Lysosomen

Lysosomen sind kleine membranumschlossene Orga- nellen, die in der Zelle die intrazelluläre Verdauung von Makromolekülen durchführen. Im Inneren der Lysosomen herrscht ein saurer pH-Wert verglichen mit dem neutralen pH-Wert des Cytosol. Die für die Zerlegung der Nahrungsbestandteile wichtigen hydro- lytischen Enzyme (Hydrolasen) haben einen optimalen

Arbeitsbereich im sauren Milieu. Falls ein Lysosom platzt oder löchrig wird, können die in das Cytosol austretenden Enzyme in dem neutralen pH-Bereich nicht mehr arbeiten und der Zelle keinen Schaden durch Selbstverdauung zuführen.

In Lysosomen werden unbrauchbare Molekü- le und Nahrungsbestandteile in ihre kleinsten Einheiten zerlegt. Hier erfolgt die Müllbeseitigung innerhalb der Zelle.

Die Lysosomen werden von der trans-Seite des Golgis als Vesikel abgeschnürt und verschmelzen mit soge- nannten Endosomen. Das Verschmelzungsprodukt reift dann zum eigentlichen Lysosom indem die inaktiven Vorstufen der Verdauungsenzyme durch den niedrigen pH-Wert aktiviert werden.

Amöben und Protisten ernähren sich, in dem sie sich kleinere Organismen und Nahrungsteile einverleiben. Durch Einstülpen der Zell- membran und Abschnüren bildet sich eine Nahrungs- vakuole, die dann mit einem Lysosom verschmilzt und die aufgenommenen Bestandteile verdaut. Dieser Vorgang wird als Phagocytose bezeichnet. Die Verdau- ungsprodukte, die Einzelbestandteile von Makromo- lekülen werden dann ins Cytosol transportiert und können dann wiederverwertet werden. Spezielle menschliche Blutzellen (Macrophagen) können die Phagocytose auch nützen um sich vor in den Körper gelangten Eindringlingen zu schützen.