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Das Herz - Anatomie und Physiologie
Anatomie des Herzens
- Definition und Eigenschaften:
- Das Herz (Cor, Kardia) ist ein muskuläres Hohlorgan.
- Sitzt zwischen den beiden Lungenflügeln im Brustraum.
- Faustgroß und wiegt ca. 300 g.
- Aufgabe: Pumpe für den Blutstrom in den Blutgefäßen.
Kreisläufe des Herzens
Zwei Herzhälften:
- Herzscheidewand (Septum) unterteilt das Herz in zwei Hälften.
- Rechte Herzhälfte:
- Nimmt sauerstoffarmes Blut aus der oberen und unteren Hohlvene auf.
- Pumpt es in die Lunge für die Sauerstoffanreicherung.
- Teil des kleinen Kreislaufs (Lungenkreislauf).
- Linke Herzhälfte:
- Nimmt sauerstoffreiches Blut aus den Lungenvenen auf.
- Pumpt es über die Aorta in den Körper.
- Teil des großen Kreislaufs.
Beziehung zwischen Arterien und Venen:
- Blutgefäße, die vom Herz wegführen, sind Arterien.
- Blutgefäße, die zum Herzen hinführen, sind Venen.
- Im Körperkreislauf führen Arterien sauerstoffreiches Blut und Venen sauerstoffarmes Blut.
- Im Lungenkreislauf führen Arterien sauerstoffarmes und Venen sauerstoffreiches Blut.
Aufbau des Herzens
Kammern und Klappen:
- Das Herz besteht aus zwei Vorhöfen (Atrien) und zwei Kammern (Ventrikel).
- Klappen:
- Segelklappen:
- Obere Segelklappe (Trikuspidalklappe, 3 Segel)
- Untere Segelklappe (Mitralklappe, 2 Segel).
- Segel sind über Sehnenfäden mit den Papillarmuskeln verbunden, die das Zurückschlagen während der Austreibungsphase verhindern.
- Taschenklappen:
- Bestehen aus 3 kleinen Taschen und schließen bei rückwärtigem Blutfluss.
- Pulmonalklappe (zwischen rechter Herzkammer und Lungenarterienstamm).
- Aortenklappe (zwischen linker Herzkammer und Aorta).
Herzwand:
- Besteht aus:
- Endokard (Innenschicht).
- Myokard (Muskelschicht, dickste in der linken Kammer - 8-11 mm).
- Epikard (äußere Schicht).
- Perikard (Herzbeutel, gebildet aus bindegewebiger Hülle mit Gleitfilm).
Herzzyklus
- Herzschläge in Ruhe: 70 mal pro Minute.
- Phasen:
- Systole: Kontraktionsphase.
- Anspannungsphase: Klappen geschlossen, Druck steigt bis über den Blutdruck in Aorta/Lungenarterie.
- Austreibungsphase: Taschenklappen öffnen, Blut wird ausgeworfen.
- Diastole: Erschlaffungsphase.
- Vorhöfe füllen die Herzkammern mit Blut.
- Arbeitsablauf wird so koordiniert, dass die Vorhöfe und Kammern nacheinander kontrahieren.
Erregungsbildung und -leitung
- Eigenes Erregungssystem:
- Spezialisierte Herzmuskelzellen bilden Erregungen selbst.
- Sinusknoten (Schrittmacher) bestimmt die Herzfrequenz (60-80 Impulse/min).
- AV-Knoten leitet Erregung weiter an das His-Bündel, das sich in die Kammerschenkel teilt (rechts und links).
- Purkinje-Fasern leiten die Erregung direkt auf die Kammermuskulatur weiter.
- Verzögerung im AV-Knoten ermöglicht verbesserte Füllungszeiten.
Herzleistung
- Herzfrequenz: 70 bpm, Schlagvolumen: 70 ml.
- Herzminutenvolumen: .
- Regulation durch vegetatives Nervensystem:
- Sympathikus steigert Herzfrequenz, Schlagkraft und Erregungsleitungsgeschwindigkeit.
- Parasympathikus senkt diese Werte.
- Akute Belastung: Herzminutenvolumen kann auf 20-30 l/min steigen.
Erkrankungen des Herzens
- Septumdefekte: angeborene Herzfehler, Druckunterschiede führen zu Überlastung und Minderversorgung des Körpers.
- Klappendefekte: Klappenstenose (verengte Öffnung) und Klappeninsuffizienz (Rückfluss). Bei schwerem Defekt kann operative Korrektur nötig sein.
- Endokarditis: Entzündung der Herzinnenhaut.
- Prophylaxe bei Risikopatienten (z.B. Antibiotika).
- Rhythmusstörungen: von harmlosen Extrasystolen bis zu Kammerflimmern, welches ohne Intervention tödlich ist.
- Koronare Herzkrankheit (KHK): Durch Arteriosklerose reduzierte Blutversorgung, häufigste Todesursache in Industrienationen.
- Risikofaktoren: Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, Diabetes,
Bluthochdruck, Nikotin.
- Risikofaktoren: Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, Diabetes,
- Herzinsuffizienz: Unfähigkeit, ausreichende Blutmenge zu pumpen; Ursache: KHK, Herzinfarkt.
- Symptome: Atemnot, Ödeme.
Therapieansätze
- Akute Therapie für Herzinfarkt: Wiedereröffnung des Blutgefäßes.
- Langzeitbehandlung: Medikamente (ASS, Betablocker, Statine).
- Lebensstiländerungen: Schulungsmaßnahmen für Betroffene.
Fazit
- Kenntnisse über Struktur, Funktion und Erkrankungen des Herzens sind essenziell für das Verständnis kardiologischer Probleme und deren Behandlung.