Pädagogisierung seit 1945

Schlaglichter seit 1945:

1. Meilensteine in der BRD und DDR

2. Hinwendung zur empirischen Bildungsbetrachtung

3. Pädagogisierung der Gesellschaft

1. Meilensteine in der BRD und DDR

Schulentwicklung in BRD bis 1990:

  • Geschichtlicher Rahmen: Besatzungsmächte und Kapitulation 1945 → Schnelle progressive Schulreform

  • Wiedererrichtung eines gegliederten Schulysystems wie in Weimarer Republik (eher konservativ)

  • Auch Reformen:

    • Ausdehnung Mindestschuldauer auf 10 Jahre

    • Verwissenschaftlichung der Volksschulbildung (nun Hauptschule) → Speziell ausgebildete Lehrer für Schulform

    • Pflicht erste Fremdsprache für alle → Zeichen der Internationalisierung

    • Anfang 1970er: Universitätere Lehrerausbildung für alle → Einführung Bafög

    • Versuche mit Gesamtschulen

  • Beibehaltung des mehrgliedrign Schulsystems aber mit neuen Übergangsmöglichkeiten

Schulentwicklung in der DDR bis 1990

Hintergrund DDR:

  • 1945 Besetzung, 1949 Gründung DDR

  • Staatsideologie DDR: Marxismus-Leninismus

  • SED

  • Überwachunf durch Ministerium für Staatssicherheit

Schulsystem:

  • Oberstes Ziel: “Entwicklung der Jugend zu sozialistischen Persönlichkeiten

    • Intention: Einordnung des Individuums in Gesellschaft

    • Bevölkerung nicht überzeugt

  • Einheitliches sozialistisches Bidlungssystem im Sinne der Staatsideologie der DDR

  • 10 jährige gemeinsame allgeminbildende Schule: Polytechnische Obeeerschule (POS):

    • Unterstufe: Jahrgang 1-3

    • Mittelstufe: Jahrgang 4-6

    • Oberstufe: Jahrgang 7-10

      → Theorie und Praxis für alle: “poly”= viel und “Techné” = Kunst oder Fertigkeit

  • Bildungswege ab Klasse 11:

    • Zweijährige erweiterte Oberschule (EO) als Vorbereitung auf Studium → Abitur

    • EO mit Berufsausbildung

    • Berufsausbildung

      → Vorauswahl für EO ab 7./8. Klasse (auch Benehmen (Mitgliedschaft in sozialistischer Gruppe) ausschlaggebend)

Schulentwicklung in DE seit 1990 (Wiedervereinigung)

  • Vielfältigere Wege zum Hochschulabschluss

    → Entkopplung von nominallen Bildungsgang und Schulabschluss

  • Steigende Zahlen für höhere Schulabschlüsse

    → Trotzdem kein optionales Bildungssystem

2. Schlaglicht: Hinwendung zur empirischen Bildungsbetrachtung

Empirie:

  • Durch systematische Erfahrung gewonnenes Wissen

  • Wissenschaftliche Arbeitsweisen

Bsp. für Schulen

  • Seit 1990er internationale vergleichende Schulen z.B. PISA von OECD oder Studien der IEA

    → Ergebnisorientierte Bildungsforschung (“outcomes” statt “inputs”)

3. Schlaglicht: Pädagogisierung der Gesellschaft

Eine Konstante im Schulsystem seit 1945:

  • Schule da, um verschiedenste Probleme zu lösen

  • Weitgehende Akzeptanz der Sichtweisen von Rousseau und SPD-Bildungsprogramm

    • Menschen lassen sich bei günstiger Umwelt positiv beeinflussen (aber keine negative Erziehung)

      → Aufgabe der Schule, unterstützt durch Wissenschaft

  • Schule als Hoffnungsträger für Lösung mannigfacher gesellschaftlicher Probleme:

    • Hervorbringen kompetenter Menschen

    • Ermöglichung gesellschaftlicher Aufstiege

    • Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit

    • Sicherung ökonomischer Leistungsfähigkeit

    • Ermöglichen eines produktiven Umgangs mit Migration und gesellschaftlichen Wandel

      → Sehr hohe Erwartungen an Schulen

  • Pädagogisierung betrifft auch junge Eltern und Großeltern

    • ist folgerichtig

    • Große Belastung mit hohen Anforderungen für Eltern und Familien

    • Erfordert tatkräftige Anerkennung der gesamten Gesellschaft

      → Enorme Aufgabe für Familien, pädagogisches Umfeld zu schaffen