Mikroökonomie Kapitel 1
Volkswirtschaftslehre I – Mikroökonomie
1. Einführung
1.1. Was ist Volkswirtschaftslehre?
- Volkswirtschaftslehre ist die Wissenschaft von der Bewirtschaftung der knappen gesellschaftlichen Ressourcen (G. Mankiw).
- Volkswirtschaftslehre ist die Wissenschaft vom Einsatz knapper Ressourcen durch die Gesellschaft zur Produktion wertvoller Wirtschaftsgüter und von der Verteilung dieser Güter unter ihren Mitgliedern (Samuelson, Nordhaus).
1.2. Grundfragen des Wirtschaftens
- Was soll produziert werden? (z.B. Luxusjachten oder Krankenhäuser)
- Wie soll es produziert werden? (z.B. unter staatlicher Aufsicht oder dezentral in Eigenregie)
- Für wen soll es produziert werden? (z.B. für die Beamten, für die Unternehmer oder für die Arbeiter)
1.3. Wirtschaftssysteme
- Marktwirtschaft
- Privateigentum an Produktionsmitteln
- Dezentrale Planung und Steuerung der Produktion und Verteilung über Märkte
- Individuen als Entscheidungsträger
- Planwirtschaft
- Staatseigentum an Produktionsmitteln
- Zentrale Planung und Steuerung der Produktion und Verteilung
- Staat als Entscheidungsträger
1.4. Ressourcenknappheit
- Die wirtschaftlichen Ressourcen (Arbeit, Kapital, Boden) sind begrenzt.
- Effiziente Nutzung der Ressourcen heißt, Verschwendung vermeiden.
- Volkswirtschaftliche Produktionsmöglichkeiten müssen optimal genutzt werden.
1.4.1. Produktionsfaktor Kapital
- Realkapital: Sachgüter wie Maschinen, Fahrzeuge usw., die im Produktionsprozess eingesetzt werden.
- Geldkapital: Finanzmittel, die für Investitionszwecke eingesetzt werden können.
- Geldkapital finanziert direkt oder indirekt über den Kapitalmarkt das Realkapital einer Volkswirtschaft.
- Summe des Realkapitals einer Volkswirtschaft nennt man „Kapitalstock“.
- Neben der reinen „Quantität“ des Realkapitals ist auch die Qualität wichtig (Produktionstechnologie, Humankapital).
1.4.2. Produktionsfaktor Arbeit
- Produktionsfaktor Arbeit bezeichnet die Summe der Arbeitsstunden, die in einer Volkswirtschaft zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen zur Verfügung stehen.
- Die Summe der Arbeitsstunden hängt ab von der Anzahl der Arbeiter und Angestellten (Erwerbspersonen) und der Arbeitszeit pro Tag.
- Neben der reinen „Quantität“ der Arbeit ist auch die Qualität wichtig (Bildungs- bzw. Ausbildungsstand).
1.4.3. Produktionsfaktor Boden
- Der Produktionsfaktor Boden dient zur landwirtschaftlichen Produktion und als Baugrund für die sonstige Produktion (Quantität des Bodens).
- Darüber hinaus wird der Produktionsfaktor Boden wegen seiner „Bodenschätze“ genutzt und im Produktionsprozess eingesetzt (Qualität des Bodens).
- Produktionsfaktor Boden ist grundsätzlich strikt begrenzt und kann dem Produktionsfaktor Kapital zugeschlagen werden.
1.4.4. Ressourcenpreise
- Preis für Kapital: Mietzins
- Preis für Arbeit: Lohn
- Preis für Boden: Pachtzins
1.4.5. Allokation der Ressourcen
- Allokation der Ressourcen beschreibt entweder den Prozess oder das Ergebnis der Zuordnung von Arbeit, Kapital und Boden zu ihren besten (effizientesten) Verwendungen.
- Gelingt dies, wird Verschwendung vermieden.
