Education Notes

ERZIEHUNG, LERNEN, BILDUNG

  • ERZIEHUNG (Sonderform: Unterricht)
  • LERNEN
    • Personalisation
    • Qualifikation
    • Sozialisation
  • BILDUNG
    • Selbstkompetenz
    • Sachkompetenz
    • Sozialkompetenz
  • ZIEL: MÜNDIGKEIT

Begriffsvielfalt

  • Begriffe transportieren Inhalte:
    • Unterrichtsstörung
    • Verhaltensstörung
    • Verhaltensauffälligkeit
    • Abweichendes Verhalten
    • Disziplinschwierigkeit
    • Lernschwierigkeit
    • Erziehungsschwierigkeit
    • Störung des Lehr- und Lernprozesses
  • Ursachen sind vielfältig (Lehrer, Schüler, äußere Umstände)
  • Subjektiv, was als Störung empfunden wird; Störungen gehören zum Schulalltag
  • Krankheitsbild? Diagnose vom Arzt oder Psychologen; längerfristige Problematik
  • Normorientierung: Was außergewöhnlich oder anders als die Regel ist, fällt auf. Es ist abhängig vom Beobachter, was auffällt.
  • Abweichung von Verhaltensnormen
  • Der Schüler kann sich nicht an Regeln halten; Schüler haben eine geringe Selbstdisziplin/Selbststeuerung; Weitere Assoziation: Der Lehrer kann nicht für Disziplin sorgen
  • Betrifft Schüler; Problem: Abweichung von einer Norm bezüglich des Alters, Ursachen können vielfältig sein (emotionale, körperliche und kognitive Einschränkungen)
  • Erzieher (Lehrkräfte/Eltern) können ihre Erziehungsziele nicht umsetzen; Ursache liegen in mangelnder oder falscher Erziehung

Handlungsmöglichkeiten

  • PRÄVENTIONSMABNAHMEN (Vorbeugung)
    • Geplanter, strukturierter Unterricht
    • Keine Über- oder Unterforderung
    • Wertschätzendes Feedback, Loben
    • Gutes Klassen- und Lernklima
    • Selbstreflexion der Lehrkraft
    • Sitzordnung
    • Rituale
  • INTERVENTIONSMABNAHMEN (Eingreifen bei einer Störung)
    • Wenn möglich nonverbal
    • Leise Anstatt Laut werden
    • Präsenz zeigen
    • Namentlich ermahnen
    • An Regeln erinnern
  • SANKTIONEN (Bestrafung bei einer Störung)
    • Umsetzen
    • Sozialdienste
    • Auszeit
    • Verwarnung
    • Brief an Eltern
    • Nacharbeiten am Nachmittag

Lernen durch Engagement

  • Lernen mit Engagement ist eine Lehr- und Lernform, die gesellschaftliches Engagement von Schülern und fachlichem Lernen verbindet.
  • Wofür Engagement?
    • Menschen mit Beeinträchtigung
    • Menschen mit Migrationshintergrund
    • Menschen mit Suchtproblem
    • Umweltschutz
    • Tierschutz
    • Kranke - Obdachlose
  • Wodurch?
    • Geld erwirtschaften
    • Arbeit leisten
    • Zeit/Gehör spenden
  • Was haben die Schüler davon?
    • Freude
    • Soziale Kompetenzen
    • Selbstständigkeit
    • Berufliche Orientierung
    • Präsentieren lernen
  • Was haben die Lehrer davon?
    • Realitätsbezug, Motivation, Fortbildung
    • Kennenlernen einer anderen Seite der Schüler
    • Neue Kontakte knüpfen
  • Was haben die Kooperationspartner davon?
    • Unterstützung, Werbung, gesellschaftliches Bewusstsein

Planung und Umsetzung (Lernen durch Engagement)

  • Was ist bei Planung und Umsetzung wichtig?
    • Gespräche mit Kooperationspartner
    • Einbindung in den Unterricht
    • Dauer vorher festlegen
    • Einbeziehung der Schüler in Planung und Organisation
    • keine Vorauswahl bestimmter Schüler
  • Wie können Ergebnisse präsentiert werden?
    • Presse
    • Dankesfeier
    • Bildergalerie
    • Ausstellung

