Bachelor–Master–Diplom Tipps und Tricks
Vorbereitung
- Wichtige Einordnung: Eine gute Vorbereitung ist schon die halbe Bachelorarbeit (Kapitel 1. Vorbereitung).
- Themen und Betreuer finden
- Zentrale Entscheidung: Einfach nachfragen, aber nicht "hausieren" gehen.
- Systematische Fragen, die man klären sollte vor Aufnahme des Themas:
- Habe ich\;die\;fachlichen\;Vorkenntnisse\im\;Gebiet?
- Waserwartet mich dort?
- Werwird derBetreuer sein?
- Werwird Zweitgutachter sein?
- Wiewird die Betreuungssituation aussehen?
- Woarbeite ich (zu Hause,Labor,Pool,etc.)?
- Wiestark ist der Gutachter in den Prozeß der Arbeit eingebunden?
- Wiesehen die Notenstatistiken dort aus?
- Stimmt die Chemie mit dem Prof und dem Betreuer?
- Kenne ich den Lehrstuhl vonVorlesung/Seminar/Pru¨fung?
- Arbeitsumfeld
- Zeit: 8−10 Stunden pro Tag.
- Thematische Belastungen (im Beispiel genannt): Kleinkind, Partner, abhängige Personen, zusätzliches Geldverdienen.
- Lösungsvorschlag: rechtzeitig ansprechen und die täglichen 8−10 Stunden freiräumen; falls das nicht geht, wird auch die Arbeit entsprechend beeinträchtigt.
- Arbeitsumgebung: stabil, geeignet und zuverlässig.
- Weitere Themen: Rechnerabstürze, Backup, Schreibtisch, Ruhe, ergonomische Beleuchtung, gute Belüftung.
- Technisches Umfeld
- Technisches Umfeld in den technischen Wissenschaften ist wichtig: Rechner, Betriebssystem, Entwicklungsumgebung, Textsystem vertraut.
- Backup-Konzept erstellen, aktivieren und testen (Beipiel: gefährlich sind rm –Rf * im falschen Verzeichnis).
- Versionsverwaltung aufsetzen.
- Vor 5 Minuten hat das noch kompiliert, vor 3 Tagen auch – dokumentiert Stresspunkte in der Entwicklung.
- Wichtige Literatur ist angelesen.
- Kommunikatives Umfeld
- Fachliches Umfeld: Gesprächspartner (Freund, Kollege, Betreuer, Professor). Es braucht jemanden zum Reden – besser noch zum Zuhören und Mitlesen.
- Trick: via Seminare & Lehrstuhl Kontakte suchen.
- Idee: Zusammenarbeit mit Kollegen zu verwandter Fragestellung.
- Emotionales Umfeld: Ausgleich haben oder schaffen.
Arten von Arbeiten
- Die Aufstellung ist willkürlich; Bewertung ist persönlich; andere Lehrstühle schildern es anders. Dennoch hilfreich (Kapitel 2).
- Arten von Arbeiten (Definitionen, Vor- und Nachteile, Kommentare):
- Literaturarbeit
- Definition: Den Stand der Technik eruieren und darstellen.
- Vorteile: Kaum riskant; leichter zu realisieren.
- Nachteile: Wenig eigene Kreativität; Wissenschaftlichkeit ggf. gering.
- Kommentar: Eher geeignet für Bachelor-Arbeiten.
- Umsetzungsarbeit
- Definition: Umsetzung einer Idee des Betreuers.
- Vorteile: Vielfach praktische Erfahrung; enge Zusammenarbeit mit Betreuer.
- Nachteile: Risiko, dass Idee oder Betreuer nicht funktionieren; Methode oft vorgegeben; wenig eigene Kreativität.
- Kommentar: Wenig eigene Kreativität.
- Projektarbeit
- Definition: Arbeit mit Anforderungen aus Industrie & Praxis.
- Vorteile: Klare Aufgabenstellung; praxisnah; Kennenlernen zukünftiger Arbeitgeber.
- Nachteile: Wenig freies Forschen; Wissenschaftlichkeit oft gering; Umsetzungskontext vorgegeben.
- Kommentar: Mögliche Interessenskonflikte zwischen akademischer und industrieller Sichtweise.