- Perfekte Allokation ist dann erreicht, wenn keine andere Aufteilung der Ressourcen möglich ist, mit der mindestens ein Wirtschaftssubjekt besser gestellt werden kann, ohne dass ein anderes schlechter gestellt wird (Pareto-Kriterium).
- Der Begriff Allokation wird in den unterschiedlichsten Zusammenhängen verwendet (z.B. Allokation von Geld in verschiedene Verwendungen, Allokation von Zeit usw.).
1.5. Aufbau der Vorlesung "Mikroökonomie"
Themen:
- Präferenzen, Einkommen, Nutzen → Kaufentscheidung
- Erlöse, Kosten, Gewinn → Verkaufentscheidung
- Markt(formen), Preismechanismus, Konsumentenrente, Produzentenrente, Wohlfahrt (materiell) → Max!
2. Theorie des Haushalts
2.1. Indifferenzkurven
2.1.1. Nutzenfunktion
- Nutzenfunktion:
- U steht für Utility (Nutzen), stehen für Gut 1 und Gut 2.
- Die Nutzenfunktion zeigt die Höhe des Nutzens, den ein Konsument in Abhängigkeit der konsumierten Güter ( und ) erzielt.
- Generell gilt: Der Nutzen U ist eine Funktion der beiden Güter und .
- Nutzenfunktionen können unterschiedliche Formen aufweisen.
2.1.2. Bewertung von Nutzen
- Kardinale Nutzenmessung: Unterstellt, dass der Konsument jeder Güterkombination einen Wert zumessen und sie damit bewerten kann (A=10 und B=5, damit stiftet A doppelt so viel Nutzen wie B).
- Ordinale Nutzenmessung: Unterstellt, dass der Konsument jede Güterkombination in eine Rangfolge bringen kann (A > B), ohne den Abstand zwischen A und B quantifizieren zu können.
- Die Haushaltstheorie unterstellt in der Regel lediglich eine ordinale Nutzenmessung.
2.1.3. Annahmen über rationales Verbraucherverhalten
- Vollständigkeit: Konsumenten können alle Güterkombinationen vergleichen und bewerten.
- Transitivität: Wenn Güterbündel A Güterbündel B vorgezogen wird und Güterbündel B Güterbündel C vorgezogen wird, so muss Güterbündel A auch Güterbündel C vorgezogen werden.
- Nichtsättigung: Konsumenten ziehen aus ansteigender Güterzahl auch einen ansteigenden Nutzen.
2.1.4. Alternative Güterkombinationen
Die Tabelle zeigt verschiedene Kombinationen von Büchern und CDs.
2.1.5. Indifferenzkurve
- Eine Indifferenzkurve repräsentiert alle Güterkombinationen, die dem Konsument den gleichen Nutzen stiften!
2.1.5.1. Eigenschaften von Indifferenzkurven
- Indifferenzkurven sind überall stetig.
- Indifferenzkurven haben negative Steigung.
- Indifferenzkurven sind konvex.
- Indifferenzkurven können sich nicht schneiden.
2.1.5.2. Steigung der I-Kurve – stetige Betrachtung
- Steigung der I-Kurve =
- dx1=Grenznutzen des Gutes x1
- dx2=Grenznutzen des Gutes x2
2.1.5.3. Grenzrate der Substitution – diskrete Betrachtung
- Grenzrate der Substitution (GRS) =
- Eine zusätzlichen Einheit muss mit einem Verzicht auf „erkauft“ werden!
- dx1=Grenznutzen des Gutes x1
- dx2=Grenznutzen des Gutes x2
2.1.5.4. Konvexität von Indifferenzkurven
- 1. Gossensches Gesetz (Sättigungsgesetz): Ein teilbares Bedürfnis verliert bei fortgesetzter Befriedigung an Intensität, bis Sättigung eintritt und weiterer Verbrauch Widerwillen hervorruft (abnehmender Grenznutzen).
- Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens führt dazu, dass die Grenzrate der Substitution absolut sinkt!
- Mit steigendem Konsum des Gutes ist der Konsument immer weniger bereit vom Gut herzugeben!
- Daraus folgt, dass Indifferenzkurven konvex sind (Kurve wird mit steigenden immer flacher).
2.1.5.5. Indifferenzkurvenschar
- Parallelverschiebung von Indifferenzkurven
*Transitivität der Präferenzen
2.1.5.6. Eigenschaften von Indifferenzkurven (Zusammenfassung)
- Indifferenzkurven sind überall stetig, weil die Abstände zwischen den x-Werten gegen Null laufen
- Indifferenzkurven haben negative Steigung, weil unterstellt wird, dass eine zusätzliche Einheit des Gutes x1 mit dem Verzicht auf Einheiten des Gutes x2 erkauft werden muss
- Indifferenzkurven sind konvex, weil unterstellt wird, dass das 1. Gossensche Gesetz (Sättigungsgesetz) gilt
- Indifferenzkurven können sich nicht schneiden, weil unterstellt wird, dass die Präferenzen der Konsumenten transitiv sind
2.2. Budgetlinien
2.2.1. Aufteilung des Budgets
- Budget =
- Budgetgerade:
2.2.2. Die Budgetlinie
- Die Steigung der Budgetlinie entspricht dem Verhältnis der Preise
2.2.3. Einkommensänderung und Budgetlinie
- Eine Erhöhung des Einkommens führt zu einer Parallelverschiebung der Budgetlinie nach außen.
2.2.4. Preisänderungen und Budgetlinie
- Preisänderungen von Gut 1 führen zu einer Drehung der Budgetlinie um den Achsenabschnitt von Gut 2.
2.2.5. Preisänderungen beider Güter und Budgetlinie
- Eine gleichmäßige Erhöhung beider Preise entspricht einer Reduktion des Einkommens.
2.3. Haushaltsoptimum
2.3.1. Das Haushaltsoptimum
- Im Haushaltsoptimum gilt: : , Güterpreisverhältnis = umgekehrtes Verhältnis der Grenznutzen
2.3.2. Gossensche Gesetze
- 1. Gossensches Gesetz (Sättigungsgesetz): Ein teilbares Bedürfnis verliert bei fortgesetzter Befriedigung an Intensität, bis Sättigung eintritt und weiterer Verbrauch Widerwillen hervorruft (abnehmender Grenznutzen)
- 2. Gossensches Gesetz (Genußausgleichsgesetz): Ein gegebenes Einkommen wird so auf die verschiedenen Güter aufgeteilt, daß im Haushaltsoptimum (Nutzenmaximum) die mit den jeweiligen Preisen gewogene Grenznutzen der Güter gleich sind.
2.3.3. Das Haushaltsoptimum - eine Übung -
- Beispielrechnung für das Haushaltsoptimum mit gegebener Indifferenzkurve und Budgetlinie.
2.4. Nachfragekurve
2.4.1. Ableitung der Nachfragekurve
- Die Nachfragekurve wird aus den Haushaltsoptima bei verschiedenen Preisen abgeleitet.
2.4.2. Einkommensänderungen und Nachfragekurve
- Eine Einkommenserhöhung verschiebt die Nachfragekurve nach rechts.
2.4.3. Aggregation der Nachfrage
- Die aggregierte Nachfragekurve ergibt sich aus der horizontalen Addition der individuellen Nachfragekurven.
2.4.4. Aggregation der Nachfragekurve – ein Beispiel
- Beispiel zur Aggregation individueller Nachfragekurven.
2.5. Konsumentenrente
2.5.1. Konsumentenrente - Tabelle
*Beispiel zur Berechnung der Konsumentenrente.
2.5.2. Konsumentenrente: diskrete Betrachtung
- Die Konsumentenrente ist die Summe der Differenzen zwischen dem maximalen Preis, den ein Konsument zu zahlen bereit wäre, und dem tatsächlichen Marktpreis.
