Photosynthese – Die Lichtreaktion
🟨 Folie 2: Die Gewinnung von Energie aus Licht
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Diese Folie zeigt zwei Beispiele, wie Licht als Energiequelle genutzt wird:
Photovoltaik: Technologische Nutzung von Sonnenlicht zur Stromerzeugung.
Photosynthese: Biologischer Prozess, bei dem Pflanzen Lichtenergie nutzen, um chemische Energie zu speichern.
Ziel: Die Folie leitet in das Thema ein, dass Licht als Energiequelle nicht nur für Technik, sondern auch für Lebensprozesse essenziell ist.
🟨 Folie 3: Photosynthese – der Kontext
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Diese Folie stellt Photosynthese und Zellatmung gegenüber:
In der Zellatmung wird Zucker (z. B. Glukose) oxidiert → dabei entsteht CO₂ und Energie (ATP).
In der Photosynthese läuft der Prozess rückwärts: CO₂ wird reduziert → es entsteht Zucker.
Es wird betont:
Beide Prozesse hängen eng zusammen.
Sauerstoff (O₂) wird bei der Atmung verbraucht und bei der Photosynthese produziert.
🔍 Glossar:
Oxidation: Elektronenabgabe – z. B. beim Abbau von Zucker.
Reduktion: Elektronenaufnahme – z. B. bei der Bildung von Zucker aus CO₂.
🟨 Folie 4: Photosynthese – der Überblick
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Die Photosynthese gliedert sich in zwei Hauptprozesse:
Lichtreaktion:
Licht wird in chemische Energie umgewandelt.
Dabei entstehen ATP (Energiespeicher) und NADPH (Reduktionsmittel).
Dunkelreaktion (Calvin-Zyklus):
CO₂ wird mit Hilfe der Produkte der Lichtreaktion in Zucker eingebaut.
Dies nennt man Fixierung von CO₂.
🔍 Glossar:
ATP: Energieträger der Zelle.
NADPH: Elektronenträger, wichtig für Reduktionsreaktionen.
CO₂-Fixierung: Einbau von Kohlendioxid in organische Moleküle.
🟨 Folie 5: Die Summenformel der Photosynthese
🔆 Lichtreaktion (oben, gelber Rahmen)
Hier wird Wasser (H₂O) gespalten:
2 H_2O →O2+4[H]Dabei entstehen:
Sauerstoff (O₂) als Nebenprodukt (wird freigesetzt),
[H] – ein Symbol für Reduktionsäquivalente (siehe Glossar),
Energie (in Form von ATP und NADPH) wird bereitgestellt.
🌑 Dunkelreaktion (Calvin-Zyklus, grauer Rahmen)
Diese nutzt die Reduktionsäquivalente [H] sowie CO₂ zur Bildung von Zucker:
Dabei entsteht Zucker (vereinfacht dargestellt als (CH₂O)) und Wasser (H₂O).
➕ Gesamtsumme der Photosynthese (unten)
Wenn man beide Reaktionen zusammenrechnet:
Dies ist die vereinfachte Summenformel der Photosynthese, die man sich oft merkt.
📘 Glossar:
Reduktionsäquivalente [H]:
Symbolisiert Wasserstoffatome oder Elektronen, die bei der Lichtreaktion gewonnen werden.
→ Sie werden in Form von NADPH gespeichert und später in der Dunkelreaktion verwendet, um CO₂ zu reduzieren (zu Zucker).(CH₂O):
Steht stellvertretend für ein Einfachzucker-Baustein (wie Glucose mit Formel C₆H₁₂O₆, das sich aus 6 CH₂O-Einheiten zusammensetzt).Elektronendonor (z. B. H₂O):
Eine Substanz, die Elektronen liefert. Hier: Wasser wird gespalten, um Elektronen für die Reduktion von CO₂ bereitzustellen.
🟧 Folie 6: Entstehung der Photosynthese
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Die Photosynthese produziert Sauerstoff (O₂) als Nebenprodukt.
Alles O₂ in der Luft stammt ursprünglich aus der Photosynthese von Pflanzen (es ist also ein „Abfallprodukt“).
Vor der Photosynthese war die Erdatmosphäre reduzierend, d. h. sie enthielt keinen freien Sauerstoff.
Die Uratmosphäre bestand aus:
CH₄ (Methan)
NH₃ (Ammoniak)
H₂O (Wasserdampf)
H₂ (Wasserstoff)
CO₂ nur in Spuren
Das Leben entstand in einer anaeroben Umgebung, also ohne Sauerstoff.
🔍 Glossar:
Reduzierend: Umwelt mit Stoffen, die leicht Elektronen abgeben (z. B. Methan, Ammoniak).
Anaerob: Prozesse oder Lebensformen, die kein Sauerstoff benötigen.
🟧 Folie 7: Rolle von Sauerstoff in der Evolution
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Das Zytoplasma heutiger Zellen ist immer noch chemisch reduziert, ein Hinweis auf die ursprünglichen Lebensbedingungen.
Erst als Sauerstoff in die Atmosphäre kam, konnten Lebewesen beginnen, diesen für die Atmung zu nutzen → das erlaubte eine viel effizientere Energiegewinnung.
Heute:
Einige Mikroorganismen sind fakultativ anaerob → sie können mit oder ohne O₂ leben.
Andere Organismen (z. B. Tiere, Menschen) sind vollständig auf Sauerstoff angewiesen.
🔍 Glossar:
Zytoplasma: Flüssiger Zellraum, in dem viele Reaktionen ablaufen.
Aerobe Atmung: Energiegewinnung mit O₂, produziert viel ATP.
Fakultativ anaerob: Mikroben, die flexibel mit oder ohne Sauerstoff leben können.
🟧 Folie 8: Entstehung der Photosynthese – Zeitstrahl
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Die Abbildung zeigt wichtige Ereignisse der Erdgeschichte im Überblick:
Das Universum entstand vor ~13,7 Milliarden Jahren.
Die Erde entstand vor ~4,6 Milliarden Jahren.
Das Leben auf der Erde entwickelte sich früh, noch bevor es O₂ gab.
Vor etwa 3,5 Milliarden Jahren entstanden photosynthetische Bakterien (z. B. Cyanobakterien).
Diese begannen allmählich, O₂ zu produzieren, was die Atmosphäre veränderte.
Erst viel später entwickelten sich komplexere Lebewesen wie Pflanzen, Tiere und Menschen.
🟧 Folie 9: Sauerstoffkonzentration in der Erdgeschichte
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Das Diagramm zeigt die O₂-Konzentration in der Atmosphäre über 4 Milliarden Jahre:
Lange Zeit war fast kein Sauerstoff vorhanden.
Erst vor ca. 2,4 Milliarden Jahren begann das Great Oxygenation Event:
Cyanobakterien setzten Sauerstoff frei.
Sauerstoff häufte sich allmählich in der Atmosphäre an.
Vor ca. 540 Millionen Jahren (vor der Kambrischen Explosion) stieg der O₂-Gehalt nochmals stark an.
Diese Erhöhung ermöglichte die Entwicklung vielzelliger, komplexer Organismen.
🔍 Glossar:
Great Oxygenation Event (GOE): Zeit, in der die Erde zum ersten Mal Sauerstoff in großen Mengen erhielt.
Kambrische Explosion: Phase schneller Evolution neuer, komplexer Tierarten.
🟧 Folie 10: CO₂-Konzentration in der Erdgeschichte
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Diese Folie zeigt den Verlauf des Kohlenstoffdioxidgehalts (CO₂) in der Atmosphäre über Millionen von Jahren.
Heute liegt der CO₂-Gehalt bei etwa 392 ppm (= 0.0392 % der Luft) – das ist über 250-mal höher als in früheren Phasen der Erdgeschichte!
Die beiden Diagramme zeigen:
Links: Langfristige Schwankungen des CO₂-Gehalts über die Erdzeitalter (z. B. Perm, Trias, Kreide).
Rechts: Kurzfristigere Schwankungen in den letzten Hunderttausenden Jahren – meist durch Eiszeiten beeinflusst.
CO₂ ist ein wichtiger Faktor für das Klima und für die Photosynthese.
📘 Glossar:
ppm: parts per million – Maßeinheit für sehr kleine Konzentrationen.
Phanerozoikum: Das aktuelle Erdzeitalter (seit ~540 Mio. Jahren).
🟧 Folie 11: Photosynthese – der Kontext
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Die Photosynthese findet im Chloroplasten der Pflanzenzelle statt.
Sie besteht aus zwei Hauptreaktionen:
Lichtreaktion: Umwandlung von Licht in chemische Energie → es entsteht ATP (Energie) und [H] (Reduktionsäquivalente).
Dunkelreaktion: Diese Energie wird genutzt, um CO₂ zu Zucker zu verarbeiten (= Kohlenstoff-Fixierung).→ brauchen nicht direkt Licht
→ die beiden Reaktionen finden gleichzeitig statt.
Die Lichtreaktion benötigt Licht – die Dunkelreaktion kann auch im Dunkeln stattfinden, solange ATP und [H] vorhanden sind.
📘 Glossar:
ATP: Energiemolekül der Zelle.
Reduktionsäquivalente [H]: Wasserstoffübertragende Moleküle, z. B. NADPH.
Stroma: Flüssigkeitsraum im Chloroplasten, in dem die Dunkelreaktion abläuft.
🟧 Folie 12: Aufbau eines Blattes
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen
Diese Folie zeigt den Aufbau eines Pflanzenblattes und wie es an der Photosynthese und am Gasaustausch beteiligt ist.
🔹 Hauptbestandteile des Blattes:
Stomata (Spaltöffnungen):
Kleine Poren an der Blattunterseite.
Steuern den Eintritt von CO₂ und den Austritt von Wasserdampf (Transpiration).
Öffnen sich bei Tageslicht, schließen sich bei Wassermangel.
Lower epidermis (untere Epidermis):
Schutzschicht des Blattes.
Beinhaltet die Stomata.
Zellen im Blattinneren (Querschnitt):
Chloroplasten: Der Ort der Photosynthese.
Cytosol: Flüssigkeit in der Zelle, in der Stoffwechsel stattfindet.
Vakuole: Großer Wasserspeicher; reguliert Zellinnendruck.
Zellkern (nucleus): Enthält das Erbgut.
Mitochondrien: Energieproduktion durch Zellatmun → sind nötig trotz der Chloroplasten → wird in der Dunkelheit gebraucht um Energie zu gewinnen..
