichen saltatorische Erregungsleitung.
- Endknöpfchen (Synaptisches Endknöpfchen): Geben chemische Signale (Neurotransmitter) an nächste Zelle weiter.
Aktionspotential
- Auslösung bei Erreichen des Schwellenpotenzials (ca. -55 mV).
- Ablauf:
- Ruhepotenzial: -70 mV.
- Reize verändern Membranpotenzial.
- Erreichen des Schwellenwerts (-55 mV) am Axonhügel.
- Öffnung spannungsgesteuerter Natriumkanäle (Depolarisation).
- Weiterleitung des Signals entlang des Axons.
- Alles-oder-Nichts-Prinzip: Kein Aktionspotenzial unterhalb des Schwellenwerts.
Phasen des Aktionspotentials
- Depolarisation: Natrium (Na^+) Kanäle offen.
- Repolarisation: Kalium (K^+) Kanäle offen, Natriumkanäle inaktiviert.
- Refraktärzeit: Absolute und relative Refraktärzeit.
- Ruhepotential: Wiederherstellung des Ruhepotentials.
Reizleitung
- Reizaufnahme: Elektrische Veränderung in Sinneszellen oder Rezeptoren.
- Erregung: Erzeugung eines Aktionspotenzials.
- Weiterleitung: Saltatorische Weiterleitung bei myelinisierten Axonen.
- Synapsen: Signalübertragung durch Neurotransmitter.
- Reizverarbeitung: Aufnahme und Verarbeitung des Signals durch die empfangene Zelle.
Genetik
DNA (Desoxyribonukleinsäure)
- Bauplan der Enzyme in Doppelhelixstruktur (3' -> 5' Richtung).
- Besteht aus Phosphatrest, Zucker und komplementären Basen (Cytosin, Guanin, Adenin, Thymin).
RNA (Ribonukleinsäure)
- Einzelstrang.
- Basen: Cytosin, Guanin, Adenin, Uracil.
Proteinbiosynthese
- Transkription: Umwandlung der DNA-Information in mRNA.
- Translation: (Im Zytoplasma an den Ribosomen)
- mRNA bindet an Ribosom.
- tRNA transportiert passende Aminosäuren zur mRNA (Anticodon komplementär zum Codon).
- Ribosom liest Codons ab.
- Aminosäuren werden durch Peptidbindungen verknüpft (wachsende Polypeptidkette).
- Stop-Codon beendet Translation, Aminosäurenkette wird freigesetzt und faltet sich zu spezifischer 3D-Struktur.
Mutationen
- Genmutation:
- Substitution (Stumme, Missense, Nonsense Mutation)
- Insertion
- Deletion
- Genommutation:
- Chromosomenmutation:
- Deletion
- Duplikation
- Inversion
- Translokation
- Ringchromosommutation
Vererbung
- Mendelsche Gesetze
- Parentalgeneration
- Filialgeneration
- Phänotyp
- Genotyp
- Homozygot
- Heterozygot
- Dominant
- Rezessiv
- Meiose
- Mitose (Prophase, Anaphase, Metaphase, Interphase, Telophase)
- Autosomal
- Gonosomal
Synthetische Evolutionstheorie
- Population: Gruppe von Individuen einer Art im gleichen Lebensraum, die sich miteinander fortpflanzen können.
- Genpool: Gesamtheit aller Genvariationen (Allele) einer Population.
- Genfluss: Austausch genetischen Materials zwischen Populationen.
- Gendrift: Veränderung der Allelhäufigkeit im Genpool.
- Adaptive Radiation: Auffächerung einer wenig spezialisierten Art in mehrere stärker spezialisierte Arten.
Selektion
- Stabilisierende Selektion: Durchschnittliche Merkmale werden bevorzugt.
- Transformierende Selektion: Merkmale weichen in eine Richtung vom Mittelwert ab.
- Disruptive Selektion: Förderung extremer Merkmale.
- Panmixie: Zustand, in dem sich Angehörige einer Population ohne Selektions- oder Isolationsfaktoren vermehren können.
- Industriemelanismus: Einlagerung dunkler Pigmente (Melanin) seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Entwicklung
- Konvergente Entwicklung (Analogie): Entwicklung ähnlicher Merkmale bei nicht verwandten Arten (Maulwurfsarm zum Graben, Grabbeine Maulwurfsgrille).
- Divergente Entwicklung (Homologie): Entwicklung verschiedener Merkmale bei verwandten Arten (Menschlicher Arm zum Greifen, Vogelflügel zum Fliegen).
- Natürliche Selektion/Auslese: Besser angepasste Lebewesen überleben, weniger gut Angepasste sterben aus.
Weitere Effekte
- Gründereffekt: Wenig Variabilität innerhalb einer Population, die auf wenige Individuen zurückgeht.
- Überproduktion von Nachkommen
- Variabilität: Unterschiede in Merkmalen zwischen Individuen einer Art.