Historische Entwicklung der Bildung

  • Antike Griechen
    • Gymnasien
  • Römer
    • Bildung für freie männl. Oberschicht
    • Fächer:
      • Astronomie
      • Geometrie
      • Grammatik
      • Rhetorik (Redekunst)
      • Dialektik (Argumentation)
      • Arithmetrik (Rechnen)
  • Mittelalter (500 - 1500 n. Chr)
    • Bildung wurde zur kirchlichen Angelegenheit
    • Kloster und Domschulen
    • Unterrichtssprache: Latein
  • Neuzeit
    • Reformation
      • Übersetzung der Bibel durch Luther
      • Reformatoren fordern Bildung für alle Christen
    • Johan Amos Comenius (1600 - 1670)
      • Bildung für alle Menschen (Lehrer der Nationen)
      • Didacta Magna (1. Didaktisches Großwerk)
      • Verfasser eines Schulbuches
    • Johan Heinrich Pestalozzi (1750-1830)
      • Bildung für alle Kinder
      • Wegbereiter der Reformpädagogik (um 1900)
      • "Bildung beginnt mit der Liebe"
      • Kopf-Herz-Hand (ganzheitliche Bildung)
      • Einführung der Schulpflicht
    • Zeitalter der Aufklärung (18. Jh)
      • John Locke
        • Mensch als unbeschriebenes Blatt gesehen (tabula rasa)
      • Jean-Jaques Rousseau
        • Mensch ist von Natur aus gut & frei
      • Johann Heinrich Pestalozzi
        • Kopf, Herz und Hand" (ganzheitliche Bildung)
        • Liebe als Voraussetzung (Wegbereiter der späteren Reformpädagogik)

Schule im 20. Jahrhundert

  • Einführung der Schulpflicht; Vorreiter: Preußen
    • Motto: Wer sein Kind liebt, der züchtigt es
    • Ziel: Gehorsamkeit
  • Um 1900 - Zeit der Reformpädagogik
    • Maria Montessori
      • "Hilf mir, es selbst zu tun"
      • Materialgeleitetes Lernen
    • Rudolf Steiner (Waldorfschulen)
      • Anthroposophie
      • Eurythmie
  • 1. Weltkrieg (1914-1918)
  • Weimarer Republik
    • Grundschulpflicht für alle
    • Höhere Lehrerbildung für Frauen
  • Nationalsozialismus
    • 1933: Entlassung jüdischer Lehrer
    • 1938: keine Schule für jüdische Kinder
    • Zurückdrängen der Frauen aus höherer Bildung
  • 2. Weltkrieg (1939 - 1945)
  • 1945 - 1990 BRD
    • Kulturhoheit der Länder
  • DDR
    • 3-gliedriges Schulsystem
  • Bayern
    • 10 Jahre gemeinsame Schulzeit
    • Danach in 2 Jahren Abi (Voraussetzung Staatstreue)
    • keine Ganztagsschulen
    • Ganztagsbetreuung
    • lange Zeit geschlechtsspezifische gleiche Lehrpläne für Mädchen und Jungen Bildung
  • Pisa-Schock 2000
    • Deutschland schneidet unerwartet schlecht ab in internationaler Vergleichsstudie OECD
      • Lesekompetenz, Mathematik, Naturwissenschaft
      • (Neu: Wirtschaftliches Verständnis)
    • Kritik am Bildungssystem, das schlechte Ergebnisse hervorbringt und ungerecht ist
    • Einführung von Ganztagsschulen
    • Lehrplan plus (Kompetenzorientiert)
    • Jahrgangsstufentest
    • Frühere Einschulung
    • Vorschulförderung

Definition: Unterrichtsstörung

  • Von einer Unterrichtsstörung spricht man, wenn der Lehr-Lern-Prozess durch die Einwirkung beteiligter Schüler oder anderer Personen oder durch äußere Ereignisse in seinem Verlauf unterbrochen, abgebrochen, unerträglich, inhuman oder unmöglich gemacht wird.

Klassifikation nach Domke (1975)

  • Unbeabsichtigtes Verhalten
    • Schüler lachen über Versprecher der Lehrkraft
    • Spontanes Auslachen wegen Missgeschicken
    • Aus dem Fenster schauen
  • Beabsichtigtes, getarntes Verhalten, dessen Urheber anonym bleibt
    • Schüler stiftet Klasse an, sich dumm zu stellen
    • Verleumdung eines Mitschülers bei der Lehrkraft
    • Heimliches Essen
  • Beabsichtigtes, offenes Verhalten, dessen Urheber anonym bleibt
    • Verstecken von Lehrerutensilien
    • Beschießen eines Schülers mit Papierkügelchen
    • Beschädigung von Schulinventar
  • Beabsichtigtes, offenes Verhalten, dessen Urheber sich zeigt
    • Beschimpfen der Lehrkraft
    • Hänseleien
    • Absichtliches Zuspätkommen