Geschichte 5.12.22

Ursachen der französischen Revolution


Der Staat Frankreich war Pleite. In den unteren Gesellschaftsschichten mangelte es an Essen und in jedem Stand wuchs die Unzufriedenheit mit dem System an. Der König war durch den Zustand in dem sich sein Land befand, stark unter Kritik und verlor viel ansehen. Warum war Frankreich pleite? Dies lässt sich mit den vielen und wenig erfolgreichen Kriegen, ihre Unterstützung des amerikanischen Unabhängigkeitskampfs und dem kostspieligen Lebensstil, den die oberen Stände sich auf Verseille leisteten erklären.

Warum war der dritte Stand unzufrieden?
  • Beim Ständesystem war der dritte Stand der Benachteiligte der drei. Sie finanzierten den Staat und den Luxus der beiden Oberstände mit ihren Steuern, hatten keine politischen Mitspracherechte und waren am meisten Betroffen von den Auswirkungen der Nahrungsknappheit.
  • Sie wollten zukünftig an der Macht teilhaben, besonders die Bürger sahen es als ihr Recht an, da diese sich in den vergangenen Jahrzehnten durch cleveren Handel einen gewissen Reichtum anhäuften. Sie fixierten eine Zukunft in der Leistung allein den sozialen Status eines Menschen bestimme und empfanden Klerus und Adel als eine Last.
  • Die Bauern wurden besonders unterdrückt und die erhöhten Feudalabgaben gaben ihnen noch mehr Gründe zum Aufbegehren gegen das System.
  • Zusätzlich war dies die Zeit der Aufklärung, was bedeutete dass Intellektuelle das Wissen den unteren Ständen nun zugänglicher machten und sie sich so bilden konnten. Viele der damaligen Philosophen riefen zur Revolution auf zb. Locke, Montestique, Rousseau, Voltaire etc. Die Grundideen der Revolutionsphilosophen waren Freiheit, Vernunft, Menschenrechte und Toleranz.
Warum war der Adel unzufrieden?
  • Auch sie fühlten sich vom Absolutismus benachteiligt. Zwar führten si e eine äusserst priviligierte Existenz, doch mangelte es ihnen an politischer Macht.
Die Einberufung der Generalstände

1789 wurde die Krise so verheerend, dass Ludwig sich dazu entschloss die Generalstände einzuberufen. Bei einer solchen Versammlung sind Vertreter aller Stände anwesend.

Der dritte Stand bekam 600 Vertreter, die zwei anderen je 200.

Die Vertreter des dritten Standes sammelten unter dem Volk Beschwerden und versuchten diese dem König vorzutragen.

Der dritte Stand war nicht damit einverstanden, dass jeder Stand eine Stimme hat, da sie befürchteten in jeder Angelegenheit 2:1 überstimmt so werden. Sie verlangten eine Auswahl nach Köpfen.

1789 - Die drei Revolutionen


Phase 1

Ein gravierender Aspekt, der den Verlauf der Geschehnisse entscheidend beeinflusste, ist die Geldnot. Um die Steuern neu zu bestimmen, berief Ludwig die Generalstände zum Verhandeln. Die Generalstände bestanden aus so vielen Angehörigen des dritten Standes wie es Vertreter des Adels und der Kleriker gab. Diese Aufteilung war extrem unfair, da das Volk einen weit größeren Teil der Bevölkerung ausmachte, als die beiden anderen. Die Abgeordneten des dritten Standes versuchen ihren Beschwerden Gehör zu verfassen doch ohne Erfolg. Der dritte Stand, mit Unterstützung einiger Kleriker, ernannte sich zur Nationalversammlung. Der König ließ den Saal daraufhin schließen, doch ließ sich die Nationalversammlung nicht auflösen und sie trafen sich kurz darauf , um ihre eigene Versammlung abzuhalten. Sie legten den sogenannten Ballhausschwur ab, der besagte, sie würden sich nicht eher trennen, bis eine gerechte Verfassung ausgearbeitet werde.

Phase 2

Das zornige Volk plünderte ein Waffenlager und eroberte die Bastille, um an die dortige Munition zu gelangen. Man befreite die wenigen Gefangenen und tötete den Kommandanten. Warum die Bastille zum Opfer des Aufstands wurde lässt sich mit ihrer Geschichte erklären. Zwar waren zum Zeitpunkt der Stürmung kaum Gefangene anwesend, doch war sie früher dazu benutzt worden, Menschen ohne Gerichtsverhandlung wegzusperren. Die Bastille symbolisierte für das Volk die Ungerechtigkeit und Unterdrückung ihrer Gesellschaft.

