Wissenschaftliche Kriegsdefinitionen können in quantitative und qualitative Ansätze unterteilt werden:

1. Quantitative Definitionen
  • Diese erfordern, dass die Zahl der direkten oder indirekten Todesopfer gewaltsamer Auseinandersetzungen einen bestimmten Schwellenwert überschreitet.

  • Der bekannteste Ansatz stammt von David Singer und Melvin Small im Rahmen des „Correlates of War (COW) Projekts“ an der Universität Michigan, das kriegerische Auseinandersetzungen seit 1816 statistisch erfasst.

    • Ein Krieg wird definiert als ein gewaltsamer Konflikt mit mindestens 1000 getöteten Kombattanten pro Jahr.

    • Um Völkermorde und sporadische Massaker auszuschließen, müssen sich beide Konfliktparteien organisiert haben. Außerdem muss die unterlegene Seite mindestens 5 % ihrer Verluste dem Gegner zugefügt haben.

2. Qualitative Definitionen
  • Diese legen den Fokus stärker auf die Merkmale, Ursachen und die funktionale Logik von Kriegen.

  • Ein Beispiel bietet die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) an der Universität Hamburg, die Krieg als „gewaltsamen Massenkonflikt“ definiert, der folgende Merkmale aufweist:

    1. Beteiligt sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte, wobei mindestens eine Seite reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung umfassen muss.

    2. Auf beiden Seiten muss eine minimale zentral gesteuerte Organisation des Krieges und des Kampfes gegeben sein, z. B. organisierte bewaffnete Verteidigung oder geplante Überfälle.

    3. Die bewaffneten Operationen müssen mit einer gewissen Kontinuität erfolgen und mehr als sporadische Zusammenstöße darstellen, wobei die Strategie von beiden Seiten planmäßig sein sollte.

Unterscheidung von „bewaffneten Konflikten“
  • „Bewaffnete Konflikte“ sind gewaltsame Auseinandersetzungen, die die Kriterien der Kriegsdefinition nicht vollständig erfüllen.