Studiennotizen: Wissenstest Elektrofachkraft 16,7 Hz Oberleitungsanlagen
Voraussetzungen und Kernaufgaben der Elektrofachkraft (Efk)
Die Ernennung zur Elektrofachkraft () f##r Oberleitungsanlagen unterliegt strengen Anforderungen an Ausbildung, Erfahrung und Kompetenz.
Voraussetzungen f##r die Ernennung Die Ernennung zur erfordert eine Kombination aus formaler Qualifikation und praktischer Erfahrung:
- Ausbildung: Erfolgreich abgeschlossene fachspezifische Ausbildung.
- Praxiszeit: Richtzeiten bewegen sich in einem Rahmen von Monaten bis zu Jahren.
- Fachkenntnis: Nachweis tiefergehender theoretischer und praktischer Kenntnisse.
Definition der Efk f##r Oberleitungsanlagen Eine zeichnet sich dadurch aus, dass sie aufgrund ihrer fachlichen Ausbildung, ihrer Kenntnisse und Erfahrungen sowie der Kenntnis einschl##giger Normen und Bestimmungen die ihr ##bertragenen Arbeiten beurteilen und m##gliche Gefahren eigenst##ndig erkennen kann.
Aufgaben und Befugnisse
- Schadenserkennung: m##ssen offensichtliche Sch##den und Unregelm###igkeiten an Oberleitungsanlagen sicher identifizieren.
- Eigenverantwortung: Sie sind berechtigt, alle Arbeiten an Oberleitungsanlagen sowie Anlagen der R##ckstromf##hrung und Bahnerdung im Rahmen ihrer Zust##ndigkeit eigenverantwortlich durchzuf##hren.
- Leitungsfunktion: Sie d##rfen solche Arbeiten leiten und beaufsichtigen.
Sicherheitsabst##nde und Arbeiten in der N##he spannungsf##hrender Teile
Der Schutz vor elektrischen Gefahren hat h##chste Priorit##t, wobei spezifische Abst##nde und Bedingungen gelten.
Regelabst##nde
- Der einzuhaltende Schutzabstand zur eingeschalteten Oberleitung f##r eine betr##gt .
Arbeiten bis auf Isolatorl##nge Diese Bezeichnung bedeutet, dass der Schutzabstand von bis auf die Baul##nge des Isolators unterschritten wird. Die Isolatorl##nge umfasst die Baul##nge des Isolators einschlie##lich seiner Kappen und der angebrachten Armaturen.
Voraussetzungen f##r solche Arbeiten:
- Betriebliche Notwendigkeit: Es m##ssen zwingende betriebliche Gr##nde gegen eine Abschaltung der Oberleitung vorliegen.
- Dokumentation: Ein Eintrag im Fernsprechbuch ist erforderlich.
- Aufsicht: Arbeiten d##rfen nur unter Anleitung und st##ndiger, erfahrener Aufsicht pro Arbeitsstelle erfolgen. Die Aufsichtsperson darf keine anderen Arbeiten ausf##hren.
- Ausr##stung & Umfeld: Entsprechende Kleidung, geeignetes Werkzeug, ein sicherer Standort und gute Beleuchtung sind Pflicht.
- Einschr##nkung: Direkt am Isolator und den Armaturen darf w##hrenddessen nicht gearbeitet werden.
Bauarten der Regelfahrleitung (Re)
Die verschiedenen Bauarten der Regelfahrleitung sind nach der maximal zul##ssigen Geschwindigkeit () benannt.
G##ngige Bauarten und Merkmale
- Re 75: Einsatz in Nebengleisen (z. B. ) und Anschlu##gleisen. .
- Re 100: F##r Haupt- und Nebengleise (Br. Fr. St.). .
- Re 160: Einsatz in Hauptgleisen (). .
- Re 200: Ausbaustrecken (). .
- Re 250 / Re 330: Neubauhstrecken. Hohe Zugspannungen und spezielle Seiltypen ( oder ).
Zus##tzliche Bauarten im Netz
- Tunnelfahrleitung (spezielle Anforderungen).
- Tragseilarm.
- max. .
- modifiziert.
- Regelfahrleitung Baujahr (z. B. Bahnhof Dingolfing).
Unterschied Re 100 vs. Re 100 max. 120 Der Unterschied liegt prim##r im H##ngerabstand:
- Bei Seitenlage : Der H##nger nach dem St##tzpunkt liegt bei , alle weiteren im Abstand von max. .
- Bei Seitenlage : Der H##nger liegt bei , weitere bei max. .
- Vordurchhang: .
