3_Bestandsveränderungen

4. Ergebniswirksame Buchungen
- Bestandsveränderungen -
Bestandsveränderungen
Definition und Bedeutung
  • Bestandsveränderungen sind Änderungen in Material- und Produktbeständen durch Produktion und Verkauf in einer Periode.

Produktionsprozess
  • Die Produktion von Erzeugnissen nutzt drei Materialtypen:

    • Rohstoffe: Hauptbestandteile (z.B. Holz für Schreibtische).

    • Hilfsstoffe: Untergeordnete Materialien (z.B. Schrauben).

    • Betriebsstoffe: Verbrauchsgüter, auch außerhalb der Fertigung.

Methoden der Verbrauchsermittlung
  • Materialverbrauch wird in der Buchhaltung als Aufwand erfasst.

Verbrauchsermittlungsarten
  • Direkte Methode: Laufende Feststellung des Verbrauchs durch Materialentnahmescheine.

  • Indirekte Methode: Nachträgliche Ermittlung des Verbrauchs per Inventur:

    • Formel: extVerbrauch=extAnfangsbestand+extZuga¨ngeextEndbestandgem.Inv.ext{Verbrauch} = ext{Anfangsbestand} + ext{Zugänge} - ext{Endbestand gem. Inv.}

Ausgangsfall: Gesamtproduktion
  • Beispiel (Schreibtische):

    1. Rohstoffeinsatz: 10.000 EUR.

    2. Lohn- und Gehaltsaufwendungen: 15.000 EUR (überwiesen).

    3. Verkauf fertiger Produkte: 30.000 EUR.

Buchungssätze
  • Buchungen für obige Transaktionen:

    1. Rohstoffaufwand an Rohstoffe (Bestand) 10.000 EUR

    2. Personalaufwand an Bank 15.000 EUR

    3. Bank an Umsatzerlöse 30.000 EUR

Abweichungen zwischen Produktion und Verkauf
  • Produzierte Menge weicht oft von abgesetzter Menge ab:

    • Produktion > Verkauf: Bestandserhöhung.

    • Verkauf > Produktion: Bestandsminderung.

Verfahren zur GuV-Berücksichtigung
  • Zwei HGB-Verfahren:

    1. Umsatzkostenverfahren (UKV) § 275 Abs. 3 HGB

    2. Gesamtkostenverfahren (GKV) § 275 Abs. 2 HGB

Bestandserhöhung
Variante I
  • Beispiel (30 Schreibtische produziert, 15 verkauft):

    • Umsatzkostenverfahren (UKV): Nur Aufwendungen der getätigten Umsätze in GuV.

      • Korrekturbuchungen: Fertige Erzeugnisse 12.500 EUR an Rohstoffaufwand 5.000 EUR, Personalaufwand 7.500 EUR.

Variante II
  • Gesamtkostenverfahren (GKV): Alle Aufwendungen der Periode ausgewiesen, auch ohne direkten Bezug zur abgesetzten Menge.

    • Korrektur: Fertige Erzeugnisse an Bestandsveränderungen 12.500 EUR.

    • Im GKV sind alle Material- und Personalaufwendungen der Periode ersichtlich, im UKV nur die für die abgesetzte Menge.

Gegenüberstellung: UKV – GKV (Variante I)
Buchungen
  • Soll / Haben

    • Rohstoffaufwand: 5.000 EUR / Umsatzerlöse: 15.000 EUR

    • Personalaufwand: 7.500 EUR / Gewinn: 2.500 EUR

  • Die Summen in den Buchungen reflektieren die Bestandsveränderungen.

Buchungssätze
  • Soll : 15.000 EUR / Haben: 15.000 EUR

Bestandserhöhung (Zusammenfassung)
  • Hauptunterschied UKV vs. GKV:

    • UKV: Nur Aufwand für abgesetzte Menge.

    • GKV: Gesamter Aufwand der Periode, Korrektur über Bestandsveränderungen.

Bestandsermäßigung
Variante 2
  • Beispiel (Nächstes Jahr: 30 Tische produziert, 45 verkauft).

    • UKV: Rohstoffaufwand 5.000 EUR, Personalaufwand 7.500 EUR an Fertige Erzeugnisse 12.500 EUR.

    • GKV: Bestandsveränderungen an Fertige Erzeugnisse 12.500 EUR.

Gegenüberstellung: UKV – GKV (Variante II)
Buchungen
  • Soll / Haben

    • Rohstoffaufwand: 15.000 EUR / Umsatzerlöse: 45.000 EUR

    • Personalaufwand: 22.500 EUR / Gewinn: 7.500 EUR

  • Die Buchungen verdeutlichen die jeweiligen Auswirkungen auf die GuV.