Recht für die Soziale Arbeit - Essenzielle Zusammenfassung

Recht und Rechtsordnung (Kapitel 1)

  • Staatsebenen: Dreistufiges föderales System (Bund, Kantone, Gemeinden). Es gilt das Prinzip der subsidiären Generalkompetenz der Kantone (Art. 33 BV).

  • Rechtstypen: Unterscheidung zwischen öffentlichem Recht (Staat-Bürger, Subordination) und Privatrecht (Bürger-Bürger, Koordination).

  • Verfassungsgrundsätze (Art. 55 BV): Gesetzmässigkeit, öffentliches Interesse, Verhältnismässigkeit, Treu und Glauben.

  • Verfügung: Zentrales behördliches Handlungsinstrument (Anordnung im Einzelfall, verbindlich, einseitig, abgestützt im öffentlichen Recht).

Die Person in Staat und Recht (Kapitel 2)

  • Menschenrechte: Verankerung in internationalen Pakten (UNO-Pakt I/II, EMRK) und der Bundesverfassung.

  • Grundrechte: Schutz der Menschenwürde (Art. 77 BV), Rechtsgleichheit (Art. 88 BV), Persönliche Freiheit.

  • Personenrecht (ZGB):

    • Rechtsfähigkeit: Jede Person ist rechtsfähig.

    • Handlungsfähigkeit: Setzt Volljährigkeit (1818 Jahre) und Urteilsfähigkeit voraus.

  • Datenschutz: Recht auf informationelle Selbstbestimmung; Schutz vor Missbrauch persönlicher Daten.

Die Person in Interaktion (Kapitel 3)

  • Vertragsrecht (OR): Verträge entstehen durch gegenseitige übereinstimmende Willenserklärung (Art. 11 OR).

  • Arbeitsrecht: Schutz der schwächeren Partei durch zwingende Bestimmungen im OR und das Arbeitsgesetz.

  • Mietrecht: Starker Schutz vor missbräuchlichen Mietzinsen und Kündigungen.

  • Haftpflichtrecht: Haftung setzt Schaden, Widerrechtlichkeit, Kausalzusammenhang und Verschulden voraus.

  • Familienrecht: Regelung von Ehewirkungen, Ehescheidung und Kindesrecht (elterliche Sorge, Unterhalt).

Staatlicher Schutz: Sozialversicherung und Sozialhilfe (Kapitel 4)

  • Sozialversicherungen: Kausalprinzip (Risiken: Alter, Tod, Invalidität, Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit).

  • Sozialhilfe: Finalprinzip (Bedarfsdeckung unabhängig von der Ursache). Es gilt das Subsidiaritätsprinzip.

  • Kindes- und Erwachsenenschutz: Beistandschaften (Begleit-, Vertretungs-, Mitwirkungs-, umfassende Beistandschaft) und Fürsorgerische Unterbringung (FU).

Person, Abweichung und Sanktion (Kapitel 5)

  • Strafrecht: Das Verschulden ist Massstab für die Strafe (Art. 4747 StGB).

  • Sanktionen: Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit (Vollzugsform), Freiheitsstrafe und therapeutische Massnahmen.

  • Opferhilfe: Anspruch auf Beratung, Schutz und Entschädigung (OHG).

  • Jugendstrafrecht: Fokus auf Schutz und Erziehung statt reiner Vergeltung (1010 bis 1818 Jahre).

  • Polizeiliche Zwangsmassnahmen: Dienen der Gefahrenabwehr; müssen immer verhältnismässig sein.