BA.DaF.M01 Woche 5

Woche 5: Überblick

  • Wiederholung Woche 4: Nativismus und Kognitivismus

  • Erwerbshypothesen im Überblick

  • Hypothesen des Behaviorismus:

    • Kontrastivitätshypothese

  • Hypothesen des Nativismus:

    • Fehleranalyse

    • Lernersprachen

    • Interlanguage Hypothese

Nativismus

  • Chomsky (1957) postuliert einen angeborenen Mechanismus für den Spracherwerb:

    • Language Acquisition Device (LAD)

    • Universalgrammatik (UG): Alle Sprachen können erlernt werden durch LAD und Input

    • Eigenständige Grammatikentwicklung, unabhängig von kognitiven Fähigkeiten

  • Input: Sprachliche Daten, z.B. child directed speech (CDS)

  • OUTPUT: Grammatikalische Sätze

Kognitivismus (Piaget)

  • Fokus auf bewusste innere Lernprozesse

  • Spracherwerb als interaktiver Prozess:

    • Organisation und Informationsverarbeitung

    • Bildung kognitiver Strukturen und mentaler Schemata

  • Lernen als aktiver Konstruktionsprozess

Behaviorismus

  • Basis der Behavioristischen Lerntheorie:

    • Lernen durch Wiederholung und Übung (Drill)

    • Kontrastivität zwischen L1 und L2

  • Kontrastivitätshypothese:

    • Erwerb einer L2 wird durch Struktur der L1 beeinflusst.

    • Arten von Fehlern bei der Sprachenproduktion:

      • Positiver und negativer Transfer

Fehleranalyse

  • Einführung durch Stephen Pit Corder

  • Bedeutung von Fehlern:

    1. Einschätzung für Lehrende

    2. Evidenz für Lernstrategien bei Forschern

    3. Lernende nutzen Fehler als Lernmittel

  • Klassifikation von Fehlern:

    • Kompetenzfehler (systematische Fehler)

    • Performanzfehler (nicht-systematische Fehler)

  • Fehleranalyse:

    • Datensammlung und Identifikation

    • Instrument zur Erkennung von Lernfortschritten

Interlanguage Hypothese

  • Konzept von Larry Selinker (1972):

    • Individuelle Sprachsysteme von L2-Lernenden

    • Kontinuierliche Entwicklung von Lernersprachen

    • Fossilisierung: Stillstand in der Grammatikentwicklung

  • Elemente der Lernersprache:

    • Mischung aus Elementen der L1 und L2 mit eigenständigen Merkmalen

Lernervarietäten-Ansatz

  • Studie von Klein & Perdue (1992):

    • Ungesteuerter Erwerb unter Erwachsenen

    • Einfluss der L1 auf die Geschwindigkeit des L2-Erwerbs

    • Alltägliches Umfeld hat größeren Einfluss als der Sprachunterricht

Literatur

  • Corder, Stephen Pit (1967). The Significance of Learner Errors.

  • Jarvis, Scott (2002). Topic Continuity in L2 English Article Use.

  • Klein, Wolfgang & Dimroth, Christine (2003). Der ungesteuerte Zweitspracherwerb Erwachsener.