Notizen zur sozialen Kognition und Informationsverarbeitung

  • Soziale Kognition: Beschäftigt sich mit der Art und Weise, wie Menschen soziale Informationen verarbeiten.

  • Prozess der sozialen Informationsverarbeitung:

    • Wahrnehmung und Aufmerksamkeit:

    • Wahrnehmung ist subjektiv und von bestehenden Wissensstrukturen und Erwartungen geprägt.

    • Beispiel: Cocktailparty-Phänomen - der eigene Name zieht Aufmerksamkeit an.

    • Enkodierung und Interpretation:

    • Externe Reize (Stimuli) werden in interne Repräsentationen umgewandelt.

    • Zugänglichkeit: Leichtigkeit, mit der Informationen im Gedächtnis gefunden werden. Priming spielt hier eine Rolle (Voraktivierung von Informationen).

  • Struktur des sozialen Wissens:

    • Kategorien: Gruppen von Objekten oder Personen mit ähnlichen Eigenschaften.

    • Schemata: Wissensstrukturen, die Attribute und deren Zusammenhänge erhalten.

    • Beispiel: Schema „Hochzeitsgesellschaft“ hilft, sich in verschiedenen sozialen Situationen zurechtzufinden.

    • Stereotype und Skripte:

    • Stereotype: Allgemeine Überzeugungen über Eigenschaften sozialer Gruppen.

    • Skripte: Vorgaben für typische Abläufe in Handlungssituationen, z. B. Hochzeitsabläufe.

  • Eindrucksbildung:

    • Beeinflusst durch beobachtbare Merkmale (Attraktivität, Kompetenz) und nonverbales Verhalten.
    • Der erste Eindruck hat großen Einfluss auf die weitere Wahrnehmung.
    • Voreinstellungen des Beurteilers:
    • Ähnlichkeit, Vertrautheit und positive Assoziationen beeinflussen die Sympathiewertung.
  • Attributionsprozesse:

    • Menschen schreiben Ursachen für Verhalten zu und unterscheiden zwischen internalen (personenbedingt) und externen (situationsbedingt) Ursachen.
    • Korrespondenzverzerrung: Tendenz, Verhalten auf Persönlichkeitsmerkmale zurückzuführen und situative Faktoren zu ignorieren.
  • Heuristiken:

    • Repräsentativitätsheuristik: Urteile basieren auf der Typikalität eines sachverhalts.

    • Beispiel: Eine Gruppe mit vielfältigen Eigenschaften wird als wahrscheinlicher für ein bestimmtes Ereignis wahrgenommen.

    • Verfügbarkeitsheuristik: Informationen, die leichter Abrufbar sind, werden als typischer angesehen.

    • Beispiel: Hohe Medienberichterstattung über einen Vorfall führt zur Überschätzung dessen.

    • Ankerheuristik: Urteile werden durch einen Ankerwert beeinflusst. Beispiel: Die Schätzung eines Preises variiert stark, je nachdem, ob ein hoher oder niedriger Anker gegeben ist.

Zusammengefasst behandelt die soziale Kognition, wie Menschen Informationen über die soziale Realität verarbeiten, verstehen, erinnern und darauf basierend Entscheidungen treffen. Die Verarbeitung sozialer Informationen wird stark von Wahrnehmung, bestehenden Wissensstrukturen und kognitiven Heuristiken beeinflusst.