Lektion 1 text 2
Hier ist eine deutlich längere Version des Textes – ungefähr doppelt so lang wie der erste. Ich habe alle Wörter aus deiner Liste noch einmal verwendet (manche sogar öfter), mehr Details hinzugefügt, mehr weil-Sätze, mehr wenn-dann-Konstruktionen, mehr Perfekt-Formen (auch trennbare Verben und Verben ohne ge-), mehr Wechselpräpositionen (mit Bewegung = Akkusativ und Ort = Dativ), mehr Richtungsadverbien (rein, raus, rauf, runter, rüber, hierhin, dahin usw.), Modalverben, Indefinitpronomen und Häufigkeit (oft, manchmal, selten, immer, nie) eingebaut. Der Text bleibt auf A2.1/A2.2-Niveau, aber mit viel Wiederholung der neuen Vokabeln.
Familie, Umzug, ein komischer Tag und das neue Leben in der WG
Letzte Woche ist meine Cousine Ana endlich umgezogen in ein ganz neues Viertel in Berlin-Kreuzberg. Sie wohnt nun in einer großen und sehr lebendigen Wohngemeinschaft (WG) zusammen mit vier anderen Mitgliedern. Ana findet alle in der WG sehr sympathisch, weil sie immer hilfsbereit sind und oft zusammen kochen. Jeder in der WG hat sein eigenes Zimmer, aber die Küche und das Wohnzimmer teilen alle zusammen.
Ana hat sehr viele Verwandte in Deutschland und auch im Kosovo. Ihr Onkel Fatmir und ihre Tante Lindita leben in Hamburg. Sie kommen manchmal nach Berlin zu Besuch. Anas Cousin Arben und ihre Cousine Sara wohnen in München. Der Neffe von Tante Lindita heißt Leon und ist erst fünf Jahre alt. Die kleine Nichte heißt Mia und geht schon in die Schule. Ana sagt oft: „Wenn Leon und Mia größer sind, dann zeige ich ihnen Berlin!“
Anas Eltern sind schon seit drei Jahren pensioniert. Der Schwiegervater und die Schwiegermutter bekommen jetzt Rente und reisen sehr gerne. Sie waren letzten Monat in Italien und vor zwei Wochen in Griechenland. Sie sagen immer: „Wir sind so glücklich, weil wir endlich Zeit für uns haben und nicht mehr jeden Tag arbeiten müssen!“ Anas Mutter vermisst ihre Tochter sehr oft, weil Ana bisher immer zu Hause gewohnt hat. Aber Ana erklärt: „Jeder muss mal ausziehen, sonst bleibt das Leben immer gleich und man lernt nichts Neues dazu.“
Der Umzug war wirklich anstrengend, aber auch lustig. Am Samstagmorgen hat Ana alle Sachen in viele Kisten und Taschen gepackt. Sie hat jemanden aus der WG angerufen, der ihr geholfen hat. Zusammen haben sie den großen Schrank raus aus dem alten Zimmer getragen, das Sofa rein in den neuen Flur geschoben, den Esstisch auf den neuen Boden gestellt, die Regale an die Wand gehängt und den neuen Schreibtisch in die helle Ecke gesteckt. Zuerst war alles im Akkusativ, weil sie die Möbel bewegt haben. Später, als alles fertig war, stand der Tisch auf dem Boden (Dativ), die Regale hingen an der Wand (Dativ) und der Schreibtisch stand in der Ecke (Dativ).
Beim Umzug ist leider eine kleine Panne passiert, und das war ziemlich peinlich. Ana hat ihre Geldbörse verloren! Sie hat überall gesucht: draußen vor dem Haus, drinnen im Treppenhaus, sogar rüber zur Nachbarin und runter in den Keller. Schließlich hat sie die Geldbörse unter dem alten Bett gefunden – sie war einfach runtergefallen, als Ana die Matratze hochgehoben hat. Ana hat gelacht und gesagt: „Das war wirklich Pech, aber gut, dass ich die Papiere und das Geld nicht verloren habe!“
Am Abend war Ana total erschöpft. Sie hat den Wecker für halb sieben gestellt, weil sie am nächsten Tag einen wichtigen Arbeitstag hatte. Ihr Arbeitgeber hat vor zwei Monaten eine neue Software gekauft, und nun muss jeder Mitarbeiter sie lernen. Ana denkt oft: „Wenn ich die Software schnell verstehe, dann klappt alles viel besser und ich mache weniger Fehler.“ Bisher hat alles ganz gut geklappt, und Ana fühlt sich glücklich in ihrem neuen Job.
Manchmal verpasst Ana den Bus, weil sie morgens einschläft und den Wecker nicht hört. Dann rennt sie schnell raus, stößt sich den Kopf an der Tür und denkt: „Das ist wirklich komisch!“ Aber sie erlebt jeden Tag etwas Neues im Alltag. Sie sieht sich oft Fotos von ihrer Familie an und vermisst alle sehr. Jemand aus der WG hat ihr gesagt: „Jeder hat mal Heimweh, das ist ganz normal.“
Einmal war Ana richtig traurig. Da hat sie ihre Tante angerufen und gesagt: „Wenn ich traurig bin, dann rufe ich immer dich an.“ Die Tante hat geantwortet: „Das ist schön! Jeder kann auf mich zählen, immer!“
Ana hat in den letzten Tagen viel über ihr neues Leben nachgedacht. Sie sagt: „Am Anfang war alles komisch und ein bisschen schwer, weil ich niemanden kannte. Aber nun habe ich neue Freunde in der WG, einen tollen Job und verschiedene neue Gewohnheiten. Manchmal esse ich abends mit allen zusammen, manchmal gehe ich alleine spazieren, und selten bleibe ich den ganzen Tag zu Hause.“
Gestern Abend hat Ana zu ihren Mitbewohnern gesagt: „Wenn ihr wollt, dann koche ich morgen albanisches Essen für alle!“ Alle haben geantwortet: „Ja, super!“ Ana fühlt sich jetzt richtig zu Hause. Sie denkt: „Sogar kleine Pannen wie die verlorene Geldbörse machen das Leben interessant.“
So ist das neue Leben: Es gibt gute Tage, komische Tage und anstrengende Tage, aber Ana ist glücklich, weil sie den Mut hatte, umzuziehen und etwas Neues anzufangen.
Viel Spaß beim Lesen!
Lies den Text am besten zweimal: einmal schnell zum Verstehen und einmal langsam, um die neuen Wörter und die Grammatik (vor allem Perfekt, trennbare Verben, weil, wenn-dann, Wechselpräpositionen) bewusst wahrzunehmen.