Zellwand: Stabilisiert die Zelle.
Air space (Luftraum): Zwischenräume, in denen sich Gase wie CO₂ und O₂ bewegen können.
🌬 Gasaustausch:
CO₂ gelangt über die Stomata ins Blatt und wird in den Chloroplasten zur Zuckerproduktion genutzt.
Gleichzeitig verdunstet Wasser (Transpiration) → sorgt für Sogwirkung beim Wassertransport von den Wurzeln.
📘 Glossar:
Transpiration: Wasserverdunstung aus den Blättern → kühlt die Pflanze und zieht neues Wasser nach oben.
Stomata (Spaltöffnungen): Regulieren Gasaustausch (CO₂ rein, O₂ & H₂O raus).
Chloroplast: Zellorganell, in dem Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt wird.
Vakuole: Speicherraum für Wasser, sorgt für Zellstabilität durch Druck.
🟩 Folie 13: Aufbau eines Chloroplasten
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Der Chloroplast ist das Organell in Pflanzenzellen, in dem die Photosynthese stattfindet.
Er besteht aus mehreren Membranen (äussere und innere) und kompartimentierten Räumen:
Außen- und Innenmembran: Umschließen den Chloroplasten.
Stroma: Flüssigkeit im Inneren, eine Art Hohlraum – dort läuft die Dunkelreaktion ab.
Thylakoid-Membranen: (Thylakoid Lumen) Flache Membranscheiben, die zu Granastapeln geschichtet sind – hier findet die Lichtreaktion statt.
Lumen: Der Innenraum der Thylakoide, wichtig für die Protonengradientenbildung.
🟩 Folie 14: Topologie – Vergleich Chloroplast und Mitochondrium
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Chloroplasten und Mitochondrien sind strukturell ähnlich aufgebaut:
Beide besitzen doppelte Membranen.
Beide erzeugen eine protonenmotorische Kraft durch einen Protonengradienten.
Unterschiede im Protonengradienten:
Im Mitochondrium werden Protonen vom Matrixraum (pH etwa 8) in den Intermembranraum (pH etwa 7) gepumpt, wodurch außen ein leicht saureres Milieu entsteht.
Im Chloroplasten werden Protonen vom Stroma (pH etwa 8) ins Thylakoid-Lumen (pH etwa 5) gepumpt, was ein deutlich stärkeres Säuregefälle erzeugt.
In beiden Organellen treibt der Rückfluss der Protonen durch die ATP-Synthase die ATP-Produktion an.
🖼 Erklärung der Visualisierung:
Das Schema zeigt ATP-Synthasen (grün dargestellt), die in die Membranen integriert sind. Diese erzeugen ATP aus ADP und Pi durch den Rückfluss der Protonen entlang ihres Konzentrationsgradienten.
📖 Glossar:
Protonengradient: Ein Unterschied in der Protonen-Konzentration (H⁺-Ionen) über eine biologische Membran hinweg. Wird genutzt, um Energie für die Synthese von ATP bereitzustellen.
Matrixraum: Innerster Raum des Mitochondriums, Ort des Citratzyklus.
Intermembranraum: Raum zwischen der inneren und äußeren Membran des Mitochondriums.
Stroma: Flüssigkeit innerhalb des Chloroplasten, Ort der Dunkelreaktionen (Calvin-Zyklus).
Thylakoid-Lumen: Innerer Bereich der Thylakoide im Chloroplasten, Ort der Lichtreaktionen der Photosynthese.
ATP-Synthase: Enzymkomplex, der die Bildung von ATP aus ADP und Pi ermöglicht, indem er die Energie des Protonengradienten nutzt.
🟩 Folie 15: Vertiefungsfrage 1 – Protonenmotorische Kraft (Notiz: an der Prüfung kommt keine solche Frage → von Dozenten erwähnt)
🧠 Verständnisfrage und Hintergrund:
Die Folie fordert dazu auf, die protonenmotorische Kraft (PMF) in Chloroplasten und Mitochondrien zu vergleichen.
🔢 Berechnungshintergrund:
Die PMF (in mV) ergibt sich aus:
Δp=ΔΨ−2.303RTF⋅ΔpH\Delta p = \Delta \Psi - \frac{2.303RT}{F} \cdot \Delta pHΔp=ΔΨ−F2.303RT⋅ΔpH
mit:
ΔΨ = Membranpotential
ΔpH = pH-Differenz (innen vs. außen)
R = Gaskonstante, T = Temperatur, F = Faraday-Konstante
🧠 Aufgabenstellung:
In Chloroplasten ist das Membranpotential sehr niedrig (~30 mV).
In Mitochondrien ist es deutlich höher (~180 mV).
→ Frage: Ist die PMF trotzdem vergleichbar?
→ Zweite Frage: Wie viele Protonen müssen zurückfließen, um ein ATP zu synthetisieren?
📌 Dies fordert das Verständnis des energetischen Gleichgewichts zwischen Struktur und Funktion in beiden Organellen.
🟩 Folie 16: Schlüssel-Experiment – T.W. Engelmann (1882)
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärung:
Engelmann wollte zeigen, welche Lichtfarben die Photosynthese anregen.
Er verwendete:
Ein Spaltlichtspektroskop, um weißes Licht in Farben zu trennen.
Eine grüne Alge (Spirogyra), die mit aeroben Bakterien bedeckt war.
Dort, wo Photosynthese stark lief, entstand viel Sauerstoff → die Bakterien sammelten sich dort.
Ergebnis:
Rotes und blaues Licht fördern die Photosynthese am stärksten.
Grünes Licht am wenigsten (wird größtenteils reflektiert → daher sehen Pflanzen grün aus). → wurde als Grünlücke bekannt.
Im Grünen Licht wird das Licht von Pflanzen NICHT stark absorbiert.
🟩 Folie 17: Die Chlorophylle
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Chlorophyll ist der zentrale Farbstoff, der in Pflanzen und Algen Lichtenergie einfängt und die Photosynthese ermöglicht.
Es gibt zwei wesentliche Formen:
Chlorophyll a
Chlorophyll b
Beide Typen besitzen ein ähnliches Porphyrin-Ringsystem, welches ein zentrales Magnesium-Ion (Mg²⁺) bindet. Dieses zentrale Magnesium-Ion ist entscheidend für die Absorption von Lichtenergie.
Mg2+ bleibt beim Chlorophylle immer Mg2+ und ändert seine Ladung nie!
beim Häm kann das Mg2+ seine Ladung ändern.
Im Chlorophyll bleibt das Magnesium-Ion (Mg²⁺) stets in seiner stabilen Ladung (+2). Es ändert sich auch bei der Aufnahme von Lichtenergie nie.
Im Häm (Bestandteil des Hämoglobins) liegt statt Magnesium ein Eisen-Ion (Fe²⁺) vor, welches seine Ladung bzw. seinen Oxidationszustand wechseln kann (Fe²⁺ ↔ Fe³⁺).
Dies ist für die Funktion von Häm essentiell, da es den Sauerstoff binden und auch wieder abgeben kann.
Chlorophyll a und b unterscheiden sich in kleinen chemischen Gruppen (funktionellen Gruppen), wodurch sie unterschiedliche Lichtwellenlängen absorbieren können.
Chlorophyll a: primär für die direkte Lichtreaktion verantwortlich.
Chlorophyll b: ergänzt Chlorophyll a, erweitert den Absorptionsbereich, indem es zusätzliche Wellenlängen des Sonnenlichts einfängt.
Die charakteristischen Doppelbindungen im Porphyrin-Ringsystem machen das Chlorophyll-Molekül besonders lichtempfindlich. Sie ermöglichen die Aufnahme von Lichtenergie durch elektronische Anregung.
1. Phytyl-Seitenkette (P)
Die Phytyl-Seitenkette ist eine lange, hydrophobe Kette, die aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen besteht (ein Terpen-Derivat).
Aufgrund ihrer Hydrophobizität sorgt sie dafür, dass das Chlorophyll-Molekül fest in der hydrophoben Umgebung der Thylakoidmembranen eingebettet bleibt.
Diese Verankerung in der Membran ist entscheidend für die stabile Positionierung des Chlorophylls innerhalb der Photosysteme.
2. Geranylgeranyl-Seitenkette (G)
Die Geranylgeranyl-Seitenkette ähnelt der Phytyl-Kette, besitzt jedoch zusätzliche Doppelbindungen, welche ihre Struktur geringfügig verändern und dadurch flexibler machen.
📖 Glossar:
Chlorophyll:
Grüner Pigmentfarbstoff in Pflanzen, Algen und Cyanobakterien, der essenziell für die Photosynthese ist. → Sind viel hydrophober als die HämePorphyrin-Ringsystem:
Ringförmige chemische Struktur aus vier miteinander verbundenen Pyrrol-Ringen, die häufig Metalle (z.B. Magnesium in Chlorophyll oder Eisen in Hämoglobin) im Zentrum bindet.Magnesium-Ion (Mg²⁺):
Metallisches Ion, zentral im Chlorophyll, ermöglicht Lichtabsorption und Energieübertragung während der Photosynthese.Elektronische Anregung:
Zustand, bei dem Elektronen durch die Aufnahme von Lichtenergie in ein höheres Energieniveau gehoben werden, was für photochemische Reaktionen (wie in der Photosynthese) unerlässlich ist.Funktionelle Gruppen:
Spezifische chemische Gruppen an Molekülen, welche deren Eigenschaften bestimmen und beeinflussen (z.B. Hydroxylgruppe, Methylgruppe).Häm:
Eisenhaltige prosthetische Gruppe (nicht-Protein-Teil eines Proteins), essenzieller Bestandteil des Hämoglobins. Ermöglicht die reversible Bindung und Abgabe von Sauerstoff.Hämoglobin:
Roter Blutfarbstoff in roten Blutkörperchen, zuständig für den Transport von Sauerstoff im Blutkreislauf. Das zentrale Eisenion (Fe) wechselt seine Ladung von Fe²⁺ zu Fe³⁺, wenn Sauerstoff gebunden oder abgegeben wird.Oxidationszustand:
Beschreibt die Ladung eines Atoms, das in chemischen Bindungen Elektronen abgibt oder aufnimmt.
🟨 Folie 18: Die Wechselwirkung von Licht mit Materie
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Die Energie von Licht wird durch das Plancksche Gesetz beschrieben:
h = Plancksches Wirkungsquantum,
ν = Frequenz
λ = Wellenlänge des Lichtes
c = Lichtgeschwindigkeit,
💡 Je kürzer die Wellenlänge, desto höher die Energie (z. B. blaues Licht ist energiereicher als rotes).
