Malat-Aspartat Shuttle / AST und ALT
Transaminierung
Dient der Herstellung von Aminosäuren.
Wenn eine Zelle eine bestimmte Aminosäure benötigt, die nicht vorhanden ist, kann sie diese aus einer anderen Aminosäure herstellen.
Das Enzym, das diese Reaktion katalysiert, ist eine Transaminase.
—> diese Verwendet Pyridoxalphosphat als Coenzym.
Aminosäuren können aus einer Alpha-Ketosäure hergestellt werden.
Aminosäure: Carboxylat, Ammoniumgruppe, Proton und Rest (definiert die Aminosäure).
Alpha-Ketosäure: Säuregruppe und Ketogruppe.
Herstellungsprozess:
Eine nicht mehr benötigte Aminosäure wird in eine Alpha-Ketosäure umgewandelt.
Eine Alpha-Ketosäure und eine Aminosäure werden in die jeweils korrespondierende Säure umgewandelt.
Die Aminogruppe wird übertragen —> die Aminogruppe wandert von der Aminosäure zur Alpha-Ketosäure.
Nicht mehr benötigte Aminosäuren werden abgebaut und zu Alpha-Ketosäuren umgebaut.
= Transaminierung: Die Aminogruppe wird auf die Alpha-Ketosäure transferiert.
Wichtigste Aminosäuren und Alpha-Ketosäuren die man kennen muss:
Glutamat (Anion zur Glutaminsäure) wird immer zu Alpha-Ketoglutarat.
(Glutamat ist die deprotonierte Form der Glutaminsäure bei physiologischem pH-Wert (pH 7.4), da der pKS-Wert der Säurefunktion weit unter 7.4 liegt)
Endung -at bedeutet Säureanion.
Alanin wird zu Pyruvat.
Aspartat wird zu Oxalacetat.
Wichtige Enzyme
Aspartat-Aminotransferase (AST) / Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT)
GOT = alter Begriff
Kann in beide Richtungen arbeiten.
Die Aminogruppe wird von einer Aminosäure auf eine Alpha-Ketosäure übertragen, um eine andere Aminosäure herzustellen.
Aspartat gibt in der Regel die Aminogruppe ab.
Zytosolische AST (c-AST) und mitochondriale AST (m-AST).
Vorkommen: Skelett-, Herzmuskel und Leber.
Alanin-Aminotransferase (ALT) / Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT)
GPT = alter Begriff
Glutamat und Alpha-Ketoglutarat sind beteiligt.
Alpha-Ketoglutarat erhält die Aminogruppe von Alanin, wodurch Pyruvat entsteht.
Wichtig für die Entsorgung von Stickstoff aus der Zelle.
Pyruvat aus der Glykolyse kann verwendet werden, um Stickstoff zu transportieren und ins Blut abzugeben (Alaninzyklus).
Vorkommen: Zytoplasma der Leberzellen.
Malat-Aspartat-Shuttle
Zwei Kreisläufe:
Innerer Kreislauf: Glutamat und Alpha-Ketoglutarat (durch AST)
Mitochondriale AST wandelt Glutamat in Alpha-Ketoglutarat um.
Zytosolische AST wandelt Alpha-Ketoglutarat in Glutamat um.
Äußerer Kreislauf: Aspartat und Oxalacetat
Glutamat-Aspartat-Antiporter: Transportiert Glutamat und Aspartat im Antiport.
Ziel: Transport von Reduktionsäquivalenten (NADH + H+) von der zytosolischen auf die mitochondriale Seite.
NADH + H+ kann die Membran nicht passieren. !!
NADH + H+ entsteht z.B. in der Glykolyse und möchte die Elektronen zur Atmungskette transportieren
NADH + H+ überträgt seine Protonen & Elektronen auf Oxalacetat!! dadurch bleibt nur noch NAD+ übrig
Oxalacetat nimmt die Protonen und Elektronen auf und wird zu Malat (durch Malat-Dehydrogenase).
Malat-Dehydrogenase katalysiert eine Redoxreaktion und verwendet NADH + H+ als Coenzym.
Malat wird im Antiport mit Alpha-Ketoglutarat ins Mitochondrium transportiert.
dort wird die Reaktion wieder umgekehrt:
im Cytosol wird aus Oxalacetat wieder Malat
und im Mitochondrium wird aus Malat wieder Oxalacetat
—> die beiden Protonen und Elektronen von NADH + H+ die ins Mitochondrium hineintransportier wurden, gehen wieder aufs NAD+ wodurch im Mitochondrium wieder NADH + H+ entsteht
Wichtig: Das NAD+ bleibt im jeweiligen Kompartiment (NAD+ aus Zytosol bleibt auch im Zytosol und das NAD+ aus dem Mitochondrium bleibt im Mitochondrium).
Glutamat muss wieder ins Mitochondrium rein, damit der Kreislauf wieder von vorne beginnen kann (also damit wieder Alpha-Ketoglutarat hergestellt werden kann, um den Antiporter bedienen zu können und damit die nächsten Elektronen & Protonen rein transportieren zu können —> Aus Oxalacetat muss also wieder Aspartat gemacht werden:
Regeneration von Aspartat:
Die mitochondriale AST wandelt Glutamat in Alpha-Ketoglutarat und Oxalacetat in Aspartat um.
Aspartat wird ausgeschleust und durch die zytosolische AST wieder in Oxalacetat umgewandelt
Innerer Kreislauf treibt den äußeren Kreislauf an
Oxalacetat kann die Membran nicht passieren, nur Aspartat und Malat.
Herstellung von Aspartat, das durch die Membran kann.
Transport von Oxalacetat aus dem Mitochondrium zur Gluconeogenese:
Oxalacetat wird in Malat umgewandelt, das durch die Membran geht (Malat-Shuttle).
Malat wird im Zytosol wieder in Oxalacetat umgewandelt und geht damit in die Gluconeogenese
Innerer Kreislauf: dient der Herstellung von Aspartat welches durch die Membran kann und das Aspartat wird über Oxalacetat in Malat umgewandelt, welches dann vom Zytosol ins Mitochondrium kann → Kreislauf beginng von vorne —» innerer Kreislauf treibt also den äußeren Kreislauf an
Zusammenfassung:
Innerer Kreislauf: Glutamat - Alpha-Ketoglutarat.
Äußerer Kreislauf: Aspartat - Oxalacetat - Malat.
Ziel: Transport von Protonen und Elektronen ins Mitochondrium/Transport bzw. indirektes einschleusen von NADH+H+
Malat-Alpha-Ketoglutarat-Antiporter und Glutamat-Aspartat-Antiporter sind beteiligt