Napoleon Zusammenfassung
Napoleon I. Bonaparte, geboren als Napoleone Buonaparte, kam am 15. August 1769 in Ajaccio, Korsika, zur Welt und verstarb am 5. Mai 1821 in Longwood auf der Insel St. Helena. Er war der Sohn des Rechtsanwalts Carlo Bonaparte und Maria Letizia Ramolino. Napoleon war zweimal verheiratet: zuerst mit Joséphine Tascher de la Pagerie und später mit Marie Louise von Österreich. Seine militärischen und politischen Fähigkeiten machten ihn zu einer der prägendsten Figuren des frühen 19. Jahrhunderts.
Militärische Karriere und Aufstieg
Napoleon begann seine militärische Laufbahn 1784 als Kadett in der französischen Armee. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und sein strategisches Geschick führten 1794 zu seiner Beförderung zum Brigadegeneral. Am 24. Dezember 1799 wurde er zum Ersten Konsul ernannt, was seine Machtposition festigte, und am 18. Mai 1804 krönte er sich selbst zum Kaiser der Franzosen. Die Krönungszeremonie fand am 2. Dezember statt und symbolisierte seinen absoluten Herrschaftsanspruch.
Bezüge zu Wien und Koalitionskriege
Napoleon war in mehrere Koalitionskriege verwickelt, die Wien und das Habsburgerreich maßgeblich betrafen:
1. Koalitionskrieg (1792-1797): In diesem Konflikt standen Österreich und Preußen Frankreich gegenüber. Napoleon übernahm 1796 den Oberbefehl über die französische Armee in Italien und drang 1797 bei Villach in Österreich ein. Der Friede von Campoformido beendete diesen Krieg und etablierte Frankreich als dominierende Macht in Europa.
2. Koalitionskrieg (1799-1801): Hier kämpften Österreich, England und Russland gegen Frankreich. Napoleons Sieg bei Marengo im Jahr 1800 zwang Österreich zum Frieden von Lunéville.
3. Koalitionskrieg (1805): Österreich und Russland verbündeten sich erneut gegen Frankreich. Napoleon marschierte in Österreich ein, eroberte die Donaubrücken bei Wien und residierte in Schönbrunn. Der entscheidende Sieg bei Austerlitz führte zum Frieden von Pressburg, der Österreichs Einfluss weiter schwächte.
Weitere Ereignisse und Entwicklungen
Beethoven und Napoleon: Ludwig van Beethoven, ein glühender Verehrer der republikanischen Ideale, widmete seine 3. Sinfonie, die "Eroica", zunächst Napoleon. Nach dessen Krönung zum Kaiser distanzierte sich Beethoven jedoch von ihm und tilgte die Widmung aus Verachtung für Napoleons selbstherrliche Herrschaft.
Kunst: Napoleon gab eine detailgetreue Mosaikkopie von Leonardo da Vincis Meisterwerk "Das letzte Abendmahl" in Auftrag. Diese wurde später in der Minoritenkirche in Wien aufgestellt und zeugt von Napoleons Interesse an Kunst und Kultur.
Rheinbund: Im Jahr 1806 unterstellten sich zahlreiche Reichsfürsten demProtektorat Napoleons und traten dem Rheinbund bei, was das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation besiegelte.
Französisch-Österreichischer Krieg (1809): Die französischen Truppen drangen erneut nach Wien vor, was zur Beschießung und Kapitulation der Stadt führte. Napoleon residierte wieder in Schönbrunn. Während seines Aufenthalts gab es ein Attentat auf ihn durch Friedrich Staps, das jedoch fehlschlug. Der Friede von Schönbrunn beendete den Krieg.
Wiener Stadtbefestigungen: Teile der Wiener Stadtbefestigungen wurden auf Befehl Napoleons gesprengt, um die militärische Kontrolle über die Stadt zu erleichtern.
Heirat mit Marie Louise: Nach dem für Österreich verlorenen Krieg erkannte Metternich die Notwendigkeit eines Ausgleichs mit Napoleon. Die Vermählung Napoleons mit Marie Louise, der Tochter des österreichischen Kaisers Franz I., sollte die Beziehungen zwischen den beiden Ländern stabilisieren.
Tiroler Erhebung: Im Jahr 1809 kam es in Tirol unter der Führung von Andreas Hofer zu einer Erhebung gegen die bayerische und französische Besatzung.
Geldabwertung: 1811 führte die österreichische Regierung eine radikale Geldabwertung durch, um die Staatsfinanzen zu sanieren.
Krieg gegen Russland (1812): Napoleons Feldzug gegen Russland endete in einer verheerenden Niederlage und markierte einen Wendepunkt in seiner Herrschaft.
Befreiungskriege: Preußen, Österreich und Russland verbündeten sich gegen Napoleon. Die Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813 leitete das Ende seiner Herrschaft ein.
Wiener Kongress: In den Jahren 1814/1815 fand der Wiener Kongress statt, bei dem die europäische Ordnung nach den Napoleonischen Kriegen neu gestaltet wurde.
Herkunft und Jugend
Napoleon wurde 1769 als Napoleone Buonaparte in Ajaccio auf Korsika geboren. Seine Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an. Er besuchte das Collège von Autun und die Kadettenschule von Brienne, später die Militärschule École royale militaire, wo er eine fundierte militärische Ausbildung erhielt.