🟨 Folie 19: Verfügbare Lichtenergie (Notiz, nicht nötig zu wissen für Prüfung)
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Die Erde erhält pro Jahr ca. 3.850.000 Exajoule (EJ) Sonnenenergie.
Im Vergleich: 440 EJ ist der gesamte jährliche Energieverbrauch der Menschheit (Stand 2002).
Aber: Nur etwa 0.1 % (≈ 3000 EJ) wird durch Photosynthese in Biomasse umgewandelt.
📌 Diese geringe Effizienz ist ein Hinweis darauf, dass viel Energie "ungenutzt" bleibt – und verbessert werden könnte (z. B. in künstlicher Photosynthese oder Agrartechnologien).
🟨 Folie 20: Anregungszustände von Chlorophyll durch Photonen
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Chlorophyll nimmt Lichtenergie (Photonen) auf, wodurch Elektronen in einen angeregten Zustand (Excited state) versetzt werden.
Chlorophyll kann verschiedene Lichtenergien aufnehmen:
Blaues Licht (hohe Energie, kürzere Wellenlänge)
Rotes Licht (geringere Energie, längere Wellenlänge)
Elektronen werden vom Grundzustand („Ground state“) auf höhere energetische Zustände gehoben:
Erster angeregter Zustand („First excited state“)
Zweiter angeregter Zustand („Second excited state“) (noch höhere Energie)
🔄 Mögliche Wege der Energieabgabe nach der Anregung:
Nach der Anregung eines Elektrons durch Licht gibt es mehrere Möglichkeiten, wie die aufgenommene Energie wieder abgegeben werden kann:
Internal conversion (Interne Konversion):
Energie wird als Wärme abgegeben (keine Lichtabstrahlung), Elektronen fallen auf niedrigeres Energieniveau zurück.
Fluoreszenz:
Elektronen fallen zurück auf niedrigeres Niveau, Licht mit etwas längerer Wellenlänge (weniger Energie) wird ausgestrahlt.
Resonanzenergietransfer (Exciton-Transfer):
Energie wird strahlungslos auf ein benachbartes Chlorophyll-Molekül übertragen (keine Elektronen werden übertragen, nur Energie).
Photooxidation (chemische Reaktion):
Elektronen verlassen das Chlorophyll-Molekül und werden auf ein anderes Molekül (Elektronenakzeptor) übertragen.
Wichtig: Dieser Prozess startet den eigentlichen Elektronentransport in der Photosynthese.
Nur etwa 3 – 6 % der absorbierten Lichtenergie wird tatsächlich für den Elektronentransport in der Photosynthese genutzt.
🖼 Erklärung der Visualisierung:
Das Diagramm zeigt die Energiezustände, auf denen sich Elektronen befinden können.
Verschiedene Pfeile zeigen, wie Elektronen von einem Niveau auf ein anderes wechseln:
Blaue und rote Pfeile: Absorption von Licht (Photonen), Elektronen werden angeregt.
Grüne Pfeile: Resonanzenergietransfer, Energietransfer auf benachbartes Chlorophyll.
Braune Pfeile: Fluoreszenz (Lichtemission) und interne Konversion (Wärme).
Pfeil zur „Photooxidation“: Elektronen verlassen Chlorophyll, initiieren Elektronentransport in der Photosynthese.
📖 Glossar zur Folie:
Photonen:
Energiequanten des Lichts, die von Chlorophyll-Molekülen absorbiert werden.Angeregter Zustand („Excited state“):
Zustand eines Elektrons nach der Aufnahme von Energie (Photonen), wobei es auf ein höheres Energieniveau gehoben wird.Grundzustand („Ground state“):
Normaler Energiezustand eines Elektrons ohne zusätzliche Energiezufuhr.Internal conversion (Interne Konversion):
Energieabgabe ohne Lichtaussendung, Elektronen fallen auf ein niedrigeres Energieniveau zurück, Energie wird in Wärme umgewandelt.Fluoreszenz:
Emission von Licht mit geringerer Energie (längere Wellenlänge), wenn angeregte Elektronen auf ein niedrigeres Energieniveau zurückfallen.Resonanzenergietransfer (Exciton-Transfer):
Übertragung von Energie auf benachbarte Chlorophyllmoleküle ohne Elektronentransfer.Photooxidation:
Elektronen verlassen das Chlorophyll-Molekül und werden auf einen Elektronenakzeptor übertragen, Startpunkt der photosynthetischen Elektronentransportkette.
🟨 Folie 21: Umwandlung der Anregungsenergie
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Wenn Chlorophyll ein Photon (Lichtteilchen) absorbiert, wird es angeregt.
Die Energie dieser Anregung kann auf drei Weisen genutzt werden:
Wärmeabgabe
Energieübertragung auf ein anderes Chlorophyll
Photooxidation → Ein Elektron wird komplett abgegeben (verschoben) und startet den Elektronentransport.
Letzter Donor ist dann Wasser
➡ Die Photooxidation ist zentral für die Lichtreaktion der Photosynthese: Hier beginnt die Gewinnung chemischer Energie aus Licht.
🟦 Folie 22: Photosynthese in Bakterien
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Verschiedene Bakterien nutzen unterschiedliche Formen von Photosynthese.
Einige sind aerob (verwenden Sauerstoff), andere anaerob (ohne Sauerstoff).
Bakterienarten unterscheiden sich bezüglich:
Elektronendonoren (z. B. H₂O, H₂S, Fe²⁺)
Pigmente (z. B. Chlorophyll, Bacteriochlorophyll)
Energieträger (ATP, NADH, etc.)
Ob CO₂ fixiert wird oder nicht
📌 Wichtig: Nicht alle Photosyntheseprozesse erzeugen Sauerstoff!
🟦 Folie 23: Einfachstes Beispiel – Bacteriorhodopsin
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Bacteriorhodopsin ist ein lichtgetriebener Protonenpumpe, die bei Archaeen (z. B. Halobacterium) vorkommt.
Es ist ein integrales Membranprotein mit 7 Transmembranhelices.
Retinal liegt in einem hydrophoben Kern des Bacteriorhodopsin
Funktion: Transport von Protonen (H⁺) aus dem Zellinneren nach außen, wobei ein Protonengradient aufgebaut wird. Dieser Gradient kann später zur ATP-Synthese genutzt werden.
🔆 Mechanismus – Lichtabhängiger Protonentransport:
Lichtabsorption:
Das Molekül Retinal (gebunden an Lysin 216) absorbiert ein Photon.
→ Strukturänderung von all-trans-Retinal zu 13-cis-Retinal.Konformationsänderung:
Diese Isomerisierung löst eine Konformationsänderung des Proteins aus.Protonenaufnahme:
Ein Proton (H⁺) wird aus dem Zellinneren (Zytoplasma) aufgenommen. Dies geschieht u.a. durch die Aspartat-85-Seitekette.Protonentransfer:
Durch strukturelle Umlagerungen werden Protonen entlang des Proteins weitergereicht (über Atg-82, Asp-96, Glu-194, Glu-204 etc.).Protonenfreisetzung:
Schließlich wird das Proton nach außen (extrazellulär) abgegeben – es entsteht ein Protonengradient.Rückisomerisierung:
Retinal kehrt wieder in die all-trans-Form zurück, der Kreislauf kann erneut beginnen.
🧬 Visualisierung erklärt:
Links:
Die Struktur des Bacteriorhodopsins ist als 3D-Helix-Modell dargestellt. Die nummerierten Schritte (1–5) zeigen die Reihenfolge der Protonentransportstationen.
Die farbigen Reste wie Asp-85, Asp-96, Glu-204 etc. sind entscheidende Aminosäuren für die Protonenweitergabe.Rechts:
Der Unterschied zwischen all-trans-Retinal (Ruhezustand) und 13-cis-Retinal (Lichtaktivierung) ist dargestellt.
→ Die Lichtaufnahme führt zur Isomerisierung (Änderung der Doppelbindungsstellung) und damit zur Aktivierung des Pumpmechanismus.
📖 Glossar:
Bacteriorhodopsin:
Lichtgetriebene Protonenpumpe aus Archaeen, transportiert H⁺ über die Membran.Retinal:
Lichtempfindliches Molekül (abgeleitet von Vitamin A), das im Bacteriorhodopsin an ein Lysin gebunden ist und durch Licht isomerisiert wird.Isomerisierung:
Strukturänderung eines Moleküls (z. B. von all-trans zu 13-cis), hier durch Licht ausgelöst.Protonengradient:
Konzentrationsunterschied von H⁺-Ionen über eine Membran; treibt z. B. ATP-Synthase an.Aspartat / Glutamat:
Saure Aminosäuren mit Carboxygruppen, spielen bei der Protonenaufnahme/-abgabe eine Rolle.Transmembranhelix:
Helixartige Struktur innerhalb von Membranproteinen, die die Lipiddoppelschicht durchspannt.
🟦 Folie 24: Beispiel der Photosynthese in Purpurbakterien
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Purpurbakterien (z. B. Rhodobacter sphaeroides) betreiben eine eigene Form der Photosynthese:
Ohne Sauerstoff
Mit anderen Pigmenten (Bacteriochlorophyll)
In speziellen Membranstrukturen
🧪 Diese Bakterien sind Modellorganismen, um alternative Photosynthesewege zu erforschen.
📷 Die Bilder zeigen:
Naturvorkommen (z. B. in salzigen Gewässern)
Kultivierung im Labor (roter Kulturansatz)
Elektronenmikroskopische Aufnahme der Bakterien
🟦 Folie 25: Lichtsammelkomplex + Reaktionszentrum = Photosystem
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Lichtsammelkomplexe (in abbildung, grüne punkte) fangen Photonen (Lichtteilchen) ein und leiten deren Energie weiter.
Diese Energie wird an ein Reaktionszentrum (dunkelgrüner Punkt in slide) weitergegeben – dort findet die Photooxidation statt.
Das Reaktionszentrum enthält spezielle Chlorophyllmoleküle, die Elektronen auf ein anderes Molekül übertragen → Start der Photosynthese.
📌 Wichtig: Erst die Kombination aus Lichtsammelkomplex + Reaktionszentrum ergibt ein funktionierendes Photosystem.
🧠 Was ist zu sehen und was passiert hier?