2.5.3. Berechnung der Konsumentenrente: diskrete Betrachtung
- Die Konsumentenrente kann diskret oder stetig berechnet werden. Die diskrete Berechnung ergibt in der Regel einen höheren Wert als die stetige Berechnung.
2.5.4. Berechnung der Konsumentenrente: stetige Betrachtung
- Die Konsumentenrente entspricht der Fläche zwischen der Nachfragekurve und dem Marktpreis.
2.6. Preiselastizität
2.6.1. Preiselastizität der Nachfrage
Elastizität gibt an um wie viel sich die Nachfragemenge ändert, wenn sich der Preis um eine Einheit ändert.
Merke: Mengenänderung als Reaktion auf Preisänderung – nicht umgekehrt!
Punktelastizität:
Bogenelastizität:
2.6.2. Preiselastizität der Nachfrage - Tabelle
*Berechnung der Punkt- und Bogenelastizität anhand eines Beispiels.
2.6.3. Punkt- und Bogenelastizität
*Bogenelastizität:
*Punktelastizität:
2.6.4. Steigung und Elastizität
*Vergleich von Punktelastizitäten bei unterschiedlichen Steigungen.
3. Theorie der Unternehmung
3.1. Kurzfristige Produktionsfunktion
3.1.1. Produktionsfunktion
- Die Produktionsfunktion zeigt die Höhe des Produktionsergebnisses (Output), das durch die effiziente Verwendung der Produktionsfaktoren (Arbeit, Kapital) erzielt werden kann.
- Produktionsfunktionen unterscheiden sich durch die Substituierbarkeit und Teilbarkeit der beiden Produktionsfaktoren.
- Die substitutionale Produktionsfunktion unterstellt vollständige Austauschbarkeit und stetige Teilbarkeit der Produktionsfaktoren.
- Die limitationale Produktionsfunktion unterstellt weder Austauschbarkeit noch Teilbarkeit der Produktionsfaktoren.
3.1.2. Das klassische Ertragsgesetz
- Spezielle Produktionsfunktion, die auf Untersuchungen in der Landwirtschaft zurückgeht.
- Produktionsfunktion bei partieller Faktorvariation (Produktionsfaktor Kapital bzw. Boden konstant, Produktionsfaktor Arbeit variabel).
- Grenzproduktion entspricht in diesem Fall der Grenzproduktivität der Arbeit.
- Abgeleitet und publiziert von Robert Jacques Turgot (1727-1781) und Johann Heinrich von Thünen (1783-1850).
3.1.3. Produktion mit einem variablen Faktor - Tabelle
- Beispielhafte Tabelle zum klassischen Ertragsgesetz.
3.1.4. Produktivitätsbegriffe
- Die Grenzproduktivität eines Faktor misst den zusätzlichen Output der durch den zusätzlichen Einsatz dieses Faktors erzielt wird!
- Die Durchschnittsproduktivität misst den Output pro Einheit des eingesetzten Faktors (sie wird als Arbeits- bzw. Kapitalproduktivität bezeichnet).
3.1.5. Produktion mit einem variablen Faktor - Graphik
- Graphische Darstellung von Gesamtproduktion, Grenzproduktion und Durchschnittsproduktion.
3.1.6. Stetige Produktionsfunktion
- Produktionsfaktor kann in unendlich kleinen Mengen eingesetzt werden. Dadurch ergibt sich graphisch eine stetige Funktion!
3.1.7. Diskrete Produktionsfunktion
- Produktionsfaktor kann nur ganzen Einheiten eingesetzt werden. Dadurch ergibt sich graphisch eine diskrete Funktion!
3.1.8. Cobb-Douglas-Produktionsfunktion
- Spezielle Produktionsfunktion, die von Paul Douglas und Charles Cobb im Jahre 1928 formuliert wurde.
