Machtergreifung und Machtfestigung durch die Nazidiktatur
Einführung in die Gleichschaltung
Unter der Nazidiktatur, insbesondere während der Herrschaft von Adolf Hitler, wurde ein umfassender Prozess in Gang gesetzt, um alle Bereiche der Gesellschaft zu verändern und jegliche Opposition auszuschalten. Dieser Prozess wird als „Gleichschaltung“ bezeichnet. Er zielte darauf ab, Deutschland als Ganzes „auf Linie zu bringen“ und die Kontrolle der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) in allen gesellschaftlichen Bereichen zu erlangen.
Aufgabe 1: Wichtige Ereignisse der Gleichschaltung
Gesellschaftsbereiche
Hier sind die wichtigsten gesellschaftlichen Bereiche, die durch die Gleichschaltung betroffen waren, sowie die Merkmale der Gleichschaltung in diesen Bereichen:
Politik
Gleichschaltung der Länder mit dem Reich:
- Die föderalistische Struktur des Deutschen Reichs begann zu zerfallen.
- Das Ergebnis der Reichstagswahlen vom 5. März 1933 wurde auf die Länderparlamente angewendet.
- Dies führte zu einer Veränderung der Machtverhältnisse, die stark zugunsten der NSDAP ausfiel.
Berufswelt
Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (April 1933):
- Es wurden Staatsdiener entlassen, die als „nicht arisch“ galten oder nicht 100%ig loyal gegenüber dem Staat waren, auch bekannt als „Arierparagraph“.
Presse/Medien
Gleichschaltung innerhalb der NSDAP:
- Kontrolle der Medien und Presse, um die nationalsozialistische Propaganda durchzusetzen.
Vorläufiger Höhepunkt der Gleichschaltung
Im August 1934 erreichte die Gleichschaltung einen vorläufigen Höhepunkt:
- Verbot und Auflösung aller anderen politischen Parteien : Dies führte zur Entstehung eines Einparteienstaats.
- Gleichschaltung der Länder: Dies beinhaltete die Auflösung bzw. Beseitigung der Landesregierungen und -parlamente.
- Verbot aller Gewerkschaften: Arbeitnehmerverbände wurden ebenfalls verboten, stattdessen wurde die Deutsche Arbeitsfront gegründet.
- Reichskulturkammer zur Kontrolle kulturtreibender Berufe:
- Maßnahmen wie die Verbrennung „entarteter“ Kunst und Werke wurden durchgeführt.
- Einheitliche Berufsverbände wurden angestrebt.
Aufgabe 2: Die Folgen der Gleichschaltung
Nach dem „erfolgreichen“ Abschluss der Gleichschaltung war Adolf Hitler nun unumstößlicher Führer des Dritten Reiches.
Führerprinzip:
- Eines der Grundprinzipien der nationalsozialistischen Ideologie, das durch die Gleichschaltung verwirklicht wurde.
Informationen zu Unterorganisationen
Für die zweite Aufgabe wählte der Schüler die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) als Unterorganisation.
Steckbrief der NSV
Name: Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV)
Gründungsdatum: Berlin 1931/1932
Anzahl der Mitglieder: 1943 zählte die NSV rund 17 Millionen Mitglieder.
Ziele der NSV
Propaganda und Kontrolle:
- Die NSV betrieb durch Organisationen wie das Winterhilfswerk (WHW) oder das Hilfswerk „Mutter und Kind“ Propaganda und erfasste die Bevölkerung bis in den privaten Bereich, um die Loyalität zu sichern.Gesundheitsfürsorge:
- Die NSV betrieb Gesundheitsämter, Kindergärten, Erholungsheime und Tuberkulosefürsorgestellen, um die „Volksgesundheit“ zu überwachen.Kriegseinsatz:
- Während des Zweiten Weltkriegs umfassten die Aufgaben zunehmend die Betreuung von Bombenopfern, Flüchtlingen und die Kinderlandverschickung.Volksgemeinschaft:
- Ziel war es, Solidaritätsgefühle innerhalb der als „arisch“ definierten Bevölkerung zu erzeugen und die NS-Ideologie sozialpolitisch zu untermauern.Selektive Fürsorge (Rassenpolitik):
- Unterstützung wurde nur denjenigen gewährt, die als „erbgesund“ und „rassisch wertvoll“ galten, während Juden, Menschen mit Behinderungen und andere Gruppen ausgeschlossen waren.Gleichschaltung der Wohlfahrtspflege:
- Die NSV drängte konfessionelle und freie Wohlfahrtsverbände in den Hintergrund, um die soziale Fürsorge unter NSDAP-Kontrolle zu bringen.
Aktivitäten der NSV
Winterhilfswerk (WHW):
- Durchführung der jährlichen Sammlungen, die als „Kriegswinterhilfswerk“ zur zentralen Propaganda- und Versorgungsaktion wurden.Mutter-und-Kind-Programm:
- Einrichtung von Beratungsstellen, Muttererholungsheimen und Kindergärten, um die Geburtenrate zu erhöhen und die Rolle der Mutter ideologisch zu instrumentalisieren.Soziale Fürsorge und Betreuung:
- Betrieb von Einrichtungen wie Säuglingsheimen, Kindergärten (ab 1942 oft Übernahme kommunaler Trägerschaft) und Ernährungsberatungsstellen.Gesundheitswesen:
- Zusammenarbeit mit dem Hauptamt für Volkswohlfahrt zur „Volkspflege“, die auf erbgesundheitliche Selektion ausgerichtet war.Verbreitung der NS-Ideologie:
- Nutzung der sozialen Tätigkeit zur sozialen Kontrolle und zur ideologischen Schulung der Bevölkerung.
Finanzierung der NSV
Die NSV finanzierte ihre Aktivitäten teilweise durch „Spenden“ des Winterhilfswerks, aber auch aus dem entzogenen Vermögen von Juden und Gegnern des NS-Regimes.kürzer