Bismarck
Otto von Bismarck
Biographische Übersicht
Geboren: 1. April 1815 in Schönhausen
Gestorben: 30. Juli 1898 in Friedrichsruh
Familie: Sohn von Ferdinand von Bismarck und Wilhelmine Louise; verheiratet mit Johanna von Puttkamer
Bildung und frühes Leben
Kindheit in Kniephof, Pommern
Bildung an der Plamann’schen Erziehungsanstalt in Berlin
Studium an der Universität Göttingen, später Universität Berlin
Beruflicher Werdegang
1835: Auskultator am Berliner Stadtgericht
1839: verließ den Staatsdienst, um die Ländereien in Kniephof und Schönhausen zu bewirtschaften
1842: Erste Reisen nach England, Frankreich und der Schweiz, Einfluss von pommerschen Pietisten
Politische Karriere und Einfluss
1848: Geeigneter Kandidat für die preußische Regierung während der Märzrevolution
1849: Wahl in die zweite Kammer des preußischen Landtages
1851: Ernennung zum Gesandten am Bundestag in Frankfurt
1862-1866: Preußischer Ministerpräsident, Gestaltung der preußischen Außenpolitik
Strategie und Diplomatie
Jacobinische Politik, Stärkung Preußens in Europa durch geschickte Diplomatie
1864: Erster schleswig-holsteinischer Krieg, ziele auf preußische Expansion
1866: Krieg gegen Österreich, Etablierung der preußischen Vorherrschaft in Deutschland
Gründung des Deutschen Reiches
1871: Proklamation des Deutschen Kaiserreiches; Bismarck wird erster Reichskanzler
Konflikte mit Österreich und die Schaffung eines nationalstaatlichen Deutschlands
Verhandlung des Frankfurter Friedens (1871), Erwerb von Elsaß-Lothringen
Innenpolitische Herausforderungen
Kulturkampf mit der katholischen Kirche; zeitweilige Rückkehr zur Aussöhnung
Sozialgesetzgebung (Kranken- und Unfallversicherung), jedoch begrenzte Reformen
Konfrontationen mit der sozialdemokratischen Bewegung und den zunehmenden sozialen Spannungen
Letzte Jahre und Rücktritt
1890: Zwangsweise Entlassung durch Kaiser Wilhelm II. nach internen Machtkämpfen
Bismarcks Lebensabend in Friedrichsruh, anhaltende Rückschau auf seine Zeit und Politiken
Vermächtnis und Einordnung
Komplexe Persönlichkeit, die in der Nachgeschichte nicht als bloßer Machtpolitiker verstanden werden kann
Einflussreiche Rolle in der europäischen Politik, strategische Machenschaften im gesamten Jahrhundert und darüber hinaus
Autor von "Gedanken und Erinnerungen", eines wichtigen textes zur deutschen Geschichte und seiner eigenen politischen Philosophie.