Die Folie zeigt den Aufbau eines Photosystems, das aus zwei Teilen besteht:
Lichtsammelkomplex (Antenne)
Reaktionszentrum
💡 Einfache Erklärung:
Der Lichtsammelkomplex besteht aus vielen Chlorophyll-Molekülen (grün dargestellt), die Lichtenergie (Photonen) aus der Sonne einfangen.
Diese Lichtenergie wird nicht direkt genutzt, sondern weitergereicht – wie bei einem Staffelstab – von einem Chlorophyll-Molekül zum nächsten. Dieser Vorgang heißt:
✅ „Resonanzenergietransfer“ oder „Excitonentransfer“ (ist eine Schwinung die übertragen wird)
Die Energie wandert so lange weiter, bis sie ein spezielles Reaktionszentrum-Chlorophyll erreicht (weiß dargestellt).
🔬 Was passiert im Reaktionszentrum?
Hier passiert etwas Entscheidendes: Die Lichtenergie wird in eine chemische Reaktion umgewandelt.
Ein Elektron wird „herausgeschleudert“ und auf ein anderes Molekül übertragen →
🟢 Startpunkt der photosynthetischen Elektronentransportkette
📌 Warum ist das wichtig?
Nur 3–6 % der Lichtenergie führen zur tatsächlichen Elektronentransfer-Reaktion (Rest geht als Wärme oder Fluoreszenz verloren).
Trotzdem ist dieser Schritt der Beginn der eigentlichen Photosynthese, bei der am Ende Zucker entsteht.
📖 Glossar:
Photosystem: Komplex aus Lichtsammelkomplex + Reaktionszentrum in Chloroplasten.
Photon: Lichtteilchen, trägt Energie.
Resonanzenergietransfer: Weitergabe von Energie zwischen Molekülen ohne Elektronenübertragung.
Reaktionszentrum: Ort, an dem Lichtenergie in Elektronenfluss umgewandelt wird.
🟦 Folie 26: Lichtsammelkomplex (aus Rhodoblastus acidophilus)
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Lichtsammelkomplexe bestehen aus:
Proteinen (als strukturelles Gerüst)
Bakteriellen Chlorophyllen (BChl a) als lichtabsorbierende Pigmente.
sind in den a-helices angenisstet.
Diese Chlorophylle sind ringförmig angeordnet, um eine effiziente Energieweitergabe Richtung Reaktionszentrum zu ermöglichen.
📌 Beispiel: Der Lichtsammelkomplex aus Rhodoblastus acidophilus zeigt eine hochsymmetrische Struktur mit klarer Organisation.
🧠 Was zeigt diese Folie?
Hier wird ein echter Lichtsammelkomplex aus einem Bakterium dargestellt, nämlich Rhodoblastus acidophilus (ein Purpurbakterium).
Gezeigt wird ein strukturbiologisches Modell aus zwei Blickwinkeln:
🔬 Erläuterung der Visualisierungen:
Oben links: Die Oberansicht zeigt, dass das Protein aus vielen Untereinheiten besteht (blaue Spiralen = Polypeptidketten), die im Kreis angeordnet sind.
Grün: Das sind die Moleküle des Bakteriellen Chlorophylls (BChl a).
Diese Pigmente fangen Licht ein, ähnlich wie Chlorophyll in Pflanzen.Unten links: Seitenansicht durch die Membran. Man sieht, wie der Lichtsammelkomplex in der Membran sitzt.
Rechts: Nur das bakterielle Chlorophyll ist gezeigt → es ist ringförmig angeordnet.
Diese ringförmige Struktur erleichtert den Resonanzenergietransfer, weil die Moleküle eng und regelmäßig angeordnet sind.
📌 Warum ist das bemerkenswert?
Diese Struktur ist extrem effizient darin, Licht einzufangen und die Energie weiterzugeben.
Solche Bakterien leben oft in lichtarmen Umgebungen – daher brauchen sie sehr effiziente Lichtnutzung.
📖 Glossar:
Lichtsammelkomplex: Teil des Photosystems, der Sonnenlicht sammelt und Energie weitergibt.
BChl a (Bakterielles Chlorophyll a): Pigment in Purpurbakterien, ähnlich wie pflanzliches Chlorophyll.
Polypeptid: Kette aus Aminosäuren, also ein Protein.
Membran: Dünne Lipidschicht, in der viele dieser Proteine eingebettet sind.
🟦 Folie 27: Protein als Gerüst für Chlorophyllpositionierung
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Das Protein sorgt dafür, dass Chlorophyllmoleküle exakt an der richtigen Stelle sitzen.
Die Seitenketten der Aminosäuren interagieren gezielt mit den Chromophoren (z. B. Chlorophyll).
Das ist entscheidend, damit die Lichtenergie effizient übertragen werden kann.
📌 Ohne diese präzise Anordnung wäre keine zielgerichtete Energieübertragung möglich.
🟦 Folie 28: Anordnung von Lichtsammelkomplexen und Reaktionszentrum
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
In der Membran sind die Lichtsammelkomplexe (LH1, LH2) und das Reaktionszentrum (RC) geordnet angeordnet.
LH2-Komplexe sammeln Licht und geben die Energie an LH1 weiter.
LH1 leitet die Energie schließlich zum Reaktionszentrum (RC) → dort beginnt der Elektronentransfer.
📌 Die Energie wird wie ein Staffelstab weitergereicht – von außen (LH2) nach innen (RC).
🟦 Folie 29: Das Reaktionszentrum (aus Rhodobacter sphaeroides)
🧠 Schlüsselkonzepte:
Die Folie zeigt die 3D-Struktur des Reaktionszentrums eines Bakteriums (Rhodobacter sphaeroides).
Es besteht aus mehreren Proteinen und eingebetteten lichtaktiven Molekülen:
Chlorophylle
Chinon-Moleküle
Eisen-Ionen (Fe)
📌 Diese Struktur ist der Ort, an dem die Lichtenergie in eine chemische Reaktion (Elektronenübertragung) umgewandelt wird.
🟦 Folie 30: Komponenten des Reaktionszentrums
🧠 Schlüsselkonzepte:
Wichtige Moleküle im Reaktionszentrum:
Special pair: Zwei eng stehende Chlorophyll-Moleküle (BChl), die als Lichtfänger dienen.
Accessory BChl: Unterstützende Chlorophylle für Elektronenweiterleitung.
Bacteriopheophytin (BPheo): Chlorophyll ohne Magnesium – nimmt Elektronen auf.
Quinone (QA → Menaquinone und QB → Ubiquinone): Elektronenakzeptoren in der Elektronentransportkette.
Fe²⁺-Ion: Verbindung zwischen QA und QB.
📌 Diese Moleküle bilden eine präzise Elektronenflusskette vom Lichtfang bis zur Elektronenübertragung auf Quinone.
🟦 Folie 31: Photooxidation am „special pair“
🧠 Schlüsselkonzepte:
Das "special pair" besteht aus zwei BChl-Molekülen, die parallel zueinander angeordnet sind.
Wird ein Photon absorbiert, wird ein Elektron angeregt und vom special pair abgegeben.
Dieses Elektron wird weitergegeben an:
Bacteriopheophytin (BPheo)
QA (Quinon A)
QB (Quinon B)
"Special pair": Zwei Chlorophyll-Moleküle (BChl a), die < 1 nm Abstand haben und parallel zueinander liegen.
Sie können bei Lichtanregung ein Elektron abgeben → dieser Prozess heißt Photooxidation.
Die Absorptionseigenschaften ändern sich dabei:
Der Name des special pair (z. B. P960) ergibt sich aus der Wellenlänge (960 nm), bei der die Absorption am stärksten abnimmt.
Photooxidation läuft in zwei Schritten ab:
Photonenabsorption → Elektron wird angeregt und über beide BChl a delokalisiert (P960 → P960*).
Elektronenübertragung in ca. 3 ps auf Bacteriopheophytin (BPheo):
P960 → P960⁺* und BPheo → BPheo⁻.
Die schnelle Elektronenübertragung verhindert den Rückfall des Elektrons in den Grundzustand.
📌 Wichtig: Die Rückkehr des Elektrons zum special pair muss verhindert werden, sonst ist keine Netto-Energieübertragung möglich.
🟦 Folie 32: Zeitlicher Ablauf der Elektronenübertragung
🧠 Schlüsselkonzepte:
Diese Folie zeigt den genauen zeitlichen Ablauf der Elektronentransfer-Reaktionen:
Nach <1 ps (Pikosekunden) wird das Elektron vom special pair zu BPheo b weitergereicht.
Innerhalb von ca. 200 ps erfolgt die Übertragung auf Quinon A (QA).
Danach gelangt das Elektron auf Quinon B (QB), wo es gespeichert wird.
📌 Dieser Ablauf sorgt dafür, dass Lichtenergie in Form eines geladenen Elektronenträgers (reduziertes QB) gespeichert wird.
🟦 Folie 33: Ultrafast Transient Absorption Spectroscopy (EXKURS , NICHT NÖTIG)
🧠 Schlüsselkonzepte:
Diese Methode misst, wie schnell ein Elektron nach Anregung durch Licht in einem Molekül weitergeleitet wird.
Benötigt werden:
Sehr kurze Laserpulse im Femtosekundenbereich.
Absorptionsmessung von lichtaktiven Molekülen (z. B. Chlorophyll oder Quinone).
Zwei Laserpulse:
Pump-Puls: regt das System an.
Probe-Puls: misst danach den neuen Zustand.
📌 Ziel: Zeitskala der Elektronenübertragung sichtbar machen (in Pikosekunden).
🟦 Folie 34: Mena-, Ubi- und Plasto-Quinone
🧠 Schlüsselkonzepte:
Menaquinon, Ubichinon und Plastochinon sind drei verwandte Chinon-Moleküle, die in biologischen Membranen vorkommen.
Sie haben alle eine zentrale Rolle bei der Elektronenübertragung in biologischen Reaktionszentren.
Diese Moleküle sind Co-Faktoren – sie helfen Enzymen bei der Arbeit, sind aber selbst nicht aus Aminosäuren aufgebaut.
Sie sind redoxaktiv, d. h. sie können Elektronen (e⁻) und Protonen (H⁺) aufnehmen oder abgeben.