Fachbegriffe und Konstruktionsmerkmale
Systemh##he Der senkrechte Abstand zwischen der Unterseite des Fahrdrahtes und der Mitte des Tragseiles, gemessen am St##tzpunkt.
Klemmenfreier Raum Bereich vor und hinter Kreuzungen, in dem keine H##ngerklemmen, Stromklemmen oder sonstige Klemmen am Fahrdraht liegen d##rfen (), um den Auf- und Ablaufbereich des Stromabnehmers nicht zu behindern.
Kettenwerk: Fest oder Beweglich Diese Bezeichnung gibt an, ob bei Abfangungen Radspanner zum Temperaturausgleich vorhanden sind (beweglich) oder nicht (fest).
Festpunkt Einrichtung in der Mitte einer Nachspannl##nge zur Fixierung einer beidseitig beweglich nachgespannten Oberleitung. Er besteht aus Festpunktankerseilen und zwei Kettenwerksschr##gankern (evtl. mit Mastr##ckanker). Ein Festpunkt ist bei Nachspannl##ngen nicht erforderlich.
Nachspannungen und Streckentrennungen
- Nachspannung: ##bergang von zwei Kettenwerken mit gegenl##ufigen Ausdehnungsrichtungen (Fahrdr##hte im Verh##ltnis , Seilabstand , ).
- Streckentrennung (alte Bauart): ##bergang mit gr####eren Abst##nden (, ) und meist einem Masttrennschalter am Bahnhofsende.
- Nachspannung neuer Bauart: ##bergang nur in Feldmitte, Seilabst##nde und je .
- 3-feldrig vs. 4-feldrig: Eine -feldrige Nachspannung verl##uft ##ber Radspannermast – St##tzpunkt – St##tzpunkt – Radspanner. Die -feldrige (oft im Bogen) hat einen zus##tzlichen Zwischenst##tzpunkt.
Radspanner und Zugspannungen
Zugkr##fte
- Re 75 bis Re 200: Tragseil und Fahrdraht sind mit je abgespannt.
- S-Bahntunnel / Tunnelfahrleitung: Doppelte Zugkraft von (, Tragseil).
Radspanner-Mechanik
- ##bersetzungsverh##ltnis: .
- Gewichtssatz: Im Regelfall sind Gewichtssteine ## vorhanden (). Inklusive Zugstange, Grundplatte und Klemmen (ca. ) ergibt sich bei der ##bersetzung eine Gesamtzugkraft von ca. .
- Abweichungen: Nur Steine k##nnen auf einen Fahrdraht oder eine Standzeitverl##ngerung hindeuten.
Instandhaltung und Pr##fungen (Z1 & Z2)
Zustandspr##fungen () dienen der Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes.
Z1 (Kettenwerkinspektion)
- Pr##fung von Kettenwerken, St##tzpunkten, Nachspannvorrichtungen und Schutzabst##nden aktiver Teile.
- Unterscheidung Re 160 / Re 200: Sichtbar an der L##nge des -Beiseiles und der H##ngeranzahl ( kurz vs. lang). Bei sind die H##nger zum Gleis parallel, bei verschoben.
- Radspanner: Kontrolle von Seillagen, Seilauflauf, Fanglasche, Gewichtsf##hrung und Gangbarkeit.
Z2 (Infrastrukturinspektion)
- Pr##fung von Speiseleitungen, Kabelendverschl##ssen, Schaltern, Fundamenten, Masten, H##nges##ulen, Quertragwerken, R##ckstromf##hrung/Bahnerdung, Steuereinrichtungen und Signalen.
Schaltungen und Masttrennschalter (MTS)
Aufbau und Funktion
- Funkenh##rner: Dienen der Lichtbogentrennung bei Schaltung unter Last und schützen das Kontaktmesser.
- Strombelastbarkeit: MTS sind f##r (2-teiliges Messer) oder (3-teiliges Messer) ausgelegt. Bei Tausch d##rfen nur noch Varianten verbaut werden.
- Spezialschalter: Schalter haben keine sichtbaren Kontaktmesser, sondern eine L##schkammer.
Schaltvorg##nge
- Dreikant-Handantrieb (Ladegleis): Grundstellung ist –AUS–. Zum Einschalten Schlüssel stecken, Verriegelung l##sen, Hebel nach oben. Der Schlüssel darf im –EIN–-Zustand nicht abziehbar sein, damit bei Gefahr sofort abgeschaltet werden kann.
- Vierkant-Handantrieb: Grundstellung wird durch festgelegt. Schalthoheit liegt bei der (Zentrale Schaltstelle).
