Mitschrift RW 5/6

Thema Jahresabschluss

  • Der Jahresabschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie den Anhang, die zusammen ein vollständiges Bild der finanziellen Lage eines Unternehmens bieten.

Bestandteile eines Jahresabschluss

  • Einzelunternehmen & Verein über 1 Millionen

    • Bilanz, GuV, Anlagespiegel

  • Kapitalgesellschaften Vereine über 3 Milionen

    • Bilanz, GuV, Anlagen (Erläuterung zu den einzelnen Posten im Jahresabschluss), Lagebericht (Abbild Geschäfts-

      verlauf und Ausblick)

Grundsätze ordnungsgemäßer Bilanzierung

  • Bilanzkontinuität:

    • gleiche Gliederung von Bilanz und GuV sowie gleiche Kontenbezeichnung in aufeinanderfolgenden Jahresabschlüssen

    • einmal gewählte Bewertungs- & Abschreibemethoden (z.B. entweder direkt oder indirekt) müssen beibehalten werden

  • Bilanzwahrheit

    • Ausweis des Vermögens und der Schulden des Unternehmens entsprechend der tatsächlichen Verhältnisse

    • alle Vermögenswerte und Schulden müssen angegeben werden.

    • intersubjektive Nachvollziehbarkeit

  • Bilanzvorsicht

    • Die Organisation darf keinesfalls besser dastehen, als sie tatsächlich sind

    • Das Anschaffungswertprinzip: besagt, dass Vermögenswerte zu ihren Anschaffungskosten in der Bilanz angesetzt werden müssen, um eine realistische und verlässliche Darstellung der finanziellen Lage der Organisation zu gewährleisten.

    • Vorsichtsprinzip: Ist der Tageswert für Umlaufvermögen niedriger als dr Anschaffungswert muss dieses in der Bilanz abgewertet weren. Bei Anlagevermögen nur wenn Wertverlust corraussichtlich von Dauer ist.

    • Imparitätisches Realisationsprinzip: bedeutet das drohende Verluste ausgewiesen werden.

    • Einzelbewerungsprinzip: Keine Aufrechnung von Gewinnen und Verlusten innerhalb einer Kategorie

    • Grundsatz der Unternehmensfortführung: besagt, dass bei der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden davon ausgegangen wird, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Tätigkeit fortzusetzen und somit keine Liquidation oder Einschränkung der Geschäftstätigkeit bevorsteht.

  • Wirtschaftlicher Gehalt

    • Rechtliche Konstruktion sollen tatsächliche Verhältnisse nicht verschleiern. Beispiel: auf dem Papier lease ich etwas, in Wahrheit kaufe ich es aber

  • Wesentlichkeit

    • Wirtschaftlichkeitsprinzip bei der Erstellung eines Jahresabschluss (z.B. Telefonrechnung in kleinen Beträgen über einen Jahreswechsel hinaus können auch in das letzte Jahr gebucht werden).

Alle Stichpunkte aus § 201 UGB.

DIe Gliederung der GuV ist gesetzlich in §231 UGB aufgelistet.

Aufbewahrungspflicht (§212 UGB)

Standart: 7 Jahre, in manchen Fällen bis zu 10 Jahre. Digital nur in bestimmten Formaten die keine Änderung mehr ermöglichen.

Rückstellungen

für zukünftige Verpflichtungen müssen in der Bilanz entsprechend ausgewiesen werden, um eine realistische finanzielle Lage des Unternehmens darzustellen z.B. Rückstellungen für Prozesse. Rückstellungen kommen in die GuV und drücken den Gewinn. Rückstellungen sind Fremdkapital. Rückstellungen müssen berechnet werden (nicht willkürlich)

Zulässige Rückstellungen

Rückstellungen für Dienstnehmer*innen

  • für Abfertigungen

  • für Pensionen, Jubiläumsgelder

  • für offenen Urlaubstage / Zeitguthaben

Sonstige Rückstellungen

  • für Prozesskosten / Rechts und Beratungskosten

  • für Kosten des Jahresabschluss

  • für noch zu zahlende Steuern

  • in der SWO für ev. zurückzahlenden Förderungen

Rücklagen

sind Eigenkapital für zukünftige Zeiten, bei Aktiengesellschaften sind 10 % von einbezahlten Grundkapital gesetzlich verpflichtende Rücklage. Bei SWO können Rücklagen auch negativ sein, da Förderungen zu Verlust der Gemeinnützigkeit oder Förderwürdigkeit führen kann.

Rechnungsabgrenzung

Ziel: ein periodenreines Ergebnis (alles was 2023 betrifft soll in 2023 verrechnet werden, alles was 2024 betrifft soll in 2024 verrechnet werden).

Beispiel: dreimonatsmiete gezahlt in November von 3000 (1000 euro je Monat). 2000 betrifft davon Jahr 2023, 1000 euro betrifft 2024.

Dafür werden Rechnungsabgrenzungskonten gegründet. Rechnungsabgrenzungen tauchen in der Bilanz auf (bei eigenen Vorauszahlungen auf der Aktiva-Seite, bei fremden Vorauszahlungen auf der Passiva-Seite)

Anlagespiegel

Fasst das Anlagenverzeichnis zusammen und erläutert als Ergänzung zur Bilanz den Restbuchwert zusammen. Ist eine Ergänzung zum Jahresabschluss.y

Kennzahlen

Vorsorgeuntersuchung einer Organisation. Wichtig um rechtzeitig einzugreifen

KPI = Schlüsselkennzahlen

Kennzahlen ermöglichen die rasche Ermittlung von Stärken und Schwächen und helfen bei Entscheidungen. Kennzahlen werden darüber hinaus zum Benchmarking (Vergleich) benötigt.

Sind z.B. Summen, Differenzen, Mittelwerte, Verhältniszahlen, Gliederungszahlen, Indexzahlen etc.

Gesetzliche Frühwarnindikatoren

  • Eigenkapitalquote (in Relation zum Gesamtkapital): bei unter 8 % kritisch

    • Eigenkapital * 100 / Gesamtkapital =

  • fiktive Schuldentilgungsdauer (wie lange brauche ich um meine Schulden abzubezahlen): bei über 15 Jahren kritisch.

  • Liquiditätsanalyse

    • Liquidität 1. Grades: Barliiquidität

      • Liquide Mittel * 100 / kurzfristige Verbindlichkeiten

    • Liquidität 2. Grades:

      • Liquide Mittel + kurzfristige kurzfrristige Forderungen * 100 / kurzfristige Verbindlichkeiten

    • Liquidität 3. Grades:

      • kurzfristiges Umlaufvermögen * 100 / kurzfristige Verbindlichkeiten

    • Working Capital

      • kurzfristige Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten

Cash-Flow

  • Ergebnis vor Steuern (GuV)

  • + Abschreibungen (GuV)

  • + Bildungen von Rückstellungen oder minus Auflösung von Rückstellungen (Differenz aus Rückstellungen dieses Jahr und letztes Jahr z.B. aus Passiva Bilanz)

  • = Cash-Flow