Kapitel 9: Metalle - In-depth Notes
9 Metalle
9.1 Metallische Werkstoffe
Geschichte: Verwendung von Metallen seit ca. 10.000 Jahren; Gewinnung aus Erzen seit ca. 6.000 Jahren; Bronzeverarbeitung vor 4.500 Jahren; erste Eisenerschmelzung vor 2.500 Jahren.
Einsetzung in der Zahnheilkunde: Alte Ägypter und Etrusker verwendeten Goldbänder zur Zahnstützung. Nutzung der Lost-Wax-Technik zur Metallverarbeitung in der Dentaltechnik – erstmals im 20. Jahrhundert in großem Umfang verwendet.
Lieferformen:
Halbzeug für Zahntechnik in verschiedenen Formen (
Gusslegierungen: Zylinder oder Plättchen,
Frässcheiben: Rohlinge, Blanks,
Pulver für additive Verfahren wie SLM,
Lote in Draht- oder Bandform).
Medizinprodukte: Metalle, die als Zahnersatz verwendet werden, sind Medizinprodukte der Klasse IIa, da sie längere Zeit mit dem Körper in Kontakt kommen.
9.2 Definition und Einteilung
Bindungszustände: Hauptunterschied zwischen Metallen und Nichtmetallen; metallische Bindung führt zu hohem Glanz, Duktilität und elektrischer Leitfähigkeit.
Einteilung von Legierungen:
Legierungen bestehen aus mindestens 2 Komponenten, wobei die Hauptkomponente ein Metall sein muss.
Angaben zur Legierungszusammensetzung in Masseprozent, Atomprozent oder Volumenprozent.
Legierungsarten:
Edelmetalllegierungen: Hauptbestandteil ist ein Edelmetall.
Edelmetallfreie Legierungen: Hauptbestandteil ist ein Nichtedelmetall.
Anpassung der Legierungen: Elementare Metalle benötigen Legierungen, um für Dentalwerkstoffe geeignet zu sein.
Beispielhafte Zusammensetzungen: Gold, Palladium, Kobalt, Nickel, Titan.
9.3 Eigenschaften der Metalle
Schmelz- und Erstarrungstemperaturen: Metall hat einen spezifischen Schmelzpunkt, der beim Gießen berücksichtigt werden muss; Schmelz- und Erstarrungstemperatur sind identisch bei reinem Metall.
Wärmeausdehnungskoeffizient (WAK): beschreibt das Verhalten bei Temperaturänderungen, relevante Einheit 10^-6 K^-1.
Mechanische Eigenschaften:
Zug-, Druck- und Biegekräfte wirken in der Mundhöhle, diese führen zu Spannungen innerhalb der Materialien.
Härte: Widerstand gegen Eindringung; Härteprüfung erfolgt meist nach Vickers.
Chemische Eigenschaften: Korrosion und Wechselwirkungen mit dem Mundmilieu sind von Bedeutung; Metalle können Ionen abgeben, die gesundheitliche Auswirkungen haben können.
9.4 Herstellung von metallischen Gerüsten
Konventionelle Verfahren: Gießen (Lost-Wax-Technik), Galvano-Technik.
CAD/CAM Verfahren:
Additive Verfahren: z.B. Selective Laser Melting (SLM).
Subtraktive Verfahren: Fräsen, Schleifen.
9.5 Einfluss der zahntechnischen Verarbeitung
Verarbeitungseinflüsse: Gieß- und Verarbeitungsverfahren beeinflussen mechanische Eigenschaften wie Zugfestigkeit und Härte; zu heißes Gießen mindert mechanische Eigenschaften.
9.6 Verbundsysteme mit Metallen
Metall-Keramik-Verbundsysteme: Keramikverblendung auf Metallgerüst zur Verbesserung der Ästhetik; mechanische und chemische Retention wichtig für Haftung.
Metall-Kunststoff-Verbundsysteme: Bei herausnehmbaren Prothesen Verblendung mit Kunststoff sinnvoll; Wichtigkeit der korrekten Herstellung zur Vermeidung von Abplatzungen.
9.7 Fügetechniken für Metalle
Löten und Schweißen: Löten ist häufig das älteste Verfahren; Schweißen wird bevorzugt aufgrund verbesserter optimaler Eigenschaften.
9.8 Beschichtungen
Zweck der Beschichtungen: Schutz vor Verschleiß, Verbesserung von Verbundfestigkeiten und biokompatibler Eigenschaften; Kritische Bewertung der Wirksamkeit.