- Fortsetzungsarbeit
- Definition: Thema bleibt offen – wird fortgeführt.
- Vorteile: Vorarbeit in der Gruppe vorhanden; Vorstudent als Gesprächspartner.
- Nachteile: Baustelle von Dritten aufräumen; möglicherweise Grund, warum offen geblieben.
- Kommentar: Im Berufsleben oft so angelegt.
- Freie Forschung
- Definition: Das Problem – einfach mal loslegen.
- Vorteile: Freies wissenschaftliches Arbeiten; wenige Vorgaben.
- Nachteile: Wenig Leitplanken; was, wenn keine Idee kommt; Problem zu schwierig.
- Kommentar: Gute Vorbereitung für spätere Wissenschaftler; unterschiedliches Maß an Engagement nötig.
Zeitplan
- Die größte Herausforderung ist der enge zeitliche Rahmen (Kapitel 3).
- Persönliche Meinung des Autors: Gesetzliche Rahmenbedingungen orientieren sich zu wenig an den Erfordernissen wissenschaftlichen Arbeitens; sie fördern zu schnelle Berufsfähigkeit und erfüllen nicht die Anforderungen heutigen wissenschaftlichen Arbeitens.
- Hinweise/Disclaimers (persönliche Ansichten):
- Disclaimer 1: persönliche Meinung, nicht mit politischen Vorgaben deckend.
- Disclaimer 2: aktuelles Regelwerk reagiert auf lange Studiendauern und Gestaltungsmöglichkeiten.
- Spruch: cmeterialer Ausdruck: "Ceterum censeo Bolognam esse delendam." (Bezug zur Bologna-Reform).
- Lösungsvorschläge zur Zeitplanung (Lösung(sversuch)):
- 1) In der Thematik rechtzeitig einarbeiten.
- 2) Seminare, Vorlesungen, Bücher zum Thema vorher erarbeiten.
- 3) Rechtzeitig vorbereitende Gespräche mit dem Professor, mind. 6−8 Wochen vor Start der Arbeit; besser 1 Semester vorher zur Groborientierung.
- 4) Lastspitzen der Lehrstühle beachten (Thundering herd Problem).
- 5) Rechtzeitig notwendige Vorkenntnisse erarbeiten.
- 6) Rechtzeitig spezifische Literaturstellen suchen.
- Beim Aufstellen des Zeitplans:
- Frühtes Feedback reduziert den Aufwand erforderlicher Anpassungen.
- Möglichst früh ein erstes Experiment; Möglichkeit eines ersten Beispiels, einer ersten Test-Implementierung; Feedback vom Betreuer.
- Zeit zum Polieren lassen: Die Arbeit sollte 1 extMonat vor dem Schluss im Wesentlichen fertig sein.
- Vor dem Schlussdurchlesen: Arbeit ruhen lassen.
- Arbeiten am kritischen Pfad vermeiden Verzetteln; der kritische Pfad besteht aus voneinander abhängigen Aufgaben.
Ausgewählte Problemlagen
- 4. Ausgewählte Problemlagen – grundlegende Themen, die man mit dem Betreuer oder Professor bespricht (Kapitel 4):
Zeitprobleme (1) (Kapitel 4.1)
- Probleme: Am Anfang verzettelt; Mangelnde Voraussetzungen; Erkrankung – kein Problem, aber rechtzeitig Arztbescheinigung beantragen und Rechtzeitig Verlängerung beantragen.
- Verantwortungsteilung: Mitverantwortung des Lehrstuhls bzw. Themainschränkungen.
Zeitprobleme (2) (Kapitel 4.2)
- Unerwartetes Software- bzw. Hardware-Versagen; Verlängerung oft möglich; Vorbeugen ist besser.
- Eigenes Versagen: Sichtweisen – in Zeiten der Effizienz und Selbstoptimierung ist das Thema; es ist auch ein notwendiger Regulationsmechanismus.
- Fazit: Positiv sehen, aber entsprechend reagieren; Hilfe suchen (Freunde, Familie, Betreuer, Professor, Psychologe).
