Formelsammlung Grundlagen der Elektrotechnik WS 2024-25

Grundlagen der Elektrotechnik (GET) - Basisgrößen und Gleichstrom

  • Elektrischer Strom (II):

    • Definition des Stroms als zeitliche Änderung der Ladung: I[A]=Q[As]t[s]I[A] = \frac{Q[As]}{t[s]}.
    • Einheit: Ampere (AA), entspricht Amperesekunden pro Sekunde.
  • Elektrische Stromdichte (SS):

    • Definition als Strom pro Querschnittsfläche: S[A/m2]=I[A]A[m2]S[A/m^2] = \frac{I[A]}{A[m^2]}.
  • Elektrischer Widerstand (RR):

    • Ohm'sches Gesetz: R[Ω]=U[V]I[A]R[\Omega] = \frac{U[V]}{I[A]}.
    • Materialabhängiger Widerstand: Abhängig vom spezifischen Widerstand ρ[Ωmm2/m]\rho [\Omega mm^2/m], der Länge l[m]l[m] des Leiterstücks und dem Querschnitt A[m2]A[m^2].
    • Temperaturabhängiger Widerstand: Widerstandswerte ändern sich in Abhängigkeit von der Temperatur (lineare Näherung wird impliziert).
  • Elektrische Leistung (PP):

    • Einheit: Watt (WW).
  • Elektrische Arbeit bzw. Energie (WW):

    • Einheit: Joule (JJ).
    • Umrechnungsbeziehungen: 1J=1Nm=1Ws=1VAs1\,J = 1\,Nm = 1\,Ws = 1\,VAs.
  • Netzwerkregeln:

    • Knotenregel (KCL): Die Summe der Ströme in einem Knoten ist Null.
    • Maschenregel (KVL): Die Summe der Spannungen in einem geschlossenen Umlauf ist Null.
    • Stromteilerregel: In Parallelschaltungen verhalten sich die Teilströme entgegengesetzt (umgekehrt) zu den Widerständen der jeweiligen Zweige.
    • Spannungsteilerregel: In Reihenschaltungen verhalten sich die Teilspannungen proportional zu den jeweiligen Widerständen.
  • Wirkungsgrad (η\eta): Verhältnis von abgegebener zu zugeführter Leistung.

  • Leistungsanpassung:

    • Maximale Leistungsabgabe an eine Last erfolgt, wenn der Lastwiderstand RR genauso groß ist wie der Innenwiderstand RiR_i der Quelle (R=RiR = R_i).

Das elektrische Feld und Elektrostatik

  • Elektrische Feldstärke (EE):

    • Feldstärke einer Punktladung Q[As]Q[As] im Abstand r[m]r[m]: E=Q4πϵ0r2E = \frac{Q}{4 \pi \epsilon_0 r^2}.
    • Einheit: [V/m][V/m].
    • Kraftwirkung: Die Feldstärke EE erzeugt eine Kraft F[N]F[N] auf eine Ladung Q[As]Q[As], die sich im Feld befindet (F=E×QF = E \times Q).
  • Dielektrizitätskonstante im Vakuum (ϵ0\epsilon_0):

    • Zahlenwert: 4×π×ϵ01010As/Vm4 \times \pi \times \epsilon_0 \approx 10^{-10}\,As/Vm.
  • Elektrisches Potential:

    • Potential einer Punktladung Q[As]Q[As] im Abstand r[m]r[m] (Einheit: [V][V]).
  • Elektrische Spannung (UU):

    • Definiert als Potentialdifferenz.
    • Mathematisch als Integral der Feldstärke EE entlang eines Weges ss: U=EdsU = \int E\,ds.
  • Elektrische Arbeit (WW):

    • Entspricht der Ladung Q[As]Q[As], die über eine Potentialdifferenz (Spannung) transportiert wird: W=Q×UW = Q \times U.
  • Dielektrische Verschiebungsdichte (DD): Materialunabhängige Beschreibung des elektrischen Feldes.

Kapazität und Kondensator

  • Kapazität (CC):

    • Definition: Ladung Q[As]Q[As] pro Spannung U[V]U[V]. C[F=As/V]=QUC[F = As/V] = \frac{Q}{U}.
  • Plattenkondensator:

    • Formel: C=ϵ0ϵrAdC = \epsilon_0 \epsilon_r \frac{A}{d}.
    • ϵ0\epsilon_0: Vakuum-Dielektrizitätskonstante.
    • ϵr\epsilon_r: Materialspezifische Permittivitätszahl.
    • A[m2]A[m^2]: Plattenfläche.
    • d[m]d[m]: Plattenabstand.
  • Energieinhalt eines Plattenkondensators (WW):

    • Einheiten: [As×V=Ws=J][As \times V = Ws = J].
  • Schaltungsarten von Kondensatoren:

    • Parallel: Gesamtkapazität ist die Summe der Einzelkapazitäten (Cges=C1+C2+...C_{ges} = C_1 + C_2 + ...).
    • Reihe: Der Kehrwert der Gesamtkapazität ist die Summe der Kehrwerte der Einzelkapazitäten (1Cges=1Ci\frac{1}{C_{ges}} = \sum \frac{1}{C_i}).