- Besondere Rolle der Produktionselastizitäten
- Spielt in der Makroökonomie eine bedeutende Rolle und wird dort später behandelt
3.1.9. Cobb-Douglas-Produktionsfunktion - Graphik
- Graphische Darstellung der Cobb-Douglas-Produktionsfunktion
Grenzproduktivität der Arbeit:
Gesamtproduktion : ck a
3.1.10. Sinkende Grenzproduktivität und verbesserte Technologie
- Verbesserung der Produktionstechnologie verschiebt die Produktionsfunktion nach oben.
3.1.11. Internationaler Produktivitätsvergleich
*Eine makroökonomische Betrachtung.
3.2. Kurzfristige Kostenfunktion
3.2.1. Die Kostenfunktion
- Die Kostenfunktion zeigt die Höhe der Kosten für alternative Produktionsmengen
- Da die Produktionsfunktion die Produktionsmengen bestimmt, hat diese auch auf die Kostenfunktion Einfluss
- Mit steigender Produktion steigen die Kosten in Abhängigkeit von den jeweiligen Kombinationen der Faktoreinsatzmengen und den Faktorpreisen
3.2.2. Kurzfristige Kosten - Tabelle
*Tabelle mit Beispieldaten für kurzfristige Kosten.
Grenzkosten:
3.2.3. Kurzfristige Kosten - Graphiken
- Graphische Darstellung der kurzfristigen Kostenfunktionen.
3.2.4. Alternative Kostenfunktion
- Graphische Darstellung einer alternativen Kostenfunktion.
*Variable Gesamtkosten: q²/4
*Grenzkosten: q/2
3.2.5. Grenzproduktivität und Grenzkosten
- Zwischen der Grenzproduktivität der Arbeit und den Grenzkosten besteht ein fester Zusammenhang:
- Mit sinkender Grenzproduktivität der Arbeit steigen die Grenzkosten, da jede zusätzliche Arbeitsstunde immer weniger zusätzlichen Output bringt, bzw. eine konstante Steigerung des Outputs eine immer stärkere Erhöhung des Arbeitseinsatzes notwendig macht!
Grenzproduktivität der Arbeit (GPA): da/dq
*Grenzkosten : GRK = dGK/dq
GPA = w/GRK, w = Lohnsatz
3.3. Langfristige Kostenfunktion
3.3.1. Die lange Frist
- Bisher (kurze Frist) wurde nur ein Produktionsfaktor (Arbeit) variiert und der zweite (Kapital) konstant gehalten
- In der langen Frist können beide Produktionsfaktoren variiert werden und je nach Faktorpreis ergeben sich unterschiedliche Minimalkostenkombinationen
- Konzept ist graphisch analog zu den Indifferenzkurven in der Haushaltstheorie
3.3.2. Produktion mit zwei variablen Faktoren
- Beispiel einer Produktionsfunktion mit zwei variablen Faktoren.
3.3.3. Isoquanten
- Eine Isoquante zeigt alle Kombinationen der beiden Produktionsfaktoren, die ein einheitliches Outputniveau (Produktionsmenge) ermöglichen!
3.3.4. Isoquantenschar
- Graphische Darstellung einer Isoquantenschar.
*Sind die Produktionsmengen (theoretisch) unendlich teilbar (stetig teilbar) werden die Abstände zwischen den Isoquaten ebenfalls unendlich klein!
3.3.5. Grenzrate der technischen Substitution
- Auf einer einzelnen Isoquante kann die Substitutionsbeziehung zwischen den beiden Produktionsfaktoren abgelesen werden. Wegen abnehmender Grenzproduktivitäten kann eine Erhöhung des Arbeitseinsatzes zunächst eine hohe Menge des Maschineneinsatzes substituieren und umgekehrt. Dieses Verhältnis sinkt allerdings mit zunehmender Substitution.