Aufstieg zum General
Napoleon nutzte die Wirren der Französischen Revolution, um in der Armee schnell aufzusteigen. Er wurde Kommandant der Artillerie und schlug 1793 einen royalistischen Aufstand in Toulon nieder. 1795 wurde er zum Général de division befördert.
Staatsstreich und Kaiserkrönung
Nach seiner gescheiterten Ägyptenexpedition kehrte Napoleon nach Frankreich zurück und ernannte sich 1799 durch einen Staatsstreich zum Ersten Konsul. 1804 krönte er sich in einer prunkvollen Zeremonie selbst zum Kaiser der Franzosen.
Napoleons Ende
Im Jahr 1812 scheiterte Napoleon mit seinem Feldzug gegen Russland. 1813 wurde er in der Völkerschlacht bei Leipzig von den verbündeten Armeen besiegt. 1814 musste er abdanken und ging ins Exil auf die Insel Elba. Nach einer kurzzeitigen Rückkehr an die Macht wurde er 1815 in der Schlacht bei Waterloo endgültig besiegt und auf die Insel St. Helena verbannt, wo er 1821 starb.
Steckbrief
Geboren: 15. August 1769 in Korsika
Gestorben: 5. Mai 1821 auf St. Helena
Beruf: Kaiser
Erfolge: Militärstratege, Reformen in Staat und Verwaltung
Misserfolge: Russlandfeldzug, Niederlagen bei Leipzig und Waterloo
Ziele
Innenpolitisch: Reformierung des Staates in Wirtschaft, Militär und Verwaltung, Beendigung der Revolution.
Außenpolitisch: Ausdehnung des französischen Machtbereichs, Umgestaltung Europas.
Von Korsika zur Macht
Napoleon wurde in Ajaccio geboren und besuchte dank eines königlichen Stipendiums die Militärschule. Er stieg in der Armee auf und heiratete Joséphine de Beauharnais, eine einflussreiche Persönlichkeit in der Pariser Gesellschaft.
Ägyptische Expedition
1798 führte Napoleon eine Expedition nach Ägypten durch, die nicht nur militärische, sondern auch kulturelle und wissenschaftliche Ziele verfolgte und einen kulturellen Boom auslöste.
Kaiserkrönung selbst gemacht
Napoleon stürzte 1799 die Revolutionsregierung und ließ sich zum Konsul wählen. 1804 krönte er sich in Anwesenheit von Papst Pius VII. selbst zum Kaiser.
Expansionspolitik
Napoleon eroberte weite Teile Europas, darunter Italien und Holland, und setzte seine Brüder als Könige in den eroberten Gebieten ein. 1805 siegte er in der Dreikaiserschlacht von Austerlitz über Österreich und Russland.
Feldherr neuen Typs
Napoleon zeichnete sich durch schnelle Entscheidungen und militärische Aufklärung aus. Er führte rasche Angriffskriege und schuf die Kontinentalsperre, um England wirtschaftlich zu schwächen.
Von Tilsit nach St. Helena
1807 war Napoleon auf dem Höhepunkt seiner Macht. Er ließ sich von Joséphine scheiden, um seine Dynastie durch eine Heirat mit Marie Louise von Österreich zu festigen. 1812 begann er den Russlandfeldzug, der zu seinem Desaster wurde. 1814 wurde er nach Elba verbannt und 1815 nach Waterloo endgültig besiegt. Er starb 1821 auf St. Helena.
Mythos Napoleon
Napoleon gilt als einer der bedeutendsten Feldherren der Geschichte. Er faszinierte Zeitgenossen und hinterließ ein komplexes Erbe, das bis heute diskutiert wird.
Napoleons Leben und Wirken
Napoleon Bonaparte, geboren 1769 auf Korsika, gestorben 1821 auf St. Helena, war ein bedeutender Feldherr und Staatsmann. Er exportierte die Ideen der Französischen Revolution nach Europa und wurde zum Wegbereiter der modernen Neuzeit.
Ausbildung und Karriere
Napoleon besuchte die École Militaire in Paris und erzielte erste militärische Erfolge während der Französischen Revolution. Er stieg zum Konsul auf und schuf den Code Civil, ein bedeutendes Rechtswerk, das bis heute in vielen Ländern Gültigkeit hat.
Familie und Privatleben
Napoleons Eltern waren Charles Bonaparte und Letizia Ramolino. Er hatte sieben Geschwister. Er war zweimal verheiratet: mit Joséphine de Beauharnais und Marie-Louise von Österreich. Er hatte mehrere Kinder, darunter Napoléon II. und Alexandre Walewski.
Niederlagen, Verbannung und Tod
Napoleon erlitt militärische Rückschläge, insbesondere in Russland und bei Leipzig. Er wurde nach Elba und später nach St. Helena verbannt, wo er 1821 starb. Sein Tod markierte das Ende einer Ära.
Erbe Napoleons
Napoleons Erbe ist vielschichtig und beeinflusste politische, militärische und kulturelle Entwicklungen in Europa nachhaltig. Er hinterließ zahlreiche Zitate und Errungenschaften, darunter den Code Civil und das metrische System.