Schäfer: die Bedeutung des Spiels und Sprachentwicklung

  • Grundannahmen

     

    • Theorie befasst sich mit dem Spielen

    • Spielen hat Einfluss auf soziale und kognitive Entwicklung und damit eine große Bedeutung für den Bildungsprozess

    • Grundbausteine sind die Nachahmung und die Erfahrung szenisch handelnder Strukturierung

    • Kinder spielen nur Dinge die sie kennen -> Spiel besteht aus Bildern der Wirklichkeit

    • Diese Wirklichkeit könne Sie so behandeln wie sie wollen, da sie nur eine Simulation ist -> so-tun-Als-ob = Spiel = Simulation der Wirklichkeit

     

    Warum spielen Kinder?

    • Erleben der Wirklichkeit ohne realistische Konsequenzen

    • Lernt durch Spiel über die Welt

    • Fördert Verhältnis zur Wirklichkeit

    • Bildung des Kindes beginnt mit der Geburt

     

    Funktion

    • Sinnliche, körperliche, kognitive, emotionale, moralische und soziale Fähigkeiten sind ins Spiel eingezogen

    • Kognitiv wird logisches Denken gefördert

    • Experimentelle Felder für Neugier, Ausprobieren und Erfindung öffnen sich

    • Imaginative Möglichkeiten ergeben sich (Vergegenwärtigung verschiedenster Wirklichkeiten im Als-Ob-Denken)

    • Emotionale Beziehungen und Probleme können strukturiert und bewältigt werden

    • Die Betrachtung sozialer und moralischer Prinzipien werden geschult

     

    Grammatik

    • Spielerisches Verhalten ist frei von äußeren Zwängen, erstreben kein bestimmtes Ziel

    • Bildet einen eigenen Verhaltensbereich

    • Erzeugt Spannungen immer wieder aus sich selbst -> motiviert über den gesamten Zeitraum des Spiels

    • Hat ein Anfang und ein Ende

    • Besitzt eine dynamische Dramatik, da Gegensätze und Widersprüche nebeneinander bestehen bleiben können

    • Bietet Raum für Vorstellungskraft und Fantasie

    • Spielerisches Verhalten erzeugt aus psychoanalytischer Sicht einen psychischen Zwischenbereich

    • Dieser intermediäre Raum erlaubt es, die Wirklichkeit im So-tun-Als-ob nach eigenen Wünschen zu verändern

    • Kinder versöhnen so spielerisch Utopie und Wirklichkeit

    • Dafür brauchen Kinder Zeit und Möglichkeit auszuprobieren

     

    9 Thesen

    1. Das Kind entscheidet im Spiel selber, wie weit es sich mit seiner Um- und Mitwelt befassen will.

    2. Kinder spielen nie sinnlos, können aber dadurch oberflächlich etwas lernen

    3. Im Spiel muss das Kind seine Sinne mit seiner Vorstellungskraft und seiner Fantasie, seines Denkens und mit dem sozialen Austausch verknüpfen und dies zu einem zusammenhängenden Prozess gestalten.

    4. Kinder finden im Spiel ihren eigenen Zeitrhythmus mit Anfang und Ende, Höhen und Tiefen und lernen so, Dinge in Ihrem eigenen Zeitrhythmus zu erledigen.

    5. Kinder brauchen Räume zum Spielen, die sie anregen und herausfordern, sich spielerisch mit ihnen auseinander zu setzen.

    6. Das Spiel ist ein Vorgänger der Komplexen Erfahrung

    7. Andere können auch am Spiel teilnehmen, wenn Sie Ihre Möglichkeiten im Rahmen gegenseitiger Verständigung anbieten.

    8. In dem Spiel werden nicht nur Erfahrungen gemacht, sie werden auch ausprobiert und mit anderen Lebenserfahrungen miteinander verbunden.

    9. Das Spiel ist die Arbeit des Kindes.

     

    Handlungsmöglichkeiten

    • Rhythmus des Kindes beachten

    • Spielmöglichkeiten bieten

    • Gelegenheiten, Anregungen und Herausforderungen für spielerisches Verhalten bieten

     

    Sprachentwicklung (noch nie als Aufgabenschwerpunkt im Abi gesehen)

    • Lange bevor das Kind das erste Wort spricht

    • Laute ihrer eigenen Umgebung wahrnehmen und erkennen

    • Im Laufe des ersten Lebensjahrs stellen sie sich auf Muttersprache ein und identifizieren deren Betonungsmuster

    • Im Laufe des zweiten Lebensjahrs können Sie Satzmelodien und Satzeinheiten voneinander unterscheiden

    • Universale Phase der Sprachproduktion endet mit ein und halb

    • Mit zwei erste Sinnbezogenen Worte

     

    Verständnis für sprachliche Bedeutung und Sinnzusammenhänge

    • Soziale Beziehung zwischen Kind und Bezugspersonen bestimmt den Spracherwerb des Kindes, durch Gefühle erfassen Kinder Bedeutsamkeit von Sprechakten

    • Spracherwerb basiert auf Erfahrungen: Sprachverständnis und Sprechen entwickeln sich im Handlungszusammenhang mit Alltagsbezug und Sinnzusammenhang

    • Szenische Zusammenhänge durch Bezugspersonen

    • Spracherwerb ermöglicht symbolisches Denken

     

    Rolle der Erziehenden

    • Sprachförderung durch alltägliche Kommunikation

    • Müssen bedeutsame Sprechanlässe finden, und Kindern Wörter und Sätze anbieten, damit diese sich sprachlich ausdrücken können

    • Erwachsene sollen in Handlungskontexten mit Kindern sprechen und das kindliche Handeln sprachlich begleiten