Zeitprobleme (3) (Kapitel 4.3)
- Leitsatz: Zentraler Problem der Zeitüberschreitung ist, dass man das Problem zu spät erkennt.
Betreuung versus Selbständigkeit (Kapitel 4.4)
- Prüfungsordnung: Abschlussarbeit ist eine selbständige wissenschaftliche Arbeit; Betreuung bedeutet Anregungen, Hilfestellungen, Tipps; kein Korrekturlesen oder Wegnahme von Verantwortung; kein Garant für eine positive Bewertung.
- Wissenschaftliches Arbeiten hat inhärentes Risiko; Betreuung kann dieses Risiko nicht eliminieren, aber sinnvoll stemmen.
- Zweitgutachter: Rechtzeitig die Möglichkeit geben, sich einzubringen; Abwägung, nicht zu sehr potenziell konfliktträchtig sein; zusätzliche Feedback-Möglichkeit nutzen.
Schreibblockade – Typen und Lösungswege (Kapitel 4.5, 4.6, 4.7)
- Arten der Schreibblockade:
- Tief in die Details verlieren (Tiefe Blockade) – Grundsätzlich nicht schlecht, aber gezielte Abgrenzung nötig.
- Breite Blockade – zu viele Details; z. B. BA über VoIP-Verschlüsselung erfordert kein weiteres Lehrbuch über Rechnernetze.
- Zu schneller Verteidigungsdruck – Gefahr, nicht zu Ende zu kommen; Krebs: Teller-Beispiel: Erst Teller, dann Dekoration.
- Lösungen (1): Arbeitsfluss wechseln; ins Unreine schreiben; später Seiten verbessern; Mindmapping als Denkstruktur; in kleine Portionen arbeiten; mit Betreuer Struktur vereinbaren; dann 1 Seite schreiben – und das als Erfolg gelten lassen; 100 Mal wiederholen.
- Lösungen (2): Metatext schreiben statt endgültigem Text; Abschnitt wem was sagen soll; klare Sprache; einfache Sätze, wenig Nebensätze; rot markieren der Metastellen.
- Die Einstein-Lösung: Zitat A. Einstein – Weisheit zur Schreibblockade; Hinweis: Zitat oft falsch zugeordnet; Blockaden als psychologische Blockade; kein universelles Rezept – manchmal Abwechslung nötig.
- Denkblockade – Keine Ideen mehr:
- Kleine Lösung: Entspannen – Spaziergang/Joggen/Etwas Trinken; 1–2 Tage Pause; Mittlere Lösung: Rat holen; Fachdiskussion, Literaturrecherche; Anderen Weg gehen; Nicht noch eine Theorie testen, mal praktisch ausprobieren; Große Lösung: Gespräch mit Betreuer/Professor – deren Aufgabe ist helfen, nicht die Arbeit fertigschreiben.
Rechte an der Belegarbeit (1) und (2)
- Rechte am Beleg: Der Student besitzt das Recht an der Belegarbeit; Verwertungsrechte, Publikationsrechte, Urheberrechte; Koexistenz mit Betreuer/Professor; Bei nicht eigenständigem Beitrag können Prüfungsordnungsvoraussetzungen verletzt sein; Praxis: Mitbeitrag meist vorhanden.
- Lösungsansätze: Open-Source-Lizenzen; Creative Commons; Verwertung oft Nacharbeit; Klare Kenntnis eigener Rechte; Zitieren bei Nutzung von Ideen; Bei gemeinsamen Arbeiten: Nennung des Mitautors; Bei Meßergebnissen ohne Kernideen: Danksagung möglich.
Belegarbeit in der Firma (1) – (4)
- Belegarbeit in der Firma: In der Praxis treten verschiedene Probleme auf; Firmen schreiben selten Belegarbeiten direkt aus; Konflikte zwischen Uni und Firma möglich; Kooperationsvertrag sinnvoll.
- Belegarbeit in der Firma (1): Firmen können selten direkt Belegarbeiten ausschreiben.
- Belegarbeit in der Firma (2): Praktische Probleme – Student hat Vertrag mit Firma, kein Betreuer in Uni; Firma sieht den Studenten oft als billigen Programmierer; Schwierigkeiten bei der Wahl des Themas; Uni soll nicht den Markt verzerren; Professoren dürfen Drittmittel akquirieren; Zusammenarbeit sollte sinnvoll koordiniert sein.