*Grenzrate der technischen Substitution: -∆M/∆A
3.4. Isokostenkurven
3.4.1. Isokostenkurve
- Eine Isokostenkurve zeigt alle Kombinationen der beiden Produktionsfaktoren, die bei gegebenen Faktorpreisen die gleiche Kostensumme erzeugen
- Dabei entscheidet das Preisverhältnis über die Steigung der Isokostenkurve
- Das Konzept ist graphisch analog zur Budgetlinie in der Haushaltstheorie
3.4.2. Isokostenkurven - Graphik
- Graphische Darstellung von Isokostenkurven.
*Steigung der Isokostenkurve entspricht dem Verhältnis der Faktorpreise!
3.4.3. Isokostenkurven bei Variation eines Preises
*Graphische Darstellung bei Variation des Arbeitspreises sowie des Maschinenpreises
3.4.4. Isokostenkurven bei Variation beider Preise
*Bei Variation des Faktorpreisverhältnisses ändert sich die Steigung der Isokostenkurve, während eine Variation des Kostenbudget die Isokostenkurve verschiebt!
3.5. Minimalkostenkombination
3.5.1. Minimalkostenkombination
- Die Minimalkostenkombination zeigt die beiden Faktoreinsatzmengen, die bei gewünschter Produktionsmenge die Kosten minimieren
- Sie stellt eine Optimierungsaufgabe unter Nebenbedingungen dar
- Das Konzept ist graphisch analog dem Haushaltsoptimum in der Haushaltstheorie (dort allerdings wurde das Maximum gesucht)
3.5.2. Minimalkostenkombination - Graphik
*Graphische Darstellung der Minimalkostenkombination.
3.5.3. Langfristige Kosten - Faktorsubstitution
*Grenzproduktivität des Kapitals (GPK) /Grenzproduktivität der Arbeit (GPA) = Isokostenkurve / Isoquante
3.6. Skalenerträge
3.6.1. Skalenerträge
- Skalenerträge messen die „Elastizität“ des Output auf eine proportionale Veränderung der beiden Inputfaktoren
- Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten:
*Konstante Skalenerträge (constant returns to scale): eine proportionale Veränderung der beiden Inputs führt zu einer proportionalen Veränderung des Outputs
*Zunehmende Skalenerträge (increasing returns to scale): eine proportionale Veränderung der beiden Inputs führt zu einer überproportionalen Veränderung des Outputs [ αq = f(λa; λk), mit α>λ und λ>1]
*Abnehmende Skalenerträge (decreasing returns to scale): eine proportionale Veränderung der beiden Inputs führt zu einer unterproportionalen Veränderung des Outputs
3.6.2. Expansionspfad bei konstanten Skalenerträgen
- Der so genannte Expansionspfad zeigt die effizienten Faktorkombinationen, die das Unternehmen bei steigenden Produktionsmengen wählen würde. Sie verbindet graphisch die Tangentialpunkte!
*Hier: eine Verdoppelung des Faktoreinsatzes (a und k von 25 auf 50 und schließlich auf 100) führt zu einer Verdoppelung des Outputs (q von 25 auf 50 und schließlich auf 100) → λ=2!
3.6.3. Expansionspfad bei steigenden Skalenerträgen
- Hier: eine Verdoppelung des Faktoreinsatzes (a und k von 25 auf 50 und schließlich auf 100) führt zu einer überproportionalen Steigerung des Outputs (q von 125 auf 354 und schließlich auf 1000)! → λ=2 und α=2,83 → λ<α
3.6.4. Expansionspfad bei sinkenden Skalenerträgen
- Hier: eine Verdoppelung des Faktoreinsatzes (a und k von 25 auf 50 und schließlich auf 100) führt zu einer unterproportionalen Steigerung des Outputs (q von 5 auf 7,1 und schließlich auf 9,99)!