Das magnetische Feld

  • Magnetische Feldstärke (HH):

    • Um einen stromführenden Leiter (II) im Abstand rr: H[A/m]H[A/m].
    • In einer Ringspule mit Windungszahl NN und Radius r[m]r[m]: H=I×NlH = \frac{I \times N}{l}.
  • Elektrische Durchflutung (Θ\Theta):

    • Definition: Summe aller Ströme I[A]I[A] innerhalb eines geschlossenen Umlaufs: Θ[A]=I\Theta[A] = \sum I.
  • Magnetischer Fluss (Φ\Phi):

    • Definition: Summe aller Feldlinien der Flussdichte B[Vs/m2]B[Vs/m^2] durch eine Fläche A[m2]A[m^2]. Φ[Vs=Wb]\Phi [Vs = Wb].
  • Magnetische Flussdichte (BB):

    • Zusammenhang: B=μHB = \mu H (Einheiten: [Vs/m2=T][Vs/m^2 = T]).
    • Permeabilität (μr\mu_r): Materialspezifisch und oft nichtlinear.
  • Magnetischer Widerstand (RmR_m):

    • Widerstand eines Eisenkerns oder Luftspalts: Rm[A/Vs=1/H]=lμrμ0AR_m[A/Vs = 1/H] = \frac{l}{\mu_r \mu_0 A}.
    • Basierend auf Länge l[m]l[m], Querschnitt A[m2]A[m^2] und Materialpermeabilität μr\mu_r.
  • Ohm'sches Gesetz des magnetischen Kreises:

    • Zusammenhang zwischen Durchflutung, Fluss und magnetischem Widerstand: Θ=Φ×Rm\Theta = \Phi \times R_m.

Magnetische Kräfte und Induktion

  • Kraft auf stromführenden Leiter im Magnetfeld:

    • F=B×I×l×sin(α)F = B \times I \times l \times \sin(\alpha).
    • α\alpha ist der Winkel zwischen dem Leiterstück ll und der Flussdichte BB.
  • Kraft auf bewegte Ladung (Lorentzkraft):

    • F=Q×v×B×sin(α)F = Q \times v \times B \times \sin(\alpha).
    • α\alpha ist der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung vv und BB.
  • Kraft zwischen zwei parallelen Leitern:

    • Kraftwirkung bei Länge ll und Abstand aa.
  • Drehmoment auf eine stromdurchflossene Spule (MM):

    • Abhängig vom Winkel β\beta zwischen Flächennormale von AA und der Flussdichte BB.
  • Induktion einer Spannung (UU):

    • In einer Wicklung mit Windungszahl NN durch zeitliche Änderung des magnetischen Flusses Φ[Vs]\Phi[Vs]: U=NdΦdtU = -N \frac{d\Phi}{dt}.
    • Induktion an einem bewegten Leiterstück.
  • Induktivität (LL):

    • Definition: L[Vs/A]=N×ΦIL[Vs/A] = \frac{N \times \Phi}{I}. Eine Eigenschaft einer Spule.
    • Energie in einer Induktivität: W=12LI2W = \frac{1}{2} L I^2.
    • Reihenschaltung: Lges=L1+L2+...L_{ges} = L_1 + L_2 + ...
    • Parallelschaltung: 1Lges=1Li\frac{1}{L_{ges}} = \sum \frac{1}{L_i}.
  • Kraft am Elektromagnet-Luftspalt:

    • Kraft F[N]F[N] abhängig von der Fläche A[m2]A[m^2] und der magnetischen Flussdichte B[Vs/m2]B[Vs/m^2].

Wechselstromtechnik (AC) und Komplexe Rechnung

  • Phasenbeziehungen:

    • Phasenwinkel (ϕ\phi): Differenz zwischen Nullphasenwinkel der Spannung und des Stroms: ϕ=ϕuϕi\phi = \phi_u - \phi_i.
  • Impedanz (ZZ) und Admittance (YY):

    • Impedanz (Scheinwiderstand): Z=UI[V/A]Z = \frac{U}{I} [V/A].
    • Leitwert (Admittance): Y=IU[A/V]Y = \frac{I}{U} [A/V].
  • Leistung im Wechselstromkreis:

    • Komplexe Scheinleistung (SS): Einheit Volt-Ampere (VAVA). S=U×IS = U \times I^* (wobei II^* der konjugiert-komplexe Strom ist).
    • Leistungsfaktor: Beschreibt das Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung (cos(ϕ)\cos(\phi)).
  • Komplexe Division:

    • Mathematisches Verfahren: Erweitern mit dem konjugiert-komplexen Nenner, um den Nenner reell zu machen: z1z2=z1×z2z2×z2\frac{z_1}{z_2} = \frac{z_1 \times z_2^*}{z_2 \times z_2^*}.