Phase 3

Nach dem ihre Forderungen nach dem Sturm der Bastille weiterhin ignoriert wurden und das Feudalsystem unbehelligt weiterexistierte, geriet das Volk weiter in Angst und Wut. Die Hungersnöte verschlimmerten sich und die Arbeitslosigkeit stieg an. Zusätzlich bildeten sich Räubergruppen, die umherzogen und plünderten. Die Bauern, die bisher übersehen wurden, gerieten in Aufruhe und wandten sich nun auf brutale Weise gegen ihre Herren. Es kam zu blutigen Aufständen und Entmachtungen. Die Nationalversammlung bereitete dem Feudalsystem ein Ende. Bei der nächsten Sitzung mit den obrigen Ständen, waren diese im Angesicht des blutdurstigen Volkes keine andere Wahl gegeben als zu kapitulieren und sich dem Willen der Nation zu unterwerfen. Die meisten Prinzipien, auf denen das System beruhte wurden abgeschafft und eine Liste von Menschen- und Bürgerrechten ausgearbeitet.

Die Verfassung von 1791 und das Ende der liberalen Phase der Revolution


Die von der Nationalversammlung ausgearbeitete Verfassung trat am 3.September 1791 in Kraft und Frankreich wurde zu einer konstituellen Monarchie. Manche sahen die Revolution hierdurch als erfolgreich beendet, doch gab es auch gegnerische Gruppen die mit dem damaligen Stand der französischen Gesellschaft noch immer nicht zufrieden waren.

  • Die Sansculotten - Sie sind die ärmlicheren Bewohner von Paris. Zu ihnen zählen Ladenbesitzer, Manufrakturarbeiter und Handwerker.
  • Die Jakobiner - Ein neugebildeter Club von revolutionär orientierten Politikinteressierten.

Die Sansculotten verhielten sich so beunruhigend, dass die Führer der umliegenden Nachbarländer sich von der Revolutionsbewegung bedroht zu fühlen begonnen. Sie befürchteten auch ihre Völker würden gegen sie aufbegehren und so kam es schließlich zum Krieg zwischen Österreich und Frankreich in 1792, welcher für Frankreich nicht sehr erfolgreich verlief und die Wirtschaftsprobleme noch verschlimmerte. Der Herzog von Braunschweig forderte das Ende der Revolution, doch die Franzosen fühlten sich dadurch noch mehr angestachelt und schließlich überfielen die Sansculotten das Schloss der königlichen Familie. Sie fanden dabei Briefe vor, die sein Hoffen auf Frankreichs Niederlage bewiesen und so wurde Ludwig vom neugegründeten Parlament (Nationalkonvert) am 21.September 1792 abgesetzt. Frankreich wurde zur Republik und nach einem Prozess wurde Ludwig am 21.Januar 1793 higerichtet.

Die Radikal-demokratische Phase


La terreur bezeichnet die nach Hinrichtung des Königs beginnende Schreckensherrschaft der Jakobiner.

Die europäischen Nationen waren geschockt von der Exekution des Königs und begannen sich zusammen zu rotten um den Aufständen Einhalt zu gebieten. Hunderttausende von Franzosen meldeten sich freiwillig und die revolutionäre Regierung führte die Wehrpflicht ein. Die Franzosen waren siegreich, sowohl ausländische Armeen als auch inländische Angriffe der Royalisten wurden zurückgeschlagen und letztere auch hingerichtet.

Doch wirtschaftlich ging es Frankreich noch immer schlecht, die Brotpreise stiegen und die Ernte viel schlecht aus. Die hohe Inflation machte es der ärmeren Bevölkerung äußerst schwer zu leben. Ein Gesetz das den immer weiter steigenden Preisen Einhalt gebieten sollte wurde von den Sansculotten verlangt und durchgesetzt. Höchstgrenzen für Löhne, Brot und Getreide wurden festgelegt und bei misachtng schwer bestraft. Wucherer wurden mit der Todesstrafe verurteilt.

In Paris gab es 400 verschiedene, politische Klubs die sich mit der Politik befassten. Auch Frauen versuchten eigene Klubs zu bilden, doch stimmte man im männlichen Volksbestand darüber ein die Frau sei nicht für Politik geschaffen. 1793 wurden Frauenklubs verboten.

Die Spaltung der Revolution

Die Abgeordneten der Versammlung/ des Konverts saßen gleichgesinnte neben einander.

links - Die Verfechter der Freiheit, die Radikaleren oben

mitte- die Gemäßigten

rechts- die Konservativen

Die linksradikalen Jakobiner verbanden sich mit den Sansuculotten und ließen die Gemäßigten hinrichten, woraufhin sie die Macht an sich rissen und die Schreckensherrschaft begann.