- Schuppenschalter (Werke): Vor Einschalten Pr##fung auf Erdfreiheit. Vor Ausschalten Fahrzeuge abr##sten (Vermeidung von Lastabzug auf Erde).
Bahnerdung und R##ckstromf##hrung
Definitionen
- Bahnerde: Fahrschienen, die als R##ckleitung genutzt werden und absichtlich mit Erde verbunden sind.
- Bahnerdung: Verbindung zwischen leitf##higen Teilen und der Bahnerde.
- Unterschied: Bahnerdung dient dem Personen- und Betriebsmittelschutz; Triebr##ckstromf##hrung ist f##r den Zugbetrieb erforderlich.
Anforderungen
- Leiter: Mindestens zwei Fahrschienen oder ein Ersatzleiter () sind n##tig.
- Bahnsteige: Bauteile m##ssen bei Neu-/Umbau zweifach an verschiedene Schienen geerdet werden.
- Kr##ne: Ben##tigen Bahnerdung und eine Spannungssicherung zur Vermeidung von Potenzialverschleppung ( Netz vs. Bahnnetz).
- Erdungsvorrichtung: Seit Ende ist ein Querschnitt von vorgeschrieben. Abst##nde: Max. bei Querfeldern, max. bei mechanisch getrennter Oberleitung ( bei ).
Oberleitungs- und Stromabnehmerbereich (Rissbereich) Alle leitf##gigen Teile, die in waagerechter Richtung sind und im Rissbereich liegen, m##ssen bahngeerdet werden. Der Bereich erstreckt sich horizonal von Gleismitte und vertikal bis zum h##chsten Punkt der Oberleitung ( ##ber Schienenoberkante).
Technische Ma##angaben
- a-Ma##: Mastabstand zwischen zwei Masten.
- b-Ma##: Seitenlage (Regel: mit Toleranz).
- c-Ma##: Lage zwischen beiden Masten (Regel , max. im Bogen).
- t-Ma##: Eingrabtiefe des Fundamentes (Fundamentsohle bis Erdaustritt).
- x-Ma##: Ma## von Fundamentoberkante bis zum tiefsten Punkt des Erdaustrittes.
- e-Ma##: H##henunterschied zwischen (Schienenoberkante) und Fundamentoberkante.
Werkstoffe und Seiltypen
Materialerkennung
- NYY-O 1x50 vs. Isoliertes Tragseil Bz 50: ist doppelt isoliert; erkennt man am Aufbau durch Biegen eines einzelnen Drahtes.
- Cu 95 vs. Bz 95: Unterscheidung nur durch Biegeprobe einzelner Dr##hte m##glich.
Seilquerschnitte (Beispiele)
- Bz 10: H##ngerseil ( Einzeladern).
- Bz 50: Tragseil, Quertragwerk ( Einzeladern).
- Cu 120 (hochflexibel): St##tzisolator zum beweglichen Schalterteil.
- StAlu 185/30: Speiseleitung ( Stahlseele, Aluminium-Au##enwicklung).
Oberleitungssignale
- El 1v: Hauptschalter –AUS– erwarten ( vor El 1).
- El 1: Hauptschalter –AUS– ( vor Trennung).
- El 2: Hauptschalter –EIN– ( nach Trennung).
- El 3: B##gel ab Ank##ndigung ( vor El 4).
- El 4: B##gel ab ( vor Trennung).
- El 5: B##gel auf ( nach Trennung).
- El 6: Halt f##r Fahrzeuge mit gehobenem Stromabnehmer.
Arbeitsschutz und Unfallverh##tung
Verhaltensregeln
- Vor Beginn: Einweisung durch Meister/Gruppenf##hrer vor Ort; Kenntnis ##ber Arbeitsauftrag, Gefahrenstellen und Sicherheitsraum.
- Besteigen von Triebfahrzeugen (): Dachausr##stung muss immer zuerst bahngeerdet werden, da Restladungen in St##rfilter-Kondensatoren gef##hrlich sein k##nnen.
- R##umzeit: Gleis ohne Eile mit Ger##ten verlassen.
- Sicherheitsfrist: Mindestens zwischen R##umung und Vorbeifahrt.
- Gefahrenbereich: Gleisbereich h##ngt von ab ().
Betriebsanweisungen Enthalten Informationen zu Arbeitsbereich, Verantwortlichen, Gefahren, Schutzma##nahmen, Verhalten bei Unf##llen/St##rungen und Folgen bei Nichtbeachtung. Sie gelten f##r Maschinen, Gefahrstoffe und Bauarbeiten.