Historischer Überblick zur Collage mit Fokus aus Politische Motivation
Übersicht der Collage
Historischer Überblick zur Collage in verschiedenen Epochen und Regionen.
12. bis 20. Jahrhundert
12. Jahrhundert: Erste Collageformen in Japan.
13. Jahrhundert: Verwendung von Lederschnitten in Persien während der Blütezeit.
15.-16. Jahrhundert: Papier- und Pergamentschnitte in Westeuropa werden populär.
19. Jahrhundert: Entstehung der ersten Collagen, die Fotografien und Aquarelle kombinieren (Amateurkünstler).
20. Jahrhundert: Zunehmende Beliebtheit der Collage in verschiedenen Stilen, u.a. Kubismus, Futurismus, Dadaismus, Surrealismus, Bauhaus, Abstrakte Collagen, Neuer Realismus, Pop-Art, Mixed Media.
Frühe Fotocollagen
Beispiel: Lady Mary Georgina Filmer (1838-1903)
Werk: Lady Filmer in her Drawing Room, ca. 1860
Technik: Collage aus Aquarell und Silberabzug (22,2 x 28,6 cm).
Kubismus
Merkmale:
Verwendung von Papier collés durch Künstler wie Pablo Picasso und Georges Braque.
Integration verschiedener Materialien für kubistische Darstellungen.
Kombination von Zeichnung, Malerei und geklebten Materialien.
Ziel: Fragmentierung und Zerlegung von Formen;
Darstellung der Realität aus mehreren Perspektiven und gleichzeitigen Blickwinkeln.
Objekte zerlegt in abstrakte, geometrische Formen.
Hinterfragen von Raum und Perspektive, erzeugt Mehrdeutigkeit und Dekonstruktion der Wirklichkeit.
Werke von Pablo Picasso
Stillleben mit Rohrstuhlgeflecht (1912):
Technik: Öl und Wachstuch auf Leinwand, 29 x 37 cm, umrahmt mit Seil.
Beispiel für verschiedene Realitätsstufen:
Reale montierte Gegenstände (Seil)
Illusionistische Drucke (Wachstuch)
Aufgelöste kubistische Formen (z.B. Jacobsmuschel, Tasse, Zigarette)
Abstrakte Zeichen (Buchstaben).
Dadaismus
Ablehnung: Traditionelle politische, gesellschaftliche und ästhetische Normen.
Kritische Auseinandersetzung mit der damaligen Zeit durch Collagen.
Infragestellung existierender Realitäten und Werte durch Zerlegung und neue Kombination.
Künstler des Dadaismus
Kurt Schwitters:
Werke: Merzbild 32a: Der Psychiater (1919), Merzbau (1933).
Raoul Hausmann:
Sozialkritische Collagen, z.B. Mechanischer Kopf (1920).
Hannah Höch:
Werke: Die Braut (1924-27), Da-Dandy (1919), Untitled (From an Ethnographic Museum) (1930).
Surrealismus
Verwendung von Collage:
Darstellung von Traumhaften und Unbewusstem.
Kombinieren und Umgestalten von Elementen.
Max Ernst: Une semaine de bonté, Collageroman (1934).
Politische Fotomontagen (1930er/1940er)
Ironische Kritiken an gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen.
Nutzung von Text-Bild-Bezügen, um Aussagen zu verdeutlichen.
Beispiele: Boris Klinch, John Heartfield.
Abstrakte Collagen
Ab den 1930ern:
Beispiel: Robert Motherwell, Collage in Yellow and White, 1949.
Neuer Realismus
Dreidimensionale Collage und Objektkunst.
Techniken: Assemblagen, Materialanhäufungen, Combine Painting.
Themen: Fantastische und gesellschaftskritische Inhalte.
Wichtige Künstler:
Jean Tinguely: Ballett der Armen (1961).
Daniel Spoerri: Fallentische, z.B. Tableau piège – Sevilla Serie Nr. 16 (1991).
Pop-Art
Kritische Auseinandersetzung mit Konsumwelt und Massenmedien.
Techniken: Fotomontagen, Assemblagen, Verwendung von Konsumgegenständen.
Künstler: Richard Hamilton, James Rosenquist.
Feministische Kunst
Barbara Kruger:
Werke: Untitled (Money can buy you love) (1985), Untitled (Your body is a battleground) (1989).
Guerrilla Girls: Anonyme Künstlergruppe, die Diskriminierung in der Kunstwelt anprangert (gegründet 1985).