Die Herrschaft der Jakobiner

Die Jakobiner ersetzten die Verfassung durch eine neue, republikanische. Das Konzept der Monarchie war nun abgesetzt. Alle männlichen Erwachsenen waren nun Wahlberechtigt. Die neue Verfassung sollte dann in Kraft treten, wenn die Feinde der Revolution besiegt seien. Der Konvert gab den Jakobinern bis dahin die Vollmacht. Der Wohlfartsausschuss wurde zur neuen Regierung. Maximille Robespierre wurde zum mächtigsten Mann des Ausschusses und verteidigte das diktatorische Vorgehen der Jakobiner mit der Aussage, es sei zwar eine Gewaltherrschaft, doch eine Gewaltherrschaft der Freiheit.

Die Linksradikalen bekämpften jeden der ihrem Bild von “Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit” stark und scheuten sich nicht vor Terror und Gewalt. Die Pressefreiheit wurde abgeschafft. Wer sich als Gegner der Revolution zeigte dem drohte das Gefängnis und die Hinrichtung.

Auch Religion wurde bekämpft. Vernunft sollte an ihre Stelle treten, ein neuer Kalender wurde erschaffen und kirchliche Feiertage abgeschafft. Eheschließung war nun nicht länger kirchlich sondern eine staatliche Angelegenheit. Man sprach sich gegenseitig als Bürger und Bürgerin an als Zeichen der Gleichheit.

Durch ihre Erfolge sahen die Jakobiner sich bestätigt und sie hätten die Gefahren abgewendet. Auch viele Jakobiner selbst fanden die Gewaltherrschaft solle abgeschafft werden. Robespierre sah jedoch noch zahlreiche Gefahren und ging mit Gewalt gegen Jakobiner und Sansculotten vor die Kritik an ihm übten. Schließlich wurde Robesspierre selbst guillotiniert.

Napoleons Aufstieg und Herrschaftsverständnis

Nach dem Ende der Jakobinerherrschaft gab es in Frankreich drei politische Richtungen:

das Großbürgertum - sie wollten die Macht für sich

die Royalisten - sie strebten die Rückkehr der Monarchie an

die Linken - überwiegend Jakobiner

Letztendlich setzte sich das Großbürgertum durch und Jakobiner wurden zu Verfolgten. Die vorher eingeführten Lebensmittelpreise wurden aufgelöst, was wütende Proteste zu folge hatte, die jedoch niedergeschlagen wurden.

Die neue Regierung nannte sich Direktorium und bestand aus 5 Direktoren die von den Wahlberechtigten (reiche, männliche Bürger, circa 30.000) gewählt wurden. Die Royalisten versuchten die neue Regierung mit Gewalt zu beseitigen, doch unter der Führung des jungen Generals Napoleon wurden die Aufstände niedergeschlagen.

Napoleon war 1769 auf der Insel Korsiker als Sohn eines Rechtsanwalts geboren und besuchte die Militärschule. Zum Dank für seine Rettung wurde ihm der Oberbefehl über die Armeen in Oberitalien zugesprochen. Er führte Siegreiche Schlachten in Ägypten und Italien und verdiente sich eine gewisse Bekannt- und Beliebtheit. 1799 löste Napoleon das Parlament auf und machte sich zum Staatsoberhaupt. Er ersetzte das Direktorium durch drei “Konsule” und gab sich selbst alle Rechte. Sich selbst machte er zum Ersten konsul. Eine Volksvertretung wurde zum Schein behalten.

1800 - Napoleon wird durch eine Volksabstimmung in seinem Amt bestätigt.

1802 - Er wird Konsul auf Lebenszeit.

1804 - Er schwingt sich zum Kaiser auf. Durch eine Volksabstimmung lässt er sich seinen Status anerkennen und 99Prozent der Bevölkerung akzeptieren ihn. Obwohl die Franzosen erst vor wenigen Jahren ihren Monarchen hingerichtet hatten, erkannten sie diesen neuen Mann als ihren Führer an.

Napoleons Veränderungen
  • Er lässt eine neue Währung einführen.
  • im Krieg besiegte Länder mussten hohe Steuern an die Franzosen zahlen, was die Geldnot des Staats regulierte.
  • Mit großem Beschäftigungsprogramm wurde die Arbeitslosigkeit bekämpft.
  • Frankreich bekam das modernste Straßennetzwerk Europas , Kanäle und Häfen halfen der Wirtschaft sich zu erholen.
  • Napoleon schuf einen riesigen Polizeiapparat.
  • Er verhängte eine strenge Pressezensur.
  • Er kontrollierte die Kunst und die Wissenschaft.
  • Durch den code Napoleon wurde alles wofür die Revolution gekämpft hatte zum Gesetz. Gleichheit vor dem Gesetz, Trennung von Staat und Kirche, persöhnliche Freiheit.