Lektion 2 text 3
Das „Bio-Experiment“ im Viertel
In unserem Viertel gibt es eine ganz besondere Wohngemeinschaft (WG). Dort leben vier verschiedene Leute zusammen. Einer der Mieter ist mein Cousin, ein sehr sympathischer Typ. Er arbeitet als Moderator und hat mich eingeladen, für eine Woche dort einziehen, weil er Hilfe bei einem Experiment braucht. Er will wissen: Ist ein Leben ohne Plastik realistisch? Er möchte den Müll vermeiden, damit die Umwelt geschützt wird. Das klingt nach einer guten Idee, oder?
Bisher war mein Alltag einfach, aber nun ist alles anders. Mein Cousin hat mir erklärt, dass wir auf alles verzichten müssen, was in Plastik verpackt ist. Er meinte: „Wenn wir die Lösung für das Müllproblem finden wollen, ist diese Aktion nötig.“ Ich habe ihm gesagt, dass er recht hat, aber am Anfang war ich etwas negativ eingestellt.
Gestern ist aber etwas passiert, was ich so nicht erwartet hätte. Es war ein Tag voller Pannen! Zuerst habe ich meinen Bus verpasst, weil ich zu lange gebraucht habe, um mein Waschmittel selbst zu mischen. Als ich endlich an der Haltestelle stand, habe ich bemerkt, dass meine Geldbörse weg war! Ich dachte: „Habe ich sie verloren?“ Das war mir extrem peinlich, denn jemand aus der Firma sah mich suchen. Ohne Geld und ohne meine Papiere hatte ich echt Pech.
Dann bin ich gegen einen Handwerker gestoßen, der gerade eine neue Leitung im Haus reparierte. Dabei sind mir meine Notizen und ein Kugelschreiber aus der Hand gefallen. Er schaute mich komisch an. Er war gerade dabei, ein neues Schloss in eine Tür zu bauen. Ich musste runter in den Keller gehen, um meinen Ersatzschlüssel zu holen.
Als ich wieder in die WG reingekommen bin, war die Wohnung nicht leer. Meine Tante und mein Onkel waren da. Sie sind zu Besuch gekommen, um ihre Nichte (meine Mitbewohnerin) zu sehen. Meine Tante ist schwanger, und mein Onkel ist bereits pensioniert und genießt seine Rente. Sie hatten ein Päckchen dabei, das sie für uns aus dem Briefkasten mitgebracht hatten. Ich sollte das Paket annehmen, aber ich durfte es nicht öffnen, weil es in Plastik eingepackt war!
Die Situation wurde noch verrückter: Unsere Katze hatte Hunger. Ich musste sie füttern, aber die Dose war leer. Ich wollte gerade eine neue kaufen, da hat es an der Tür geklingelt. Es war ein Verwandter, mein Neffe, der uns eine alte Kassette bringen wollte. Er hat den Schlüssel einfach ins Schloss gesteckt.
Später am Abend wollten wir die Wohnung schön machen. Ich habe ein Schild an die Wand gehängt (Akkusativ), auf dem stand: „Ruhe bitte!“. Jetzt hängt es an der Wand (Dativ). Mein Cousin hat eine große Pflanze da in die Ecke gestellt und ein Bild flach auf den Tisch gelegt. „Vorsicht!“, rief er, als ich fast über eine Mülltonne gestolpert wäre. „Stell die Tonne dorthin, da stört sie keinen!“
Am Ende des Tages saßen wir alle zusammen. Wir haben die Reste vom bio(logischen) Abendessen geteilt. Mein Cousin war sehr positiv, obwohl ich fast alles hingeschmissen hätte. Er hat einen Zettel genommen und eine kleine Notiz geschrieben: „Morgen machen wir weiter.“
Ich kann mir kaum vorstellen, wie wir das eine ganze Woche schaffen sollen, sonst drehe ich durch! Aber jeder von uns weiß: Für die Umwelt ist kein Opfer zu groß. Wahrscheinlich werden wir am Ende des Experiments erfahren, dass wir viel weniger Dinge brauchen, als wir dachten. Endlich herrschte wieder Ruhe im Haus. Ich bin froh, dass ich dieses Abenteuer erlebe