📊 Vergleichstabelle:
Molekültyp | Vorkommen | Bemerkung | Reduktionszustände |
|---|---|---|---|
Menaquinone | Bakterien | Auch wichtig für Vitamin K₂-Synthese. | Kann als Chinon (oxidiert), Semichinon (einfach reduziert) oder Hydrochinon (zweifach reduziert) vorliegen. |
Ubiquinone (Q) | Mitochondrien & Bakterien | Zentral in der Atmungskette. | Kommt in oxidierter, einfach reduziert (Semichinon) oder zweifach reduziert (Ubihydrochinon) Form vor. |
Plastoquinone | Chloroplasten (Pflanzen) | Wichtig in der Photosynthese (Elektronentransport zwischen PSII und Cytochrom-b₆f-Komplex). | Ebenfalls oxidiert, einfach reduziert oder zweifach reduziert möglich. |
🔄 Was bedeutet „einfach reduziert“ und „zweifach reduziert“?
Ein Chinon-Molekül kann Elektronen (e⁻) und Protonen (H⁺) aufnehmen.
Je nach Zahl der aufgenommenen Elektronen spricht man von unterschiedlichen Reduktionszuständen:
✅ Oxidierte Form:
Molekül ist ungeladen und kann Elektronen aufnehmen.
✅ Einfach reduziert (Semichinon):
Hat 1 Elektron + 1 Proton aufgenommen.
Hat dadurch oft ein ungepaartes Elektron → ist radikalisch und sehr reaktiv.
✅ Zweifach reduziert (Hydrochinon-Form):
Hat 2 Elektronen + 2 Protonen aufgenommen.
Jetzt ist das Molekül vollständig reduziert – es kann nun Elektronen wieder abgeben.
Diese Wechsel zwischen Zuständen macht die Moleküle zu elektronentransportierenden Trägern.
📖 Glossar (einfach erklärt):
Chinon: Aromatisches Molekül mit zwei Ketogruppen (=O); kann Elektronen aufnehmen → wird zu Hydrochinon.
Co-Faktor: Helfermolekül, das von Enzymen genutzt wird, um ihre Funktion auszuüben.
Redoxaktiv: Kann Elektronen aufnehmen (Reduktion) oder abgeben (Oxidation).
Semichinon: Zwischenform; einfach reduziert, oft radikalisch.
Hydrochinon: Zweifach reduzierte, stabile Form eines Chinons.
Ubichinon: Auch „Coenzym Q“ genannt, wichtiger Elektronenüberträger in der mitochondrialen Atmungskette.
Plastochinon: Transportiert Elektronen in der Photosynthese (Thylakoidmembran).
Menaquinon: Auch „Vitamin K₂“ – beteiligt an Elektronentransport in Bakterien, aber auch an Blutgerinnung im Menschen.
🟦 Folie 35: Menaquinone
🧠 Schlüsselkonzepte:
Zeigt die Redox-Zustände von Menaquinon:
Oxidierte Form (Quinon): Q
Einfach-reduzierte Form (Semichinon): QH·
⚠ instabil und sehr reaktiv!
Zweifach-reduzierte Form (QH₂) existiert nicht stabil bei Menaquinonen.
📌 Menaquinon übernimmt Elektronen, ist aber weniger stabil als Ubichinon in reduzierter Form.
🟦 Folie 36: Ubichinone (analog: Plastochinone)
🧠 Schlüsselkonzepte:
Ubichinon (und Plastochinon) können drei stabile Zustände einnehmen:
Q: oxidierte Form
QH·: Semichinon (ein Elektron, ein Proton)
QH₂: Hydrochinon (zwei Elektronen, zwei Protonen)
📌 Diese Redox-Stufen sind zentral für die Funktion in Elektronentransportketten – sie „shuttlen“ Elektronen von einem Protein zum nächsten.
🟦 Folie 37: Photosynthetische Elektronentransportkette
🧠🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Diese Folie zeigt den sogenannten zyklischen Elektronentransport der Photosynthese – ein alternativer Weg der Elektronen im Photosystem I.
Dabei wird ein Elektron von P960 angeregt (durch Licht: hν), durchläuft mehrere Redoxkomponenten und kehrt wieder zu P960 zurück.
Der dabei aufgebaute Protonengradient (H⁺-Gradient) wird zur ATP-Synthese verwendet – aber es entsteht kein NADPH.
Ubiquinon (auch: Q, nicht zu verwechseln mit Plastoquinon) spielt eine zentrale Rolle im Elektronentransport und Protonentransport.
📌 Ablauf in einfachen Schritten:
Lichtanregung (hν):
P960 absorbiert Licht → wird zu P960* (angeregter Zustand)
Elektronentransfer:
Elektron springt auf BPheo b (Bakteriopheophytin)
Weiter zu QA → dann QB
Ubiquinon (Q) / Q-Pool:
Nimmt 2 Elektronen sequenziell auf → wird reduziert → transportiert diese zum Cytochrom-bc₁-Komplex
Sprich das vollständig reduzierte (Elektronen würden aufgenommen) Ubiquinone verlässt seinen Platz im Reaktionszentrum (ist nicht mehr an das Protein gebunden) → geht auf Wanderschaft und agiert als mobiler Elektronen-carrier.
Cytochrom-bc₁-Komplex:
Entspricht funktionell dem Komplex III der Atmungskette in Mitochondrien
Pumpt Protonen (H⁺) über die Membran → baut Protonengradienten auf
Cytochrom c₂:
Überträgt Elektronen zurück zu P960 → Zyklus ist geschlossen
🟦 Folie 38: Konzept der mobilen Elektronenträger
🧠 Schlüsselkonzepte:
Elektronen werden über spezialisierte mobile Trägerproteine transportiert.
Ablauf:
Licht regt ein Elektron im Reaktionszentrum an → Elektron wird übertragen.
Ubichinol (QH₂) überträgt 2 Elektronen auf das Cytochrom bc₁-Komplex.
Cytochrom c (kleines Protein mit Fe³⁺/Fe²⁺) transportiert 1 Elektron weiter.
Der sogenannte Q-Zyklus sorgt für zusätzliche Protonenpumpwirkung.
📌 Der mobile Elektronentransport ist entscheidend für den Aufbau des Protonengradienten.
🟦 Folie 39: Cytochrom bc₁-Komplex
🧠 Schlüsselkonzepte:
Die Folie zeigt den Q-Zyklus, der im Cytochrom bc₁-Komplex (Komplex III) abläuft.
Dieser Komplex spielt eine zentrale Rolle im Elektronentransport, sowohl:
in der Atmungskette (Mitochondrien) als auch
in der Photosynthese (z. B. bei phototrophen Bakterien).
Ziel: Aufbau eines Protonengradienten, um später ATP zu erzeugen.
🔁 Was passiert Schritt für Schritt (vereinfacht):
Ein QH₂-Molekül (Ubihydrochinon) bringt 2 Elektronen und 2 Protonen in den Komplex.
Die 2 Protonen (H⁺) werden in den Intermembranraum (bzw. Thylakoidlumen) abgegeben → tragen zum Protonengradienten bei.
Die Elektronen nehmen zwei unterschiedliche Wege:
Ein Elektron geht „nach oben“ → über Fe-S-Zentrum → Cytochrom c₁ → Cyt c (mobile Carrier). → Das Cytochrom c ist reduziert
Ein Elektron geht „nach unten“ → zu einem Q-Molekül im Qi-Site, das dadurch einfach reduziert (Q•⁻) wird.
In einem zweiten Durchlauf:
Ein weiteres QH₂ kommt.
Wieder werden 2 Protonen gepumpt und 2 Elektronen gesplittet:
Eines geht wieder zu Cyt c.
Das andere reduziert das vorherige Q•⁻ vollständig zu QH₂ → Recycling.
Der Q-Zyklus baut einen Protonengradienten auf.
🧠 Kernaussage:
Der Cytochrom bc₁-Komplex pumpt mithilfe des Q-Zyklus Protonen über die Membran, um einen elektrochemischen Gradienten aufzubauen – nötig für die ATP-Synthese. Elektronen werden dabei über Cytochrom c₂ weitergeleitet.
🔁 Ablauf des Q-Zyklus (vereinfacht und prägnant):
QH₂ (Ubihydrochinon) bringt 2 e⁻ + 2 H⁺ in den Komplex.
Die 2 H⁺ werden in den Intermembranraum (z. B. Thylakoidlumen) abgegeben.
Die 2 e⁻ werden getrennt weitergeleitet:
1 e⁻ → Fe-S-Zentrum → Cyt c₁ → Cyt c₂ (wird reduziert und trägt das e⁻ weiter)
1 e⁻ → Qi-Site → Q → Q•⁻
Im nächsten Umlauf:
Neues QH₂ liefert 2 e⁻ + 2 H⁺.
Das zweite e⁻ reduziert das vorherige Q•⁻ zu QH₂ (→ Recycling).
2 weitere H⁺ werden gepumpt.
📖 Glossar (fokussiert):
Begriff | Bedeutung |
|---|---|
QH₂ / Q / Q•⁻ | Ubihydrochinon (reduziert), Ubiquinon (oxidiert), Semichinon (einfach reduziert) |
Cytochrom bc₁ | Proteinkomplex, der Elektronen überträgt und Protonen pumpt |
Cytochrom c₁ / c₂ | Cyt c₁ gibt e⁻ an Cyt c₂ → Cyt c₂ ist der mobile Elektronenträger im Raum |
Fe-S-Zentrum | Eisen-Schwefel-Zentrum, das e⁻ von Qo zu Cyt c₁ überträgt |
Qi-Site / Qo-Site | Bindestellen für Q bzw. QH₂ im Komplex |
🟦 Folie 40: Photosynthese in Pflanzen
🧠 Schlüsselkonzepte:
Die Folie zeigt symbolisch, dass alle diese biochemischen Prozesse in Pflanzen ablaufen.
Ort: in den Chloroplasten der Pflanzenzellen – insbesondere in den Blättern.
Ergebnis: Pflanzen nutzen Licht, Wasser und CO₂, um Zucker (CH₂O) zu bilden.
📌 Ohne diese Prozesse gäbe es kein pflanzliches Wachstum – und keine Nahrungsgrundlage für Tiere und Menschen.
🟩 Folie 41: Photosynthese in Pflanzen – Das Z-Schema
🧠 Schlüsselkonzepte:
Das Z-Schema zeigt den Energiefluss von Elektronen in der Lichtreaktion:
Start bei Wasser (H₂O) → Elektronen werden entnommen.
Man sieht in der y-achse des Redoxpotentials, dass Wasser recht weit unten ist, seine Elektronen also sehr ungern abgibgt
Je höher man ist, bspw. ein Wert von -1,2 dann werden hier die Elektronen gerne abgegeben
.
