Triple P – Positives Erziehungsprogramm
Rahmenbedingungen und Entstehung von Triple P
Kurskontext: Pädagogik EF (Lehrkraft: Gottschalk).
Begriffsdefinition: Triple P steht als Abkürzung für „Positive Parenting Program“ beziehungsweise „Positives Erziehungsprogramm für alle Eltern“.
Herkunft und zeitlicher Rahmen:
Das Erziehungskonzept wird seit vielen Jahren in Australien sowie in weiteren Ländern effektiv und erfolgreich angewendet.
Seit dem Jahr 1999 breitet sich das Programm auch in Deutschland zunehmend aus.
Grundlage: Informationsmaterialien aus einem offiziellen Infoheft von Triple P.
Ausgangslage und Herausforderungen im Familienalltag
Das Fehlen einer Anleitung: Kinder werden ohne eine schriftliche Gebrauchsanweisung geboren.
Unvermeidbare Entwicklungskrisen: In fast allen Familien treten im Laufe der Kindheits- und Jugendentwicklung früher oder später Krisen auf.
Unsicherheiten der Erziehungsberechtigten: Ein erheblicher Anteil von Eltern ist bezüglich der Erziehung unsicher oder sucht aktiv nach fachlichem Rat.
Belastungsgefühl: Vielen Eltern erscheint die alltägliche Erziehungsarbeit als eine schwere Last.
Familiärer Stress: Erziehungsbedingter Stress bestimmt in sehr vielen Familien den täglichen Ablauf und beeinträchtigt das Zusammenleben.
Definition, Philosophie und methodischer Ansatz
Fundierung und Charakter: Triple P ist ein wissenschaftlich fundierter sowie präventiv ausgerichteter Erziehungsansatz.
Fokus der Intervention: Der primäre Schwerpunkt liegt auf den Eltern selbst und ihrem spezifischen Erziehungsverhalten, insbesondere auf ihrer täglichen Kommunikation und Interaktion mit dem Kind.
Kernphilosophie und Leitgedanke: Das Programm basiert auf dem Leitsatz „Kompetente Eltern haben auch kompetente Kinder!“.
Verhaltensänderung: Ungünstiges Erziehungsverhalten soll gezielt abgebaut und durch Methoden einer positiven Erziehung ersetzt werden.
Umfassende Zielsetzungen des Triple P-Programms
Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz:
Gezielte Steigerung und Festigung der elterlichen Beziehungs- und Erziehungskompetenz.
Unterstützung von Eltern beim Aufbau einer dauerhaft liebevollen und fördernden Beziehung zu ihren Kindern.
Förderung einer gesunden Kindesentwicklung:
Wirksame Förderung der gesunden Gesamtentwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Befähigung und Begleitung der Kinder bei der erfolgreichen Bewältigung altersspezifischer Anforderungen.
Reduktion und Vorbeugung von Verhaltensproblemen:
Gezielte Verringerung und Vorbeugung von Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen.
Etablierung eines konstruktiven und nicht verletzenden Umgangs mit schwierigem oder herausforderndem kindlichen Verhalten.
Förderung von Autonomie und Problemlösung:
Aktive Stärkung der kindlichen Eigenständigkeit und Unabhängigkeit.
Gezielte Anregung und Anleitung der Kinder, auftretende Probleme eigenständig zu lösen.
Gewalt- und Missbrauchsprävention:
Vermittlung von gewaltfreien und konstruktiven Erziehungswegen.
Vorbeugung und Verhinderung von Missbrauch und Gewalt gegenüber Kindern im häuslichen Umfeld.
Entlastung des Familiensystems:
Signifikante Reduktion von erziehungsbedingtem Stress im alltäglichen Zusammenleben.
Nachhaltige Steigerung der allgemeinen familiären Zufriedenheit.
Spezifische Förderdimensionen der kindlichen Entwicklung
Ganzheitlicher Förderansatz: Neben der Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung setzt sich das Konzept zum Ziel, die kindliche Entwicklung auf vier spezifischen Ebenen angemessen zu fördern:
Emotionale Ebene
Soziale Ebene
Geistige Ebene
Sprachliche Ebene