→ λ=2 und α=1,42 → λ>α
3.6.5. Skalenerträge und langfristige Kosten
- Konstante Skalenerträge → lineare GK → konstante DK
- Steigende Skalenerträge → degressive GK → sinkende DK
*Sinkende Skalenerträge → progressive GK → steigende DK
3.6.6. Variierende Skalenerträge und langfristige Kosten
*0-3: steigende Skalenerträge
*3: konstante Skalenerträge
*3-∞: sinkende Skalenerträge
3.7. Größenvorteile
3.7.1. Skalenerträge und Größenvorteile
- Skalenerträge (returns to scale): proportionale Erhöhung der beiden Produktionsfaktoren führt zu einer proportionalen Erhöhung des Outputs (konstante Skalenerträge)
- Größenvorteile (economies of scale): Verdoppelung der Kosten führt zu einer Verdoppelung des Outputs (konstante Größenvorteile)
- Hier: Verdoppelung der Kosten muss nicht bedeuten, dass sich beide Einsatzmengen der Produktionsfaktoren proportional erhöhen
- Skalenerträge sind somit Spezialfälle von Größenvorteilen
3.8. Gewinnmaximierung
3.8.1. Gewinnmaximierungsregel
- Gewinn ist definiert als Differenz zwischen Erlösen und Kosten (Verlust bei negativer Differenz)
- Erhöht ein Unternehmen seine Produktionsmenge, steigt der Gesamterlös aber auch die Gesamtkosten
- Regel: Ein Unternehmen erhöht seine Produktionsmenge solange, bis die Grenzkosten der letzten Einheit genau den Grenzerlösen dieser letzten Einheit entsprechen!
3.8.2. Kurzfristige Gewinnmaximierung
*Der Gewinn ist maximal, wenn die Differenz zwischen Gesamterlös und kurzfristigen Gesamtkosten maximal ist.
3.8.3. Kurzfristiger Gewinn
*Der kurzfristige Gewinn ist maximal, wenn der Preis den Grenzkosten entspricht.
3.8.4. Gewinnmaximierung im alternativem Fall
*Graphische Darstellung der Gewinnmaximierung.
3.8.5. Kurzfristiger Verlust
*Graphische Darstellung eines kurzfristigen Verlustes
3.8.6. Kurz- und langfristige Angebotskurve
*Graphische Darstellung der kurz- und langfristige Angebotskurve
3.8.7. Veränderung der Angebotskurve
*Graphische Darstellung einer Verschiebung und Drehung der Angebotskurve
3.8.8. Aggregierung der individuellen Angebotskurven
*Tabelle und Rechenbeispiel für die Aggregierung der individuellen Angebotskurven
3.8.9. Marktangebotskurve
*Graphische Darstellung der Marktangebotskurve
3.9. Produzentenrente
3.9.1. Individuelle Produzentenrente
- Die Produzentenrente entspricht graphisch der Fläche über der Grenzkostenkurve und unter der Preislinie!
3.9.2. Produzentenrente im Markt
- Die Produzentenrente entspricht graphisch der Fläche über der Angebotskurve (aggregierte Grenzkostenkurven) und unter der Preislinie!