☀ Lichtreaktion der Photosynthese – Ablauf im Überblick:
Startpunkt: Licht trifft auf Photosystem II (PSII)
→ darin befindet sich das spezielle Chlorophyllpaar P680, das bei 680 nm Licht absorbiert.
→ Ein Elektron wird durch Lichtanregung aus P680 „herausgeschossen“ (Photooxidation).Elektronentransportkette:
Das Elektron durchläuft eine Reihe von Redoxkomponenten:
vom PSII über Plastochinon (PQ) zum Cytochrom-b₆f-Komplex
dann über Plastocyanin (PC) weiter zu Photosystem I (PSI)
PSI (Photosystem I):
Hier befindet sich das Chlorophyllpaar P700, das Licht bei 700 nm absorbiert.
P700 wird durch Licht erneut angeregt → gibt das Elektron weiter an Ferredoxin (Fd).
Schließlich wird das Elektron auf NADP⁺ übertragen → es entsteht NADPH.
ATP-Synthese:
Während die Elektronen fließen, werden Protonen (H⁺) vom Stroma ins Thylakoidlumen gepumpt.
Es entsteht ein Protonengradient → dieser wird durch die ATP-Synthase genutzt, um ATP zu bilden.
✅ Endprodukte der Lichtreaktion:
O₂ (durch Wasserspaltung im PSII)
ATP (aus dem Protonengradienten)
NADPH (durch Elektronenreduktion von NADP⁺)
📘 Zusammenfassung in einem Satz:
Licht treibt Elektronen von P680 → P700 → NADP⁺, dabei entstehen ATP, NADPH und Sauerstoff – die Energiebausteine für die Dunkelreaktion (Calvin-Zyklus).
📌 Wichtige Reaktion:
🟩 Folie 42: Photosynthese im Membrankontext
🧠 Schlüsselkonzepte:
Die Reaktion findet in den Thylakoidmembranen der Chloroplasten statt.
Übersicht der beteiligten Komponenten:
PSII: Wasseroxidation (O₂ entsteht).
Plastoquinon: Transportiert Elektronen.
Cytochrom b₆f-Komplex: Protonentransport, Aufbau von Gradient.
Plastocyanin: Weiterleitung zu PSI.
PSI: Reduziert NADP⁺ zu NADPH.
ATP-Synthase: Baut aus dem Protonengradienten ATP.
📌 Die Lichtreaktion erzeugt ATP + NADPH → wird später für die CO₂-Fixierung in der Dunkelreaktion gebraucht.
🔹 Thylakoid-Lumen:
Innenraum der Thylakoidmembran; während der Lichtreaktion mit Protonen angereichert, um einen Protonengradienten aufzubauen – essenziell für die ATP-Synthese im Chloroplasten.
🟩 Folie 43: Photosystem II (PSII)
🧠 Schlüsselkonzepte:
PSII ist ein riesiger Proteinkomplex (~700 kDa) mit:
19 Untereinheiten,
57 Cofaktoren (z. B. Chlorophyll, Hämgruppen, Eisen-Schwefel-Zentren).
Stammt aus Thermosynechococcus elongatus (ein thermophiles Cyanobakterium).
Enthält:
P680: Spezialpaar (Reaktionszentrum).
OEC: Oxygen Evolving Complex → Ort der Wasserspaltung.
📌 Zentral für die Bildung von O₂ aus Wasser.
🟩 Folie 44: Elektronentransport im Photosystem II
🧠 Schlüsselkonzepte:
Im Zentrum steht der Oxygen-Evolving Complex (OEC) mit einem Mangan-Cluster.
Reaktion:
Die Elektronen werden auf das P680 übertragen (P680 ist ein Special Pair) → von dort über verschiedene Cofaktoren weitergeleitet (u. a. Pheophytin, Plastoquinon).
Beim Elektronen fluss (rot eingezeichnet), nach der Photooxidation ist das Special Pair zu einem Zeitpunkt kurzzeitig positiv geladen
In diesem Zustand betragt Standardredoxpotential von +1000 mV → während dieses Zustands beträgt die kurzzeitige positive Ladung, dass dem Wasser auch Elektronen entzogen werden können
weil wie gesagt, Wasser gitb Elektronen sehr sehr ungern ab.
Oxygen-Evolving CLuster (OEC) ist das Herzsstück denn hier geschieht das mit dem Wasser.
Hier an diesem Cluster wird dem Wasser elektronen entzogen und Sauerstoff wird gewonnen.
Protonen werden ins Lumen freigesetzt → trägt zum Protonengradienten bei.
📌 Diese Reaktion liefert die Elektronen für die gesamte Lichtreaktion und setzt Sauerstoff frei.
🟩 Folie 45: Struktur des Oxygen-Evolving Cluster (Stand 2010)
🧠 Schlüsselkonzepte:
Diese Folie zeigt frühe Strukturmodelle des Oxygen-Evolving Cluster (OEC), also des Ortes im Photosystem II (PSII), an dem Wasser gespalten und Sauerstoff freigesetzt wird.
Der OEC besteht aus vier Mangan-Atomen (Mn) und einem Calcium-Ion (Ca), die in einer komplexen Struktur angeordnet sind.
Diese Struktur war lange ein „Rätsel“, da sie nur schwer mit Röntgenkristallographie auflösbar war.
🔍 Glossar:
OEC: Komplex, der Wasser oxidiert → Sauerstoff entsteht.
Mn und Ca: Metallzentren, notwendig für die Katalyse der Wasserspaltung.
🟩 Folie 46: Oxygen-Evolving Cluster – Problem gelöst im Jahr 2011
🧠 Schlüsselkonzepte:
Im Jahr 2011 wurde die Struktur des OEC in hoher Auflösung (1,9 Ångström) gelöst.
Es handelt sich um einen komplexen Cluster aus 4 Mangen-Molekülen und 1 Ca-Ion, verbunden durch Sauerstoffbrücken.
Diese genaue Anordnung ist entscheidend für die Schrittweise Entfernung von Elektronen aus Wasser (Oxidation).
📌 Diese Struktur ermöglichte erstmals ein genaues mechanistisches Verständnis der Sauerstoffbildung in der Photosynthese.
🟩 Folie 47: Funktion des OEC (Oxygen-Evolving Complex)
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen:
Der Oxygen-Evolving Complex (OEC) ist der Teil des Photosystem II, der Wasser in Sauerstoff, Protonen und Elektronen aufspaltet.
Dabei läuft ein zyklischer Prozess in 5 Stufen ab (S₀ bis S₄) – bekannt als S-Zyklus (Kok-Zyklus).
Der OEC sammelt vier Lichtblitze (Photonen) und durchläuft pro Blitz einen Schritt, bei dem jeweils ein Elektron gewonnen wird.
Nach vier Elektronentransfers (also nach Erreichen von S₄) wird ein O₂-Molekül freigesetzt – die Elektronen gehen an P680.
Die Protonen (H⁺) tragen zum Protonengradienten im Thylakoid-Lumen bei, der für die ATP-Synthese genutzt wird.
🔄 Was zeigt die rechte Abbildung?
Das Diagramm zeigt den S-Zyklus (S₀ → S₄), durch den der OEC schrittweise vier Elektronen gewinnt.
Jeder Blitz (hv) steht für ein Photon → jedes Photon bringt den Komplex eine Stufe weiter.
Bei Übergang von S₄ zu S₀ wird auf einen Schlag 4 Elektronen auf von 2 Wassermolekülen, so das Sauerstoff (O₂) freigesetzt und 2 H⁺ ins Lumen transportiert und tragen zum Protonengradienten bei.
📊 Was zeigt die linke Grafik?
Die Grafik stellt dar, wie viel O₂ pro Lichtblitz (Flash) erzeugt wird.
Es entsteht nur bei jedem vierten Lichtblitz ein O₂-Molekül → deshalb sieht man eine periodische Spitzenbildung (maximal bei Blitz 4, 8, 12...).
Danach flacht die Kurve ab, weil sich die verschiedenen OEC-Zustände (S₀ bis S₄) statistisch verteilen.
📌 Wichtige Punkte zum Merken:
1 O₂ entsteht nur alle 4 Lichtblitze → da 4 Elektronen für die Spaltung von 2 H₂O nötig sind.
Der OEC arbeitet schrittweise und ist ein multizentrales Enzym mit Mangan-Kern (Mn₄CaO₅).
Der Zyklus ist notwendig, weil Wasser sehr ungern Elektronen abgibt – erst die hohe positive Ladung von P680⁺ nach Photooxidation macht das möglich.
📖 Glossar (einfach erklärt):
Begriff | Erklärung |
|---|---|
OEC | Protein-Komplex im PSII, spaltet Wasser in O₂, H⁺ und e⁻ |
S-Zyklus / Kok-Zyklus | Modell mit 5 Zuständen (S₀–S₄), das beschreibt, wie der OEC 4 Elektronen nacheinander sammelt |
hv (Photon) | Lichtquant, das Energie liefert |
P680⁺ | Sehr starkes Oxidationsmittel, zieht Elektronen vom OEC |
Protonengradient | H⁺-Konzentrationsunterschied zwischen Stroma und Lumen, treibt ATP-Synthase an |
🟩 Folie 48: Q-Zyklus
🧠 Schlüsselkonzepte:
Der Q-Zyklus beschreibt einen Teil des Elektronentransports in der Photosynthese.
Der Q-Zyklus läuft im Cytochrom b₆f-Komplex ab und sorgt dafür, dass:
Protonen ins Thylakoid-Lumen gepumpt werden → Aufbau eines Protonengradienten.
Elektronen effizient vom Photosystem II zum Photosystem I weitergeleitet werden.
Dabei wird Plastoquinon (PQ) reduziert und oxidiert – es nimmt Elektronen auf und gibt sie wieder ab.
📌 Der Q-Zyklus erhöht die Anzahl der Protonen im Lumen → wichtig für ATP-Synthese durch die ATP-Synthase.
🟩 Folie 49: Q-Zyklus (Erweiterung)
🧠 Schlüsselkonzepte:
Diese Folie zeigt den Q-Zyklus im Kontext der gesamten Thylakoidmembran.
Der Zyklus sorgt für den Effizienzgewinn im Elektronentransport zwischen PSII und PSI:
Plastoquinon (PQ) nimmt Elektronen im PSII auf und transportiert sie zum Cytochrom b₆f-Komplex.
Dort wird PQ wieder oxidiert, wobei Protonen ins Lumen freigesetzt werden.