- Belegarbeit in der Firma (3): Viele Probleme sind lösbar; Innovation entsteht durch Forschung–Anwendung.
- Belegarbeit in der Firma (4): Chancen – Absolventen lernen Arbeitgeber kennen; Frühzeitige Praxiserfahrung; Finanzierung in der Phase; Know-how-Transfer; Praxisnahe Aufgabenstellung.
- Vertragliche Hinweise: Kooperationsvertrag regelt Themenstabilität, Kooperationsbedingungen, Vor- und Nachteile; Keine Gefälligkeitsbegutachtung; Uni-Respekt für Kooperation; Für Uni keine Zusatzkosten; Klare Zahlungs- und Unterstützungsregelungen.
Besprechung (Kapitel 4.6)
- Jede Besprechung sinnvoll vorbereiten; Vorlesen der Dokumente bevorzugt; Jede Dokumentenversion mit Autor, Titel, Datum, Version, Seitennummern kennzeichnen; Spellchecker; Bei Dateicontainern klare Beschriftung; Readme im Repository; Änderungen mit Feedback-Hinweisen versehen; Wer mitschreibt, behält das Gelernte.
Rechtliche Hinweise, Zitierweise und Verzeichnis der Folien
- Rechtliche Hinweise (1): Urheberrechtlich geschützte Inhalte; Dritter werden mit Rechtsgrundlagen genannt; Zitatrecht gemäß wissenschaftlichen Standards; Hinweise bei Urheberrechtsverletzungen an Autor melden; Markenrechte Dritter beachten; Verweise und Links geprüft; Copyright: Autor Clemens H. Cap, ©2020; Verweise zitierfähig, Verbreitung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts bedarf Zustimmung.
- Rechtliche Hinweise (2): Disclaimer zu der sich ändernden Rechtslage bei digitalen Urheberrechten; Nutzung externer Materialien oft als Link statt Framing; Hinweise zur EU-Rechtslage (EuGH-Urteil 13.02.2014, C-466/12).
- Zitierweise dieses Dokuments: Zitieren bei Nutzung oder Verweis; Beispiel-Zitat:
- Clemens H. Cap: Bachelor–Master–Diplom. Electronic document. https://iuk.one/1012-1045 25. 10. 2021.
- Bibtex Information: https://iuk.one/1012-1045.bib
- @misc{doc:1012-1045, author = {Clemens H. Cap}, title = {Bachelor–Master–Diplom}, year = {2021}, month = {10}, howpublished = {Electronic document}, url = {https://iuk.one/1012-1045} }
- Typografische Hinweise/Technische Angaben: Type-setz auf Oktober 25, 2021; pdfTeX, TeX Live 2020; pgf 3.1.5b; preamble-slides.tex; myFormat©C.H.Cap.
- Verzeichnis aller Folien (Beispielhafte Gliederung):
- Titelseite, Inhaltsübersicht, Hinweis, 1. Vorbereitung, Arbeitsumfeld, Technisches Umfeld, Kommunikatives Umfeld, 2. Arten von Arbeiten, 3. Zeitplan, 4. Ausgewählte Problemlagen, 5. Rechtliche Hinweise, 6. Zitierweise, Verzeichnis aller Folien.
Verzeichnis der Folien (Zusammenfassung der Gliederung)
- 1 Vorbereitung: Themen und Betreuer finden; Arbeitsumfeld; Technisches Umfeld; Kommunikatives Umfeld.
- 2 Arten von Arbeiten: Literaturarbeit; Umsetzungsarbeit; Projektarbeit; Fortsetzungsarbeit; Freie Forschung.
- 3 Zeitplan: Persönliche Meinung; Lösungsvorschläge; Aufstellen des Zeitplans; Vor- und Nachbereitung.
- 4 Ausgewählte Problemlagen: Zeitprobleme (1–3); Betreuung vs Selbständigkeit; Zweitgutachter; Schreibblockaden (Typen + Lösungen); Rechte an der Belegarbeit (1–2); Belegarbeit in der Firma (1–4); Besprechung.