3.9.3. Produzentenrente
- Differenz zwischen Marktpreis und Grenzkosten addiert über die gesamte Outputmenge
- Fläche unter der Marktpreislinie und über der Grenzkostenkurve bis zur optimalen Produktionsmenge
- Summe der Grenzkosten für jede Einheit bis zur optimalen Produktionsmenge (q) ergibt die gesamten variablen Kosten bis q
- Produzentenrente ist deshalb auch die Differenz zwischen den Erlösen und variablen Kosten bis zur optimalen Produktionsmenge q*
- Gewinn dagegen ist die Differenz zwischen Erlösen und gesamten Kosten (fix und variabel) bis zur optimalen Produktionsmenge q*
- Aggregation der individuellen Produzentenrenten ergibt die gesamte Produzentenrente für einen Markt
*Sie entspricht der Fläche unter der Markpreislinie und über der Angebotskurve
3.9.4. Beispiel Produzentenrente
*Beispiel zur Berechnung der Produzentenrente
4. Marktformen
4.1. Vollständige Konkurrenz
4.1.1. Marktformen
- Gekennzeichnet durch:
- Marktstruktur (v.a. Anzahl der Anbieter und/oder Nachfrager)
- Marktverhalten (z.B. Angebots- und Nachfrageelastizitäten)
- Bewertung durch Analyse der Konsumenten- und Produzentenrente
- Drei idealtypische Marktformen:
- Vollständige Konkurrenz
- Monopol
- Monopolistische Konkurrenz
- Oligopol
4.1.2. Einordnung der Marktformen
*Es folgt eine Tabelle mit einer Gegenüberstellung unterschiedlicher Marktformen
4.1.3. Vollständige Konkurrenz
- Unternehmen sind Preisnehmer
- Produkthomogenität
- Vollständige Mobilität der Ressourcen
- Vollständige Information
*Sind diese Voraussetzungen erfüllt, wird der ökonomische Gewinn im Markt langfristig auf Null sinken und Gesamtangebots- und - nachfragekurven können benutzt werden, um dem Marktpreis zu bestimmen
4.1.4. Ökonomische Effizienz
- Ökonomische Effizienz: aggregierte Wohlfahrt der Konsumenten und Produzenten wird maximiert
- Ökonomische Effizienz: Summe von Konsumenten- und Produzentenrente wird maximiert
- Ökonomische Effizienz ist nicht einziger Maßstab für wirtschaftspolitische Maßnahmen
4.1.5. Marktgleichgewicht
*Graphische Darstellung des Marktgleichgewicht mit Angebots- und Nachfragekurve
4.1.6. Änderung der Nachfrage
*Graphische Darstellung einer Verschiebung der Nachfragekurve
4.1.7. Änderung des Angebots
*Graphische Darstellung einer Verschiebung der Angebotskurve
4.1.8. Langfristige Produktion
- Kurzfristige Produktion: Kurzfristige Grenzkosten = Preis (sofern die variablen Kosten gedeckt sind)
- Langfristige Produktion: Langfristige Grenzkosten = Preis (sofern Gesamtkosten gedeckt sind)
- Kurzfristig ökonomischer Gewinn möglich (= Gesamterlös - Gesamtkosten)
- Langfristig unter Wettbewerbsbedingungen kein ökonomischer Gewinn möglich
*Ökonomischer Gewinn zieht zusätzliche Anbieter an, die dann den Preis drücken bis Gesamterlös - Gesamtkosten = 0
4.1.9. Langfristiges Wettbewerbsgleichgewicht
*Annahme: alle UN haben gleiche Kostenkurven Später: UN haben unterschiedliche Kostenkurven
4.1.10. Einfluss des Angebots auf den Preis
*Graphische Darstellung des Einflusses des Angebots auf den Preis
4.1.11. Zero Profit I
- Buchhalterischer Gewinn: Gesamterlös - tatsächliche Kosten
- Ökonomischer Gewinn: Gesamterlös - tatsächliche Kosten - Opportunitätskosten
*Kapitalkosten = Opportunitätskosten
4.1.12. Zero Profit II
- Ist ökonomischer Gewinn (p) negativ, sollte das Unternehmen aus dem Markt ausscheiden
- Ist ökonomischer Gewinn gleich Null, erhalten beide Produktionsfaktoren eine angemessene Entlohnung (nach Maßgabe ihrer Grenzproduktivitäten)
- Ist ökonomischer Gewinn positiv, erhalten Kapitaleigner (Unternehmer) zusätzliches Einkommen über die Verzinsung ihres Kapitals hinaus
- Dies zieht zusätzliche Unternehmen an, die p abschöpfen wollen
*Zusätzliche Unternehmen verschieben aber die Gesamtangebotskurve