Diese Protonen tragen zum Protonengradienten bei, der später für die ATP-Synthese genutzt wird.
📌 Funktion: Steigerung des Protonentransports → mehr ATP pro übertragenem Elektron.
🟩 Folie 50: Cytochrom b₆f-Komplex
🧠 Schlüsselkonzepte:
Der Cytochrom b₆f-Komplex ist ein zentrales Transportsystem in der photosynthetischen Elektronentransportkette.
Funktion ähnlich dem Cytochrom bc₁-Komplex in Mitochondrien, aber in umgekehrter Richtung dargestellt.
Wichtigste Bestandteile:
Häme (Fe-haltige Gruppen) für Elektronentransfer
FeS-Zentrum (Rieske) beteiligt sich am Elektronen-Shuttle
Plastoquinon (PQH₂) bringt Elektronen und Protonen zum Komplex
Plastocyanin (PC) nimmt Elektronen auf und bringt sie zum PSI
🔍 Glossar:
Häm: Eisenhaltige Gruppe zur Elektronenübertragung.
Stroma / Lumen: Außen- bzw. Innenseite der Thylakoidmembran.
🟩 Folie 51: Mobile Elektronenträger: Plastoquinon und Plastocyanin
🧠 Schlüsselkonzepte:
Zwei wichtige mobile Elektronenträger werden vorgestellt:
1. Plastoquinon (PQ)
Funktioniert ähnlich wie Ubichinon (Q) in der mitochondrialen Atmungskette.
Hydrophob (fettlöslich) → bewegt sich frei innerhalb der Thylakoidmembran.
Transportiert zwei Elektronen (2 e⁻) und zwei Protonen (2 H⁺):
Vom PSII → zum Cytochrom-b₆f-Komplex
Wird bei der Aufnahme von Elektronen zu Plastoquinol (PQH₂) reduziert.
Gibt die Protonen ins Thylakoidlumen ab → trägt zum Aufbau des Protonengradienten bei.
❗ Auch in Bakterien und Mitochondrien gibt es diesen Typ Elektronenträger – dort unter dem Namen Ubichinon (Coenzym Q).
2. Plastocyanin (PC)
Kupferhaltiges, wasserlösliches Protein, das sich frei im Thylakoidlumen bewegt.
Transportiert ein Elektron:
Vom Cytochrom-b₆f-Komplex → zum Photosystem I (PSI)
Redoxmechanismus:
Cu²⁺ ↔ Cu⁺+
❗ Nur in Pflanzen und Cyanobakterien vorhanden.
In Menschen und Bakterien wird die analoge Funktion nicht von Plastocyanin, sondern von Cytochrom c übernommen (z. B. in der mitochondrialen Atmungskette).
📌 Vergleich:
PQ → in Membran (hydrophob)
PC → wasserlöslich, im Lumen
🧠 Was passiert bei Cu²⁺ ↔ Cu⁺ im Plastocyanin?
Plastocyanin ist ein kleines kupferhaltiges Protein, das ein Elektron transportiert.
Das Kupferatom im aktiven Zentrum des Proteins wechselt reversibel seine Oxidationsstufe:
Wenn es ein Elektron aufnimmt, wird es reduziert:
Cu2++e−→Cu+\text{Cu}^{2+} + e^- \rightarrow \text{Cu}^+Cu2++e−→Cu+
Wenn es das Elektron wieder abgibt, wird es oxidiert:
Cu+→Cu2++e−\text{Cu}^+ \rightarrow \text{Cu}^{2+} + e^-Cu+→Cu2++e−
🔁 Wo im Photosyntheseweg passiert das?
Cu²⁺ → Cu⁺ (Reduktion):
→ passiert am Cytochrom-b₆f-Komplex, der ein Elektron auf Plastocyanin überträgt.Cu⁺ → Cu²⁺ (Oxidation):
→ passiert am Photosystem I (PSI), das das Elektron vom reduzierten Plastocyanin (Cu⁺) übernimmt.
💡 Warum Kupfer?
Kupfer kann sehr leicht zwischen den Zuständen Cu⁺ und Cu²⁺ wechseln.
Es ist deshalb ideal, um schnell und effizient ein einzelnes Elektron zu übertragen.
Andere Metallionen (z. B. Eisen in Cytochromen) erfüllen ähnliche Funktionen, aber Plastocyanin nutzt Kupfer – das ist besonders für Pflanzen und Cyanobakterien typisch.
🟩 Folie 52: Plastocyanin – Interessante Kupfer-Koordination
🧠 Schlüsselkonzepte:
Plastocyanin bindet ein Kupferion (Cu²⁺) über vier Liganden:
Zwei Histidinreste (stickstoffhaltig)
Ein Cysteinrest (schwefelhaltig)
Ein Methioninrest (schwefelhaltig)
Die genaue Position dieser Liganden stabilisiert das Kupfer und ermöglicht:
Einen sehr präzisen Elektronenfluss
Hohe Redoxfähigkeit (Standardpotential etwa +400 mV)
📌 Diese besondere Struktur macht Plastocyanin zu einem hoch spezialisierten Elektronenträger in der Photosynthese.
🟩 Folie 53: Photosystem I
🧠 Schlüsselkonzepte:
Diese Folie zeigt den Elektronenfluss im sogenannten Z-Schema der Photosynthese.
Das Photosystem I (PSI) ist das zweite große Lichtsammelsystem nach PSII.
PSI übernimmt Elektronen, die zuvor im Photosystem II (PSII) durch Licht angeregt und über eine Kette weitergeleitet wurden.
Ziel: Übertragung der Elektronen auf NADP⁺ → Bildung von NADPH, das in der Dunkelreaktion gebraucht wird.
🔋 PSI arbeitet auf höherem Reduktionsniveau als PSII – es kann Elektronen energiereicher machen.
🟩 Folie 54: Photosystem I – Struktur
🧠 Schlüsselkonzepte:
PSI besteht (wie PSII) aus vielen Einzelkomponenten, vor allem:
12 Untereinheiten
127 Kofaktoren (z. B. Chlorophylle, Eisen-Schwefel-Cluster)
Ist ein noch hochkomplexers Protein (Proteinkomplex) als das PSII.
Kofaktoren machen etwa 30 % der Gesamtmasse aus.
Prallgefüllt mit Kofaktoren.
PSI aus der thermophilen Cyanobakterienart T. elongatus wurde strukturell genau untersucht.
Anordnung als Trimer: drei PSI-Einheiten bilden ein funktionelles Ensemble.
🟩 Folie 55: Wie das Photosystem I Elektronen weitergibt
🧠 Was passiert hier ganz allgemein?
Das Photosystem I (PSI) ist ein Teil der Photosynthese.
Es hilft dabei, Lichtenergie in chemische Energie umzuwandeln, indem es Elektronen weiterleitet.
☀ Schritt für Schritt erklärt:
Licht trifft auf das „special pair“ P700
P700 besteht aus zwei Chlorophyll-Molekülen.
Wenn Licht auf P700 trifft, wird ein Elektron „hochgehoben“ – also angeregt.
Dieses Elektron wird weitergeleitet, wie auf einer Rutsche.
Das Elektron wird über mehrere Stationen weitergegeben
Diese Stationen sind Metallzentren im PSI – sogenannte Eisen-Schwefel-Cluster (Fe-S).
Es gibt drei solche Cluster, die hier „[4Fe-4S]“ genannt werden.
Diese heißen so, weil sie 4 Eisen- (Fe) und 4 Schwefel-Atome (S) enthalten.
Sie sind in den Proteinen PsaC, PsaD und PsaE eingebaut (bunte Röhren links im Bild).
Am Ende landet das Elektron bei Ferredoxin (Fd)
Ferredoxin ist ein kleines Eiweiß, das das Elektron aus dem Photosystem „mitnimmt“.
Das Ziel ist, mit Hilfe von 2 Elektronen und einem H⁺-Ion das Molekül NADP⁺ in NADPH umzuwandeln → das ist Energie für die Zelle.
🧪 Warum ist das wichtig?
Ohne diesen Elektronentransport könnte keine NADPH-Produktion stattfinden.
NADPH wird später gebraucht, um CO₂ in Zucker umzuwandeln (Calvin-Zyklus).
Es ist also ein zentrales Teilstück der Photosynthese.
📌 Glossar für Einsteiger:
Begriff | Erklärung |
|---|---|
P700 | Das spezielle Chlorophyllpaar, das Licht aufnimmt und Elektronen abgibt |
[4Fe-4S] Cluster | Eisen-Schwefel-Zentren, die Elektronen wie über eine Kette weitergeben |
Ferredoxin (Fd) | Kleines Eiweiß, das das Elektron aus PSI heraus weiterträgt |
NADPH | Energiereiches Molekül, das aus NADP⁺ entsteht |
🟩 Folie 56: Wie Ferredoxin seine Elektronen an FNR übergibt
🧠 Was passiert hier?
Diese Folie zeigt, wie ein Elektron vom Protein Ferredoxin (Fd) auf ein Enzym namens FNR (Ferredoxin-NADP⁺-Reduktase) übertragen wird.
Ziel: Aus NADP⁺ + H⁺ → NADPH machen → das ist Energie für die Zelle.
⚙ Schritt-für-Schritt-Erklärung:
🧲 Ferredoxin (Fd) – das blaue Teil rechts im Bild –
ist ein kleiner Elektronen-Transporter.
Es übergibt ein Elektron an die FNR.
🧪 FNR (Enzym) – das bunte Protein in gelb und pink
besteht aus zwei Bereichen (Domänen):
Gelb: Bindet das Elektron und hilft bei der Übertragung
Pink: Unterstützt die Gesamtstruktur und Funktion
🔁 Zwei Elektronen nötig für NADPH
FNR braucht zwei Elektronen – aber Fd kann nur eins auf einmal liefern.
Deshalb wird der Vorgang zweimal durchlaufen.
⚡ FMN (Flavin-Molekül) – das kleine Molekül in der Mitte
FMN ist wie ein "Puffer":
Es speichert das erste Elektron kurzzeitig
Und wartet auf das zweite, damit beide zusammen weitergegeben werden können.
✅ Endergebnis:
FNR überträgt beide Elektronen plus ein H⁺-Ion auf NADP⁺
→ Es entsteht NADPH → ein wichtiges Reduktionsmittel in der Photosynthese.
