Homologie, Analogie und konvergente Entwicklung

Homologie, Analogie und konvergente Entwicklung

  • Aufgaben:

    • Betrachte das bereitgestellte Material.

    • Erläutere, wer näher verwandt ist: Vogel und Fledermaus oder Hund und Wal.

    • Sprinteraufgabe: Bearbeite das Arbeitsblatt zu den Homologiekriterien.

Material 1: Analogie

  • Definition:

    • Eine Analogie bezeichnet in der Biologie die Ähnlichkeit von Strukturen, Proteinen, Genen oder Verhaltensweisen verschiedener Lebewesen, die unabhängig voneinander entstanden sind.

Material 2: Homologie

  • Definition:

    • Homologie bezeichnet in der biologischen Systematik und der vergleichenden Anatomie die Übereinstimmung von Organen, Organsystemen, Körperstrukturen, physiologischen Prozessen oder Verhaltensweisen zweier Taxa aufgrund eines gemeinsamen evolutionären Ursprungs.

Material 3: Entwicklung der Flugfähigkeit

  • Fortbewegungsarten:

    • Fliegen hat sich in der Evolution mehrfach entwickelt.

    • Beispiele für flugfähige Arten:

    • Insekten

    • Reptilien wie Flugdrachen

    • Ausgestorbene Flugsaurier

    • Vögel

    • Säugetiere wie Gleitbeutler und Fledermäuse

Material 4: Flügelaufbau

  • Beispiele von Flügeln:

    • 1. Pterosaurier

    • 2. Fledermaus

    • 3. Vogel

Material 5: Vorderextremitäten

Material 7: Konvergente Evolution

  • Definition:

    • Entwicklung von analogen Merkmalen, wie strömungsgünstige Körperformen bei nicht verwandten Arten, bezeichnet man als konvergente Evolution.

Material 6: Divergenz

  • Definition:

    • Divergenz in der Evolutionsbiologie bezieht sich auf die Auseinanderentwicklung von Merkmalen verschiedener Arten.

    • Merkmale können Organe, Organsysteme, Körperstrukturen, physiologische Prozesse oder Verhaltensweisen betreffen.

    • Die Unterschiede zwischen den Arten nehmen mit der Länge der Trennung zu, was zu größeren Unterschieden führt.

Homologiekriterien

  • Aufgabe:

    • Lies die Homologiekriterien und ordne Beispiele zu.

  • Homologiekriterien:

    1. Kriterium der Lage:

    • Strukturen sind homolog, wenn sie trotz unterschiedlicher Ausprägung in Form und Anzahl in einem vergleichbaren Gefügesystem die gleiche Lagebeziehung aufweisen.

    1. Kriterium der spezifischen Qualität und Struktur:

    • Ähnliche Strukturen können homolog sein, wenn sie in vielen Merkmalen übereinstimmen.

    • Sicherheitsgerade wächst mit der Komplexität der verglichenen Struktur.

    • Maßgeblich ist der innere Aufbau eines Organs oder einer Struktur.

    1. Kriterium der Kontinuität (Stei-gkeit):

    • Organe sind homolog, wenn sie trotz unterschiedlicher Lage durch Zwischenformen verbunden werden können.

    • Zwischenformen können rezente Zwischenformen, Rudimente, Atavismen, embryonale Zwischenformen und fossile Zwischenformen sein.

  • Beispiele für Homologie:

    • Beispiel 1: Knochen im Kiefergelenk bei Amphibien, Reptilien und Vögeln sind homolog zu den Knochen im Mittelohr von Säugetieren.

    • Beispiel 2: Angeborenes Balzverhalten bei verschiedenen Entenarten und Hühnervengruppen.

    • Beispiel 3: Alle Säugetiere weisen den gleichen Aufbau des Herzens auf (linke und rechte Kammer, linker und rechter Vorhof).

    • Beispiel 4: Menschliche Embryos zeigen in einem Entwicklungsstadium eine Kiemenspalte, die später verschwindet.

    • Beispiel 5: Archaeopteryx zeigt Merkmale sowohl von Reptilien als auch von Vögeln.

    • Beispiel 6: Menschen können in sehr seltenen Fällen zusätzliche Brustwarzen entlang der Milchleiste entwickeln.

    • Beispiel 7: Die Verdauungsorgane der Wirbeltiere gliedern sich in Mund-Speiseröhre-Magen-Darm-After.

    • Beispiel 8: Menschliche Zähne und die Hautschuppe eines Haifisches bestehen beide in der äußeren Schicht aus Zahnschmelz und in der darunterliegenden Schicht aus Dentin.

Systematisierungen und Artkonzepte

  • Hierarchisches System der Tiere:

    • Reich: Animalia (Tiere)

    • Stamm: Chordata (Wirbeltiere)

    • Klasse: Mammalia (Säugetiere)

    • Ordnung: Carnivora (Raubtiere)

    • Familie: Felidae (Katzen)

    • Gattung: Felis (Echte Katzen)

    • Art: Felis silvestris (Wildkatze)

  • Aufgaben:

    1. Ermitteln Sie die Stellung des Menschen im hierarchischen System, beginnend mit „Reich: Animalia (Tiere)“ und endend mit „Art: Homo sapiens (heutiger Mensch)“.