📌 Glossar für Einsteiger:
Begriff | Erklärung |
|---|---|
Ferredoxin (Fd) | Kleines Protein, das ein Elektron weitergibt |
FNR | Enzym, das Elektronen auf NADP⁺ überträgt und NADPH herstellt |
FMN | Molekül in FNR, das Elektronen zwischenspeichert |
Fe-S-Cluster | Eisen-Schwefel-Gruppe in Ferredoxin → überträgt das Elektron |
NADPH | Energieträger, wichtig für die „Zuckerherstellung“ im Calvin-Zyklus |
🟩 Folie 57: Elektronenübertragung auf FMN
🧠 Schlüsselkonzepte:
Molekül
Funktion
Ferredoxin (Fd)
Trägt ein Elektron (1 e⁻), kommt aus PSI
FMN
Elektronen-Akzeptor in FNR
FNR
Enzym, das NADP⁺ zu NADPH reduziert
NADP⁺
Endelektronenakzeptor → wird zu NADPH
🔁 Ablauf Schritt für Schritt:
Licht aktiviert PSI → Elektron wird auf Ferredoxin (Fd) übertragen
→ Ferredoxin ist jetzt reduziert (Fd⁻), enthält 1 Elektron.Ferredoxin gibt Elektron an FMN (Flavin-Mononukleotid) ab, das in der FNR sitzt:
1. Elektron + 1 H⁺:
+ → FMNH∙
→ Entsteht eine Radikal-Zwischenform (Semichinon, FMNH•)
2. Elektron + 1 H⁺ (von einem zweiten Ferredoxin):
FMNH∙+e−+H+→FMNH2
→ Jetzt ist FMN vollständig reduziert → FMNH₂ (Hydrochinonform)
FMNH₂ überträgt ein Hydrid (H⁻) auf NADP⁺:
→ NADPH ist entstanden – das wird später im Calvin-Zyklus gebraucht.
💡 Wichtig:
Ferredoxin überträgt jeweils nur 1 Elektron,
aber NADP⁺ braucht 2 Elektronen → darum wird FMN als „Sammelstelle“ gebraucht.FMN erlaubt die Umwandlung von 1-e⁻-Transfer (Fd) in 2-e⁻-Transfer (Hydrid für NADP⁺).
Dieser Schritt findet im Enzym FNR (Ferredoxin-NADP⁺-Reduktase) statt, das im Stroma liegt.
📘 Glossar (vereinfacht):
Begriff
Erklärung
FMN
Elektronenträger in FNR, Zwischenstufe zwischen Fd und NADP⁺
FMNH•
Halb-reduzierte Form (Radikal), nach 1 Elektron
FMNH₂
Vollständig reduzierte Form, gibt Hydrid an NADP⁺ ab
FNR
Enzym, das FMN enthält und NADP⁺ reduziert
Hydrid (H⁻)
Ein Proton mit 2 Elektronen → starke Reduktionskraft
Wenn du willst, mache ich dir auch gerne eine einfache Zeichnung oder eine Symbolkette (Fd → FMN → FMNH• → FMNH₂ → NADPH). Sag einfach Bescheid!
🟩 Folie 58: Reduktion von NADP⁺ zu NADPH
🧠 Schlüsselkonzepte:
FNR (Ferredoxin-NADP⁺-Reduktase) nutzt das reduzierte FMNH₂, um NADP⁺ zu NADPH zu machen.
Dabei wird ein sogenannter Hydridion (H⁻) übertragen:
H⁻ = 1 Proton (H⁺) + 2 Elektronen → sehr energiereich
Das Produkt NADPH ist ein zentrales Reduktionsmittel in der Biosynthese (z. B. bei der Kohlenstofffixierung in der Calvin-Zyklus).
🔁 Dies ist der abschließende Schritt der Lichtreaktion, bei dem Lichtenergie chemisch „gespeichert“ wird.
🟩 Folie 59: Hydrid-Anion-Transfer
🧠 Schlüsselkonzepte:
Die Folie zeigt die chemische Reaktion der Reduktion von NADP⁺ zu NADPH im Detail:
Ein Hydridion (H⁻) wird von FMNH₂ auf den NADP⁺-Ring übertragen.
Zusätzlich wird ein Proton (H⁺) aufgenommen → vollständige Bildung von NADPH.
Der Ring von NADP⁺ wird dadurch chemisch verändert → elektronisch reduzierter Zustand = NADPH.
📌 NADPH dient später als Elektronendonator in vielen Biosynthesewegen (z. B. CO₂-Fixierung im Calvin-Zyklus).
🟩 Folie 60: Hemmung des PSII – Zyklische Photophosphorylierung
🧠 Schlüsselkonzepte und Erklärungen
Diese Folie beschreibt, was passiert, wenn Photosystem II (PSII) blockiert ist, und wie Zellen dann auf einen zyklischen Elektronentransport umschalten, um trotzdem weiter ATP zu produzieren – allerdings ohne NADPH.
🔁 Was ist der zyklische Elektronentransport?
Im Normalfall fließen Elektronen vom Wasser über PSII → PSI → NADP⁺ → dabei entstehen ATP + NADPH.
Wenn jedoch PSII gehemmt ist (z. B. durch das Herbizid Diuron, links im Bild), kann kein Wasser gespalten werden → keine neuen Elektronen stehen zur Verfügung.
In diesem Fall aktiviert die Zelle einen Ersatzweg, bei dem nur PSI genutzt wird:
Ablauf des zyklischen Weges:
PSI (P700) absorbiert Licht → ein Elektron wird angeregt.
Das Elektron wird über mehrere Stationen (Ferredoxin, Cytochrom-b₆f-Komplex) wieder zurück zu PSI geleitet.
Dabei wird kein Elektron dauerhaft abgegeben → es fließt im Kreis = „zyklisch“.
✅ Vorteil des Zyklus:
Bei jedem Umlauf werden Protonen (H⁺) ins Thylakoid-Innere gepumpt.
Dadurch entsteht ein Protonengradient → ATP-Synthase kann daraus weiterhin ATP herstellen.
Der Vorgang heißt deshalb zyklische Photophosphorylierung („ATP-Erzeugung durch Licht im Kreisprozess“).
❌ Nachteil:
Es entsteht kein NADPH, da die Elektronen nicht auf NADP⁺ übertragen werden.
Das kann problematisch sein, wenn die Zelle NADPH braucht – z. B. für die Reduktion von CO₂ im Calvin-Zyklus.
💥 Was passiert, wenn PSII dauerhaft ausfällt?
PSII ist normalerweise dafür zuständig, Elektronen aus Wasser zu entnehmen.
Bei Ausfall kann kein Sauerstoff (O₂) mehr entstehen.
Es kommen keine neuen Elektronen aus dem Wasser in den Q-pool (in der Mitte Rot)
Man kommt von einem nicht-zyklischen Ablauf in einen Zyklischen.
Der Elektronenfluss kann nicht mehr linear erfolgen → die NADPH-Produktion stoppt.
Nur der zyklische Weg über PSI bleibt aktiv, um zumindest ATP bereitzustellen.
Das Ferrodoxin, welches eigentlich das Elektron abgigbt umm NADPH zu produzieren, füttert dann die Elektronen dafür in den Q-Pool hinein.
Beim zyklischen Elektronentransport entstehen aber weiterhin ATP, aber kein NADPH mehr, da dem Wasser keine Elektronen mehr entzogen werden können.
🖼 Visualisierung und Hervorhebungen
Die rot hervorgehobene Fläche (Zyklus mit „Mehr H⁺“) zeigt den zyklischen Elektronenweg.
Blau: linearer Elektronenfluss (normalerweise von PSII über PSI zu NADP⁺).
Lila: „noncyclic pathway“ – der NADPH erzeugt → fällt beim zyklischen Weg weg.
„Diuron“ (oben links): blockiert PSII, wird nicht mehr zugelassen (Herbizid).
📚 Glossar
Begriff | Erklärung |
|---|---|
PSII (Photosystem II) | Startpunkt der normalen Elektronenkette – spaltet Wasser in O₂ und Elektronen. |
PSI (Photosystem I) | Absorbiert Licht, leitet Elektronen weiter. |
Zyklische Photophosphorylierung | Elektronen fließen im Kreis durch PSI → erzeugen ATP, aber kein NADPH. |
ATP | Energieträger der Zelle (wird durch Protonengradient gebildet). |
NADPH | Liefert Reduktionskraft, z. B. für den Calvin-Zyklus. |
Diuron | Herbizid, das PSII blockiert und den Wasserzerfall verhindert. |
🟩 Folie 61: Vertiefungsfrage 2 – Energiebilanz des nicht-zyklischen Weges
❓ Fragen und Erklärung:
a) Wie viele Protonen stehen der F₀F₁-ATPase zur ATP-Synthese zur Verfügung, wenn je 4 Photonen auf PSII und PSI treffen?
Antwort: Etwa 12 H⁺-Ionen werden pro 8 Photonen über die Elektronentransportkette in das Lumen gepumpt.
Diese werden für die Synthese von ~3 ATP benötigt (da ~4 H⁺ pro ATP nötig sind).
b) Wie viele NADPH-Moleküle entstehen dabei?
Antwort: 1 NADPH entsteht pro 2 Elektronen bzw. pro 8 Photonen, also bei jedem vollständigen Elektronentransportzyklus.
c) In wie viele ATP-Moleküle wird die unter a) errechnete Protonenzahl durch die Chloroplasten-ATP-Synthase umgewandelt?
Antwort: 12 H⁺ / 4 H⁺ pro ATP = 3 ATP.
d) Wie viele Moleküle ATP entstehen aus den unter b) ermittelten NADPH-Molekülen in den Mitochondrien der Pflanze?
Antwort: In der Atmungskette ergeben 1 NADPH → etwa 2,5 ATP, aber dies geschieht in Mitochondrien, nicht im Chloroplasten.
🟩 Folie 62: Vertiefungsfrage 2 – Übersicht zum Kommentieren und Einzeichnen
🧠 Erklärung:
Diese Folie ist eine Arbeitsübersicht zur Vertiefungsfrage 2.
Sie zeigt das gesamte nicht-zyklische Schema der Lichtreaktion:
PSII → PQ → Cytochrom b6f → Plastocyanin → PSI → NADP⁺-Reduktase
Du kannst darauf:
Protonenzahl markieren,
ATP- und NADPH-Produktion einzeichnen,
und nachvollziehen, wo Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt wird.
📌 Ziel: Verständnis der Energiebilanz und Elektronenwege bei der Photosynthese.