    2. Erläutern Sie die Schwächen des künstlichen Systems nach Linnaeus anhand der Beispiele B und C.

    3. Erläutern Sie die Problematik der Klassifizierung nach dem biologischen Artbegriff unter Berücksichtigung der folgenden Sachverhalte:
      a) Bakterien entstehen nur durch Zellteilung.
      b) Nur rezente Organismen können sich kreuzen.
      c) Hunderassen wie Chihuahua und Langhaar-Collie sind morphologisch so unterschiedlich, dass die Fortpflanzung kaum möglich ist.

Schnabeltier als Mosaikform

  • Entdeckung:

    • Vor etwa 200 Jahren in Australien wurde ein Tier entdeckt, das wegen seines abgeflachten Schnabels, ähnlich dem eines Enten, den Namen Schnabeltier erhielt.

    • Junge Schnabeltiere haben Zähne im Schnabel, die durch Hornplatten ersetzt werden, um Beute zu zerkleinern.

    • Sie besitzen ein Fell und haben eine konstante Körpertemperatur von 32 °C, und ihre Ausscheidungs- und Geschlechtsorgane münden in eine Kloake.

  • Fortpflanzung:

    • Schnabeltiere legen Eier mit einer pergamentartigen Schale und großen Dottern in gegrabene Erdhöhlen und die Jungtiere schlüpfen nach etwa 14 Tagen.

  • Aufgaben:

    1. Erläutern Sie die Bedeutung von Mosaikformen für die Evolutionsbiologie.

    2. Diskutieren Sie, inwiefern das Schnabeltier als Mosaikform angesehen werden kann.

Morphologischer Artbegriff

  • Definition:

    • Ein biologischer Artbegriff definiert, dass zu einer Art nur die Organismen gehören, die mit anderen Fruchtbare Nachkommen hervorbringen können.

Entwicklung der Evolutionstheorie

  • Systematik und Nomenklatur:

    • Erläutern Sie die binäre Nomenklatur und die Systematisierung der Lebewesen nach Linnaeus.

  • Probleme der Systematisierung:

    • Erläutern Sie die Probleme, die sich aus der systematischen Einordnung nur morphologischer Gesichtspunkte ergeben können.

  • Künstliches und natürliches Klassifizierungssystem:

    • Vergleichen Sie beide Systeme unter Berücksichtigung des morphologischen und biologischen Artbegriffs.

  • Verwandtschaft der Neuweltgeier:

    • Erläutern Sie, auf welchen Sachverhalten sich die verschiedenen Hypothesen zur Verwandtschaft der Neuweltgeier stützen.

    • Ermitteln Sie die aktuelle Verwandtschaftsstellung von Altweltgeiern, Neuweltgeiern und Störchen. Stellen Sie dazu einen beschrifteten Stammbaum auf.

Fossilien und rezente Lebewesen

  • Überblick:

    • Fossilien liefern Rückschlüsse auf die Entwicklung der Arten.

    • Beispiele für Mosaikformen: Fossilien wie Archaeopteryx zeigen Merkmale von beiden, Reptilien und Vögeln.

  • Archaeopteryx:

    • Erstmals 1860 entdeckt und wies merkmale von Vögeln und Reptilien auf.

    • Wichtige Entdeckung für die Evolutionsbiologie, aber die genaue Zugehörigkeit zur Vogellinie ist umstritten.

  • Altersbestimmung von Fossilien:

    • Radioaktives C-14 und Kalium-Argon-Datierung sind Methoden zur Altersbestimmung von Fossilien bzw. Gesteinen.

Homologien und Analogien

  • Baupläne bei Wirbeltieren:

    • Ähnlichkeit in der Skelettstruktur, die auf gemeinsame Vorfahren zurückzuführen ist – Homologien.

    • Konvergente Evolution zeigt sich durch Analogie, wo ähnliche Merkmale unabhängig voneinander entwickelt wurden, meist durch Anpassung an ähnliche Umweltbedingungen.

  • Homologiekriterien:

    1. Kriterium der Lage: Strukturen sind homolog, wenn sie im gleichen Gefügesystem die gleiche Lage einnehmen.

    2. Kriterium der Kontinuität:

    • Trotz unterschiedlicher Lage gibt es Zwischenformen; z.B. Embryonalentwicklung.

    1. Kriterium der spezifischen Qualität:

    • Obwohl äußerlich unterschiedlich, zeigen Organe gleiche Teilstrukturen oder gemeinsame Merkmale.

  • Fallstudien zu Homologie und Analogie:

    • Ranken bei Vanille und Wildem Wein: Zunächst als homolog betrachtet, zeigen Experimentergebnisse Unterschiede in der Anpassung und Entwicklung der Ranken.